Es ist ein diplomatisches Erdbeben, das die politischen Grundfesten Berlins erschüttert und weit über die Grenzen Europas hinaus hallt. Was sich derzeit zwischen Budapest, Washington und dem Berliner Kanzleramt abspielt, ist kein übliches politisches Geplänkel mehr. Es ist eine offene Kampfansage. Viktor Orbán, Ungarns Ministerpräsident und dienstältester Regierungschef der EU, hat das diplomatische Protokoll zerrissen und fordert offen, was Millionen Bürger in Deutschland bereits denken: Neuwahlen. Für Friedrich Merz und seine fragile schwarz-rote Koalition ist dies der ultimative Albtraum – ein Angriff von außen, der die innere Schwäche gnadenlos offenlegt.

Die Szenerie könnte dramatischer kaum sein. Während Kanzler Merz in Berlin krampfhaft versucht, den Schein von Stabilität zu wahren, formiert sich gegen ihn eine Machtachse, die ihn nicht nur ignoriert, sondern aktiv demontiert. Orbán sieht in der aktuellen Bundesregierung keinen verlässlichen Partner mehr, sondern ein “Sicherheitsrisiko für ganz Europa”. Seine Argumentation ist so messerscharf wie brutal: Ein Deutschland, das wirtschaftlich taumelt und in der Migrationspolitik weiterhin versagt, zieht den gesamten Kontinent mit in den Abgrund.

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Der Schulterschluss mit der Opposition

Das eigentliche Signal dieser Attacke ist jedoch nicht die Kritik selbst, sondern an wen sie sich richtet – und an wen nicht. Orbán spricht nicht mehr mit Merz über die Zukunft Europas. Die diplomatischen Kanäle ins Kanzleramt scheinen erkaltet, während die Leitungen zur deutschen Opposition glühen. Bereits im Februar 2025 wurde der Grundstein für diese neue Allianz gelegt, als Alice Weidel in Budapest empfangen wurde. Bilder von Weidel und Orbán, Seite an Seite vor den Nationalflaggen, gingen um die Welt. Damals nannte er sie eine “tapfere Freiheitskämpferin”. Heute, fast ein Jahr später, wird die strategische Bedeutung dieses Treffens deutlich: Die Brandmauer, die die Union so verzweifelt aufrechterhalten will, existiert für Orbán und seine Verbündeten schlicht nicht.

Für Friedrich Merz ist dies eine Demütigung historischem Ausmaßes. Er, der sich im Wahlkampf als großer Europäer und Außenpolitiker inszenierte, wird nun auf offener Bühne vorgeführt. Dass ein europäisches Staatsoberhaupt faktisch das Ende einer deutschen Regierung fordert, ist ein Vorgang, den es in der Geschichte der EU so noch nie gab. Es zeigt, wie sehr das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit Berlins international erodiert ist.

Die wirtschaftliche Realität: Ein Offenbarungseid

Die Nervosität im Kanzleramt kommt nicht von ungefähr. Die Realität im Inland stützt Orbáns vernichtendes Urteil. Die versprochene Wirtschaftswende unter Merz ist ausgeblieben. Stattdessen erleben wir kosmetische Korrekturen und neue Schulden, versteckt in sogenannten Sondervermögen. Die Deindustrialisierung läuft ungebremst weiter; Konzerne wie VW und BASF bauen ab oder flüchten ins Ausland. Die Energiepreise bleiben nicht wettbewerbsfähig, weil die Union sich nicht traut, mit der grünen Ideologie ihres Koalitionspartners SPD zu brechen.

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Das Ergebnis ist eine Koalition, die im ständigen Krisenmodus operiert. Die Wähler fühlen sich betrogen. Nach einem historisch schwachen Wahlergebnis im Februar 2025 ging die Union eine Koalition mit einer abgestraften SPD ein – ein klassischer Wählerbetrug, der sich nun rächt. Die Umfragen im Osten und Saarland sprechen eine deutliche Sprache: Die AfD stabilisiert sich, teilweise kratzt sie an der 30-Prozent-Marke. Das Märchen, Merz würde die Ränder halbieren, hat sich als die “größte politische Lüge des Jahrzehnts” entpuppt. Im Gegenteil: Seine Politik treibt konservative Wähler in Scharen zur Alternative.

Der Trump-Faktor: Deutschland im Abseits

Doch der Druck auf Merz wächst nicht nur im Osten, sondern auch im Westen. Mit der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus hat sich die geopolitische Lage radikal verändert. “America First” ist zurück, härter als je zuvor. Und Deutschland steht im Abseits. In Washington erinnert man sich sehr genau daran, wer im Wahlkampf 2024 gegen Trump gewettert hat. Während Trump mit Orbán Deals aushandelt und telefoniert, bleibt für Merz die diplomatische Kälte.

Besonders beim Thema Ukraine zeigt sich das Desaster der deutschen Außenpolitik. Während Trump und Orbán auf schnelle Verhandlungen und Pragmatismus setzen, stecken Merz und die SPD in der Rhetorik von gestern fest. Sie versprechen Milliarden, die nicht da sind, für einen Krieg, der längst am Verhandlungstisch entschieden wird – an einem Tisch, an dem Deutschland keinen Platz mehr hat. Alice Weidel hatte genau vor dieser einseitigen Ausrichtung gewarnt und Diplomatie gefordert. Nun stehen sie und Orbán als die Realpolitiker da, während die Bundesregierung isoliert wirkt. Die “Weidel-Orbán-Connection” erweist sich als goldwert, da sie über Ungarn einen indirekten Draht zu den Trump-Vertrauten bietet, von dem die Bundesregierung nur träumen kann.

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Das Ende der Brandmauer

Orbáns Forderung nach Neuwahlen ist auch ein Signal an die konservative Basis in Deutschland: Die Zeit der Ausgrenzung ist vorbei. Auf kommunaler Ebene bröckelt die Brandmauer längst, CDU und AfD arbeiten vielerorts pragmatisch zusammen, weil die Realität es erfordert. Infrastrukturverfall, innere Sicherheit, Migration – die Probleme sind zu groß für ideologische Spielchen.

Wenn Orbán Neuwahlen fordert, weiß er, dass dies die Karten komplett neu mischen würde. Eine bürgerliche Mehrheit rechts der Mitte wäre rechnerisch längst möglich. Das einzige Hindernis ist Friedrich Merz und sein Machtanspruch. Doch jeder Tag, den diese Regierung länger im Amt bleibt, stärkt die Opposition und schwächt das Land. Orbáns Intervention ist der Brandbeschleuniger in einer ohnehin explosiven Stimmung.

Die Botschaft ist klar: Wir brauchen keinen “Weiter so”, wir brauchen einen Neustart. Und dieser Neustart wird an den patriotischen Kräften nicht mehr vorbeigehen können. Das wissen Orbán und Trump, und tief im Inneren ahnt es wohl auch Friedrich Merz. Er kann es nur nicht fassen, dass seine Zeit vielleicht schon abläuft, bevor er überhaupt richtig regieren konnte. Das Kartenhaus in Berlin wackelt, und die Einschläge kommen nun von allen Seiten.