Während Millionen von Fernsehzuschauern Andy Borg an Heiligabend in seiner strahlenden Weihnachtsshow erleben, sieht die Realität im Hause des Schlagerstars ganz anders aus. Fernab von Scheinwerferlicht und TV-Glamour hat sich der 65-jährige Entertainer für ein Weihnachtsfest entschieden, das viele überraschen dürfte: ruhig, bescheiden und ohne seine geliebten Kinder.

Für viele Fans ist Andy Borg der Inbegriff von volkstümlicher Herzlichkeit und familiärer Wärme. Doch wenn am 24. Dezember die Lichter am Weihnachtsbaum angehen, bleibt es in seinem Haus im bayerischen Passau erstaunlich still. In einem offenen Interview gewährt der Sänger nun seltene Einblicke in sein Privatleben und erklärt, warum seine Kinder Jasmin und Patrick an Heiligabend nicht mit am Tisch sitzen.

Einsame Stille oder bewusste Zweisamkeit?

“Weihnachtszeit ist Familienzeit”, heißt es oft. Doch für Andy Borg und seine Ehefrau Birgit (55) bedeutet der Heilige Abend vor allem eines: Zweisamkeit. “Ein Heiligabend zählt für Birgit und mich tatsächlich in Passau die Zweisamkeit und ganz viel Ruhe”, gesteht der Sänger.

Die Entscheidung, den Abend ohne die Kinder zu verbringen, ist jedoch keineswegs ein Zeichen von familiärer Zerrüttung. Vielmehr ist es der Lauf der Zeit und die Logistik des Lebens. Seine Kinder aus erster Ehe, Jasmin und Patrick, sind längst erwachsen und haben eigene Leben, womöglich eigene Traditionen. Andy Borg spricht hier ein Thema an, das viele Eltern erwachsener Kinder kennen: Das “Leere-Nest-Syndrom” an den Feiertagen, das er jedoch pragmatisch und liebevoll in eine neue Tradition umgewandelt hat.

Keine Geschenke unter dem Baum

Noch überraschender ist vielleicht die Abmachung, die das Ehepaar Borg bezüglich der Bescherung getroffen hat. Wer riesige Geschenkeberge erwartet, liegt falsch. “Birgit und ich schenken uns nichts mehr”, verrät Andy Borg offenherzig.

Diese Haltung ist ein bewusstes Statement gegen den kommerziellen Stress der Feiertage. “Wir genießen das Leben vielmehr ist und gönnen uns auch im Laufe des Jahres immer mal wieder etwas”, erklärt er. Die Botschaft ist klar: Liebe und Aufmerksamkeit brauchen kein festes Datum und kein Preisschild. Es ist eine Philosophie, die in unserer hektischen Konsumgesellschaft fast schon rebellisch wirkt und zeigt, wie geerdet der Superstar privat geblieben ist.

Der Weihnachts-Marathon beginnt am 25. Dezember

Doch ganz ohne seine Kinder muss und will Andy Borg natürlich nicht feiern. Was am Heiligabend an Trubel fehlt, wird in den darauffolgenden Tagen mehr als wettgemacht. Sobald der erste Weihnachtsfeiertag anbricht, verwandelt sich der gemütliche Passauer Ruhetag in einen wahren Reise-Marathon.

“Am ersten Weihnachtsfeiertag fahren wir zu den Familien meiner Kinder”, erzählt Borg voller Vorfreude. Die Route hat es in sich: “Erst nach Köln, dann weiter nach Hamburg und dann wieder zurück nach Passau.” Hunderte Kilometer nimmt der Sänger auf sich, um seine Liebsten in die Arme schließen zu können. Es zeigt, dass die räumliche Trennung am 24. Dezember nur physischer Natur ist – die emotionale Bindung ist stark genug, um quer durch die Republik zu reisen.

Ein Mann im Sammelfieber: Die Nussknacker-Armee

Während seine Frau Birgit als seine Managerin oft die organisatorischen Zügel in der Hand hält, gibt es einen Bereich, in dem Andy Borg der unangefochtene Herr im Haus ist: die Weihnachtsdekoration. “Für das Dekorieren daheim bin einzig und allein ich zuständig”, stellt er stolz klar.

Und hier kommt eine skurrile Leidenschaft zum Vorschein, die man dem sympathischen Wiener kaum zugetraut hätte. Andy Borg lebt inmitten einer riesigen Sammlung traditioneller Weihnachtsfiguren. “Ich sammle Nussknacker, Räuchermännchen und Schwibbögen. Inzwischen habe ich über 100 Nussknacker und Räuchermännchen”, offenbart er. Man kann sich bildlich vorstellen, wie das Haus in Passau in eine kleine erzgebirgische Wunderwelt verwandelt wird, liebevoll arrangiert vom Hausherrn persönlich. Es ist dieses kindliche Staunen und die Bewahrung von Traditionen, die ihn so authentisch machen.

Das spontane Festmahl: “Birgit hat genug Stress mit mir”

Auch beim Weihnachtsessen bricht das Paar mit strengen Konventionen. Gibt es die klassische Gans? Kartoffelsalat mit Würstchen? Das wissen Andy und Birgit oft selbst bis kurz vor knapp nicht. “Wir entscheiden spontan am 23. Dezember, was am Feiertag auf den Tisch kommen wird”, sagt er.

Der Grund für diese Lässigkeit ist so humorvoll wie charmant: “Es soll wenig Aufwand und keinen Stress machen, denn Birgit hat mit mir schon genug Stress.” Ein augenzwinkerndes Liebesgeständnis an seine Frau, die nicht nur sein Leben teilt, sondern auch seine Karriere managt. Diese kleine Spitze zeigt die vertraute und humorvolle Dynamik ihrer langjährigen Ehe.

Fazit: Ein Fest nach eigenen Regeln

Andy Borgs Weihnachten ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie man Traditionen an die eigenen Lebensumstände anpasst, ohne den Kern des Festes zu verlieren. Während er im TV für Millionen die perfekte Weihnachtswelt inszeniert, genießt er privat den Luxus der Stille und Spontaneität.

Sein Heiligabend ohne Kinder ist kein trauriges Schicksal, sondern eine bewusste Entscheidung für Entschleunigung, bevor die große Familienreise beginnt. Es erinnert uns daran, dass es an Weihnachten nicht darum geht, Erwartungen zu erfüllen, sondern die Zeit so zu verbringen, wie es für die eigene Familie am besten passt – sei es mit 100 Nussknackern, ohne Geschenke oder “nur” zu zweit.