Es sind Szenen, die man eher aus dystopischen Filmen erwartet als aus dem Herzen Europas. Doch für die Bewohner von Berlin und Brandenburg wurde dieser Albtraum am Wochenende bittere Realität. Eine Welle der Gewalt rollt durch die Region: Ein gezielter Brandanschlag auf das Privathaus eines Politikers und ein Sabotageakt, der Zehntausende Berliner in die Dunkelheit stürzte, lassen die Bürger fassungslos zurück. Während die Polizei unter Hochdruck ermittelt, werden kritische Stimmen laut: Hat die Politik den Ernst der Lage verschlafen?
Feuer in der Nacht: Anschlag auf Andreas Büttner
Die Nachricht schlug am frühen Morgen ein wie eine Bombe. Gegen 3:40 Uhr heulten in Brandenburg die Sirenen. Das Ziel der Brandstifter: Das private Grundstück von Andreas Büttner, dem Antisemitismus-Beauftragten der Linken. Besonders perfide ist die Tatsache, dass sich Büttner und seine Familie zu diesem Zeitpunkt im Haus befanden. Es grenzt an ein Wunder, dass niemand körperlich verletzt wurde.
„Meine Familie befand sich zu diesem Zeitpunkt im Haus. Wir sind körperlich unverletzt, stehen aber unter dem Eindruck eines schweren Angriffs“, teilte Büttner sichtlich erschüttert mit. Er dankte der Feuerwehr, deren schnelles Eingreifen Schlimmeres verhinderte. Doch der psychische Schaden ist immens. Büttner spricht von einer „massiven Eskalation“ und einem bewussten Versuch der Einschüchterung. „Dieser Angriff richtet sich gegen mich persönlich, gegen meine Familie und gegen mein Zuhause“, so der Politiker.
Wer glaubt, mit Feuer und Gewalt politische Mandatsträger zum Schweigen zu bringen, der irre jedoch, betonte Büttner kämpferisch. Dennoch wirft die Tat ein grelles Schlaglicht auf die Verrohung der politischen Auseinandersetzung in Deutschland. Ministerpräsident Dietmar Woidke verurteilte die Tat scharf, doch Worte allein können das verbrannte Sicherheitsgefühl der Bürger kaum wiederherstellen.

Berlin im Dunkeln: Der Angriff auf die Lebensader
Während in Brandenburg die Flammen gelöscht wurden, versank der Berliner Süden in Finsternis. Ein weiterer Brandanschlag, diesmal auf die kritische Infrastruktur, legte das Leben von fast 50.000 Haushalten lahm. Unbekannte hatten in Lichterfelde Starkstromkabel an einer Brücke über den Teltowkanal in Brand gesetzt.
Die Folgen sind verheerend: Noch immer sind rund 38.000 Haushalte ohne Strom. Kein Licht, keine Heizung, keine Möglichkeit zu kochen – und das mitten im Winter. Die Prognosen sind düster: Bis Donnerstag könnte der Ausfall andauern. Die Polizei fährt mit Lautsprecherwagen durch die betroffenen Viertel: „Nutzen Sie Taschenlampen, nutzen Sie Handys sparsam“, hallt es durch die dunklen Gassen. Szenen, die an Kriegszeiten erinnern, mitten in der deutschen Hauptstadt.
Experten vermuten linksextreme Gruppierungen hinter der Tat, ähnlich wie bei vergangenen Anschlägen auf die Bahn oder das Tesla-Werk. Die „Vulkan-Gruppe“ und ähnliche Strömungen haben in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass sie bereit sind, die Infrastruktur anzugreifen – ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung, die nun in kalten Wohnungen sitzt.
Politik im Tiefschlaf? Das Zögern der Verantwortlichen
Doch so schockierend die Taten selbst sind, so verstörend wirkt das Krisenmanagement der Berliner Politik. Erst über 30 Stunden nach dem Blackout rief Innensenatorin Iris Spranger die „Großschadenslage“ aus. Ein bürokratischer Akt, der erst die Türen für umfassende Hilfe durch die Bundeswehr, das THW und andere Organisationen öffnet.
Kritiker und Beobachter fragen sich fassungslos: Warum erst jetzt? „Wir haben doch bereits gestern gehört, dass das Ganze fünf Tage dauern soll“, kommentiert der YouTuber und Finanz-Blogger „Oli investiert“ die Lage treffend. „Warum geht man allen Ernstes erst 30 Stunden später hin und macht diesen Ausruf?“
Hätte man schneller reagiert, könnten bereits jetzt Bundeswehr-Zelte mit Wärmeinseln, Gulaschkanonen und Notstromaggregaten in den betroffenen Vierteln stehen. Stattdessen mussten Zehntausende eine weitere Nacht in Ungewissheit und Kälte verbringen. Dass der Regierende Bürgermeister Kai Wegner und seine Senatorin erst jetzt die Koordinierung straffen, wirkt für viele Betroffene wie ein Hohn.
Ein Land am Limit?
Die Ereignisse dieses Wochenendes zeigen eine gefährliche Doppelmoral der Sicherheit: Während Politiker in ihren privaten Rückzugsräumen angegriffen werden, ist die öffentliche Infrastruktur so verwundbar wie nie. Dass ein paar Kabelbrände ausreichen, um einen ganzen Stadtteil tagelang lahmzulegen, ist ein Armutszeugnis für den Katastrophenschutz einer Industrienation.

Die Polizei sucht händeringend nach Zeugen für beide Taten. Doch die Fragen, die bleiben, gehen tiefer: Wie sicher ist Deutschland noch? Und ist der Staat überhaupt in der Lage, seine Bürger in Krisensituationen schnell und effektiv zu schützen? Wenn die Antwort so lange auf sich warten lässt wie die Hilfe in Lichterfelde, dann stehen uns noch dunkle Zeiten bevor.
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