Wenn wir über die deutsche Panzerwaffe sprechen, fallen immer sofort die Namen der Giganten. Wir sprechen über die Unverwundbarkeit des Tigers, [musik] die Eleganz des Panthers, die schierenmasse des Königstigers. Aber wenn man die alten Fotoalben der Großv aufschlägt, wenn [musik] man die vergilbten Berichte der Infanteriedivisionen aus den Jahren 1944 [musik] und 1945 liest, dann taucht dort immer wieder ein anderes Fahrzeug auf.

 Es ist kein strahlender Ritter in glänzender Rüstung. Es ist klein, es ist unscheinbar, es sieht aus wie eine ställerne Schildkröte, die sich im Unterholz duckt. Es ist der Jagdpanzer 38T. Die Tropper nannte ihn Hetzer. Und für viele Experten ist [musik] genau dieses Fahrzeug und nicht der gigantische Tiger das genialste [musik] Design, das deutsche Ingenieure im Zweiten Weltkrieg hervorgebracht haben.

 Denn der Hetzer war die Antwort auf eine Frage, die der Tiger [musik] ignorierte. Wie führt man einen Krieg, wenn die Ressourcen schwinden, die Fabriken brennen und der Himmel dem Fe gehört? Dies ist die Geschichte einer Notlösung, die zur Legende wurde. Um die Existenz des [musik] Hetzers zu verstehen, müssen wir uns nicht an die Front begeben, sondern in das Herz der deutschen Rüstungsindustrie im November 1943.

Die Lage war katastrophal. Die Alliierten Bombeoffensive erreichte ihren ersten schrecklichen Höhepunkt. In der Nacht vom 23. auf den 24. November und erneut am 26. November 1943 luden die britische RAF und die amerikanische USAAF ihre tödliche Fracht über Berlin Borsigwalde ab. Das Ziel war das Alketwerk.

 Alket war nicht irgendeine Fabrik, es war die Lebensader der deutschen Infanterie. Hier wurde das Sturmgeschütz 3 gebaut, [musik] das Rückgradschlacht im Osten. Die Bomben trafen präzise. Die Werkshallen stürzten ein, die Maschinen verglühten, die Produktion [musik] des Stuck 3 brach über Nacht zusammen. Für die Wehrmacht war das ein Schlag in die Magengrube.

Hitler forderte sofortigen Ersatz. Man dachte zunächst daran, die Stuckproduktion einfach an einen anderen Standort zu verlagern. Und der Blick fiel [musik] auf die BMW Werke, bömische Meerische Maschinenfabrik in Prag. Prag lag noch außerhalb der Reichweite der meisten Alliierten Bomber. Es [musik] schien der perfekte Plan zu sein.

 Doch als die Inieure von Alcet im Dezember 1943 mit ihren Blaupausenden Prag ankamen, erlebten sie ein böses Erwachen. Die BMW Werke, die ehemaligen Skoda Konkurrenten CKD waren nicht für die 24 tonn Monster der Stückklasse ausgelegt. Die Deckenkräne waren zu schwach, die Montagehallen zu eng, die Werkzeugmaschinen zu klein.

 Ein Stück drei konnte hier nicht gebaut werden. Es war physikalisch unmöglich. Die deutsche Rüstungskommission [musik] stand vor dem nichts. Es gab keine Panzer, aber es gab eine Fabrik, die produzieren wollte. Was BM jedoch bauen konnte und seit Jahren zuverlässig lieferte, war das Fahrgestell des veralteten Panzerkampfwagen 38T.

 Dieser tschechische Panzer war 1941 noch gut gewesen, aber 1944 war sein Chassi hoffnungslos veraltet. Zu schwach, zu klein, zu langsam für einen modernen Turmpanzer oder doch nicht. In diesem Moment der höchsten Not geschah das, was man heute als den größten Geniestreich der späten deutschen Rüstungspolitik bezeichnen kann.

 Statt zu versuchen, das Werk an den Panzer anzupassen, passte man den Panzer an [musik] das Werk an. Die Vorgabe aus dem Heereswaffenamt war brutal simpel. Baut uns einen Panzerjäger auf dem 38T Chassi. Er muss die 7,5 cm Pack 39 tragen. [musik] Er muss schnell zu fertigen sein und er muss sofort fertig werden. Was nun folgte, war ein Rekord in der Geschichte der Panzerentwicklung.

