Es gibt Momente im deutschen Fernsehen, in denen die sorgsam polierten Fassaden der Freundlichkeit Risse bekommen. Doch was Harald Schmidt, der unbestrittene “Dirty Harry” der deutschen Late-Night-Unterhaltung, nun offenbart, ist kein Riss – es ist ein Erdbeben. Mit 68 Jahren zieht der Mann, dessen Zunge schärfer ist als jedes Skalpell, eine Bilanz, die an Kälte und Härte kaum zu überbieten ist. Er nennt erstmals die fünf Stars, die er nicht nur ablehnte, sondern zutiefst verachtete.
Jahrelang verbarg Schmidt seine wahre Meinung hinter einem Schleier aus Ironie und intellektueller Überlegenheit. Doch nun fällt die Maske. Was zum Vorschein kommt, ist die verletzte Eitelkeit und der unnachgiebige Stolz eines Genies, das sich von der Mittelmäßigkeit umzingelt sah. Diese Abrechnung ist mehr als nur Klatsch; sie ist eine Lektion über die Abgründe des Showgeschäfts.

Stefan Raab: Der Handwerker vs. Der Künstler
An erster Stelle seiner “Liste der Schande” steht ausgerechnet Stefan Raab, der Mann, der wie kein anderer das Fernsehen der 2000er Jahre prägte. Doch für Schmidt war Raab nie ein Kollege auf Augenhöhe. Er sah in ihm keinen Künstler, sondern einen profanen Handwerker. Der Konflikt entzündete sich an Raabs Respektlosigkeit. Als dieser eine Woche lang Witze über Schmidts “verstaubten Humor” riss, lachte Deutschland – aber Schmidt vergaß nie.
Der absolute Tiefpunkt dieser Feindschaft ereignete sich bei einer Preisverleihung in Köln. Es sollte ein Moment der Versöhnung werden, inszeniert von der Regie. Doch Schmidt dachte nicht daran, mitzuspielen. Mit einem eisigen Lächeln kommentierte er: “Manche Preise werden nicht verdient, sie passieren einfach.” Als Raab nach der Trophäe griff, ließ Schmidt sie fallen. Ein scheppernder Aufprall, der symbolisch für ihre Beziehung stand. Schmidts vernichtendes Urteil über den Metzgersohn aus Köln: “Raab hat Humor wie Dosensuppe – schnell heiß, aber ohne Inhalt.” Ein Satz, der sitzt und die tiefe kulturelle Kluft zwischen dem intellektuellen Zyniker Schmidt und dem Volks-Entertainer Raab offenbart.
Markus Lanz: Die Illusion von Tiefe
Nicht weniger vernichtend ist Schmidts Urteil über den Dauerbrenner des ZDF, Markus Lanz. Für Schmidt verkörpert Lanz alles, was er am modernen Talk-Fernsehen verachtet: Ehrgeiz ohne echte Substanz. Lanz, der stets perfekt vorbereitet und kontrolliert wirkt, war für den anarchischen Geist Schmidts ein rotes Tuch.
Unvergessen bleibt der Moment, als Schmidt eine Einladung in Lanz’ Sendung mit den Worten annahm: “Mein Thema ist Markus Lanz.” Was folgte, war kein Interview, sondern eine öffentliche Hinrichtung. Schmidt demontierte den Moderator live, indem er dessen Fragen als auswendig gelernt entlarvte. “Das klingt, als hätten Sie es gerade auswendig gelernt”, spottete er. Lanz’ Lächeln gefror zu einer Maske der Hilflosigkeit. Schmidts Fazit über den Mann aus Südtirol ist von einer fast philosophischen Grausamkeit: “Lanz ist der Mann, der Stille mit Tiefe verwechselt.” Damit spricht Schmidt aus, was viele Kritiker denken, aber nie so pointiert formulieren konnten.

