Die Weihnachtszeit gilt gemeinhin als die Zeit der Besinnung, des Friedens und der Familie. Doch im Hause der Lugners herrscht in diesem Jahr alles andere als harmonische Stille. Während die Lichterketten an der berühmten Lugner-Villa in Döbling festlich funkeln, tobt hinter den Kulissen ein erbitterter juristischer Krieg, der kurz vor den Feiertagen eine dramatische Zuspitzung erfährt. Simone Lugner, die Witwe des im August verstorbenen Baumeisters Richard „Mörtel“ Lugner, steht vor einer Zerreißprobe, die nicht nur ihre finanzielle Zukunft, sondern auch ihr emotionales Wohlbefinden tief erschüttert.

Am Freitag, dem 19. Dezember, richteten sich alle Blicke auf das Wiener Gerichtsgebäude. Es war der Tag, an dem Simone Lugner – von der Öffentlichkeit oft liebevoll „Bienchen“ genannt – ein letztes Mal in diesem Jahr vor den Richter treten musste. Doch sie war nicht allein. An ihrer Seite befand sich eine Frau, die Richard Lugner über Jahrzehnte hinweg vielleicht besser kannte als jeder andere: seine langjährige Haushälterin. Diese Konstellation unterstreicht die Brisanz des Termins. Es geht nicht mehr nur um Paragrafen, sondern um die intimsten Details der letzten Lebenstage des legendären Baulöwen.

Der Kern der gerichtlichen Auseinandersetzung ist so schmerzhaft wie brisant. Im Raum steht die haltlose und verletzende Frage, ob Simone Lugner ihren Ehemann in seinen letzten Tagen ausreichend gepflegt habe. Ein Vorwurf, der tief sitzt und die Witwe mitten ins Herz trifft. Parallel dazu zieht die Lugner-Privatstiftung alle Register, um Simone aus der Villa zu drängen. Die Forderungen sind happig: Rund 80.000 Euro Nutzungsgebühr werden eingeklagt, während gleichzeitig versucht wird, ihr das vertraglich zugesicherte Wohnrecht streitig zu machen.

Doch inmitten dieser dunklen Wolken keimt Hoffnung auf. Insider, die dem Verfahren nahestehen, berichten von einem möglichen Durchbruch. Es heißt, die Gegenseite beginne einzulenken, da ein langwieriger Prozess nicht nur immense Kosten verursachen, sondern auch das Ansehen der Stiftung und des Namens Lugner nachhaltig beschädigen würde. Ein Vergleich scheint plötzlich in greifbare Nähe zu rücken. Sogar über eine millionenschwere Auszahlung wird spekuliert – eine Lösung, die nach anderthalb Jahren juristischem Tauziehen endlich einen Schlussstrich unter das Kapitel „Wohnen in der Villa“ setzen könnte.

Für Simone Lugner wäre dies ein Befreiungsschlag mit bitterem Beigeschmack. Die Villa ist für sie weit mehr als nur ein luxuriöses Gebäude aus Stein und Glas. Sie ist der Ort ihrer gemeinsamen, wenn auch kurzen Ehe. Nur zweieinhalb Monate nach ihrer traumhaften Hochzeit am 24. August 2024 verstarb der Baumeister und ließ eine Lücke zurück, die durch kein Gerichtsurteil der Welt gefüllt werden kann.

Wer die Villa in diesen Tagen betritt, findet ein Bild der Melancholie vor. Simone hat das Haus nach den Wünschen ihres verstorbenen Mannes dekoriert. Ein prächtiger Weihnachtsbaum, unzählige Kerzen und funkelnde Lichter sollen Wärme spenden, wo eigentlich Kälte herrscht. In Interviews schildert sie, wie leise und einsam es in den großen Hallen geworden ist. Die Rituale, die sie früher gemeinsam pflegten, führt sie nun alleine fort, um dem Alltag eine Struktur zu geben und die Trauer zu bewältigen. Es ist ein einsames Fest im goldenen Käfig.

Die öffentliche Meinung ist gespalten, doch die Sympathien für die Witwe wachsen. Viele Beobachter fragen sich, warum die Familie und die Stiftung so kurz nach dem Tod des Patriarchen mit solcher Härte gegen die Frau vorgehen, die Richard Lugner in seinen letzten Monaten glücklich gemacht hat. Experten betonen, dass Simone „absolut im Recht“ sei. Das Wohnrecht, das ihr Richard testamentarisch und vertraglich zugesichert hat, ist schwer anzufechten. Die Forderung nach einer Nutzungsgebühr von 80.000 Euro wirkt in den Augen vieler wie ein Einschüchterungsversuch, um sie zur Aufgabe zu bewegen.

Der Prozess am 19. Dezember könnte nun die Weichen für das kommende Jahr stellen. Sollte es tatsächlich zu einem Vergleich kommen, könnte Simone Lugner das neue Jahr mit der Gewissheit beginnen, finanziell abgesichert zu sein, auch wenn sie dafür ihr geliebtes Zuhause opfern müsste. Ein Neuanfang fernab der Geister der Vergangenheit und des ständigen Drucks durch die Justiz scheint für viele die einzig vernünftige Lösung zu sein.

In der Zwischenzeit versucht Simone, die Feiertage so gut es geht zu überstehen. Es wird ein Fest der Stille, geprägt von den Erinnerungen an einen Mann, der Wien wie kein anderer geprägt hat. Während die Stadt im Weihnachtstrubel versinkt, kämpft eine Frau in einer prächtigen Villa in Döbling nicht nur um ihr Heim, sondern um ihre Würde und das Erbe ihrer Liebe.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob das „Weihnachtswunder“ eines Vergleichs eintritt oder ob der Rosenkrieg im Hause Lugner auch im nächsten Jahr die Schlagzeilen beherrschen wird. Eines ist jedoch sicher: Richard Lugner hätte sich diesen Abschied für sein „Bienchen“ sicherlich anders vorgestellt. Die Welt schaut gespannt nach Wien, wo Recht und Gerechtigkeit, Geld und Emotionen in einem spektakulären Finale aufeinandertreffen.