Die traurige Wahrheit der Pop-Ikone: Al Bano (80) kämpft gegen Dämonen, Depressionen und 1.470 € Rente – Die nie endende Tragödie um seine Tochter Ylenia

Die traurige Wahrheit der Pop-Ikone: Al Bano (80) kämpft gegen Dämonen, Depressionen und 1.470 € Rente – Die nie endende Tragödie um seine Tochter Ylenia

Al Bano Carrisi, der stimmgewaltige „Löwe von Cellino San Marco“, ist ein Name, der in Italien und weltweit als Inbegriff von Leidenschaft, Sonne und zeitlosen Hits wie „Felicità“ und „Nel Sole“ gilt. Mit einer über fünf Jahrzehnte andauernden Karriere, die ihm zusammen mit Romina Power internationalen Ruhm bescherte, gehört Al Bano zu den erfolgreichsten Popmusikern Europas. Doch der Blick auf sein Leben, nachdem er die 80-Jahre-Marke überschritten hat, offenbart eine tiefe Diskrepanz zwischen öffentlichem Triumph und persönlichem Kummer. Die These, dass sein Leben im Alter „traurig“ sei, beleuchtet die tiefen Schatten, die ein beispielloser Schicksalsschlag, gesundheitliche Krisen und eine bittere Konfrontation mit der finanziellen Realität auf das Vermächtnis des Stars werfen.

Der Aufstieg des Bauernsohns: Von Apulien nach Mailand

Al Bano Carrisi, geboren im apulischen Cellino San Marco, ist der Inbegriff des Selfmade-Künstlers. Er lebt noch heute in der kleinen Stadt, in der er aufwuchs. Als Sohn eines Bauern entwickelte er früh eine tiefe Leidenschaft für die Musik, indem er auf den Feldern Gitarre spielte. Mit nur 17 Jahren traf er die mutige Entscheidung, seine Schulausbildung abzubrechen und nach Mailand zu gehen, um eine professionelle Gesangskarriere zu verfolgen.

Nachdem er in Mailand als Kellner gearbeitet hatte – und sich einmal blamierte, als er das Wort „Ananas“ noch nie gehört hatte – wurde er von Pino Massara entdeckt. Sein Durchbruch gelang ihm 1967 mit dem Hit „Nel Sole“, der über anderthalb Millionen Mal verkauft wurde. Al Bano etablierte sich als Solokünstler, gewann 1984 das San Remo Festival und legte das Fundament für eine Karriere, die ihn in die Spitze der italienischen Musikikonen katapultierte.

Albano und Romina: Das goldene Duo im Rampenlicht

Al Banos Leben nahm eine entscheidende Wendung, als er 1967 Romina Power, die Tochter der Hollywood-Ikone Tyrone Power, kennenlernte. Ihre Hochzeit im Jahr 1970 – Albano war 27, Romina erst 18 – stieß zunächst auf Skepsis in der italienischen Presse. Viele zweifelten an der Haltbarkeit ihrer Liebe aufgrund des krassen sozialen Unterschieds zwischen Al Banos bescheidener Herkunft und Rominas glamourösem Status.

Doch das Paar widerlegte die Zweifler und bildete eines der stabilsten und erfolgreichsten Duos der internationalen Musikszene. Romina pausierte ihre aufstrebende Filmkarriere, um sich ganz der musikalischen Partnerschaft zu widmen. Ihre Chemie und Ausstrahlung auf der Bühne fesselten Millionen. Gemeinsam nahmen sie mehrmals am prestigeträchtigen San Remo Festival teil und schrieben mit Songs wie „Felicità“ und „Sharazan“ Musikgeschichte. Sie bekamen vier Kinder: Ilenia, Yari Marco, Christel Chiara und Romina Jolanda.

Der Schwarze Fleck: Das spurlose Verschwinden von Ylenia

Die Idylle zerbrach abrupt im Jahr 1994, als ihre älteste Tochter Ylenia während eines Urlaubs in New Orleans spurlos verschwand. Trotz umfangreicher Suchaktionen und weltweiter Medienberichterstattung wurde sie nie gefunden. Der einzige glaubwürdige Hinweis war die Aussage eines Wachmanns am städtischen Aquarium von New Orleans, der berichtete, eine Frau, die Ilenia ähnelte, sei in den Mississippi River gesprungen. Spekulationen über eine „schwierige Persönlichkeit“ und den Kontakt zu einem „Drogendealer“ begleiteten die Berichte, was den Eltern zusätzlichen Kummer bereitete.

Der emotionale Tribut des Verlusts war zu groß für die Beziehung: Das Paar kämpfte mit der überwältigenden Unsicherheit über Ylenias Schicksal, was ihre einst stabile Ehe nach über 30 Jahren zum Zerbrechen brachte. Albano und Romina ließen sich 1999 scheiden. Im Jahr 2005 musste das Paar den Albtraum erneut durchleben, als eine Journalistin behauptete, Beweise dafür zu haben, Ylenia sei noch am Leben, was sich später als Falschmeldung herausstellte. Nach Jahren der quälenden Ungewissheit erklärte das Gericht in Brindisi Ylenia im Dezember 2014 offiziell für tot.

