Einleitung: Die trügerische Sicherheit der Fernbedienung
Es ist der heilige Abend. Draußen ist es dunkel, vielleicht rieseln sogar ein paar Schneeflocken vom Himmel, und drinnen duftet es nach Plätzchen, Gänsebraten und Tannennadeln. Für Millionen Schlagerfans in Deutschland gehört zu diesem Ritual ein ganz bestimmter Mann, der wie kein anderer für Herzlichkeit, Humor und musikalische Geborgenheit steht: Andy Borg. Seine Show “Weihnachten mit Andy Borg” ist längst mehr als nur eine Fernsehsendung; sie ist ein elektronisches Kaminfeuer, das Wärme in die Wohnzimmer bringt. Doch in diesem Jahr, am 24. Dezember 2025, lauert eine kleine, aber gemeine Falle im TV-Programm, die die besinnliche Stimmung trüben könnte.
Wer sich nämlich blindlings auf die Fernbedienung verlässt und einfach “Andy Borg” einschaltet, könnte am Ende des Abends enttäuscht feststellen, dass ihm ein ganzes Stück vom Weihnachtsglück fehlt. Zwar wird die Sendung erstmals zeitgleich auf drei großen Sendern der ARD-Familie ausgestrahlt – dem SWR, dem MDR und dem BR – doch genau hier liegt der Hund begraben. Während zwei der Sender die volle Pracht der 130-minütigen Show entfalten, hat sich der dritte Sender dazu entschieden, die Schere anzusetzen. Ein Umstand, der in Fankreisen für Kopfschütteln und Verwunderung sorgt. Aber keine Sorge: Wir klären auf, wie Sie die Klippen umschiffen und den Abend in voller Länge genießen können.

Der “Scheren-Skandal”: Warum der BR kürzt
Es ist ein Novum: Der Bayerische Rundfunk (BR) ist 2025 zum ersten Mal mit im Boot, wenn Andy Borg an Heiligabend seine Weinstube öffnet. Das ist eigentlich eine gute Nachricht, denn es zeigt, wie beliebt der charmante Österreicher auch im Freistaat ist. Doch die Freude wird durch ein technisches Detail getrübt. Während der Südwestrundfunk (SWR) und der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) ihren Zuschauern das volle Programm gönnen – satte zwei Stunden und zehn Minuten, von 20:15 Uhr bis 22:25 Uhr –, ist beim BR schon um 22:00 Uhr Schluss.
Ganze 25 Minuten fehlen in der bayerischen Ausstrahlung. 25 Minuten, in denen gelacht, gesungen und vielleicht auch geweint wird. Für den wahren Fan ist das eine Ewigkeit. Man stelle sich vor, man schaut einen spannenden Film und kurz vor dem Happy End wird der Bildschirm schwarz. Zwar mag es programmplanerische Gründe geben – vielleicht wartet im Anschluss eine andere traditionelle Sendung –, doch für den Zuschauer, der sich auf einen Abend mit Andy verlassen hat, ist das bitter. Die Botschaft ist also klar: Wer in Bayern wohnt oder den BR über Satellit empfängt, sollte an diesem Abend vielleicht doch lieber auf den SWR oder MDR umschalten, um wirklich alles mitzubekommen. Denn bei Andy Borg ist jede Minute kostbar.
Der Gastgeber der Herzen: Andy Borgs Triumphzug
Dass sich überhaupt drei Sender um die Ausstrahlung reißen, ist ein Beweis für das Phänomen Andy Borg. Erst im November feierte der gebürtige Wiener seinen 65. Geburtstag – ein Meilenstein, den die ARD mit einer eigenen Glückwunsch-Show zelebrierte. Andy Borg ist ein Unikat in der deutschen Fernsehlandschaft. In einer Zeit, in der Shows immer bombastischer, lauter und schneller werden, setzt er auf Entschleunigung und Echtheit.
