Es sollte ein glanzvoller Abend voller „Liebe, Freude und Emotionen“ werden. Ein musikalischer Jahresrückblick, der die Herzen der Zuschauer kurz vor dem Weihnachtsfest wärmt. Doch was Beatrice Egli am Samstagabend, den 20. Dezember 2025, im Ersten präsentierte, sorgte bei vielen Schlagerfans statt für Gänsehaut eher für Kopfschütteln und blankes Entsetzen. Bereits wenige Minuten nach Sendebeginn kippte die Stimmung in den sozialen Netzwerken dramatisch. Das Urteil der Zuschauer: Vernichtend.

„Weihnachten“ im September? Fans fühlen sich verschaukelt

Der wohl größte Kritikpunkt, der wie ein Lauffeuer durch die Kommentarspalten auf X (ehemals Twitter) und Facebook fegte, war die fehlende Authentizität der Sendung. Während Beatrice Egli auf der Bühne von vorweihnachtlicher Magie schwärmte und das Jahr emotional Revue passieren ließ, war dem Publikum eines schmerzlich bewusst: Diese Bilder sind alt.

„Irgendwie komisch. Ich mag Beatrice Egli und ihre Show, aber diese Show heute ist eine Aufzeichnung von Ende September und sie redet von Weihnachten. Cringe“, fasste ein enttäuschter Zuschauer die Situation zusammen. Tatsächlich wurde die Sendung bereits am 27. September in Berlin aufgezeichnet – zu einer Zeit, als die meisten Menschen noch im Spätsommer-Modus waren und an Lebkuchen kaum zu denken war.

Für viele Fans wirkte die Inszenierung dadurch aufgesetzt und unecht. „Ach, noch nicht mal live“, beschwerte sich ein User bitter. Das Gefühl, Teil eines aktuellen, gemeinsamen TV-Erlebnisses zu sein, ging durch die offensichtliche Konserve komplett verloren. Die Diskrepanz zwischen den sommerlichen Aufzeichnungsdaten und den winterlichen Moderationen wirkte für viele wie eine unfreiwillige Satire.

„Schwachsinn“ und „Ohrenkrebs“: Harte Worte für die Gäste

Doch nicht nur der Zeitpunkt der Aufzeichnung sorgte für Unmut. Auch das inhaltliche Niveau und die Auswahl der Gäste stießen auf harsche Kritik. Beatrice Egli hatte zwar große Namen wie Maite Kelly, Ben Zucker, Kerstin Ott und Rocklegende Chris Norman eingeladen, doch die Darbietungen konnten das kritische Publikum vor den Bildschirmen nicht überzeugen.

Besonders die Auftritte von Julia Lindholm und Linda Hesse gerieten ins Kreuzfeuer der Kritik. „Autotune des Todes“, wetterte ein Zuschauer und legte gnadenlos nach: „Aber selbst Autotune kann bei diesen beiden mir unbekannten Damen nichts mehr retten. Ohrenkrebsgefahr.“ Solche Kommentare zeigen, wie dünn der Geduldsfaden bei den Zuschauern an diesem Abend war.

Auch die Dauerschleife bekannter Gesichter nervte viele. „So, den obligatorischen Kelly hätten wir“, kommentierte ein Nutzer trocken den Auftritt von Maite Kelly, die gefühlt in keiner großen Schlagershow fehlen darf. Die mangelnde Abwechslung und Innovationskraft des Formats wurde als ermüdend empfunden.

Verwirrung pur: Schlager oder Sportschau?

Einen besonders bizarren Moment erlebten die Zuschauer, als die Show plötzlich thematische Haken schlug, die niemand erwartet hatte. „Sind wir jetzt in der Sportschau?“, fragte sich ein verwirrter Fan, während ein anderer das Ganze schlicht als „Schwachsinn, diese Egli-Fußballshow“ abkanzelte. Offenbar hatte die Redaktion versucht, durch sportliche Einlagen oder Themen das Programm aufzulockern – ein Versuch, der beim konservativen Schlagerpublikum, das sich auf Musik und heile Welt eingestellt hatte, grandios scheiterte.

Die Mischung aus erzwungener Weihnachtsstimmung, technischer Nachbearbeitung bei den Gesangseinlagen und unpassenden Show-Elementen hinterließ bei vielen den Eindruck eines lieblosen Flickenteppichs.

Beatrice Eglis gute Absicht prallt an der Realität ab

Dabei waren die Absichten der Schweizerin durchaus edel. Im Vorfeld der Show hatte Beatrice Egli betont: „Wir wollen den Menschen einen Samstagabend voller Liebe, Freude und Emotionen schenken.“ Sie wollte Geschichten erzählen, Hoffnung spenden und das musikalische Jahr 2025 feiern. Doch die Diskrepanz zwischen diesem Anspruch und der Wahrnehmung der Zuschauer könnte kaum größer sein.

Während im Studio in Berlin-Adlershof – unter der Regie der Animateure – fleißig geklatscht und geschunkelt wurde, herrschte in den Wohnzimmern Katerstimmung. Die Zuschauer fühlten sich nicht abgeholt, sondern eher „für dumm verkauft“, wie es ein User drastisch formulierte.

Fazit: Ein Abend zum Abschalten

Die „Beatrice Egli Show“ vom 20. Dezember 2025 wird wohl als eines der kontroversesten TV-Events des Jahres in Erinnerung bleiben – allerdings aus den falschen Gründen. Statt besinnlicher Einstimmung auf das Fest gab es digitalen Frust. Die ARD und das Produktionsteam müssen sich die Frage gefallen lassen, ob das Konzept der voraufgezeichneten „Live-Anmutung“ in Zeiten von Social Media, wo Authentizität die härteste Währung ist, noch funktioniert.

Für Beatrice Egli, die als Frohnatur bekannt ist und stets das Positive sucht, dürfte das Feedback am Sonntagmorgen eine bittere Pille sein. Die Fans haben deutlich gemacht: Sie wollen echte Emotionen, keine Konserven-Gefühle vom September. Ob die Show-Macher diese Kritik für das nächste Mal beherzigen, bleibt abzuwarten. Bis dahin bleibt den enttäuschten Zuschauern nur der Griff zur Fernbedienung – oder zum Smartphone, um ihren Frust in die Welt zu schreien.