Das Trauma verfolgt Al Bano bis heute. In einem eindrucksvollen Interview gestand er, dass er sich von dieser „höheren Macht, die Gott ist, verletzt“ fühlte. Er musste auf Antidepressiva zurückgreifen, um mit dem unerträglichen Schmerz fertig zu werden, und beschrieb, wie die Tage in einem monotonen Zyklus verschwammen. Für Albano bleibt die Abwesenheit Ylenias ein rohes und ungelöstes Kapitel, das einen langen Schatten auf seine Resilienz wirft.

Neue Wege, alte Spannungen: Loredana und die Reunion

Später in seinem Leben fand Al Bano in Loredana Lecciso eine neue Partnerin, mit der er zwei weitere Kinder, Jasmin und Albano Junior, bekam. Obwohl ihre Beziehung ebenfalls Höhen und Tiefen hatte und Gerüchte über eine geheime Hochzeit kursierten, betont Al Bano, er sei glücklich mit Loredana, die er als intelligent beschreibt.

Dennoch blieb die Verbindung zu Romina Power, der Mutter seiner ersten vier Kinder, stets im öffentlichen Fokus und sorgte für Spannungen zwischen Power und Lecciso. Wie es das Schicksal wollte, fanden Albano und Romina in den letzten Jahren professionell auf der Bühne wieder zusammen. Diese künstlerische Wiedervereinigung entfachte die Chemie, die das Publikum einst fesselte, und führte unweigerlich zu Spekulationen über ein mögliches romantisches Comeback. Al Bano gesteht ein, dass er immer noch eine tiefe Zuneigung zu Romina empfindet, mit der ihn einst eine von „reiner Liebe erfüllte Bindung“ verband.

Gesundheitliche Krisen und der Rente-Skandal

Die zweite Hälfte von Al Banos Leben war auch von gesundheitlichen Herausforderungen geprägt. Im Dezember 2016 erlitt er während eines Weihnachtskonzerts in Rom einen Herzinfarkt und musste noch in derselben Nacht operiert werden. Im März 2017 folgte eine erneute Krankenhauseinlieferung aufgrund einer milden zerebralen Ischämie.

Hinzu kommt eine öffentlich geführte Kontroverse um seine finanzielle Situation. Al Bano geriet in die Schlagzeilen, als er sich in einer Radiosendung über seine Rente von 1.470 € (zuvor 1.370 €) beklagte. Er erklärte offen, dass dieser Betrag für seinen Lebensstil nicht ausreiche, besonders nachdem Konzertabsagen und gestoppte Tourneen seine Haupteinnahmequellen waren. Obwohl er ein beträchtliches landwirtschaftliches Anwesen besitzt, auf dem er Wein und Öl produziert, und ein kleines Restaurant betreibt, gibt er zu, dass diese Unternehmungen finanziell von seiner künstlerischen Karriere abhängen. Seine offenen Bemerkungen lösten in den sozialen Medien eine Welle von Kritik und Spott aus, die er als ungerecht empfindet.

Die künstlerische Stagnation und der San Remo Groll

In seinem jetzigen Alter erlebt Al Bano zudem eine kreative Stagnation. Er gesteht, dass ihn „nichts inspiriert im Moment, außer einer tiefen Traurigkeit“, und dass er es vermeidet, über Traurigkeit zu singen. Er befindet sich in einer „Phase der Pause“.

Gleichzeitig übt er scharfe Kritik an der aktuellen Musikszene. Er griff insbesondere den Einsatz von Autotune durch zeitgenössische Künstler an. Er zieht eine klare Linie: „Ich bin ein Sänger der Stimme, sie sind Sänger der Computer.“ Für ihn sei die Computermusik das „Ende der echten Musik“. Er äußerte sich auch besorgt über die Trap-Musik, die seiner Meinung nach „extrem gefährliche Botschaften“ an die Jugend vermittelt.

Der letzte, bittere Schlag war die Enttäuschung über das San Remo Festival. Al Bano sprach offen über seine Frustration, nicht an dem Festival teilnehmen zu dürfen, obwohl er den künstlerischen Direktor Amadeus darum bat und es sein „letztes San Remo“ hätte sein sollen. Trotz seines Appells und der Zusendung eines Liedes verweigerte Amadeus ihm die Gelegenheit, was Al Bano als tiefe Enttäuschung empfand.

Fazit: Resilienz inmitten des Schattens

Al Banos Leben ist ein berührendes Bild von Resilienz inmitten von Tragödien. Er ist ein Mann, dessen musikalischer Triumph untrennbar mit einem tiefen, ungelösten persönlichen Kummer verbunden ist. Seine öffentlichen Kämpfe – vom finanziellen Dilemma seiner Rente bis zur Enttäuschung über die künstlerische Stagnation – werden alle vom langen Schatten Ylenias überschattet. Er ist ein Künstler, der das Ende der „echten Musik“ beklagt, während er selbst den ständigen Schmerz über den Verlust seiner Tochter nicht beenden kann. Al Bano ist nicht nur die Ikone, die „Felicità“ sang; er ist der Überlebende, der lernt, mit der tiefen, unheilbaren Traurigkeit zu leben. Sein Leben ist der Beweis, dass Erfolg nicht vor den grausamen Wendungen des Schicksals schützt.