Weihnachten – das Fest der Liebe, der Besinnlichkeit und der Familie. Doch für viele Menschen ist diese Zeit auch untrennbar mit Schmerz und Verlust verbunden. Wenn die Kerzen am Baum erstrahlen und „Stille Nacht“ erklingt, werden die Lücken, die geliebte Menschen hinterlassen haben, schmerzlich sichtbar. Niemand weiß dies besser als der beliebte Volksmusik-Star Stefanie Hertel. Für die 46-jährige Sängerin ist das diesjährige Weihnachtsfest eine emotionale Achterbahnfahrt, geprägt von der tiefen Sehnsucht nach ihren verstorbenen Eltern und gleichzeitig getragen von der unerschütterlichen Liebe ihrer eigenen kleinen Familie.

Ein Jahr des Abschieds und der Erinnerung
Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu, und für Stefanie Hertel ist es eine Zeit, die Wunden der Vergangenheit zu spüren und gleichzeitig dankbar zurückzublicken. Besonders in der Adventszeit, wenn die Welt ein wenig stiller wird, kehren die Erinnerungen mit voller Wucht zurück. Es ist das Fest der Liebe, doch für Stefanie fließen in diesen Tagen oft bittere Tränen der Sehnsucht.
Der Schmerz sitzt tief. Erst im Juni 2024 musste sie sich von ihrem geliebten Vater, dem legendären Volksmusiker Eberhard Hertel, verabschieden. Er starb im Alter von 85 Jahren und hinterließ eine Lücke, die sich wohl nie ganz schließen wird. Sein Geburtstag, der 29. November, fällt mitten in die Vorweihnachtszeit – ein Datum, das für Stefanie nun stets mit Wehmut verbunden sein wird. Wäre er noch bei uns, wäre er in diesem Jahr 87 Jahre alt geworden.
Doch es ist nicht nur der Verlust des Vaters, der schwer auf ihrer Seele lastet. Auch der Tod ihrer Mutter Elisabeth, die bereits am 10. Dezember 2017 im Alter von 67 Jahren verstarb, jährt sich in der Adventszeit. Es scheint fast so, als habe das Schicksal die dunkelsten Stunden der Familie Hertel ausgerechnet in die Zeit gelegt, die eigentlich die hellste des Jahres sein sollte. „Es ist so herzzerreißend“, gesteht Stefanie offen. Die Wunden sind noch frisch, und das Fehlen der Eltern, die das Fundament ihres Lebens und ihrer Karriere bildeten, ist allgegenwärtig.
Tränen auf der großen Bühne
Wie tief der Schmerz sitzt, wurde erst kürzlich bei ihrem Auftritt im „Adventsfest der 100.000 Lichter“ deutlich. An der Seite von Florian Silbereisen, ihrem langjährigen Weggefährten und Ex-Ehemann, stand sie auf der Bühne, um Millionen von Zuschauern in Weihnachtsstimmung zu versetzen. Doch hinter dem strahlenden Lächeln der professionellen Entertainerin verbarg sich ein gebrochenes Herz.
In einem besonders emotionalen Moment der Show ließ sie ihren Gefühlen freien Lauf. „Mein lieber Papa hatte übrigens heute Geburtstag“, verriet sie mit belegter Stimme dem Publikum. Der Gedanke, dass er diesen Tag nicht mehr auf Erden erleben durfte, rührte nicht nur sie, sondern auch das Publikum zu Tränen. Doch Stefanie findet Trost in ihrem Glauben: „Er schaut garantiert jetzt herunter. Wir vergessen ihn nie.“ Es sind Sätze wie diese, die zeigen, wie eng das Band zwischen Vater und Tochter auch über den Tod hinaus geknüpft ist.
Eberhard Hertel war für Stefanie mehr als nur ein Vater. Er war ihr Mentor, ihr Förderer und ihr größtes Vorbild. „Mit ihm habe ich meinen Traum, Sängerin zu werden, verwirklichen können“, erinnert sie sich voller Dankbarkeit. Er war derjenige, der die Türen öffnete, der selbst erfolgreich im Fernsehen sang und seine talentierte Tochter an die Hand nahm. „Für mich war es das Größte, mit ihm gemeinsam und dann eben auch alleine auf der Bühne zu stehen“, sagt sie. Diese gemeinsamen Momente im Rampenlicht sind nun kostbare Erinnerungen, die wie ein Schatz in ihrem Herzen bewahrt werden.

Der rettende Anker: Lanny und Johanna
Ein Weihnachtsfest ganz ohne Mama und Papa – für Stefanie Hertel wäre diese Vorstellung wohl unerträglich, gäbe es da nicht die Menschen, die sie auffangen, wenn sie zu fallen droht. „Der Heilige Abend ohne Mama und Papa ist für Stefanie besonders schlimm“, heißt es aus ihrem Umfeld. Die Gefahr, in der Trauer zu versinken, ist real. Doch Stefanie ist nicht allein.
