Es sollte ein glanzvoller Abend voller Emotionen, Musik und vor allem Nächstenliebe werden. Doch nur wenige Stunden vor dem Start der prestigeträchtigen „2. Kinderlachen-Gala“ im luxuriösen Grand Tirolia Hotel in Kitzbühel erreichte die Fans und Veranstalter eine Nachricht, die die Vorfreude jäh dämpfte: Jürgen Drews, der unangefochtene „König von Mallorca“ und eine der schillerndsten Figuren der deutschen Musikgeschichte, kann nicht dabei sein.

Der 80-jährige Schlager-Gigant, der sich eigentlich Anfang 2023 offiziell von der großen Showbühne verabschiedet hatte, wollte für den guten Zweck eine seltene Ausnahme machen. Besonders bitter: Es war ein gemeinsamer Auftritt mit seiner geliebten Tochter Joelina (30) geplant – ein Vater-Tochter-Moment, der sicherlich für Gänsehaut gesorgt hätte. Doch das Schicksal hatte andere Pläne.

Das emotionale Statement: „Es ist nur eine Grippe“

Die Nachricht der Absage verbreitete sich wie ein Lauffeuer, nachdem Drews sich am Freitag via Instagram persönlich an seine treue Fangemeinde gewandt hatte. In einer Zeit, in der jede gesundheitliche Nachricht über den Star mit Argusaugen beobachtet wird, wählte er beruhigende, aber ehrliche Worte.

„Ihr Lieben, eigentlich wäre ich morgen bei der Kinderlachen-Gala in Kitzbühel dabei gewesen, muss aber leider absagen“, schrieb die Musiklegende. Die Sorge war sofort groß: Hat sich sein chronisches Leiden verschlimmert? Doch Drews gab schnell Entwarnung und nahm den Spekulationen den Wind aus den Segeln: „Keine Sorge, es ist nur eine Grippe.“

Diese fünf Worte sorgten bei Tausenden von Anhängern für ein kollektives Aufatmen. Dennoch ist die Enttäuschung spürbar. Der Sänger, der für seine unbändige Energie und seine Nähe zum Publikum bekannt ist, fügte versöhnlich hinzu: „Wir holen das auf jeden Fall nach.“ Ein Versprechen, das zeigt: Der alte Kämpfergeist ist noch da, auch wenn der Körper gerade eine Auszeit fordert.

Ein Abend für den guten Zweck – ohne den Stargast

Die „Kinderlachen-Gala“ in Kitzbühel ist nicht irgendein Event. Der Verein Kinderlachen e.V. setzt sich seit Jahren engagiert für bedürftige und kranke Kinder ein. Dass ausgerechnet bei einer Veranstaltung, bei der es um das Lachen von Kindern geht, der Mann fehlt, der Generationen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat, ist eine traurige Ironie.

Das Event im Grand Tirolia war bis auf den letzten Platz gefüllt mit Vorfreude. Prominente Gäste, Unterstützer und Fans hatten sich auf das Highlight des Abends gefreut: Jürgen und Joelina Drews gemeinsam auf der Bühne. Diese seltenen Momente sind seit seinem offiziellen Bühnenabschied zu kostbaren Raritäten geworden. Dass Joelina nun ohne ihren Vater den Abend bestreiten oder das Programm angepasst werden muss, unterstreicht die Lücke, die Jürgen Drews hinterlässt, wenn er fehlt.

Der Schatten der Polyneuropathie

Warum versetzt eine einfache Grippe-Meldung die Schlagerwelt so sehr in Aufruhr? Um das zu verstehen, muss man einen Blick auf die letzten Jahre werfen. Im Januar 2023 zog Jürgen Drews in einer hochemotionalen Show von Florian Silbereisen einen Schlussstrich unter seine beispiellose Karriere. Der Grund war nicht das Alter allein, sondern die Diagnose Polyneuropathie.

