ZENSUR-EKLAT:
Als ein AfD-Mann diesen einen Satz sagt, wird die Hilflosigkeit der gesamten Runde sichtbar – Schweigen, Empörung und eine Grenze im politischen Diskurs

Und das ist einfach eine grundsätzlich falsche Herangehensweise. Steuergeld ist Steuergeld. Wie soll das gehen? Wie soll das gehen? Wenn wir in einem Land leben, wo wir Geld für alles mögliche ausgeben, beispielsweise 9 Milliarden Euro Bundesebene jetzt jedes Jahr in die Ukraine, stellen Sie sich mal vor, wir würden dieses Geld in die Krankenhauslandschaft investieren.

Und endlich ist es soweit. Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte wurde Ulrich Siegmund von der AfD als Gast in eine Talkshow eingeladen und das stellte sich als einer der größten Fehler ihres Lebens heraus, denn Siemund hielt sich nicht zurück, dominierte die etablierten Parteien komplett und wurde an einer Stelle sogar vom Publikum mit Applaus gefeiert.

 Schreib deine Meinung zu Ulrichs beeindruckendem Auftritt in die Kommentare. Los geht’s. Das Ronald Herz bei uns ist Herz aus Magteburg. Schönen guten Abend. Wollen Sie einmal ganz kurz aufstehen? Ja, ein schönen guten Abend. Sagen Sie uns ganz kurz, wie gucken Sie auf die deutsche Krankenhauslandschaft? Also ein bisschen besorgt, muss ich ehrlich sagen.

 Und ich habe mal eine Frage. Jeder redet von Einsparung und warum wird den nicht ganz einfach die Mehrwertsteuer auf Medikamente bzw. Verbandsmaterial gesenkt? Ja, da haben wir aktuell 19%. In anderen Ländern ist sie deutlich niedriger. Ja, das ist Europaspitz eigentlich. Ja. Und bei den Krankenkassen haben Sie eigentlich auch Fragen, oder? Ja, bei den Krankenkassen natürlich auch.

 Ich muss natürlich auch sagen, äh es gibt Länder, wo das ein bisschen anders ist, dieses Krankengassensystem. Da geht man z.B. zum Arzt und muss den gleich erstmal 50 € bezahlen für eine einfache Behandlung und in der Sicht geht’s uns in Deutschland eigentlich noch relativ gut. Ja, wir haben eine ganze Reihe Krankenkassen.

 Brauchen wir die alle aus ihrer Sicht? Nein, und das wäre jetzt die nächste Frage wegen 94 Krankengassen. Ich weiß nicht, ob was das den Sinn machen soll und das kann ja auch nicht eine Frage des Wettbewerbes sein. Ja, denn im Prinzip wird das alles staatlich vorgeschrieben, die Leistungen. Höchstens mal Naturheilkonto oder sowas, dass das noch Ich ma ein Vorschlag.

 Wir gucken, ob wir auf all diese Fragen heute Abend Antworten für Sie finden. Ich danke Ihnen erstmal, dass Sie zu uns gekommen sind und Ihre Fragen mitgebracht haben und wir gehen mal auf die andere Seite. Da wartet nämlich die Frau Schatschnader auf uns. Vielen lieben Dank, Frau Schatter. Schönen guten Abend aus Glöte bei Stafburg aus Glöte von der schönen Waldstadt Staf. Ja.

Wie ist es bei Ihnen? Welchen welche Diagnose haben Sie für unser Gesundheitssystem? Herr Bchein, ich bin der Meinung, dass die Versorgung in der Fläche mit Krankenhäusern und Kliniken in die öffentliche Hand gehört. Mhm. Und nein und eben nicht zu privaten, nicht zu den privaten. Und nein, ich bin nicht der Meinung, dass das den Kommunen überlassen werden sollte, sondern dass mindestens das Land und eher noch der Bund äh dort die Sache in die Hand nehmen muss, weil die Kommunen sind definitiv finanziell damit überfordert

und das können sie auch gar nicht leisten. Also Patienten und Krankenho, nichts mit dem man wirtschaften sollte mit Blick auf die Windererzielung. Das nehmen aber mit und jetzt mache ich noch einen Weg. Vielen Dank. Und da drüben im anderen Bereich, da sitzt Jürgen Schalllock aus Niedern Dodel bei Magdeburg.

