Die Vereinigten Staaten befinden sich in einer Phase politischer Spannungen, die in der modernen Geschichte ihresgleichen sucht. Im Zentrum dieses Sturms steht Senator Adam Schiff, ein Mann, der seit Jahren als einer der profiliertesten Gegenspieler von Donald Trump gilt. In einem tiefschürfenden Interview mit dem New Yorker reflektiert Schiff über die beispiellose Dynamik der aktuellen Administration und zeichnet ein düsteres Bild einer Regierung, die ihre Macht zunehmend dazu nutzt, interne Kritiker und politische Widersacher zu verfolgen.

Adam Schiff betont, dass wir uns in einer Ära befinden, in der die Grenzen zwischen legitimer Regierungsführung und persönlicher Rache verschwimmen. Er beschreibt einen systematischen Ansatz, bei dem das Justizministerium und andere Bundesbehörden nicht mehr als neutrale Hüter des Gesetzes agieren, sondern als verlängerter Arm des Weißen Hauses. Laut Schiff ist das Ziel klar: Wer sich dem Präsidenten in den Weg stellt, muss mit Konsequenzen rechnen, die weit über den politischen Diskurs hinausgehen. Diese “Waffenwerdung” der Institutionen stellt einen fundamentalen Bruch mit den demokratischen Normen dar, die Amerika über Jahrhunderte stabilisiert haben.
Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die psychologische Wirkung dieser Taktiken. Schiff erläutert, dass es nicht nur um die tatsächlichen rechtlichen Schritte geht, sondern um die Erzeugung eines Klimas der Angst. Wenn prominente Kritiker mit langwierigen Ermittlungen, Steuerprüfungen oder öffentlicher Verleumdung überzogen werden, sendet dies eine klare Botschaft an alle anderen: Widerstand ist kostspielig. Der Senator sieht darin einen gezielten Angriff auf die Meinungsfreiheit und die Kontrollfunktion des Kongresses. Er selbst wurde wiederholt zum Ziel verbaler Attacken des Präsidenten, was er als Teil einer Strategie zur Entmenschlichung des Gegners beschreibt.

In dem Interview wird auch die Rolle der loyalen Gefolgsleute innerhalb der Verwaltung beleuchtet. Schiff argumentiert, dass die aktuelle Administration aus den Fehlern der ersten Amtszeit gelernt hat. Damals gab es noch “Erwachsene im Raum”, wie er sie nennt – Beamte und Berater, die sich dem Gesetz mehr verpflichtet fühlten als der Person Donald Trump. Heute jedoch sei der Apparat mit Personen besetzt, deren Hauptqualifikation die bedingungslose Loyalität ist. Dies mache den Staat weitaus effizienter in der Umsetzung autoritärer Tendenzen, da interne Kontrollmechanismen konsequent ausgehebelt werden.
Ein weiterer Aspekt ist die Spaltung der Gesellschaft. Schiff beobachtet mit Sorge, wie die Rhetorik der Vergeltung bei einem großen Teil der Wählerschaft auf fruchtbaren Boden fällt. Für viele Anhänger Trumps erscheint die Verfolgung von “Verrätern” oder Mitgliedern des “Deep State” als notwendige Reinigung des Systems. Diese Wahrnehmung wird durch soziale Medien und polarisierende Nachrichtennetzwerke verstärkt, was es fast unmöglich macht, eine gemeinsame Faktenbasis zu finden. Der Senator warnt davor, dass eine Demokratie nicht überleben kann, wenn die Hälfte der Bevölkerung die andere Hälfte als existenziellen Feind betrachtet.
Schiff geht auch auf die langfristigen Schäden für das Ansehen der USA in der Welt ein. Wenn die führende Demokratie der Welt ihre eigenen Rechtsprinzipien opfert, um politische Rechnungen zu begleichen, verlieren internationale Allianzen und Menschenrechtsforderungen ihre moralische Glaubwürdigkeit. Autokraten weltweit beobachten diesen Prozess genau und nutzen ihn als Rechtfertigung für ihr eigenes Handeln. Amerika, so Schiff, drohe sein wichtigstes Gut zu verlieren: seine Vorbildfunktion.

Trotz der ernsten Lage zeigt sich Adam Schiff kämpferisch. Er sieht den Kongress und die Zivilgesellschaft in der Pflicht, Widerstand zu leisten. Die Gerichte, die Presse und das Wahlvolk seien die letzten Verteidigungslinien. Er ruft dazu auf, die Wahrheit beharrlich zu verteidigen, auch wenn der Preis dafür hoch ist. Es geht ihm nicht mehr nur um einzelne Gesetze oder politische Siege, sondern um den Erhalt der verfassungsmäßigen Ordnung.
Abschließend lässt sich festhalten, dass das Interview mit Adam Schiff einen Weckruf darstellt. Es verdeutlicht, dass die Bedrohung für die amerikanische Demokratie nicht von außen kommt, sondern aus dem Inneren des Machtzentrums selbst. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die demokratischen Strukturen elastisch genug sind, um diesen Belastungstests standzuhalten, oder ob die Instrumentalisierung des Staates zu einer dauerhaften Realität wird, die das Gesicht Amerikas für immer verändert. Es ist ein historischer Moment, der von jedem Einzelnen eine klare Positionierung fordert.
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