Diese unheilbare Nervenkrankheit beeinträchtigt die Bewegungsabläufe und das Gleichgewicht. „Ich merke, dass ich nicht mehr so schnell bin wie früher“, gestand Drews damals offen. Die Krankheit führt dazu, dass die Reizweiterleitung der Nerven gestört ist, was sich oft in Gangunsicherheit und Schwäche in den Beinen äußert.

Seitdem lebt Jürgen Drews zurückgezogen mit seiner Frau Ramona (51) im Münsterland und genießt – wie er selbst sagt – das „normale Leben“. Er, der früher 300 Tage im Jahr unterwegs war, schätzt nun die Ruhe. Doch genau dieser Rückzug macht jede Krankmeldung zu einem Alarmzeichen für die Öffentlichkeit. Die Angst, die Polyneuropathie könnte ihn stärker einschränken als zugegeben, schwingt immer mit. Dass es diesmal „nur“ ein grippaler Infekt ist, wirkt in diesem Kontext fast wie eine gute Nachricht, auch wenn sie die heutige Gala überschattet.

Joelina Drews: Die Fackelträgerin

Besonders schmerzvoll ist die Absage für das geplante Duett. Joelina Drews hat sich längst aus dem großen Schatten ihres Vaters freigeschwommen und eine eigene, erfolgreiche Musikkarriere gestartet. Doch die Auftritte mit ihrem Vater sind für sie – und für das Publikum – immer etwas Magisches. Sie symbolisieren den Übergang, die Weitergabe der Leidenschaft und die tiefe familiäre Verbundenheit der „Drews-Dynastie“.

In vergangenen Interviews betonte Joelina oft, wie stolz sie auf ihren Vater ist und wie sehr sie jeden gemeinsamen Moment auf der Bühne genießt. „Papa ist mein größtes Vorbild“, sagte sie einst. Dass sie heute Abend in Kitzbühel vermutlich allein oder in anderer Konstellation den karitativen Zweck vertreten muss, wird ihr sicher nicht leichtfallen. Doch Joelina ist Profi genug, um den Abend im Sinne ihres Vaters zu retten – vielleicht sogar mit einer besonderen Widmung an den kranken Papa zu Hause.

Fans zeigen Herz: „Werde schnell wieder gesund!“

Die Reaktion der Fans auf Instagram und Facebook zeigt einmal mehr, warum Jürgen Drews diesen Legendenstatus genießt. Statt Ärger über die kurzfristige Absage dominiert pures Mitgefühl. „Gesundheit geht immer vor, lieber Jürgen!“, schreibt eine Nutzerin. Ein anderer kommentiert: „Kuriere dich gut aus, wir warten auf dich!“

Diese Loyalität hat sich Drews über Jahrzehnte erarbeitet. Er war nie der unnahbare Star, sondern immer „einer von uns“ – der Jürgen, der nach dem Auftritt noch Stunden Autogramme schrieb. Dass er nun, mit 80 Jahren, auf seinen Körper hören muss, wird ihm nicht nur verziehen, sondern ausdrücklich gewünscht.

Ein Blick nach vorn

Auch wenn der heutige Samstagabend in Kitzbühel ohne „Ein Bett im Kornfeld“ auskommen muss (oder zumindest ohne dessen Original-Interpreten), bleibt die Botschaft des Abends bestehen: Helfen. Und vielleicht ist die Absage auch ein wichtiger Reminder an uns alle, gerade in der hektischen Vorweihnachtszeit innezuhalten und auf die eigene Gesundheit zu achten.

Jürgen Drews hat versprochen, den Auftritt nachzuholen. Wer den ehrgeizigen Entertainer kennt, weiß: Er hält sein Wort. Wenn die Grippe erst einmal besiegt ist, werden wir ihn wiedersehen – vielleicht etwas wackeliger auf den Beinen, aber mit dem gleichen schelmischen Grinsen und der unverwechselbaren Stimme, die uns seit über 50 Jahren begleitet.