Es sollte der krönende Abschluss eines turbulenten ersten Jahres im Kanzleramt werden, doch für Friedrich Merz verwandelte sich der EU-Gipfel im Dezember 2025 in ein politisches Desaster von historischem Ausmaß. Was als Demonstration deutscher Führungskraft in Europa geplant war, endete in einer Sackgasse aus diplomatischen Niederlagen und gebrochenen Versprechen. Die Fassade des „Machers“, der Deutschland und Europa mit harter Hand und wirtschaftlichem Sachverstand aus der Krise führt, zeigt tiefe Risse, und die Forderungen nach einem Rücktritt hallen so laut wie nie zuvor durch die Hauptstadt.

Der Kern des Debakels liegt in der Unfähigkeit des Kanzlers, seine hochgesteckten Ziele auf europäischer Ebene durchzusetzen. Merz war mit dem Versprechen nach Brüssel gereist, die eingefrorenen russischen Staatsvermögen direkt zur Finanzierung der Ukraine-Hilfen heranzuziehen – eine „Goldrandlösung“, die er im Vorfeld als alternativlos dargestellt hatte. Doch die Realität sah anders aus: Der Widerstand, angeführt vom belgischen Premierminister Bart De Wever, in dessen Land der Großteil dieser Gelder liegt, erwies sich als unüberwindbar. Am Ende blieb nur die „kleine Lösung“ – ein Kredit von 90 Milliarden Euro, der weit hinter den Erwartungen und den großspurigen Ankündigungen des Kanzlers zurückblieb.
Doch damit nicht genug: Auch beim prestigeträchtigen Mercosur-Handelsabkommen musste Merz eine bittere Pille schlucken. Nachdem er bereits im Oktober fälschlicherweise eine Einigung verkündet hatte und dafür öffentlich korrigiert wurde, scheiterte er nun erneut daran, den Sack zuzumachen. Die Unterzeichnung wurde auf Januar verschoben, da wichtige Partner wie Italien unter Giorgia Meloni zusätzliche Zugeständnisse für ihre heimische Landwirtschaft forderten. Für einen Kanzler, der Wettbewerbsfähigkeit und Freihandel zu seinen Kernthemen erklärt hat, ist dies eine Demütigung auf offener Bühne.
Die politische Konkurrenz nutzt dieses Vakuum gnadenlos aus. Während die Opposition von einer „Entlarvung der Merz-Lügen“ spricht, wächst auch innerhalb der eigenen Reihen der Unmut. Die Unionsfraktion, die bereits durch Kompromisse beim Rentenpaket und der Steuerreform strapaziert war, sieht ihren Führungsanspruch in Europa gefährdet. Kritiker werfen Merz vor, zu viel auf einmal gewollt und dabei die diplomatische Kleinarbeit vernachlässigt zu haben. Er habe sich in der Rolle des „europäischen Zuchtmeisters“ gefallen, ohne die nötigen Brücken zu seinen Partnern zu bauen.

Besonders scharf fallen die Reaktionen aus dem Ausland aus. Aus dem Kreml tönt hämischer Spott, der den Rücktritt von Merz und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordert. Dass Moskau die Ergebnisse des Gipfels mit „Genugtuung“ kommentiert, ist Wasser auf die Mühlen derer, die Merz eine schwache Verhandlungsführung vorwerfen. In Deutschland selbst formiert sich massiver ziviler Widerstand; Petitionen, die den Rücktritt des Kanzlers fordern, verzeichnen innerhalb weniger Tage Hunderttausende Unterschriften. Die Menschen fühlen sich durch die Diskrepanz zwischen den vollmundigen Versprechen und der mageren Ausbeute in Brüssel getäuscht.
Die „Brandmauer“, die Merz einst so stolz verteidigte, scheint in der Migrationsdebatte ebenfalls zu bröckeln. Sein Kurswechsel nach Kritik von US-Präsident Donald Trump wird von vielen als Einknicken gewertet. Dass Merz nun eine radikale „Kurskorrektur“ in der Asylpolitik ankündigt, um dem Druck aus Washington und von den rechten Rändern im Inland nachzugeben, empfinden viele Wähler als Verrat an europäischen Werten. Es entsteht das Bild eines Kanzlers, der zwar laut brüllt, aber vor den Mächtigen dieser Welt – sei es Trump oder Meloni – klein beigibt.
Die Stimmung im Bundestag ist nach der Rückkehr von Merz aus Brüssel am Gefrierpunkt. In der Generaldebatte musste er sich Vorwürfe gefallen lassen, er habe Deutschland in Europa isoliert. Das Versprechen, EU-Politik wieder zur „Chefsache“ im Kanzleramt zu machen, hat sich als Bumerang erwiesen: Da Merz alle wichtigen Dossiers an sich gezogen hat, trägt er nun auch die alleinige Verantwortung für das Scheitern. Die „German Vote“, das berüchtigte Zögern und Enthalten Berlins bei wichtigen EU-Entscheidungen, ist unter Merz einer „German Isolation“ gewichen.

Die kommenden Wochen bis zum neuen Jahr werden zur Schicksalsfrage für Friedrich Merz. Wenn es ihm im Januar nicht gelingt, das Mercosur-Abkommen zu retten und eine stabilere Finanzierung für die Verteidigungsfähigkeit der EU auf den Weg zu bringen, könnte seine Kanzlerschaft schneller zu Ende sein, als seine Kritiker es zu träumen wagten. Die Explosion der Rücktrittsforderungen zeigt, dass die Geduld der Bürger und der politischen Akteure am Ende ist. Deutschland braucht Führung, die hält, was sie verspricht – und nicht einen Kanzler, dessen Schatten schneller lernt als er selbst.
In den Gängen des Reichstags wird bereits über alternative Szenarien spekuliert. Kann die Koalition unter Merz diesen Winter politisch überleben? Die Antwort darauf wird davon abhängen, ob Merz bereit ist, aus seinen Fehlern zu lernen und von seinem hohen Ross herabzusteigen. Momentan sieht es jedoch so aus, als würde der Kanzler versuchen, die Krise auszusitzen, während das Land und Europa auf klare Antworten warten.
Möchten Sie, dass ich die Reaktionen der internationalen Presse auf das Scheitern von Merz beim EU-Gipfel in einer ergänzenden Analyse zusammenfasse?
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