Es gibt Momente, die lassen sich mit Geld nicht kaufen, und Geschenke, die nicht in buntes Papier gewickelt werden müssen, um das Herz tief zu berühren. Genau für einen solchen unvergesslichen Augenblick sorgte nun der beliebte bayerische Landwirt Josef Unterhuber (65). Mitten im idyllischen Chiemgau, bei Wind und Wetter, ging er vor seiner geliebten Frau Narumol (60) auf die Knie und sorgte für eine der emotionalsten Szenen in der Geschichte des „Bauer sucht Frau“-Kultpaares.

Seit nunmehr 16 Jahren gehen der fromme Milchbauer und die quirlige Thailänderin gemeinsam durchs Leben. Eine Zeitspanne, die von vielen Höhen, aber auch tiefen Tälern geprägt war. Doch was sich kürzlich auf einer nassen Wiese in Oberbayern abspielte, beweist eindrucksvoll: Diese Liebe ist stärker als jedes Gewitter.

Der Kniefall im Regen

Es war kein strahlender Sonnentag, als Josef seinen großen Plan in die Tat umsetzte, doch das machte den Moment nur umso authentischer. Mitten im Regen kniete der 65-Jährige auf dem feuchten Gras nieder, blickte seiner Narumol tief in die Augen und erneuerte sein Eheversprechen.

Narumol, die mit dieser Geste überhaupt nicht gerechnet hatte, war völlig überwältigt. „Das hat mich umgehauen! Mein Herz machte Freudensprünge“, gesteht die 60-Jährige im Interview sichtlich bewegt. Für sie war diese Aktion mehr wert als jeder Luxusgegenstand. „Josef wollte mir auf seine Weise zeigen, wie sehr er mich liebt. Das war einfach rührend für mich, das sagt mehr als tausend Worte“, schwärmt sie. Dass er sich solche Gedanken gemacht hat und sich nicht scheute, bei Regen vor ihr im Dreck zu knien, ist für Narumol der ultimative Liebesbeweis: „Das ist Wahnsinn. Ich bin einfach glücklich.“

Rückblick: Ein steiniger Weg zum Glück

Wer das Paar heute so harmonisch sieht, mag kaum glauben, wie schwierig der Start ihrer Beziehung im Jahr 2009 war. Damals, als Narumol zur legendären „Hofwoche“ anreiste, prallten buchstäblich zwei Welten aufeinander. Die kulturellen Unterschiede, die Sprachbarriere und Josefs gewohntes Einsiedler-Dasein stellten die frische Liebe auf eine harte Probe.

„Als ich 2009 zur Hofwoche kam, wollte ich anfangs am liebsten gleich wieder meine Koffer packen und zurück nach Kiel fahren“, erinnert sich Narumol heute offenherzig. Ihr wurde schnell klar, dass das Zusammenleben mit dem eigenbrötlerischen Bauern kein Zuckerschlecken sein würde. „Es verlangt viel Kraft und Geduld“, resümiert sie.

Josef, der vor Narumol lange allein lebte, kannte nur eines: Arbeit, Arbeit, Arbeit. Er hatte nie gelernt, sein Leben mit jemandem zu teilen oder Kompromisse einzugehen. „Josef macht, was er für richtig hält, und sagt, was ihm durch den Kopf geht“, beschreibt Narumol ihren Mann. Doch sie wäre nicht Narumol, wenn sie einfach aufgegeben hätte. Mit ihrer berühmten thailändischen Gutmütigkeit und einer gehörigen Portion Hartnäckigkeit blieb sie. „Ich bin geblieben, weil ich eine Frau bin, die nicht gleich aufgibt. Man sollte erst alles versuchen“, erklärt sie ihre Lebensphilosophie.

Das Geheimnis ihrer 16-jährigen Ehe

Wie schafft man es, trotz so unterschiedlicher Temperamente 16 Jahre lang zusammenzubleiben? Für Josef ist die Antwort simpel, aber tiefgründig: „Man muss Respekt voreinander haben.“ Natürlich kracht es auch bei den Unterhubers mal ordentlich. Doch das Paar hat gelernt, Konflikte konstruktiv zu lösen.

„Wenn es doch einmal kracht, ist es wichtig, sich schnell wieder zu versöhnen“, rät der erfahrene Landwirt. Er nutzt dafür eine passende Metapher aus der Natur: „Ein Gewitter klärt die Luft und danach scheint auch bald wieder die Sonne.“ Für Narumol war es ein langer Prozess, Josef „wieder in die Reihe“ zu bringen, wie sie es liebevoll nennt. Doch der Einsatz hat sich gelohnt. Heute sind sie ein eingespieltes Team, das gemeinsam durch Dick und Dünn geht.

Die nächste Generation steht bereit

Ein weiterer Grund für die große Harmonie auf dem Hof ist der Blick in die Zukunft. Die Sorge um die Nachfolge, die viele landwirtschaftliche Betriebe plagt, ist bei Josef und Narumol kein Thema mehr. „Wir sind als Team zusammengewachsen“, sagt Narumol stolz.

Das schönste Geschenk für das Paar ist jedoch die Leidenschaft ihrer Kinder für die Landwirtschaft. Ihre gemeinsame Tochter Jorafina und auch Narumols Tochter Jenny (26) lieben das Leben auf dem Hof. „Die Nachfolge ist also gesichert. Es bleibt in der Familie und das ist einfach schön“, freut sich Narumol. Zu wissen, dass das Lebenswerk fortgeführt wird, nimmt eine große Last von Josefs Schultern.

Modernisierung schafft Freiräume

Auch der Arbeitsalltag hat sich in den letzten Jahren drastisch gewandelt. Wer sich an die frühen Folgen von „Bauer sucht Frau“ erinnert, weiß, wie hart Josef und Narumol im Stall schuften mussten. Doch diese Zeiten sind vorbei. Dank modernster Technik ist das Leben auf dem Bauernhof entspannter geworden.

„Die körperlich anstrengende Arbeit ist deutlich weniger geworden“, berichtet Narumol erleichtert. Roboter und Computer unterstützen das Paar heute bei der täglichen Arbeit. „Früher war ich oft fünf Stunden im Stall, heute ist es meist nur noch eine“, vergleicht sie.

Zwar ist Josef nach wie vor den ganzen Tag auf Achse – sei es bei seinen Kühen, im Wald oder beim Getreide – doch die Prioritäten haben sich verschoben. Das Paar nimmt sich bewusst Zeit füreinander. „Für eine Tasse Kaffee und ein gutes Gespräch finden wir immer Zeit“, betont Narumol. Es sind diese kleinen Momente der Zweisamkeit, kombiniert mit großen Gesten wie dem Kniefall im Regen, die ihre Liebe auch nach 16 Jahren frisch halten.

Narumol und Josef beweisen, dass wahre Liebe keine Märchenkulisse braucht. Manchmal reicht eine nasse Wiese im Chiemgau, zwei Menschen, die sich respektieren, und der Wille, niemals aufzugeben.