 Zwischen den ersten Skizzen am 17. Dezember 1943 und der Präsentation [musik] des ersten Holzmodells vergingen nur wenige Wochen. Am 24. Januar 1944, kaum einen Monat später, stand der erste fahrbereite Prototyp auf dem Hof. Im April begann die Serienfertigung. Ein Tempo, das in Friedenszeiten undenkbar gewesen wäre, wurde hier unter dem Druck des totalen Krieges Realität.

 Das Ergebnis war radikal. Die Ingenieure wussten, dass sie auf dem leichten tschechischen Fahrgestell keine dicke Panzerung anbringen konnten. Das Gewichtslimit lag bei etwa 16 Tonnen. Wenn man Stahl nicht dicker machen kann, muss man ihn anwenkeln. Das ist einfache Physik, die aber beim Hetzer auf die Spitze getrieben wurde.

 Die Konstrukteure schufen eine Wanne, die an allen Seiten extrem stark geneigt war. Die obere Frontplatte hatte eine Neigung von 60°. Das war revolutionär. Obwohl das Panzerblech selbst nur 60 mm stark war, halb so viel wie beim Tiger, betrug die sogenannte effektive [musik] Panzerstärke durch den flachen Aufprallwinkel fast 120 mm.

 Ein frontaler Treffer einer russischen 76 mm Kanone oder einer amerikanischen 75 mm Granate prallte an dieser schrägen Fläche einfach ab. Der Hetzer war vorne so hart wie ein [musik] Panther, aber er wog nur ein Drittel davon. Die Silhouette war das zweite großeAttribut. Der Hetzer war winzig. Mit einer Höhe von nur 2,17 [musik] m konnte er sich hinter Büschen, Mauern oder in hohen Kornfeldern verstecken, wo ein Sturmgeschütz oder gar ein Panzer 4 längst gesehen [musik] worden wäre.

 Er war das ideale Werkzeug für den Hinterhalt, aber diese Kompaktheit hatte einen furchtbaren Preis, den die Besatzungen zahlen mussten. Werfen wir einen Blick in das Innere dieses Stahlkeils, denn dort offenbart sich die dunkle [musik] Seite der Konstruktion. Um die Kanone, den Motor, die Munition und vier Männer in diesem winzigen Kasten unterzubringen, mussten alle Regeln der Ergonomie über Bord geworfen werden.

 [musik] Der Innenraum des Hetzers war für die Besatzung eine Hölle aus enge, Lärm und ergonomischen Fehlentscheidungen. Die Kanone, [musik] die 7,5 cm Pack 39 L48, war nicht mittig montiert, sondern weit nach rechts versetzt, um dem Fahrer Platz zu machen. hatte gravierende Folgen. Der Richtbereich der Waffe war asymmetrisch. Sie konnte 11° nach rechts schwenken, aber nur mickrige 5° nach links.

 Wenn ein Ziel weiter links auftauchte, [musik] musste der Fahrer den ganzen Panzer drehen. Mitten im Gefecht oft ein Todesurteil. Doch das schlimmste Schicksal hatte der Ladeschütze. Da die Kanone rechts saß, musste [musik] er links von ihr sitzen. Aber das Geschütz war für eine Bedienung von rechts ausgelegt.

 Der Ladeschütze musste also mit der linken Hand über das Verschlussstück greifen, [musik] um die Granaten in das Rohr zu wuchten. Dabei musste er aufpassen, dass der Rücklauf der Kanone ihm nicht den Arm abriss. Er arbeitete über Kreuz [musik] in einem schwankenden, stickigem Raum, in dem er nicht einmal aufrecht stehen konnte.

Veteranen berichten, dass der Ladeschütze im Hetzer der meist gehasste Job in der ganzen [musik] Panzerwaffe war. Der Kommandant hatte es kaum besser. Er saß ganz hinten in einer kleinen Nische. Da der Motor [musik] direkt hinter ihm lag und keine Trennwand den Kampfraum vom Motorraum isolierte, nur ein Drahtgitter, war der Lärm ohrenbetäubend.

Kommunikation war [musik] oft nur durch treten und schreien möglich. Aber der Kommandant hatte noch ein anderes Problem. Er war fast blind. Da der Hetzer keinen drehbaren Turm hatte, [musik] musste der Kommandant, um sich einen Überblick zu verschaffen, oft seinen Kopf aus der Luke stecken. Ein lebensgefährliches Unterfangen, wenn Scharfschützen lauerten.

