Es ist ein politisches Erdbeben, dessen Erschütterungen bis in die Chefetagen der mächtigsten deutschen Konzerne zu spüren sind. Lange Zeit galt in der deutschen Wirtschaft ein ungeschriebenes, aber ehernes Gesetz: Mit der AfD macht man keine Geschäfte, und man redet auch nicht mit ihr. Die sogenannte “Brandmauer” stand fest. Doch im Dezember 2025 ist von dieser Mauer kaum noch mehr als ein rauchender Trümmerhaufen übrig. Ausgerechnet die Hüter des deutschen Mittelstandes, die Wirtschaftsverbände, haben begonnen, das Tabu zu brechen. Der Grund ist eine Zahl, die Berlin in Schockstarre versetzt: 27 Prozent.
Der Realitätsschock: Wenn Ignorieren nicht mehr funktioniert
Das aktuelle ZDF-Politbarometer liefert die steile Vorlage für den Kurswechsel. Die AfD liegt gleichauf mit der Union bei gigantischen 27 Prozent. Ein historischer Bestwert, der die politischen Kräfteverhältnisse im Land neu ordnet. Vor diesem Hintergrund wagen führende Wirtschaftsvertreter nun den Aufstand gegen die bisherige Isolationsstrategie.
Albrecht von der Hagen, Hauptgeschäftsführer des Verbandes “Die Familienunternehmer”, sprach als einer der Ersten das aus, was viele hinter vorgehaltener Hand schon länger tuschelten: Die Strategie der Ausgrenzung ist gescheitert. “Diese Brandmauer zur AfD, auch auf Bundesebene, hat nichts gebracht”, so sein ernüchterndes Fazit. Statt die Partei zu schwächen, so die Analyse, habe das “Kontaktverbot” sie nur stärker gemacht. Die Konsequenz? Ein radikaler Schnitt. Der Verband lud erstmals AfD-Vertreter zu einem parlamentarischen Abend ein – ein Vorgang, der vor zwei Jahren noch undenkbar gewesen wäre.

Weidel als Türöffner? Die wirtschaftliche Expertise
Interessant ist dabei die Argumentation, die nun in den Vordergrund rückt. Weg von der bloßen Ideologie, hin zum pragmatischen Nutzwert. Im Fokus steht dabei oft Alice Weidel. Dass die AfD-Chefin promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin ist und berufliche Stationen bei Goldman Sachs und Allianz Global Investors vorzuweisen hat, wird in den Verbandszentralen nun offen als “Alleinstellungsmerkmal” diskutiert.
Der Tenor, den auch der YouTuber “Oli investiert” in seiner Analyse aufgreift: Man müsse mit denen reden, die wirtschaftlichen Sachverstand mitbringen – unabhängig vom Parteibuch. Es ist ein Argument, das verfängt, besonders in Zeiten, in denen sich viele Unternehmer von der aktuellen Wirtschaftspolitik der Ampel-Regierung im Stich gelassen fühlen. “Wir müssen mit allen Leuten ins Gespräch gehen”, heißt es aus Verbandskreisen. Die Hoffnung: Durch fachliche Auseinandersetzung die Partei “stellen”, anstatt sie durch Missachtung zum Märtyrer zu machen.
BVMW zieht nach: “Nicht wegducken”
Nicht nur die Familienunternehmer, auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) unter der Leitung von Christoph Ahlhaus wackelt am Fundament der Brandmauer. Ahlhaus, ehemaliger CDU-Bürgermeister von Hamburg und sicher unverdächtig, ein heimlicher Fan der Rechtsaußen-Partei zu sein, bringt es auf den Punkt: “Umfrage- und Wahlergebnisse sprechen derzeit nicht dafür, dass die Strategie der Brandmauer erfolgreich funktioniert hat.”

Der Verband kündigte an, seine Position “zeitnah” zu überdenken. Das klingt nach Bürokratendeutsch, ist aber in Wahrheit eine Revolution. Wenn der Mittelstand, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft mit seinen 30.000 Mitgliedern im BVMW, die Gespräche aufnimmt, dann ist die politische Isolation der AfD faktisch beendet. Es ist der Sieg des Pragmatismus über die politische Moral – oder, wie Kritiker sagen würden, der Kapitulation vor dem Populismus.
Der Preis des Tabubruchs: Zerreißprobe für die Verbände
Doch der Kurswechsel gibt es nicht zum Nulltarif. Die Entscheidung von Marie-Christine Ostermann, der Präsidentin der Familienunternehmer, die Türen zu öffnen, hat zu heftigen internen Verwerfungen geführt. Namhafte Mitglieder wie die Drogeriekette Rossmann oder der Vorwerk-Konzern haben ihren Austritt erklärt. Sie wollen den neuen Kurs der “Normalisierung” nicht mittragen.
Ostermann selbst steht im Zentrum des Sturms. Während sie versucht, den Spagat zwischen notwendigem Dialog und kritischer Distanz zu meistern, wird jedes ihrer Worte auf die Goldwaage gelegt. Dass sie ihre Parteimitgliedschaft bei der FDP (nicht AfD, wie fälschlicherweise in manchen hitzigen Online-Debatten behauptet wird) derzeit ruhen lässt, um als Verbandschefin neutral zu bleiben, schützt sie nicht vor der Kritik, der AfD den roten Teppich auszurollen.
Ein Land am Scheideweg
Die Situation im Dezember 2025 zeigt ein tief gespaltenes Land. Auf der einen Seite eine Wirtschaft, die um ihre Existenzgrundlagen fürchtet und bereit ist, jeden Strohhalm zu ergreifen – selbst wenn er blau-braun gefärbt ist. Auf der anderen Seite eine Zivilgesellschaft und Teile der Unternehmerschaft, die warnen: Wer die Brandmauer einreißt, riskiert den Flächenbrand.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass die alten Rezepte nicht mehr wirken. 27 Prozent lassen sich nicht ignorieren, nicht wegschweigen und nicht ausgrenzen. Die Wirtschaft hat ihren Zug gemacht. Jetzt liegt der Ball wieder bei der Politik, Antworten zu finden, bevor die Brandmauer nicht nur Risse bekommt, sondern endgültig pulverisiert wird. Ob der “Fachaustausch” mit Weidel und Co. die AfD entzaubert oder sie erst recht hoffähig macht, wird das spannendste Experiment des kommenden Wahljahres.
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