Hape Kerkeling: Der Kampf zwischen Kopf und Herz
Überraschend taucht auch der Name Hape Kerkeling auf dieser Liste auf. Kerkeling, der Liebling der Nation, der für Wärme und Menschlichkeit steht. Doch genau diese Eigenschaften waren es, die Schmidt misstrauisch machten. Zwei Welten prallten aufeinander: Schmidts kühle Distanz gegen Kerkelings emotionale Nähe.
Der Bruch geschah, als Schmidt Kerkeling öffentlich bloßstellte, indem er fragte, ob dieser “irgendwann echt” sei. Für Schmidt, der Gefühle stets intellektualisierte, war Kerkelings offenes Herz eine Provokation. “Hape hat ein großes Herz, aber keinen Filter. Ich bevorzuge Menschen, die denken, bevor sie fühlen”, so Schmidts gnadenloses Urteil. Es zeigt, dass Schmidt emotionale Intelligenz nicht als Stärke, sondern als Schwäche, ja fast als Geschmacklosigkeit empfand. Diese Feindschaft ist der Beweis dafür, dass Schmidt menschliche Wärme als Bedrohung seiner eigenen, sorgsam aufgebauten Unnahbarkeit sah.
Anke Engelke: Das gescheiterte Traumpaar
Sie galten als das “Traumpaar” des intelligenten Humors, doch hinter den Kulissen tobte ein Machtkampf. Anke Engelke war nicht bereit, sich Schmidts Dominanz unterzuordnen. Ihre Spontanität und ihr Improvisationstalent, die oft Schmidts minutiös geplante Pointen überspielten, trieben den Perfektionisten zur Weißglut.
Es war ein Kampf um die Lufthoheit im Studio. Wenn das Publikum über Engelke lauter lachte als über ihn, zog sich Schmidt in eine “gelähmte Wut” zurück. Als Engelke ihn dann auch noch öffentlich als “zu kontrolliert” bezeichnete, war das Tischtuch zerschnitten. Schmidts Replik zeugt von tiefer Kränkung: “Manche Menschen lachen über andere, weil sie selbst keine Pointe haben.” Es war das Ende einer Partnerschaft, die an zu großen Egos zerbrach. Schmidt duldete keine Götter neben sich, schon gar keine, die ihm die Show stahlen.
Jan Böhmermann: Der verstoßene Sohn
Den wohl bittersten Platz auf dieser Liste nimmt Jan Böhmermann ein. Der “ZDF Magazin Royale”-Moderator sieht sich gerne als legitimen Erben Schmidts. Doch der “Vater” verleugnet den “Sohn” vehement. Für Schmidt ist Böhmermann kein Satiriker, sondern ein Moralist – und Moral ist für den Zyniker Schmidt der Tod des Humors.

Als Böhmermann es wagte, Schmidt als “Relikt vergangener Zeiten” zu bezeichnen, schlug der Altmeister zurück. “Er glaubt, Satire sei Lautstärke. Tatsächlich ist sie Haltung, und Haltung fehlt ihm”, analysierte Schmidt trocken. Die Szene, in der Böhmermann Schmidt als seine “Inspiration” vorstellte und Schmidt kühl antwortete: “Inspiration kann man nicht essen, ich bevorzuge Resultate”, ist legendär. Sie zeigt, dass Schmidt die moderne, oft moralisierende Art der Satire, für die Böhmermann steht, zutiefst ablehnt. Er sieht darin keine Kunst, sondern Selbstinszenierung.
Das Fazit eines einsamen Wolfes
Diese Liste der fünf “verachteten” Stars ist mehr als eine Abrechnung. Sie ist ein Spiegelbild von Harald Schmidt selbst. Sie zeigt einen Mann, dessen Brillanz untrennbar mit seiner Unfähigkeit verbunden ist, echte Nähe zuzulassen oder Mittelmaß zu ertragen. Er hat die deutsche Fernsehlandschaft geprägt wie kein anderer, doch der Preis dafür war Isolation.
Schmidt steht heute als Denkmal da – unerreicht, aber auch allein. Seine Verachtung für Raab, Lanz, Kerkeling, Engelke und Böhmermann entspringt einem tiefen Glauben an die Überlegenheit des Intellekts über das Gefühl, der Form über den Inhalt, der Distanz über die Nähe. Es ist eine traurige, aber faszinierende Erkenntnis: Der Mann, der uns alle zum Lachen brachte, tat dies oft aus einer Position der absoluten Kälte heraus. Und während er nun mit 68 Jahren Bilanz zieht, bleibt die unangenehme Frage im Raum: Wer von diesen fünf Stars hat wohl eine ähnliche Liste in der Schublade liegen – mit nur einem Namen darauf: Harald Schmidt?
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