 Doch hier zeigten die Ingenieure wieder ihre Kreativität. Sie bauten ein Schärfernrohr ein, mit dem man wie mit einem Periskop [musik] über den Rand schauen konnte, ohne den Kopf zu riskieren. Und dann war da noch das Maschinengewehr. [musik] Bei herkommlichen Panzern musste ein Soldat den Kopf aus dem Turm strecken, um das Flugabwehr MG zu bedienen.

 Beim Hetzer war das anders. Hier kam eine der ersten fernbedienbaren Waffenstationen der Geschichte zum Einsatz, das Rundum Feuergerät. Auf dem Dach war ein MG34 oder MG42 montiert, das der Ladeschütze von innen per Periscop und einem kleinen Joystick ähnlichen Mechanismus bedienen [musik] konnte.

 Er konnte Feinde niederhalten, ohne seine Panzerung zu verlassen. Für die Moral der Besatzung war dieses kleine technische Detail goldwert. Es gab ihnen das Gefühl, nicht völlig schutzlos der feindlichen [musik] Infanterie ausgeliefert zu sein, die versuchte, Sprengladungen an die Seite zu heften. Technisch gesehen war der Hetzer ein Hybrid.

 Er nutzte Komponenten, die in der ganzen Tschechoslowakei und im Deutschen Reich zusammengesucht wurden. Der Motor war ein Prager AI, ein Sechszylinder Benziner mit 160 PS. Das klingt nach wenig, aber für die 16 Tonnen reichte es, um den Hetzer auf der Straße auf 40 kmh zu bringen. Wichtiger war jedoch das Getriebe und das Fahrwerk.

 Im Gegensatz zu den deutschen Panzern mit ihren komplizierten Schachtellaufwerken, die im russischen Schlamm oft versagten und schwer zu reparieren waren, hatte der Hetzer ein simples Fahrwerk mit großen Laufrädern und Blattfedern. Es war robust, es war einfach zu walten und wenn eine Mine ein Rad abriss, konnte man es im Feld mit einfachem Werkzeug tauschen.

 Diese Zuverlässigkeit war 1944, als Ersatzteile mangelware waren, wichtiger als jede technische [musik] Raffinesse. Der Hetzer lief und lief. Während die Panther und Tiger mit Getriebeschäden am Straßenrand liegen blieben, tuckerten die kleinen Hetzern weiter an die Front. Die Produktion lief im BMW Werk und später auch bei Skoda in Pilsen auf [musik] Hochtouren.

 Es war ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Alliierten landeten in der Normandie. Im Osten begann die Operation Bagration. Die Wehrmacht verlor tausende Fahrzeuge pro Monat. Der Hetzer war dazu auserkoren, diese Lücken zu füllen. Er sollte nicht in Panzerdivisionen dienen, sondern als Rückgrad Panzerjägerabteilungen der Infanteriedivisionen.

Er war die Feuerwehr, die immer dann gerufen wurde, wenn die Linie zu Brechen drohte. Aber bevor der Hetzer seine erste Bewährungsprobe bestehen [musik]konnte, gab es Streit um den Namen. Offiziell hieß er Jagdpanzer 38. In den Akten taucht der Name Hetzer [musik] erstmals im Dezember 1943 auf, verschwindet dann aber wieder.

 Guderian soll gesagt haben, der Name sei nicht bissig genug. Doch die Truppe kümmerte sich nicht um offizielle Bezeichnungen. Für die Soldaten, die ihn zum ersten Mal sahen, war er der Hetzer, der Name passt. Er war ein Jäger, der seine Beute hetzte, aus dem Hinterhalt zuschlug und wieder verschwand.

 Er war kein Panzer für den offenen Schlagabtausch. Er war ein Gerill Kämpfer aus Stahl. Im Mai 1944 wurden die ersten Einhalten ausgerüstet. Die Panzerjägerabteilungen 731 und 743 waren die ersten, die das neue Gerät erhielten. Die Ausbildung war kurz, oft zu kurz. Viele Besatzungen [musik] kamen direkt von der Infanterie oder von gezogenen Packgeschützen.

 Sie waren keine elitären Panzersoldaten in schwarzen Uniformen, sondern einfache Lanzer, denen man nun eine hochkomplexe Maschine anvertraute. Sie mussten lernen, wie man den Prager Motor bei -20° startet, wie man die empfindliche Optik justiert [musik] und vor allem, wie man mit der begrenzten Sicht zurechtkommt. Die Taktik musste völlig neu entwickelt werden.

