Es ist 4:30 Uhr morgens, als die Stille der Nacht in der Johannesstraße im Kölner Stadtteil Porz jäh zerrissen wird. Ein ohrenbetäubender Knall reißt die Anwohner aus dem Schlaf. Fenster klirren, Alarmanlagen heulen auf. Was sich anhört wie ein Szenario aus einem Kriegsgebiet, ist in Nordrhein-Westfalen mittlerweile bittere Realität geworden: Wieder eine Explosion, wieder ein Anschlag mitten in einem Wohngebiet. Die Detonation galt offenbar einer vor einem Haus geparkten Mercedes G-Klasse – Neuwert rund 124.000 Euro.

Die Nacht des Schreckens

Die Polizei war schnell vor Ort, sperrte das Gebiet weiträumig ab und sicherte Spuren. Glücklicherweise wurde bei diesem Vorfall niemand körperlich verletzt, doch der Schock sitzt tief. Die psychischen Folgen für die Anwohner, die sich in ihrem eigenen Zuhause nicht mehr sicher fühlen können, sind immens. Nach Informationen der Bild-Zeitung liegt für die Ermittler ein Bezug zum Rocker-Milieu sehr nahe. Es wäre bei weitem nicht der erste Vorfall dieser Art in der Domstadt.

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Eine Chronik der Gewalt: NRW als Schauplatz

Wer glaubt, dies sei ein bedauerlicher Einzelfall, der irrt gewaltig. Die Liste der Explosionen und Anschläge in NRW allein in den letzten Monaten liest sich wie das Logbuch eines Bandenkrieges. Duisburg, Düsseldorf, Solingen, Engelskirchen, Wachtberg – die Einschläge kommen in immer kürzeren Abständen. Köln scheint dabei trauriger Spitzenreiter zu sein. Ob in der Keupstraße, der Mülheimer Freiheit oder auf den Kölner Ringen: Überall hinterlassen Kriminelle ihre Visitenkarten aus Schwarzpulver und Gewalt.

Besonders die sogenannte “Mocro-Mafia” wird oft im Zusammenhang mit diesen Taten genannt. Sie verbreiten Angst und Schrecken, um Forderungen Nachdruck zu verleihen oder Reviere zu markieren. “Wir leben in diesem Land nicht mehr sicher”, kommentiert YouTuber Oli in seinem Video zur aktuellen Lage sichtlich bewegt. Und tatsächlich fragen sich viele Bürger: Hat der Staat die Kontrolle über den öffentlichen Raum verloren?

Hollywood-Szenarien auf deutschen Straßen

Wie dramatisch die Lage eskaliert ist, zeigt ein weiterer Vorfall, der sich nur wenige Tage zuvor ereignete. Am späten Samstagabend fielen im Kölner Veedel Höhenberg Schüsse. Ein 36-jähriges Mitglied der Hells Angels saß in seinem Audi, als das Feuer eröffnet wurde. Acht Projektile durchschlugen die Windschutzscheibe, mehrere trafen den Mann im Oberkörper. Er überlebte schwer verletzt.

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Die Hintergründe klingen fast zu fantastisch, um wahr zu sein: Laut Ermittlerkreisen soll ein erst 17-jähriger Auftragskiller extra aus Schweden eingeflogen worden sein, um den Mordauftrag auszuführen. Der Rocker stand offenbar auf einer “Todesliste”. Solche Nachrichten kennt man sonst nur aus Kinofilmen oder Krimiserien, doch für die Menschen in Köln sind sie blutiger Ernst geworden. Dass Jugendliche als Killer rekrutiert werden, zeigt eine neue Dimension der Skrupellosigkeit.

Politik unter Druck

Die Häufung dieser Vorfälle setzt die Politik in NRW massiv unter Druck. Innenminister Herbert Reul (CDU) ist gefordert wie nie zuvor. Zwar werden immer wieder Ermittlungserfolge vermeldet, doch die Gewaltspirale dreht sich weiter. Die Bürger erwarten Antworten und vor allem Schutz. Es reicht nicht mehr aus, von “Milieu-Taten” zu sprechen, wenn Unbeteiligte in Cafés sitzen, während nebenan Bomben hochgehen, oder wenn in Wohnstraßen Schießereien stattfinden.

Die Karte der Explosionen füllt sich weiter, und jeder neue Punkt darauf steht für Angst, Zerstörung und den Verlust von Sicherheit. Der aktuelle Anschlag in Porz ist ein weiterer Weckruf. Die organisierte Kriminalität tanzt dem Rechtsstaat auf der Nase herum. Es braucht jetzt konsequentes Handeln, mehr Polizei-Präsenz und harte Urteile, um diesem Treiben ein Ende zu setzen. Denn eines ist klar: Solange Autos brennen und Bomben explodieren, kann von “Normalität” in NRW keine Rede sein.

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Fazit: Ein Pulverfass

Die Situation ist explosiv – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Bürger in NRW müssen mit der Angst leben, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Die Täter nehmen keine Rücksicht auf Verluste. Ob Rockerkrieg oder Drogenmafia: Der öffentliche Frieden ist massiv gestört. Es bleibt zu hoffen, dass die Ermittler die Hintermänner schnell fassen, bevor noch Schlimmeres passiert. Doch die Skepsis bleibt: War das wirklich der letzte Knall in Köln? Wohl kaum.