In den verwinkelten Gängen des Brüsseler Machtzentrums wurde in dieser Woche Geschichte geschrieben, eine Geschichte, die gleichermaßen von Verzweiflung, strategischem Kalkül und dem unbedingten Willen zur Solidarität erzählt. Es ist ein kalter Winter in Europa, doch die politische Hitze beim jüngsten EU-Gipfel war fast physisch greifbar. Das Ergebnis der wochenlangen, zähen Verhandlungen gleicht einem Paukenschlag: Die Europäische Union hat der Ukraine einen zinslosen Kredit in der astronomischen Höhe von 90 Milliarden Euro zugesagt. Es ist eine Summe, die man sich kaum vorstellen kann, und sie markiert einen Wendepunkt in der Unterstützung für das vom Krieg gezeichnete Land.

Die Ausgangslage könnte dramatischer kaum sein. Seit über zwei Jahren wehrt sich die Ukraine gegen die russische Aggression, und während die Waffen an der Front sprechen, droht im Hintergrund der finanzielle Kollaps. Ohne massive Unterstützung von außen wäre der ukrainische Staat längst zahlungsunfähig. Schulen, Krankenhäuser, die gesamte Infrastruktur und nicht zuletzt der Verteidigungsapparat hängen am Tropf internationaler Geber. In diesem Kontext ist der 90-Milliarden-Euro-Deal nicht nur eine wirtschaftliche Hilfsmaßnahme, sondern ein diplomatisches Lebenszeichen eines Kontinents, der beweisen muss, dass er auch unter extremem Druck handlungsfähig bleibt.
Doch wie funktioniert dieser gigantische Finanzmechanismus eigentlich? Die EU geht einen Weg, der so innovativ wie riskant ist. Das Geld wird nicht etwa aus den ohnehin schon strapazierten nationalen Haushalten der Mitgliedsstaaten genommen – das wäre politisch in vielen Ländern kaum durchsetzbar gewesen. Stattdessen tritt die Europäische Union selbst als Akteur auf den internationalen Kapitalmärkten auf. Sie nutzt ihre erstklassige Kreditwürdigkeit, um das Geld zu günstigsten Konditionen aufzunehmen und reicht es als zinslosen Kredit direkt an Kiew weiter. Es ist ein Akt des kollektiven Vertrauens, der die EU enger an das Schicksal der Ukraine bindet als jemals zuvor.
Besonders brisant ist jedoch die interne Dynamik dieses Abkommens. Dass Europa nicht immer mit einer Stimme spricht, ist kein Geheimnis, doch bei diesem Gipfel traten die Risse besonders deutlich hervor. Ungarn, Tschechien und die Slowakei haben sich quergestellt. In einem beispiellosen Kompromiss wurde vereinbart, dass diese drei Staaten nicht an den Kosten des Kredits beteiligt werden. Dieser “Sonderweg” ermöglichte zwar den Durchbruch in den Verhandlungen, hinterlässt aber einen bitteren Beigeschmack. Es stellt sich die Frage, wie lange eine Union der Werte funktionieren kann, wenn sich einzelne Mitglieder bei der Finanzierung der existenziellen Sicherheit des Kontinents ausklinken.

Ein weiterer Streitpunkt, der die Verhandlungen in Brüssel fast zum Scheitern brachte, war die Frage nach dem Umgang mit eingefrorenen russischen Staatsvermögen. Ursprünglich war die Idee so einfach wie verlockend: Warum nicht das Geld des Aggressors nutzen, um die Verteidigung des Opfers zu finanzieren? Rund 300 Milliarden Euro an russischen Zentralbankguthaben liegen auf europäischen Konten fest. Doch der Teufel steckt im Detail, und dieses Detail heißt “internationales Recht”. Staaten wie Belgien, die einen Großteil dieser Vermögenswerte verwalten, warnten eindringlich vor den rechtlichen und finanziellen Risiken. Ein direkter Zugriff auf das Kapital könnte das Vertrauen in den Euro als Weltwährung erschüttern und eine Kaskade von Klagen nach sich ziehen.
Vorerst liegt dieser radikale Vorschlag daher auf Eis. Doch die Tür ist nicht endgültig zugeschlagen. Die EU-Spitzen machten deutlich, dass man sich den Zugriff auf diese russischen Milliarden als letzte Option offenhalte – insbesondere für den Fall, dass Russland nach Ende des Krieges keine Reparationen leistet. Es ist eine Drohgebärde in Richtung Moskau, die zeigen soll: Europa ist bereit, auch unkonventionelle Wege zu gehen, wenn es hart auf hart kommt.
EU-Ratspräsident Antonio Costa versuchte am Ende des Gipfels, die Wogen zu glätten und den Fokus auf das große Ganze zu richten. Er betonte, dass es bei diesen 90 Milliarden Euro nicht darum gehe, den Krieg künstlich in die Länge zu ziehen. Im Gegenteil: Ziel sei ein “gerechter und dauerhafter Frieden”. Die Logik dahinter ist klar: Nur eine Ukraine, die wirtschaftlich überlebensfähig ist und militärisch abschrecken kann, wird Russland an den Verhandlungstisch zwingen können. Schwäche, so die Überzeugung in Brüssel, provoziert nur weitere Aggression.

Für die Menschen in der Ukraine bedeutet diese Zusage vor allem eines: Hoffnung. In einer Zeit, in der die Nachrichten von der Front oft düster sind und die internationale Aufmerksamkeit zu schwinden droht, ist dieses Signal aus Brüssel Gold wert. Es garantiert, dass die Renten weiter gezahlt werden, dass die Energieversorgung im Winter aufrechterhalten werden kann und dass der Staat nicht implodiert, während er um sein Überleben kämpft.
Dennoch bleibt Kritik nicht aus. Skeptiker fragen, wie eine Rückzahlung dieser 90 Milliarden Euro jemals realistisch sein soll. Die Ukraine wird nach dem Krieg ein Land im Wiederaufbau sein, dessen Wirtschaftskraft auf Jahrzehnte geschwächt ist. Werden die europäischen Steuerzahler am Ende doch auf den Schulden sitzen bleiben? Es ist ein finanzielles Wagnis von historischem Ausmaß. Doch die Befürworter des Deals halten dagegen: Die Kosten eines ukrainischen Zusammenbruchs wären um ein Vielfaches höher. Ein triumphierendes Russland an der Ostgrenze der NATO würde Verteidigungsausgaben erfordern, gegen die 90 Milliarden Euro wie Kleingeld wirken.
In der Gesamtschau ist dieser EU-Gipfel ein Zeugnis für die mühsame, oft frustrierende, aber letztlich funktionierende Mechanik der Demokratie. Es wurden schmerzhafte Kompromisse geschlossen, nationale Befindlichkeiten berücksichtigt und juristische Hürden umschifft. Am Ende steht eine Entscheidung, die den Kreml ärgern und Kiew stützen wird. Die EU hat sich für den Moment Zeit gekauft – Zeit für die Ukraine, Zeit für die Diplomatie und Zeit für die Hoffnung auf ein Ende des Blutvergießens. Ob dieser Kreditpoker am Ende aufgeht, wird die Geschichte zeigen. Klar ist nur: Europa hat sich entschieden, nicht nur zuzuschauen, sondern mit dem Einsatz von 90 Milliarden Euro aktiv die Landkarte der Zukunft mitzugestalten.
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