 Ein Hetzer durfte niemals allein operieren. Er brauchte Infanterie an seiner Seite, die ihm die Flanken deckte, denn seine Seitenpanzerung war mit 20 mm so dünn, dass schon schwere Panzerbüchsen sie durchschlagen konnten. Zeige dem Feind nie deine Seite, war das erste Gebot der Hetzerfiebel. Als die Züge mit den ersten serienmäßigen Hetzern Richtung Osten und Westen rollten, ahnte noch niemand, welchen Einfluss dieses kleine [musik] Fahrzeug auf die letzten 11 Monate des Krieges haben würde.

 Es war der Versuch, Masse durch Klasse zu ersetzen, aber auf eine andere Art als beim Tiger. Es war intelligente [musik] Masse, billig, tödlich, verfügbar. Doch die wahre Prüfung stand noch bevor. Wie würde sich der kleine tschechisch-deutsche Hybrid gegen die Flut der Shermans und T34 behaupten? Konnte eine 60 mm Panzerung wirklich dem Feuersturm von 1944 standhalten? Die Antwort sollten die blutigen Heckenkämpfe der Normandie und die weiten Steppen Polens geben.

 Und genau dort beginnt der zweite Teil unserer Geschichte, wo Theorie auf brutale Praxis trifft und aus dem technischen Konzept eine Legende aus Blut und Öl geschmiedet wird. Der Sommer 1944 war kein Sommer der Hoffnung für das Deutsche Reich. Es war ein Sommer des Untergangs. Im Osten brach die Heresgruppe Mitte unter der Wucht der sowjetischen Operation Bagration zusammen.

 Eine Lawine aus Stahl und Feuer, bestehend aus tausenden T3485 und den neuen schweren IS2 Panzern walz alles nieder, was sich ihr in den Weg stellte. Im Westen hatten sich die Alliierten in der Normandie festgebissen und brachen aus den Brückenköpfen aus. In genau diesem Moment, als die Fronten wie Kartenhäuser einstürzten, rollten die ersten Hetzer von den Bahnaggons.

Sie kamen nicht als strahlende Retter, sie [musik] kamen als Nothelfer. Die Soldaten, die diese kleinen Fahrzeuge in Empfang nahmen, blickten oft skeptisch auf die gedrungenen Maschinen. Wo waren die mächtigen Tiger? Wo waren die eleganten Panther? Stattdessen bekamen sie einen tschechischen Winzling.

 Doch diese Skepsis verflog meist nach [musik] dem ersten Gefecht. Die Feuertaufe im Osten war brutal. Die Hetzer wurden oft nicht wie geplant in geschlossenen Abteilungen eingesetzt, sondern kompanie oder garweise auseinander gerissen, um Löcher in der Front zu stopfen. Hier zeigte sich sofort der größte taktische Vorteil des Hetzers, seine Unsichtbarkeit.

In der weiten, oft deckungsarmen Wandschaft Polens und der Ukraine war ein hoher Panzer wie der Scherman oder selbst der Panzer 4 ein leichtes Ziel. Der Hetzer aber da kaum höher als ein Mannshoher Busch. Er verschmolz mit dem Gelände. Es gibt zahlreiche Berichte von sowjetischen Panzerkommandanten, die völlig überrascht wurden.

 Ein T34 Rudel rückte vor, suchte den Horizont nach den typischen Silhouetten deutscher Panzer ab und sah nichts. Plötzlich [musik] aus einer Entfernung von 800 m blitzte es aus einer Hecke oder einer Senke auf. Die 7,5 cm Pack 39 Bälte, das Geschoss Die Panzergranate 39, durchschlug die Front eines Tier 34 auf diese Distanz mühelos.

 Bevor die sowjetischen Besatzungen begriffen, woher das Feuer kam, hatte der Hetzer bereits nachgeladen. Die geringe [musik] Größe machte es extrem schwer, das Mündungsfeuer zu lokalisieren. Und wenn das feindliche Feuer schließlich zurückkam, prallte es oft an der extrem geneigten Frontplatte [musik] ab. Ein Veteran der Panzerjägerabteilung 731 beschrieb es in seinem Tagebuch so: [musik] “Wir saßen wie in einer stählernen Nussschale.

 Draußen hämmerte der Ivan mit allem, was er hatte. Es klang, als würde jemand mit einem Vorschlaghammer gegen eine Glocke schlagen, aber die Schale hielt. [musik] Wir waren klein, wir waren gemein und wir waren tödlich. Doch [musik] derEinsatz an der Front deckte auch die Schwächen schonlos auf. Die Blindheit der Besatzung, die wir bereits erwähnten, führte zu kritischen Situationen.