Seine “Weinstube” ist kein steriles Hochglanz-Studio mit Laser-Shows und Pyrotechnik. Es ist ein Ort, der wirkt, als könnte er gleich um die Ecke in der Nachbarschaft liegen. Hier wird nicht nur performt, hier wird “gesessen”. An der großen, festlich gedeckten Tafel kommen die Stars zusammen, trinken Wein (oder Traubensaft), essen und plaudern. Es ist dieses Gefühl von Gemeinschaft, das Andy Borg vermittelt wie kein Zweiter. Er ist nicht der unnahbare Showmaster, der von oben herab moderiert; er ist der freundliche Wirt, der sich zu seinen Gästen setzt und mit ihnen lacht. Gerade an Weihnachten, dem Fest der Liebe und der Familie, ist dieses Konzept Gold wert. Es stillt die Sehnsucht nach einer “heilen Welt”, die zwar im Fernsehen inszeniert sein mag, sich bei Andy Borg aber verdammt echt anfühlt.

Emotionale Höhepunkte: Rosanna Rocci und der Sohnemann
Was wäre eine Weihnachtsshow ohne die passenden Gäste? Und 2025 hat Andy Borg wieder eine Mischung zusammengestellt, die Generationen verbindet. Ein absolutes Highlight dürfte der Auftritt von Rosanna Rocci sein. Die italienische Powerfrau, die seit Jahrzehnten die Schlagerbühnen rockt, zeigt sich von einer ganz neuen, weichen Seite. Sie kommt nicht allein. An ihrer Seite: ihr Sohn Luca Rocci.
Gemeinsame Auftritte von Mutter und Sohn sind im Fernsehen rar gesät. Luca, der aus der Ehe mit Schlagerkollege Michael Morgan stammt, hat das musikalische Talent seiner Eltern offensichtlich geerbt. Zusammen singen sie “Buon Natale” – ein Lied, das mehr ist als nur ein Weihnachtshit. Es ist eine Hymne an die Familie, an den Zusammenhalt und an die italienische Lebensfreude. Für Rosanna, die stets betont, wie wichtig ihr die Familie ist, dürfte dieser Auftritt einer der emotionalsten ihrer Karriere sein. Man kann sich die Szene bildlich vorstellen: Die stolze Mama, der erwachsene Sohn, die harmonischen Stimmen, und im Hintergrund nickt Andy Borg gerührt im Takt. Wer hier wegschaltet (oder wegen der gekürzten BR-Fassung gar nicht erst dabei ist), verpasst einen Gänsehaut-Moment der Extraklasse.
Ramon Roselly: Nostalgie trifft Moderne
Ein weiterer Stargast, der die Brücke zwischen den Generationen schlägt, ist Ramon Roselly. Seit seinem Sieg bei DSDS ist er aus der Schlagerwelt nicht mehr wegzudenken. Doch Ramon ist kein gewöhnliches Casting-Sternchen, das nach einem Sommerhit verglüht. Er ist ein Entertainer der alten Schule, aufgewachsen im Zirkus, mit einem tiefen Respekt vor der Tradition. Sein neues Album trägt den Titel “Weihnachten wie damals”, und genau das bringt er in die Weinstube von Andy Borg.
Ramon verkörpert die Sehnsucht nach den “guten alten Zeiten”, ohne dabei verstaubt zu wirken. Seine Stimme, oft verglichen mit den großen Legenden der 50er und 60er Jahre, passt perfekt in das Ambiente. Wenn er seine Lieder anstimmt, fühlen sich die Zuschauer zurückversetzt in ihre eigene Kindheit, in Zeiten, in denen Weihnachten noch mehr nach Zimt und weniger nach Stress schmeckte. Sein Auftritt bei Andy Borg ist mehr als nur Promo für eine neue CD; es ist ein musikalisches Geschenk an das Publikum.
