Es sollte ein Abend voller Freude, Musik und ausgelassener Stimmung werden. Die “Schlagermania” im berühmten “Das Zelt” in Bern war als eines der Highlights zum Jahresausklang geplant. Doch statt glitzernder Kostüme und den gewohnten Party-Hymnen des Erfolgsduos Fantasy, herrscht nun Betroffenheit. Martin Hein und Fredi Malinowski, die beiden Gesichter, die seit Jahrzehnten die deutsche Schlagerlandschaft prägen, mussten ihren Auftritt kurzfristig absagen. Der Grund ist so verständlich wie herzzerreißend: Ein Todesfall in der Familie.

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der engen und familiären Schlager-Community und hinterließ tausende Fans in Schockstarre. Was genau passiert ist, wie die Fans reagieren und was dies für die geplante Veranstaltung bedeutet, beleuchten wir in diesem ausführlichen Bericht.

Ein jähes Ende der Vorfreude

Für viele Fans in der Schweiz war der 28. Dezember 2025 rot im Kalender markiert. “Das Zelt” in Bern versprach mit der “Schlagermania” ein Event der Extraklasse. Neben Größen wie der charmanten Francine Jordi, dem aufstrebenden Swen Tangl und der talentierten Pia-Sophie, waren es vor allem Fantasy, auf die sich das Publikum gefreut hatte. Martin und Freddy sind bekannt dafür, jeden Saal innerhalb von Minuten zum Kochen zu bringen. Ihre Hits wie “Ein weißes Boot” oder “Darling” sind Garanten für gute Laune.

Doch am Tag vor dem Konzert, am 27. Dezember, änderte sich alles. Auf den offiziellen Kanälen des Duos bei Facebook und Instagram erschien eine Nachricht, die die Vorfreude augenblicklich in Mitgefühl verwandelte. Kurz, knapp, aber mit unmissverständlicher Schwere teilten die Musiker mit, dass sie nicht auftreten können.

„Traurige Nachricht aus dem Hause Fantasy“, begann die Meldung, die vielen Fans den Atem stocken ließ. Ein Todesfall in der Familie mache es unmöglich, die Reise nach Bern anzutreten und auf der Bühne die gewohnte Leichtigkeit zu versprühen.

Die Familie steht an erster Stelle

In der Welt des Showbusiness gilt oft das eiserne Gesetz: “The Show Must Go On”. Künstler treten oft trotz Krankheit, persönlicher Krisen oder Erschöpfung auf, um ihr Publikum nicht zu enttäuschen. Wenn ein Act vom Kaliber eines Martin Hein oder Fredi Malinowski einen fest geplanten Auftritt so kurzfristig absagt, dann weiß jeder Branchenkenner: Es ist ernst. Sehr ernst.

Die Entscheidung, zu Hause zu bleiben und sich in dieser schweren Zeit um die Angehörigen zu kümmern, zeugt von der tiefen Menschlichkeit der beiden Stars. Fantasy sind nicht nur Bühnenprofis, sie sind Familienmenschen durch und durch. In zahlreichen Interviews haben sie in der Vergangenheit betont, wie wichtig ihnen ihr privates Umfeld ist, das ihnen den Halt gibt, den man braucht, um in der schnelllebigen Musikbranche über Jahrzehnte zu bestehen.

Das Management von Fantasy reagierte auf Anfragen der Presse, unter anderem von schlager.de, mit der Bitte um Zurückhaltung. Aus Respekt vor der Privatsphäre der Familie wolle man keine weiteren Details zum Todesfall veröffentlichen. Eine Haltung, die in der heutigen Zeit, in der oft jedes Detail ausgeschlachtet wird, nur allzu verständlich und respektabel ist. Es geht hier nicht um Schlagzeilen, sondern um echten Schmerz und den Verlust eines geliebten Menschen.

Die Reaktion der “Fantasy-Familie”

Wer sich in der Schlagerszene auskennt, weiß: Fans sind hier nicht einfach nur Konsumenten. Sie sind eine Gemeinschaft, oft liebevoll als “Schlager-Familie” bezeichnet. Und genau diese Familie zeigte sich in den Stunden nach der Absage von ihrer stärksten Seite.

Anstatt Ärger über die verpasste Show oder die umsonst gekauften Tickets zu äußern, fluteten Beileidsbekundungen die sozialen Netzwerke. Die Kommentarspalten unter der Absage füllten sich binnen Minuten mit virtuellen Umarmungen, Kerzen-Emojis und tröstenden Worten. „Nehmt euch alle Zeit, die ihr braucht“, schrieb eine Userin. Ein anderer Fan kommentierte: „Wir sind in Gedanken bei euch. Konzerte kann man nachholen, einen Abschied nicht.“

Diese Welle der Solidarität zeigt, dass die Verbindung zwischen Fantasy und ihren Anhängern weit über die Musik hinausgeht. Martin und Freddy haben sich diese Loyalität über 30 Jahre hinweg erarbeitet – durch ihre Bodenständigkeit, ihre Nähe zum Publikum und ihre Ehrlichkeit. Wenn sie sagen, es geht nicht, dann glauben und respektieren ihre Fans das bedingungslos.

Was wurde aus der “Schlagermania”?

Für den Veranstalter “Das Zelt” war die Absage natürlich ein logistischer Albtraum, so kurz vor knapp. Fantasy waren als Headliner ein wesentlicher Zugpferd der Veranstaltung. Doch auch hier zeigte sich Professionalität. Da es sich bei der “Schlagermania” um ein sogenanntes Mischkonzert handelt – also ein Festival mit mehreren Künstlern – musste das Event nicht komplett abgesagt werden.

