Es ist 10:00 Uhr morgens, als die deutsche Parteienlandschaft für immer verändert wird. In einer Pressekonferenz, die an Dramatik kaum zu überbieten ist, gaben 15 amtierende Bundestagsabgeordnete der CDU ihren sofortigen Wechsel zur AfD bekannt. Was vor wenigen Tagen mit fünf Abgeordneten begann, hat sich zu einer Lawine entwickelt, die droht, die Christlich Demokratische Union unter sich zu begraben. Friedrich Merz steht vor den Scherben seiner Amtszeit, während die AfD einen Triumph feiert, den selbst ihre kühnsten Strategen kaum zu träumen gewagt hätten.

Die Stimmung im politischen Berlin ist eine Mischung aus Schock, Unglauben und Panik. Mit diesem Übertritt verschieben sich die Machtverhältnisse im Bundestag fundamental. Die AfD wächst auf 98 Sitze an, während die CDU auf 132 schrumpft. Doch die reine Arithmetik verblasst gegen die psychologische Wucht dieses Schlages: Die Brandmauer ist nicht nur gefallen, sie wurde von den eigenen Leuten eingerissen.

Der Exodus: “Die CDU ist tot”

Angeführt von Alice Weidel betraten die 15 Abgeordneten den Presseraum. Es war kein hastiger Abgang durch die Hintertür, sondern eine inszenierte Machtdemonstration. Männer und Frauen, Junge und Alte, aus allen Teilen der Republik – von Baden-Württemberg über NRW bis Bayern. Sie alle einte eine Botschaft, die wie ein Mantra wiederholt wurde: Die CDU unter Friedrich Merz habe ihre Seele verloren.

„Ich war 30 Jahre lang Mitglied der CDU, aber die Partei, die ich kannte, existiert nicht mehr“, erklärte ein 58-jähriger Abgeordneter aus dem Südwesten sichtlich bewegt. „Unter Merz ist die CDU zu einer Partei geworden, die keine klaren Positionen mehr hat. Ich kann das nicht länger mittragen.“ Eine Kollegin aus Nordrhein-Westfalen wurde noch deutlicher: „In meinem Wahlkreis wählen die Menschen AfD, weil sie sichere Grenzen und eine starke Wirtschaft wollen. Die CDU kann das nicht liefern. Deshalb bin ich jetzt hier.“

A YouTube thumbnail with maxres quality

Es sind Sätze, die in der Konrad-Adenauer-Haus wie Donnerschläge hallen müssen. Die Überläufer sind keine Hinterbänkler ohne Profil. Unter ihnen befinden sich ehemalige Landesvorstände, Sprecher für Wirtschaftspolitik und Experten für Innere Sicherheit. Ihr Weggang reißt nicht nur Lücken in die Fraktion, er entzieht der CDU ihre inhaltliche Substanz.

Merz am Abgrund: Ein Parteichef ohne Partei?

Die Reaktion der CDU-Spitze war bezeichnend für den Zustand der Partei: pure Hilflosigkeit. Friedrich Merz berief eine Notfall-Pressekonferenz ein, doch sein Auftritt wirkte eher wie eine Kapitulationserklärung als wie ein Befreiungsschlag. Mit zittriger Stimme sprach er von einem „traurigen Tag“ und warf den Abtrünnigen Verrat an den Wählern vor. Doch seine Worte verhallten wirkungslos. Als Journalisten die unvermeidliche Frage nach seinem Rücktritt stellten, verließ er wortlos den Raum.

Hinter den Kulissen herrscht Chaos. In einer eilig einberufenen Fraktionssitzung spielten sich Szenen der Verzweiflung ab. Abgeordnete weinten, andere starrten fassungslos vor sich hin. Jens Spahns Appelle zum Zusammenhalt wirkten wie Durchhalteparolen auf einem sinkenden Schiff. „Die Partei ist tot, Merz hat sie zerstört“, soll ein bayerischer Abgeordneter gerufen haben, bevor er laut über seinen eigenen Austritt nachdachte.

Auch Markus Söder, der bayerische Ministerpräsident, nutzte die Stunde für eine Generalabrechnung. „Was in der CDU passiert, ist eine Katastrophe. Merz hat die Partei komplett ruiniert“, ließ er verlauten und brachte sich unverhohlen als Retter in Stellung. Doch ob ein Personalwechsel diesen Erosionsprozess noch stoppen kann, ist mehr als fraglich.

Weidel zu Intensivpatienten: Falsche Quelle, falsche Behauptung |  tagesschau.de

Weidels Triumphzug: “Das ist erst der Anfang”

Während die Union um ihre Existenz ringt, herrscht bei der AfD Siegesrausch. Alice Weidel, die Architektin dieses Coups, konnte ihre Euphorie kaum verbergen. „Was heute passiert ist, übertrifft unsere kühnsten Erwartungen“, erklärte sie. Und sie schickte eine Drohung hinterher, die in den Ohren der verbliebenen Christdemokraten wie eine Hiobsbotschaft klingen muss: „Das ist erst der Anfang.“

Nach Angaben Weidels stünden weitere Abgeordnete bereit. Man rechne mit bis zu 30 weiteren Wechseln in den kommenden Wochen. Sollte dieses Szenario eintreten, wäre die AfD im Bundestag fast so stark wie die CDU. „Die CDU löst sich auf, und wir sammeln die Trümmer ein“, so Weidels brutale Analyse. Ihr Ziel ist klar: Bei den Neuwahlen in 60 Tagen will sie als stärkste Kraft ins Kanzleramt einziehen.

Ein Land im Umbruch

Die Auswirkungen dieses Bebens reichen weit über den Bundestag hinaus. An den Finanzmärkten reagierte der DAX mit einem Minus von über 2 Prozent – Investoren scheuen die Instabilität. Internationale Medien von der „New York Times“ bis „Le Monde“ berichten fassungslos über den „Freefall“ der deutschen Konservativen.

In den sozialen Netzwerken tobt der Meinungskampf. Der Hashtag #CDUExodus trendet weltweit. Millionen Bürger diskutieren, streiten, hoffen oder bangen. Für die einen ist es der lang ersehnte Befreiungsschlag gegen ein erstarrtes System, für die anderen der beängstigende Beginn einer neuen, radikalen Ära.

Angst vor Enteignung auf TikTok: Merz fordert Privatinvestitionen in  Infrastruktur und geht viral | MDR.DE

Fest steht: Die politische Landkarte der Bundesrepublik wird gerade neu gezeichnet. Die alte Ordnung, in der die CDU als Volkspartei den Stabilitätsanker bildete, scheint Geschichte zu sein. Was folgt, ist offen. Doch eines ist sicher: Der Tsunami hat gerade erst begonnen, und die nächste Welle könnte alles mit sich reißen, was von der alten Union noch übrig ist. Deutschland steht vor einer Zäsur – und niemand weiß, wie das Land am Ende dieses Sturms aussehen wird.