Es ist der 3. Januar, ein Datum, das vielen Berlinern wohl noch lange im Gedächtnis bleiben wird, allerdings nicht aufgrund eines freudigen Neuanfangs, sondern wegen einer beängstigenden Stille. In den frühen Morgenstunden, als die Stadt noch im Winterschlaf lag und draußen Schneegestöber die Straßen in ein kaltes Weiß tauchte, erlosch in Zehntausenden Wohnungen schlagartig das Licht. Kein Surren des Kühlschranks, kein Aufleuchten des Weckers, und für viele das Schlimmste: keine Wärme.
Was zunächst wie ein technischer Defekt aussah, entpuppte sich schnell als ein Szenario, das Sicherheitsexperten seit Jahren als eine der größten Bedrohungen für unsere moderne Gesellschaft skizzieren: Ein gezielter Angriff auf die kritische Infrastruktur. Im Berliner Südwesten sind rund 50.000 Haushalte und 2.000 Gewerbebetriebe von der Stromversorgung abgeschnitten. Die Folgen sind fatal, die Hintergründe alarmierend.
Das Inferno am Teltowkanal
Der Auslöser für das Chaos liegt an einer unscheinbaren, aber vitalen Stelle der städtischen Versorgung: einer Kabelbrücke über den Teltowkanal. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei und der Feuerwehr brach hier gegen 6:12 Uhr ein Feuer aus. Doch es war kein Kabelbrand durch Überlastung, wie er manchmal vorkommt. Die Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) gehen von Brandstiftung aus. Ein Baucontainer, der in unmittelbarer Nähe stand, wurde offenbar in Brand gesetzt. Die Flammen fraßen sich gierig hoch und griffen auf die dort verlaufenden Hochspannungskabel über, die das nahegelegene Kraftwerk Lichterfelde mit den Wohngebieten verbinden.

Ein Zeuge, der das Feuer bemerkte, wählte den Notruf, doch der Schaden war bereits angerichtet. Die Hitze ließ die Isolierungen schmelzen, Kurzschlüsse peitschten durch das Netz, und Sicherheitsmechanismen schalteten ganze Stadtteile ab. Steglitz, Zehlendorf, Nikolassee, Wannsee – wohlhabende, dicht besiedelte Gebiete – fielen in die Dunkelheit.
Insider-Wissen: Ein geplanter Schlag?
Was diesen Vorfall so besonders beunruhigend macht, ist die Präzision, mit der vorgegangen wurde. Ermittlerkreise sprechen hinter vorgehaltener Hand davon, dass die Täter über “Insider-Informationen” verfügt haben müssen. Es war kein willkürlicher Vandalismus. Wer hier zündelte, wusste offenbar genau, dass an dieser spezifischen Stelle ein Nadelöhr der Energieversorgung verläuft. Ein Brand hier verursacht keinen lokalen Schaden, sondern einen Flächenbrand im Versorgungsnetz.
Diese Taktik erinnert fatal an die Anschlagsserie auf die Deutsche Bahn im Jahr 2025, als Kabelschächte an strategisch wichtigen Punkten sabotiert wurden und den Zugverkehr in Norddeutschland lahmlegten. Auch damals war die Rede von Tätern, die über detailliertes Wissen der Infrastruktur verfügten. Es drängt sich der Verdacht auf, dass wir es hier mit einer neuen Qualität der Bedrohung zu tun haben: Sabotage als politisches oder gesellschaftliches Druckmittel, ausgeführt von Profis.
Kälte, Angst und medizinische Notfälle
Für die betroffenen Menschen ist die politische Dimension zunächst zweitrangig. Für sie geht es um das Hier und Jetzt, und das ist kalt und dunkel. In einer Zeit, in der die Energiewende viele Haushalte dazu gebracht hat, auf elektrische Wärmepumpen umzusteigen, wird ein Stromausfall im Winter zur existenziellen Bedrohung. Ohne Strom keine Heizung. Die Wohnungen kühlen aus, besonders in den schlecht gedämmten Altbauten von Steglitz.
Noch dramatischer ist die Lage für jene, die auf medizinische Geräte angewiesen sind. Heimbeatmungsgeräte, Dialysemaschinen, elektrische Pflegebetten – all das funktioniert nur mit Strom. Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot im Einsatz, nicht nur um den Brand zu löschen, sondern um Menschenleben zu retten. Es mussten bereits Personen aus steckengebliebenen Fahrstühlen befreit werden. Patienten, die zu Hause künstlich beatmet werden, mussten von Rettungskräften versorgt oder evakuiert werden, da die Akkus ihrer Geräte zur Neige gingen.