 Schönen guten Abend. Ja, schönen guten Abend. Sagen Sie noch ganz kurz, wie Sie auf unser Gesundheitssystem gucken, welche Erfahrung haben Sie vielleicht auch gemacht? Ja, ich kann mich da erstmal meiner Vorrednerin nur anschließen. Es muss ich doch heute nicht alles rechnen. Ja, gerade die Gesundheit, die geht doch jeden was an.

 Egal, ob arm, ob Reich, ob Land, ob Stadt, ob alt oder jung. Und das kann man einfach nicht privatisieren. Das muss ich nicht rechnen. Da muss ja der das Land oder der der Staat einfach was zutun. Und es nützt ja auch nicht, wenn man sagt, im Schnitt haben wir nur 80% Bettenbelegung. Was ist, wenn 100% oder 110% erfordert werden? Ja. Mhm.

So und wie mein Blick auf das Gesundheitssystem ist auch so schlecht nicht, kann ichich mich im ersten Redner nur anschließen. Ich pflege also meine Eltern, die sind beide über 90 Jahre alt. Meine Mutter hatte letztens einen schweren Unfall, ist ins Krankenhaus gekommen und da kann ich wirklich nicht meckern.

 Das hat alles geklappt wie am Schnürchen, vom Krankenwagen bis zur Betreuung bis zur Entlassung. Also wir halten fest, es funktioniert grundsätzlich, aber es gibt so ein paar Stellschrauben, wo sie sagen, da müssen wir dringend dran reden. Unbedingt. Stellschrauben gibt’s genug. Ich danke. Herr Sigmund ist heute bei uns. Uri Sigmund, er ist gesundheitspolischer Sprecher der AfD im Magdeburger Landtag.

Herr Sigmund, das ist natürlich auch ein Punkt, also man sagt, es gibt auch weniger Patienten, es gibt weniger Menschen. Warum soll man denn auch ähmdann jede Klinik am Leben erhalten, wenn man weiß, wir werden sie eh nicht auslasten können? Na, erstmal sehe ich das erfahrungsgemäß anders.

 Das Thema Wirtschaftlichkeit, warum muss ein Krankenhaus wirtschaftlich sein? Ein Krankenhaus muss Menschen helfen. Das ist die einzig entscheidende Kennziffer dabei, unserer Meinung nach und wir müssen unterscheiden zwischen einer spezialisierten Behandlung, wo man etwas planen kann, wo man auch weitere Wege fahren kann, weil man eine gute Qualität haben möchte und einer Notfallversorgung und die muss vor Ort sein.

 Wenn ich mich schwer verletze, kann ich nicht eine dreiviertel Stunde oder eine Stunde mit dem Krankenwagen durchs Land fahren, bis mir irgendwann jemand hilft. Das muss vor Ort passieren und das muss man aber ganz klar voneinander trennen. Und nur, weil es aktuell so ist, äh wir denken auch nach vorne, was ist denn in 5 oder in 10 Jahren? Wir sehen hier ist ganz kritisch, dass man hier offenbar oftmals nur von Wahl zu Wahl denkt.

 Man muss gesundheitliche Versorgung ganzheitlich denken über Jahrzehnte hinweg, weil wenn ich jetzt ein Arzt ausbilde, den habe ich in 10, 12 Jahren und deswegen muss man sowas langfristig denken. Ich muss Herr Kol ein bisschen widersprechen, nicht unbedingt, aber das DG System ist natürlich erstmal ein großes Problem.

Viele wissen ja gar nicht, was das bedeutet, aber ich möchte mal ein plakatives Beispiel geben. Sie haben eine Geburt und die Geburt ist komplizierter, als es vorher geplant war. Es gibt aber nur eine Summe X von der Krankenkasse. Auf der Differenz bleibt jetzt das Krankenhaus sitzen und demzufolge macht es minus.

