Ein runder Geburtstag ist oft ein Anlass für große Partys, Sekt und zahlreiche Gäste. Doch wenn man Judith Rakers heißt und gerade ein halbes Jahrhundert Lebenserfahrung vollendet, sieht die Feier ganz anders aus. Die ehemalige „Tagesschau“-Sprecherin, die Deutschland jahrelang souverän die Nachrichten präsentierte, hat sich zu ihrem 50. Geburtstag für einen radikalen Schritt entschieden: Sie verließ Deutschland.

Am 6. Januar 2026 wurde Judith Rakers 50 Jahre alt. Ein Meilenstein, der viele zum Nachdenken bringt. Doch statt auf ihrer geliebten Insel Rügen, umgeben von ihren Pferden, Katzen und Hühnern, die Kerzen auf der Torte auszublasen, zog es die Moderatorin in die Ferne – genauer gesagt ans andere Ende der Welt, nach Südafrika.

Die Flucht ins Paradies

Schon in ihrem Podcast „Baborie & Rakers“ hatte sie es angedeutet: Das neue Lebensjahrzehnt würde nicht im nasskalten deutschen Winter beginnen. Das Ziel blieb jedoch bis zuletzt ein gut gehütetes Geheimnis. Erst kurz vor ihrem Ehrentag lüftete sie via Instagram den Schleier.

„Ich bin tatsächlich in Südafrika“, verriet sie ihren Followern und strahlte dabei eine Gelassenheit aus, die man im hektischen Studio der Tagesschau oft vermisst hatte. „Diese Reise habe ich mir selbst zum 50. Geburtstag geschenkt.“

Das Ziel ihrer Reise ist kein Zufall, sondern ein Ort, der ihre Seele berührt wie kaum ein anderer: Die historische Farm Babylonstoren. Wer Judith Rakers‘ Wandel in den letzten Jahren verfolgt hat, weiß, warum ausgerechnet dieser Ort ihr Herz erobert hat. Babylonstoren ist nicht einfach nur ein Hotel; es ist einer der ältesten kapholländischen Bauernhöfe, berühmt für seinen spektakulären Obst- und Gemüsegarten.

„Genau meine Welt“, schwärmt Rakers in dem Video. „Nur größer, noch schöner und für mich: einfach ein Paradies.“ Hier, wo essbare Blüten neben Kräuterbeeten blühen und Tiere frei herumlaufen, findet die Jubilarin genau das, was sie in ihrem neuen Lebensabschnitt sucht: Inspiration, Naturverbundenheit und Ruhe. Es ist die luxuriöse, große Schwester ihres eigenen kleinen Hofes auf Rügen.

Vom Nachrichten-Studio in den Hühnerstall

Dieser Geburtstagstrip ist symbolisch für den gewaltigen Umbruch, den Judith Rakers in den letzten zwei Jahren vollzogen hat. Der Abschied von der „Tagesschau“ im Januar 2024 war ein Paukenschlag. Nach 19 Jahren verließ sie die wichtigste Nachrichtensendung des Landes – auf eigenen Wunsch. Viele fragten sich damals: Warum?

Die Antwort liegt in der Sehnsucht nach Authentizität und Selbstbestimmung. Das starre Korsett des Schichtdienstes, die ständige Erreichbarkeit und die Perfektion, die vor der Kamera gefordert wurde, passten nicht mehr zu dem Menschen, der Judith Rakers heute sein möchte.

„Mein Leben darf Ecken haben“, sagt sie heute offen. Dieser Satz ist mehr als nur eine Floskel. Er ist eine Befreiungserklärung. In ihren Zwanzigern, so gesteht sie, habe sie permanent nach Perfektion gestrebt. Fehler waren keine Option. Heute, mit 50, gönnt sie sich den Luxus, Dinge auch mal nicht zu können. „Früher wäre das undenkbar gewesen“, bekennt sie.

Die Lüge vom „ruhigen Landleben“

Wer nun aber glaubt, Judith Rakers würde mit 50 nur noch im Gartenstuhl liegen und den Hühnern beim Picken zusehen, der irrt gewaltig. Die Ruhe auf Rügen ist trügerisch – oder besser gesagt: Sie ist eine andere Art von Arbeit.

„Es ist noch immer eine 50-Stunden-Woche“, stellt Rakers klar und räumt mit dem romantischen Klischee auf, sie habe sich zur Ruhe gesetzt. Ihr Terminkalender ist so voll wie eh und je, nur die Inhalte haben sich verschoben – hin zu Themen, für die sie brennt.

Sie moderiert weiterhin die Talkshow „3nach9“ und das Reisemagazin „Wunderschön“, produziert ihren wöchentlichen Podcast, schreibt Bestseller-Bücher über Homefarming und entwickelt Spiele. Dazu kommt ihr eigenes Unternehmen, das nachhaltige Gartenartikel vertreibt. Judith Rakers ist zur Marke geworden – einer Marke, die für Bodenständigkeit und Nachhaltigkeit steht. Doch der Unterschied zu früher ist eklatant: Sie arbeitet selbstbestimmt.

Mut zur Lücke: Die neue Freiheit mit 50

Der 50. Geburtstag markiert für viele Frauen in der Öffentlichkeit oft einen kritischen Punkt. Doch Judith Rakers scheint ihn als Startschuss für eine noch ehrlichere Version ihrer selbst zu nutzen. Die Reise nach Südafrika ist dabei mehr als nur Urlaub. Es ist eine bewusste Auszeit, um Kraft zu tanken für all die Projekte, die noch kommen.

Ihr Leben auf Rügen, das sie vor einem Jahr bezog, war der erste Schritt. Der Umzug von der Großstadt Hamburg auf die Insel, das Zusammenleben mit Tieren und die Arbeit im eigenen Garten haben sie geerdet. „Ich habe mir eine Welt geschaffen, die mich glücklich macht“, könnte man ihre Philosophie zusammenfassen.

Dass sie ihren runden Geburtstag nun allein (oder zumindest fernab der Heimat) in Südafrika verbringt, zeigt, wie unabhängig sie geworden ist. Sie braucht keine Bestätigung durch eine riesige Society-Party. Ihr genügt der Blick über die endlosen Gärten von Babylonstoren, das Wissen, dass zu Hause auf Rügen ihre Tiere warten, und die Gewissheit, dass die Entscheidung, die „Tagesschau“ zu verlassen, goldrichtig war.

Fazit: Ein Vorbild für den Neuanfang

Judith Rakers zeigt uns mit ihrer Reise und ihrer Einstellung, dass das Älterwerden nichts ist, wovor man Angst haben muss. Im Gegenteil: Es bringt die Freiheit, endlich „Nein“ zu sagen – zu Erwartungen anderer, zu Perfektionsdruck und zu Lebensmodellen, die nicht mehr passen.

Sie schenkt sich zum 50. Geburtstag nicht nur eine Reise, sondern vor allem eines: Die Erlaubnis, ganz sie selbst zu sein. Und vielleicht ist das das wertvollste Geschenk, das man sich machen kann.

Alles Gute zum 50., Judith Rakers! Auf viele weitere Jahre voller „Ecken und Kanten“, glücklicher Hühner und inspirierender Geschichten – ob aus Rügen oder Südafrika.