Die Warn-App NINA schlug am Morgen Alarm: “Stromausfall in Steglitz und Zehlendorf”. Berliner Kliniken in den betroffenen Gebieten meldeten sich vom Rettungsdienst ab – sie können nicht mehr angefahren werden, da sie selbst im Notbetrieb laufen. Eine Stadt im Ausnahmezustand.
Die Illusion der Sicherheit
Dieser Vorfall reißt die Maske von der Illusion unserer Versorgungssicherheit. Wir leben in einem Land, das sich seiner technologischen Fortschrittlichkeit rühmt, doch die Basis dieses Wohlstands hängt an dünnen Kupferkabeln, die oft ungeschützt durch die Landschaft führen. “Bestes Deutschland aller Zeiten?”, fragen Kritiker und Betroffene gleichermaßen zynisch, wenn sie nun bei Kerzenschein auf das kalte Heizungsrohr starren.
Die Verletzlichkeit unserer hyper-vernetzten Gesellschaft wird an Tagen wie diesem brutal sichtbar. Supermarktkassen stehen still, Tankstellen können kein Benzin mehr pumpen, das Internet ist weg, Mobilfunkmasten fallen aus, sobald ihre Pufferbatterien leer sind. Wer kein Bargeld hat, bekommt keine Lebensmittel. Wer keine Vorräte hat, bekommt Hunger.
Der Vorfall befeuert auch die Diskussion um die private Vorsorge, das sogenannte “Prepping”. Was oft als Hobby von Paranoikern belächelt wurde, erscheint heute als Gebot der Stunde. Wer jetzt eine “Power Station”, einen Gaskocher oder zumindest ausreichend Wasser und Decken zu Hause hat, kommt glimpflicher durch die Krise. Es ist ein Weckruf an jeden Einzelnen: Verlasse dich nicht zu 100 Prozent auf den Staat, denn dieser kann deine Stromleitung nicht rund um die Uhr bewachen.
Wann kehrt das Licht zurück?
Die Informationslage zur Wiederherstellung der Versorgung ist chaotisch, was die Unsicherheit in der Bevölkerung weiter schürt. Zunächst teilte der Betreiber Stromnetz Berlin mit, die Störung solle bis 18:30 Uhr behoben sein. Ein Hoffnungsschimmer für den Abend. Doch im Laufe des Tages musste diese Prognose korrigiert werden. “Wann genau der Strom wieder fließt, ist noch unklar”, hieß es später von einem Pressesprecher. Inzwischen werden gar keine konkreten Zeitpunkte mehr genannt.
Für die Techniker ist es ein Wettlauf gegen die Zeit und die Elemente. Beschädigte Hochspannungskabel müssen oft aufwendig ersetzt werden, was bei Minusgraden und Schneefall eine Herkulesaufgabe ist. Zudem muss der Tatort zunächst von der Polizei freigegeben werden, damit Spuren gesichert werden können.
Ein Angriff auf uns alle
Dieser 3. Januar ist mehr als nur ein Tag ohne Strom. Er ist ein Symbol für die Fragilität unseres Alltags. Wenn 50.000 Haushalte durch das Anzünden eines Baucontainers lahmgelegt werden können, dann stimmt etwas Grundsätzliches nicht im Schutz unserer kritischen Infrastruktur.
Die Täter nahmen billigend in Kauf, dass alte Menschen frieren, dass Kranke in Lebensgefahr geraten und dass ein enormer wirtschaftlicher Schaden entsteht. Es ist ein Angriff auf das Sicherheitsgefühl der Bürger. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung und Störung öffentlicher Betriebe, doch für die Menschen im Berliner Südwesten bleibt vorerst nur das Warten im Dunkeln.
Es bleibt zu hoffen, dass dieser Vorfall nicht nur schnell behoben wird, sondern dass er auch zu einem Umdenken führt. Unsere Infrastruktur muss resilienter werden, und wir Bürger müssen uns wohl oder übel darauf einstellen, dass Strom, Wasser und Wärme keine selbstverständlichen Garantien mehr sind, sondern Güter, die geschützt – und im Notfall auch mal eigenständig überbrückt – werden müssen. Bis dahin bleibt Berlin eine Stadt mit zwei Gesichtern: Die eine Hälfte hell erleuchtet, die andere in dunkler, kalter Angst.
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