Da der Hetzer keinen drehbaren Turm hatte, war er im Nahkampf extrem verwundbar. Wenn sowjetische Infanterie nah genug herankam, war der Hetzer oft verloren. Das ferngesteuerte MG auf dem Dach war genial, aber es hatte nur einen begrenzten Munitionsvorrat [musik] und das Nachladen war kompliziert. Der Ladeschütze musste dazu eine kleine Luke öffnen.

 Das wirkliche Problem aber war die Seitenpanzerung. Mit nur 20 mm war sie fast wie Papier. Die russischen 14,5 mm Panzerbüchsen, die eigentlich [musik] gegen moderne Panzer wirkungslos waren, kommten einen Hetzer von der Seite durchlöchern wie einen Schweizer Käse. Erfahrene Kommandanten lernten schnell: Zeige niemals deine Flanke.

 Ein Hetzer, der flankiert wurde, war ein [musik] toter Hetzer. Das erzwang eine sehr spezifische Taktik. Der Hetzer war kein Angriffspanzer. Er war ein Lauerjäger. Schießen, Rückwärtsgang, Stellungswechsel. Im Westen, in den engen Bukage Landschaften der Normandie und später in den Wäldern der Adenen war der Hetzer in seinem wahren Element.

Hier waren die Kampfentfernungen kurz, oft unter 400 m. Auf diese Distanz war die PAK 39 absolut tödlich für jeden Scherman und jeden Chromwell. Die Alliierten hassten [musik] den Hetzer. Sie nannten ihn oft fälschlicherweise Hornisse oder hielten ihn für ein Sturmgeschütz. Seine Fähigkeit, sich in einem Hohlweg zu ducken und einen Konvoi aufzuhalten, machte ihn zu einem psychologischen Schreckgestänzt.

Besonders gefürchtet war er bei den amerikanischen Besatzungen, weil er schwer aus der Luft zu entdecken war. Die alliierten Jabos, Jagdbomber, die jeden Tiger sofort als Ziel erkannten, überflogen die gut getannten Hetzer oft einfach. In der Ardennenoffensive im Winter 19445 zeigte sich noch eine andere düstere Variante dieses Fahrzeugs, der Flammpanzer 38T.

Etwa 20 Hetzer wurden umgebaut. Statt der Kanone erhielten sie einen Flammenwerfer. Sie sollten den Weg durch die alliierten Linien freibrennen. [musik] Der psychologische Effekt war verheerend, aber militärisch war es ein Himmelfahrtskommando. Diese Fahrzeuge waren wandelnde Benzinfässer, ein Treffer in den Tank und die Besatzung verbrannte bei lebendigem Leib.

 Es zeigt die Verzweiflung der deutschen Führung, die nun auf Terrorwaffen setzte, statt auf taktische Überlegenheit. Während sich die Fronten immer enger um das Reich zogen, litt auch die Produktion des Hetzers unter dem Zusammenbruch der Wirtschaft. Gummi wurde so knapp, dass man ab Ende 1944 dazu überging, die gummi gepolsterten Laufräder durch stälerne Räder zu ersetzen.

 Das erhöhte den Lärmpegel im Innenraum ins [musik] Unerträgliche und die Vibrationen lösten oft Schrauben im Motorraum. Die Qualität des Stahls sank, doch die Produktion riss nicht ab. Im Gegenteil, BM und Skoda stießen Hetzer aus wie am Fließband. Im November 1944 erreichte die Produktion ihren Höhepunkt mit fast 400 Stück pro Monat.

 Kein anderer deutscher Panzer wurde in dieser Phase des Krieges in solchen Stückzahlen gefertigt. Warum? Weil er billig war. Ein Hetzer kostete 54 000 Reichsmark. Ein Tiger der I kostete über 300.000 und verbrauchte Ressourcen, die man nicht mehr hatte. Der Hetzer war die Antwort der Mangelwirtschaft auf den totalen Krieg.

Im Jahr 1945 wurde der Hetzer zum Mädchen für alles. Er wurde nicht mehr nur als Panzerjäger eingesetzt, sondern als Sturmgeschütz, als Aufklärer, sogar als Bergepanzer in einer speziellen Variante ohne Kanone. In den Straßenkämpfen um Budapest, [musik] Bresler und schließlich Berlin war er oft das letzte gepanzerte Fahrzeug, das den Verteidigern blieb.