Eine Verschiebung des Fantasy-Auftritts war in diesem Rahmen leider nicht möglich. Ein Festival-Lineup ist ein komplexes Puzzle, und ein einzelner Act kann nicht einfach Wochen später isoliert nachgeholt werden, wenn der Rahmen die “Schlagermania” ist.

Dennoch fand der Abend statt. Francine Jordi, die Schweizer Schlagerkönigin, die mit ihrer positiven Energie jeden Raum erhellt, übernahm wohl eine noch zentralere Rolle, um das Publikum durch den Abend zu tragen. Unterstützt wurde sie von Pia-Sophie, die seit ihrer DSDS-Teilnahme die Herzen der Fans erobert, und Swen Tangl, der mit seiner steirischen Harmonika für Stimmung sorgt.

Es ist davon auszugehen, dass der Abend in Bern trotz – oder gerade wegen – der Absage eine ganz besondere emotionale Note bekam. In der Schlagerwelt ist es nicht unüblich, dass Künstler auf der Bühne genesende oder trauernde Kollegen grüßen. Man kann sich gut vorstellen, wie Francine Jordi oder Pia-Sophie einen Song den beiden abwesenden Freunden widmeten, und wie das Berner Publikum diesen Moment der Solidarität mit Applaus honorierte.

Ein Blick auf die Karriere von Fantasy

Um zu verstehen, warum diese Absage so hohe Wellen schlägt, muss man sich die Bedeutung von Fantasy vor Augen führen. Martin Hein und Fredi Malinowski sind keine Eintagsfliegen. Ihr Weg an die Spitze war lang und hart erarbeitet.

Seit über 25 Jahren stehen sie gemeinsam auf der Bühne. Anfangs oft belächelt, kämpften sie sich durch kleine Säle, bis sie den großen Durchbruch schafften. Mit Alben wie “Freudensprünge”, “Bonnie & Clyde” oder dem jüngsten Erfolg “Phönix aus der Asche” stürmten sie regelmäßig die Spitze der Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie wurden mehrfach für den “Echo” nominiert und haben unzählige Gold- und Platin-Auszeichnungen an den Wänden hängen.

Ihre Musik ist der Soundtrack für das Leben vieler Menschen. Sie singen von Liebe, Sehnsucht, aber auch von den Schattenseiten des Lebens – immer mit einer Melodie, die Hoffnung gibt. Dass nun ausgerechnet diese Boten der guten Laune von einem so traurigen Ereignis ausgebremst werden, berührt die Menschen umso mehr.

Trauer im Rampenlicht

Der Fall zeigt auch die Schattenseiten des Lebens im Rampenlicht. Während normale Arbeitnehmer sich im Trauerfall krankmelden und zurückziehen können, geschieht dies bei Stars oft unter den Augen der Öffentlichkeit. Jede Absage wird kommentiert, bewertet und analysiert. Dass Martin und Freddy sich dennoch diesen Raum für ihre Trauer nehmen, ist ein wichtiges Signal. Es zeigt: Wir sind auch nur Menschen.

Auch andere Schlagerstars mussten in der Vergangenheit ähnliche Wege gehen. Der Umgang mit Trauer ist individuell, und es gibt kein “richtig” oder “falsch”. Manche stürzen sich in die Arbeit, um sich abzulenken, andere brauchen die Stille. Dass Fantasy sich für den Rückzug entschieden haben, um bei ihrer Familie zu sein, wird ihnen langfristig sicher nicht schaden – im Gegenteil. Es wird die Bindung zu ihren Fans, die sie als authentische Menschen wahrnehmen, nur noch stärken.

Ein Ausblick

Wie geht es nun weiter? Die nächsten Termine im vollen Kalender des Duos stehen sicher schon an. Fantasy ist bekannt dafür, viel auf Tour zu sein. Ob weitere Konzerte von der Absage betroffen sein werden, ist derzeit noch nicht bekannt. Es ist jedoch anzunehmen, dass Martin und Freddy so bald wie möglich wieder auf der Bühne stehen werden – denn die Musik ist nicht nur ihr Beruf, sondern auch ihr Leben und sicher auch ein Weg, Schmerz zu verarbeiten.

Wenn sie das nächste Mal das Scheinwerferlicht betreten, wird der Applaus vielleicht noch ein bisschen lauter, noch ein bisschen wärmer sein als sonst. Denn die Fans wissen: Es war keine leichte Zeit.

Bis dahin bleibt uns nur, den beiden und ihren Familien viel Kraft zu wünschen. In Gedanken sind tausende Fans bei ihnen, zünden zu Hause eine Kerze an und hören ihre Lieder – vielleicht an diesem Abend etwas leiser als sonst, aber mit umso mehr Gefühl.

Das Fazit des Abends in Bern bleibt ambivalent: Die Fans vor Ort haben sicher das Beste aus der Situation gemacht und mit Francine Jordi und Co. gefeiert. Doch eine Lücke auf der Bühne blieb, die niemand so einfach füllen kann. Fantasy fehlen – als Künstler, als Stimmungsmacher, aber vor allem als Menschen. Wir hoffen, dass sie die nötige Ruhe finden, um diesen Verlust zu verarbeiten, und freuen uns auf den Tag, an dem es wieder heißt: “Willkommen im Wunderland” mit Martin und Freddy.