Von Weltstars und Bergdoktoren: Peggy March und Ronja Forcher
Die Gästeliste liest sich wie das “Who is Who” der guten Unterhaltung. Mit Peggy March beehrt eine wahre Legende die Runde. Die US-Amerikanerin, die seit den 60ern (“I Will Follow Him”) Weltruhm genießt, ist dem deutschen Publikum seit jeher treu verbunden. Ihre Präsenz verleiht der Show einen Hauch von internationalem Glamour, jedoch ohne Allüren. Peggy March ist bekannt für ihre Bodenständigkeit und ihre immer noch glasklare Stimme. Ihr Lied “Mein Weihnachtstraum” dürfte für viele Zuschauer ein besinnlicher Ruhepol des Abends werden.
Eine Überraschung für viele dürfte hingegen Ronja Forcher sein. Millionen kennen sie als “Lilli Gruber” aus der Erfolgsserie “Der Bergdoktor”. Dass sie nicht nur schauspielern, sondern auch singen kann, beweist sie bei Andy Borg eindrucksvoll. Ihre frische, natürliche Art passt hervorragend in die Runde. Es zeigt, dass der Schlager keine geschlossene Gesellschaft ist, sondern auch junge Talente aus anderen Bereichen mit offenen Armen empfängt. Ronja bringt den Charme der österreichischen Berge mit, der wunderbar mit Andy Borgs Wiener Schmäh harmoniert.

Stimmgewalt und Tradition: Rudy, Marianna und die Kinder
Natürlich darf bei einer solchen Show auch die klassische Stimmgewalt nicht fehlen. Der Südtiroler Tenor Rudy Giovannini, oft als der “Caruso der Berge” bezeichnet, sorgt für die festlichen, fast sakralen Momente. Seine Stimme füllt den Raum und lässt die Herzen höher schlagen. Unterstützt wird die internationale Runde durch die deutsch-griechische Sängerin Marianna Masadi, die südländisches Temperament mit weihnachtlicher Besinnlichkeit verknüpft.
Aber was wäre Weihnachten ohne Kinder? Der Erich-Kästner-Kinderchor aus Limburg sorgt für den wohl “niedlichsten” Faktor des Abends. Wenn Kinderstimmen klassische Weihnachtslieder anstimmen, bleibt selten ein Auge trocken. Es erinnert uns alle daran, worum es an diesem Fest eigentlich geht: um die Zukunft, um Unschuld und um die reine Freude. Ergänzt wird die musikalische Vielfalt durch das Mißebner Trio mit der Harmonika-Weltmeisterin Klara. Hier wird echte, handgemachte Volksmusik zelebriert, virtuos und doch bodenständig.
Fazit: Ein Muss für das Herz – auf dem richtigen Kanal
Zusammenfassend lässt sich sagen: “Weihnachten mit Andy Borg” 2025 ist ein perfekt geschnürtes Gesamtpaket. Es bietet alles, was man sich für einen Heiligabend vor dem Fernseher wünschen kann: große Emotionen, familiäre Atmosphäre, musikalische Vielfalt von Pop-Schlager bis Volksmusik und einen Gastgeber, der sein Herz auf der Zunge trägt.
Es ist eine Sendung, die verbindet. Jung und Alt, Ost und West, und (eigentlich) auch Süd. Dass der Bayerische Rundfunk hier eine “Light-Version” sendet, ist zwar ein Wermutstropfen, aber dank der modernen Technik und der Ausstrahlung im SWR und MDR kein Beinbruch – solange man es weiß!
Also, liebe Schlagerfreunde: Merkt euch den 24. Dezember, 20:15 Uhr vor. Prüft eure Senderliste. Stellt sicher, dass ihr SWR oder MDR eingeschaltet habt. Und dann lehnt euch zurück, nehmt euch einen Keks und lasst euch von Andy Borg und seinen Gästen verzaubern. Und für alle, die an Heiligabend doch lieber unter dem eigenen Baum singen: Am 25. Dezember um 10:45 Uhr gibt es die Wiederholung im SWR – garantiert in voller Länge. Frohe Weihnachten!
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