Ihr Ehemann Lanny Lanner (49) und ihre Tochter Johanna Mross (23) sind ihr Fels in der Brandung. Sie sind es, die der sensiblen Künstlerin Halt geben, wenn die Traurigkeit übermächtig wird. Ohne ihre kleine Familie, so scheint es, wäre sie in diesen Tagen verloren. Es sind die tröstenden Umarmungen, die verständnisvollen Blicke und die bedingungslose Liebe, die Stefanie helfen, die schwere Zeit zu überstehen. Sie verwandeln die Trauer in Zuversicht und zeigen ihr, dass das Leben weitergeht – anders zwar, aber immer noch voller Liebe.
Traditionen, die das Herz wärmen
Wie wichtig dieser familiäre Rückhalt ist, zeigt sich besonders an den Traditionen, die Stefanie, Lanny und Johanna pflegen. Rituale geben Sicherheit, gerade in Zeiten des Umbruchs. Und so hat sich die Familie ihr ganz eigenes, liebevolles Weihnachtsfest geschaffen, das Raum für Erinnerung, aber auch für neue Freude lässt.
Mit einem wehmütigen, aber auch dankbaren Lächeln erzählt Stefanie von den Abläufen am Heiligen Abend. „Wir schmücken nachmittags den Baum“, berichtet sie. Es ist ein Moment der Ruhe, bevor der Abend beginnt. Kulinarisch setzt die Familie auf Gemütlichkeit statt auf Pomp: „Am Abend essen wir bei uns traditionell Käsefondue.“ Ein Gericht, das Gemeinschaft symbolisiert – alle sitzen an einem Tisch, teilen sich eine Mahlzeit, kommen zur Ruhe.
Doch der wohl emotionalste Moment des Abends findet nicht im warmen Wohnzimmer statt, sondern draußen, in der klaren Winterluft. „Dann spazieren wir zu unserem Dorfkirchlein“, schildert Stefanie. Dort wartet ein Erlebnis, das tief in der deutschen Weihnachtstradition verwurzelt ist. Vor der Kirche stehen Bläser, und gemeinsam mit den anderen Dorfbewohnern stimmt die Familie das wohl berühmteste Weihnachtslied der Welt an: „Stille Nacht“. In diesen Minuten, wenn die Musik in den Nachthimmel steigt, fühlt sich Stefanie ihren Eltern besonders nah. Es ist ein Moment der Verbundenheit, der Himmel und Erde zu vereinen scheint.
Anschließend kehrt die Familie nach Hause zurück. Dort wartet die Bescherung unterm Weihnachtsbaum – ganz traditionell mit echten Kerzen, deren sanftes Licht eine Atmosphäre der Geborgenheit schafft. Dazu gibt es Glühwein und Plätzchen. Es sind diese einfachen, ehrlichen Momente, die Stefanie Kraft geben. Und auch wenn zwei Stühle leer bleiben, sind Eberhard und Elisabeth in Gedanken fest mit dabei. „Ganz tief in Stefanis Herzen sind ihr Vater und ihre Mutter mit dabei“, und genau deshalb kann sie trotz des schmerzlichen Verlustes zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Ein Wunsch für die Zukunft
Stefanie Hertel ist eine Kämpferin. Sie lässt sich von der Trauer nicht erdrücken, sondern nimmt sie an als Teil ihres Lebensweges. Der Rückhalt ihrer Familie und die lebendigen Erinnerungen an ihre Eltern geben ihr die Stärke, nach vorne zu schauen. Für das kommende Jahr 2026 hat die Sängerin bescheidene, aber bedeutungsvolle Wünsche.
Kein materieller Luxus, kein beruflicher Superlativ steht auf ihrem Wunschzettel. Stattdessen wünscht sie sich das, was wirklich zählt: „Gesundheit für meine Familie und Frieden auf der Welt.“ Es ist der Wunsch einer Frau, die weiß, wie zerbrechlich das Glück sein kann und wie wertvoll jeder Moment ist, den man mit seinen Liebsten verbringen darf.
Stefanie Hertels Geschichte ist eine Geschichte, die Mut macht. Sie zeigt, dass Trauer und Freude an Weihnachten koexistieren können. Dass es in Ordnung ist, zu weinen, solange es Menschen gibt, die einen in den Arm nehmen. Ihr offener Umgang mit dem Verlust ihrer Eltern macht sie nahbar und menschlich. Sie ist nicht nur der strahlende Star auf der Bühne, sondern eine Tochter, die ihre Eltern vermisst, und eine Mutter und Ehefrau, die liebt und geliebt wird.
In diesem Jahr brennen am Weihnachtsbaum der Familie Hertel-Lanner vielleicht auch Kerzen für Eberhard und Elisabeth. Und während Stefanie, Lanny und Johanna zusammenstehen, wird eines ganz deutlich: Die Liebe endet nicht mit dem Tod. Sie lebt weiter in den Herzen derer, die zurückbleiben, in den Traditionen, die fortgeführt werden, und in der Hoffnung, die jedes Weihnachtsfest aufs Neue schenkt. Stefanie Hertel hat ihren Weg gefunden, mit dem Schmerz umzugehen – getragen von der Musik, der Erinnerung und vor allem von der unendlichen Kraft der Familie.
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