 Und das höre ich seit 10 Jahren, dass dieses System in Frage gestellt werden muss und zwar immer von den Politikern, die auf Bundesebene dann noch die Verantwortung hatten. Ich würde mich wirklich mal freuen, wenn wir wieder zu einem leistungsgerechten Modell zurückkommen, dass auch das bezahlt wird im Krankenhaus, was wirklich an Leistung fort angefallen ist.

 Und ein zweiter Punkt, den muss ich auch noch mal kritisch ansprechen, Investitions Zuschüsse sind Landesaufgaben, die wurden abgeschmolzen bis aufs Minimum. 2005 hatten wir noch 180 Millionen Euro im Jahr. 2015 nur noch 40. Nur mal um ein Gefühl zu bekommen. Es wurde also gespart bei den Krankenhäusern. Jetzt ist das Bein dick, jetzt ist der Investitionsstau riesig und jetzt macht man es über Schulden und das ist einfach eine grundsätzlich falsche Herangehensweise.

 Steuergeld ist Steuergeld, versicherten Geld, das muss man verantwortungsvoll einsetzen und demzufolge muss man auch mal schauen, was ist denn hier so teuer im System und dazu kommen wir vielleicht später auch noch mal und wir sind aber in der Diskussion, ob wir als Koalitionspartner das auf den Weg bringen können. Herr Simund, jetzt nehme ich das noch mal auf, wenn Sie sagen, also eigentlich muss das irgendwie so laufen, also Krankenhäuser müssen nicht gewinnbringend da sein.

 Das ist ja, das steht jetzt so im Raum, aber die Frage ist ja, wie wollen Sie es finanzieren? Jetzt sind wir an diesem Punkt, wo sagen, wie soll das gehen? Also, wir sehen ja es, wenn Betttuch zu kurz, dann kann man an einer Ecke ziehen, dann ist ein anderen irgendwie wieder ein Loch. Man merkt ja nicht die ganze Runde, dass es sich hauptsächlich um das liebe Geld wie immer dreht und das ja auch das Problem.

 Wir sagen ganz klar, es gibt Bereiche in dieser Gesellschaft, da darf Geld nicht immer die große Rolle spielen. Eine Schule muss auch keinen Gewinner wirtschaften, ein Kindergarten auch nicht und die Polizei auch nicht, aber wir brauchen sie und genauso brauchen wir eine medizinische Versorgung. Und ich bin auch kein Freund davon, immer unser System, was über viele Jahrzehnte gut funktioniert hat, immer grundsätzlich zu kritisieren und mit irgendwelchen kleinen Stellschräubchen zu arbeiten.

 Und die drei Punkte natürlich eine gerne Antwort auf diese Frage. Wenn wir in einem Land leben, wo wir Geld für alles mögliche ausgeben, beispielsweise 9 Milliarden Euro Bundesebene jetzt jedes Jahr in die Ukraine, stellen Sie sich mal vor, wir würden dieses Geld in die Krankenhauslandschaft investieren, dann bräuchten wir jetzt alle an diesem Tisch hier nicht stehen.

 Das gleiche ist natürlich im Bereich der Kassen das Problem. Wenn ich 100ta000ende Menschen unser Kassensystem hole, die ja nie eingezahlt haben, die teilweise auch nicht einzahlen wollen, dann müssen wir das als Versicherte mitbezahlen. Das ist das Problem. Und es gibt halt Menschen, die wissen gar nicht, dass sie eigentlich eine viel bessere Versorgung haben könnten, wenn wir unsere eigenen Gelder auch in unser eigenes System investieren würden.

 Und das ist auch unser Lösungsansatz. Es gibt so viele Punkte im Haushalt, wo wir Geld verschwenden. Wir möchten es vernünftig einsetzen. Beispielsweise in einer medizinische Versorgung. Auch in 10, 15, 20 Jahren sollen sich die Menschen inMitteldeutschland, in ganz Deutschland darauf verlassen können, dass sie eine gute medizinische Versorgung haben und das kostet n mal Geld.

