In der Debatte um die deutsche Unterstützung für die Ukraine im Jahr 2025 ist ein neuer, schärferer Ton eingekehrt. Einer der profiliertesten Kritiker der bisherigen Linie ist der langjährige Journalist und Kolumnist Hans-Ulrich Jörges. In einer Zeit, in der Deutschland mit massiven Haushaltslöchern, einer schwächelnden Wirtschaft und maroder Infrastruktur kämpft, stellt Jörges die Frage, die viele Bürger umtreibt, die sich aber kaum ein Politiker auszusprechen traut: Wie viel kann und muss Deutschland noch leisten? Sein Fazit ist so schlicht wie provokant: „Wir haben jetzt langsam genug Geld gegeben!“

Jörges, der seit Jahrzehnten das politische Geschehen in Berlin und der Welt analysiert, sieht die Bundesrepublik an einem kritischen Wendepunkt. Deutschland gilt als zweitgrößter Geldgeber Kiews, doch der Rückhalt in der Bevölkerung schwindet zusehends. Während Milliarden für militärische Zwecke und zivilgesellschaftliche Hilfen bereitgestellt werden – Schätzungen belaufen sich mittlerweile auf über 80 Milliarden Euro seit Kriegsbeginn –, wächst im eigenen Land der Unmut. Jörges kritisiert, dass die Debatte oft mit zu viel „Haltung und Moral“ aufgeladen wird, anstatt die nüchternen Fakten sprechen zu lassen.
Besonders kritisch sieht Jörges das Fehlen von Gegengeschäften und einer klaren Exit-Strategie. Während Länder wie China oder Indien wirtschaftlich von der Situation profitieren, scheint Deutschland primär die Rolle des Zahlmeisters übernommen zu haben. „Was hat Deutschland eigentlich von diesen Milliarden?“, fragt Jörges und weist darauf hin, dass die Ukraine viele Güter lieber in der Türkei oder den USA einkauft, anstatt die deutsche Industrie zu stärken. Es sei an der Zeit, über reale Interessen zu sprechen, anstatt sich hinter abstrakten Werten zu verstecken.

Ein weiterer Punkt in Jörges’ Analyse ist die territoriale Realität. Er vertritt die unpopuläre Ansicht, dass Gebiete wie die Krim oder Teile des Donbass de facto verloren sind. „Schreibt diese Gebiete ab und schaut nach Europa“, lautet seine Botschaft an Kiew. Für Jörges ist die Fortsetzung des Krieges mit immer mehr deutschem Geld kein Weg zum Frieden, sondern eine Verlängerung des Leidens ohne realistische Siegchance auf dem Schlachtfeld. Er fordert stattdessen eine diplomatische Offensive, die auch die geänderten Machtverhältnisse in den USA unter einer möglichen Trump-Administration berücksichtigt.
Die Kritik von Jörges trifft den Nerv einer Gesellschaft, die sich zunehmend überfordert fühlt. Die „Hysterie“, mit der jede abweichende Meinung zum Ukraine-Kurs oft diskreditiert wird, lehnt er entschieden ab. Er plädiert für eine Rückkehr zur Realpolitik. Wenn die eigene Wirtschaft stagniert und Brücken im Land einstürzen, müsse die Regierung erklären, warum die Prioritäten weiterhin so massiv im Ausland liegen.

Jörges’ Worte sind ein Weckruf an die Berliner Politik. Er fordert Transparenz und eine ehrliche Bestandsaufnahme. Deutschland habe seine Solidarität über Jahre hinweg bewiesen, doch jedes Reservoir sei irgendwann erschöpft – sowohl finanziell als auch gesellschaftlich. „Wir dürfen nicht zulassen, dass wir uns für eine Fiktion ruinieren“, warnt der Publizist. Es bleibt abzuwarten, ob seine knallharte Analyse zu einem Umdenken in der Ukraine-Politik führen wird oder ob die Rufe nach einem „Genug“ weiterhin im politischen Berlin ungehört verhallen.
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