In der aktuellen politischen Debatte um die Sicherheit auf deutschen Weihnachtsmärkten ist eine neue, fast schon surreal anmutende Ebene erreicht worden. Während die Bürger beim Betreten der Märkte vielerorts an schweren Betonpollern vorbeigehen und sich an den Anblick schwer bewaffneter Polizeistreifen gewöhnt haben, rückt ein neues Narrativ in den Fokus der etablierten Politik: die angebliche Gefahr durch radikale Christen. Ulrich Siegmund, Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt, hat diese Argumentation nun in einer fulminanten Rede aufgegriffen und als das entlarvt, was sie ist – ein durchschaubares Ablenkungsmanöver von den realen Sicherheitsproblemen des Landes.

Die Debatte im Landtag zeigte deutlich, wie weit sich Teile der Regierungskoalition von der Lebenswirklichkeit der Menschen entfernt haben. Anstatt die Ursachen für die massiven Sicherheitsvorkehrungen beim Namen zu nennen, die unsere christlich-abendländischen Feste mittlerweile wie Hochsicherheitszonen wirken lassen, wird versucht, das Gefahrenpotenzial künstlich zu streuen. Siegmund wies in seiner Ansprache mit beißender Ironie darauf hin, dass es wohl kaum christliche Radikale seien, die für die Installation von „Messerverbotszonen“ oder den Einsatz von Anti-Terror-Sperren verantwortlich zu machen sind.
Der Kern der Auseinandersetzung liegt in einer tiefgreifenden Vertrauenskrise. Ulrich Siegmund betonte, dass die Bürger sehr genau unterscheiden können, von woher die tatsächliche Bedrohung für ihre kulturelle Identität und ihre persönliche Sicherheit rührt. Die Konstruktion einer „christlichen Gefahr“ wirke vor dem Hintergrund der Vorfälle der letzten Jahre nicht nur deplatziert, sondern geradezu beleidigend gegenüber denjenigen, die ihre Traditionen friedlich leben wollen. Es handele sich um eine Täter-Opfer-Umkehr, die darauf abzielt, die Debatte über eine gescheiterte Migrations- und Integrationspolitik im Keim zu ersticken.
Besonders scharf kritisierte Siegmund die sprachliche Akrobatik der Altparteien. Wenn von „Gefahren für die öffentliche Ordnung“ gesprochen wird, dabei aber christliche Symbole oder Traditionen in einen Topf mit gewaltbereitem Extremismus geworfen werden, diene dies lediglich dazu, die eigene Untätigkeit zu kaschieren. Er forderte eine Rückkehr zur Ehrlichkeit im politischen Diskurs. Die Menschen in Deutschland wollen keine Weihnachtsmärkte, die sich wie Festungen anfühlen, und sie wollen erst recht nicht, dass man ihnen einredet, ihre eigene Religion sei das Problem.

Ein weiterer Punkt in Siegmunds Analyse war die finanzielle Belastung der Kommunen durch die explodierenden Sicherheitskosten. Geld, das an anderer Stelle – etwa bei der Bildung oder der Infrastruktur – fehlt, muss nun aufgewendet werden, um ein Mindestmaß an Sicherheit für ein Volksfest zu gewährleisten. Dass man in diesem Zusammenhang nun über christlichen Fundamentalismus diskutiere, sei eine Verhöhnung der Steuerzahler, die für das sicherheitspolitische Chaos der letzten Dekade aufkommen müssen.
Siegmunds Rede im Landtag wurde zu einem flammenden Plädoyer für den Erhalt der deutschen Leitkultur. Er stellte klar, dass die AfD nicht bereit ist, die schrittweise Normalisierung von Ausnahmezuständen auf unseren Festen zu akzeptieren. Die Warnung vor radikalen Christen sei ein politisches Blendwerk, das nur dazu dient, die eigentlichen Konfliktlinien in der Gesellschaft zu verschleiern. Die Resonanz auf seine Worte zeigt, dass er einen Nerv getroffen hat: Viele Bürger fühlen sich in ihrem Wunsch nach Sicherheit und dem Erhalt ihrer Traditionen von der aktuellen Regierung nicht mehr ernst genommen.

Abschließend mahnte Ulrich Siegmund, dass politische Glaubwürdigkeit nur durch die Anerkennung der Realität zurückgewonnen werden kann. Werden die tatsächlichen Probleme weiterhin geleugnet oder durch absurde Scheingefechte ersetzt, drohe der gesellschaftliche Zusammenhalt endgültig zu zerbrechen. Der Schutz der Weihnachtsmärkte müsse durch eine konsequente Durchsetzung von Recht und Ordnung an den Grenzen und im Inneren erfolgen, nicht durch die Kriminalisierung der eigenen Kulturgeschichte. Die Bürger erwarten Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit, keine märchenhaften Warnungen vor Gefahren, die an der Realität der deutschen Innenstädte vollkommen vorbeigehen.
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