Hier zwischen den Ruinen war seine geringe Größe wieder ein [musik] Vorteil. Er konnte sich in Hauseingängen verstecken, hinter Schuttbergen lauern, aber gegen die Masse der IS2 und der T3485, die nun zu [musik] tausenden in die Städte strömten, war es ein verzweifelter Kampf. Die Berichte aus den letzten Kriegstagen sind herzzerreißend.

 [musik] Hetzerbesatzungen, oft blutjunge Männer oder alte Reservisten kämpften, bis die Munition alle war oder der Sprit ausging. Und wenn das passierte, taten sie das, was tausende deutsche Panzerbesatzungen in diesen Tagen taten. Sie machten das Fahrzeug unbrauchbar. [musik] Eine Handgranate im Rohr, Zucker im Tank oder das Abmontieren des Verschlussblocks.

 [musik] Ein interessantes Detail am Rande, das oft vergessen wird. Die tschechischen Arbeiter in den Werken sabotierten [musik] die Fahrzeuge subtil. Es gibt Berichte über Hetzer, deren Benzinleitungen absichtlich porös waren oder [musik] deren Optiken deustiert eingebaut wurden. Ein stiller Widerstand, der viele deutsche Besatzungen das Leben kostete, bevor sie überhaupt [musik] den Feind sahen. Und doch, als am 5.

 Mai 1945 der Prager Aufstand ausbrach, setzten die aufständischen erbeuteteHetzer [musik] gegen den noch in der Stadt verbliebene SS ein. Es entbehrt nicht eine gewissen Ironie, dass der in Prag gebaute Panzer nun in den Straßen [musik] von Prag gegen seine Auftraggeber gerichtet wurde. Am 8. Mai 1945 schwiegen die Waffen.

 Die Wehrmacht war geschlagen, das Reich zerstört. Die meisten [musik] deutschen Panzer landeten auf den Schrottklätzen der Geschichte, eingeschmolzen, um den Wiederaufbau zu finanzieren. Doch der Hetzer überlebte und sein Überleben ist vielleicht der größte Beweis für die Genialität seiner Konstruktion. [musik] Die Schweizer Armee, die immer pragmatisch dachte und ein Fable für defensive Taktiken in gebirgem Gelände hatte, [musik] sah im Hetzer das perfekte Fahrzeug.

 Sie kauften nach dem Krieg 158 Stück von der Tschechoslowakei, die die Produktion unter dem Namen G13 einfach weiterlaufen ließ. Die Schweizer rüsteten sie um, bauten stärkere Motoren ein und nutzten sie bis in die 1970er Jahre. Stellen Sie sich das vor. Ein Panzer, [musik] der 1943 als Notlösung in den Trümmern von Berlin konzipiert wurde, diente noch im Zeitalter von Lenkraketen und Düsenjets in einer modernen europäischen Armee.

Warum fasziniert uns der Hetzer [musik] heute noch so sehr? Warum stehen Modellbauer und Historiker vor diesem kleinen Keil im Museum und nicken anerkennend, weil er das Gegenstück zum deutschen Größenwahn war? Der Tiger und der Königstiger waren Symbole der Hybris. Technisch beeindruckend, aber strategisch nutzlos.

Sie waren Dinosaurier, die zum Aussterben verurteilt waren. Der Hetzer hingegen war die Evolution in Echtzeit. Er war die Anpassung an eine brutale Realität. Er war nicht schön. Er war nicht komfortabel und er war sicher kein Ort, an dem man gerne seine Jugend verbrachte. Aber er funktionierte. Er war da Beweis, dass man nicht immer den größten Hammer braucht, um einen Nagel einzuschlagen.

 Manchmal reicht ein kleiner, präziser und verdammt harter [musik] Meißel. Der Hetzer war das Arbeitspferd der Endzeit. Der stille Begleiter des Untergangs. [musik] Er gewann den Krieg nicht. Kein Panzer hätte das 1944 noch gekonnt, aber er [musik] ermöglichte es der Infanterie noch einen Tag länger durchzuhalten. Er gab den Soldaten das Gefühl, nicht ganz schutzlos zu sein.

 Und in der grausamen Mathematik des Krieges, wo Leben gegen Zeit getauscht wird, war der Jagdpanzer 38T vielleicht die effizienteste Maschine, die das Dritte Reich je gebaut hat. Wenn wir heute auf ihn zurückblicken, sehen wir nicht das politische System, das ihn forderte, [musik] sondern die ingenieurstechnische Meisterleistung aus fast nichts, fast alles herauszuholen.

 Ein kleines böses Biest, das Geschichte schrieb.