Herr Krull, würden wir das hinkriegen? Würde das funktionieren? Also, ich könnte jetzt ähm ganz klassisch formulieren, diese Argumente höre ich immer wieder auch im Plenarsaal, wenn es einfach darum geht, dass das Thema Migration, dass das Thema Hilfen für die Ukraine einfach alle Probleme löst, wenn wir das nicht mehr tun.

 Es gehört aber auch zu weit mit dazu, dass wir unsere medizinische Versorgung in Sachsenanhalt gar nicht mehr sichern könnten ohne Menschen mit Megationshintergrund. ein Zehntel aller Ärzte und das ganz überwiegend auch bei den Tenhäusern und den und den Reeinrichtung haben ja Grund und ich versuche oder ich stell es gerade wieder fest, hier versucht mein eine schwachen Partner gegen anderen schwachen Partner an der Stelle zu thematisieren und das ist nicht das, was wir an der Stelle brauchen.

 Wir brauchen eine vernünftige Lösung und die beinhaltet genauso die Frage, was können wir als Land zukünftig tun, auch in den kommenden Haushalten und wo kommt auch der Bund seiner Verantwortung nach, weil das gebe ich auch ganz offen zu, die aktuelle Vorschläge, was die Einsparung angeht von Seiten des Bundesgesundheitsministeriums, gefallen mir als Landunger ausdrücklich nicht.

Darf ich dazu was sagen? Sie dürfen kurz natürlich auch. Okay, ganz kurz. Jeder Mensch in Sachsandelt oder in Deutschland ist glücklich, wenn es auch ein Mediziner gibt, der egal woher kommt auf der Welt, um Himmels Willen, aber es kann doch nicht die Lösung sein, sich darauf auszuruhen. Man sieht das ja mittlerweile mit Stolz an, dass es Kliniken gibt, wo die Hälfte der Mediziner Medigrationshintergrund haben, aber wir müssen diese Probleme doch selbst langfristig lösen können.

 Wir müssen selbst Medizin ausbilden, weil dieses Problem ist geopolitisch überall in jedem Land. Das ist ein riesengroßer Verdrängungswettbewerb und wenn wir auch in 10, 15, 20 Jahren eine gute medizinische Versorgung sicherstellen wollen, müssen wir eigene Ärzte ausbilden. Ganz unabhängig von der Sprachbarriere.

 Wir müssen es selber schaffen und damit müssen wir endlich mal anfangen. Wir haben ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland, die haben ohnehin Migrationshintergrund, die sind teilweise hier geboren. Ich glaube, wie geht’s ja nicht? Wie geht’s ja nicht? An diesem Punkt hat Ulrich die gesamte Runde komplett zerlegt.

 Der Moderator hätte das Interview an dieser Stelle beenden können. Die Debatte war im Grunde bereits entschieden, aber reden wir Klartext, seit Jahren wird uns dieselbe Geschichte erzählt. Die Deutschen arbeiten nicht hart genug. Es gäbe einen sogenannten Fachkräftemangel und irgendwie lautet die Lösung immer dieselbe: mehr Migration.

 Diese Erzählung könnte weiter von der Wahrheit nicht entfernt sein. Das Problem ist nicht, dass zu wenige Menschen in dieses Land kommen. Wenn überhaupt, dann ist vielleicht eher das Gegenteil der Fall. Das eigentliche Problem ist, dass wir viel zu wenig für die Menschen tun, die bereits hier sind, für unsere eigenen Kinder. Das ist keine Fachkräftekrise.

Es ist eine Krise der Prioritäten, eine Krise der Bildung. Deutschland hat noch nie an Talent gemangelt. Dieses Land ist voller Kinder, die neugierig sind, lernwillig, kreativ und leistungsfähig. Aber Potenzial, das nicht gefördert wird, ist verschwendetes Potenzial. Und genau das, meine Freunde, hat Ulrich Siemund in dieser Sendung offengelegt.

Jetzt will ich eure Meinung hören. Was haltet ihr von seinem Auftritt? Schreibt es in die Kommentare.