Operation „Kleiner Saturn“ 1942: Die offensive Wende, die die Wehrmacht im Süden traf
Im Winter 1942 erlebte die Ostfront einen der dramatischsten Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs. Während die Welt gebannt auf das Inferno von Stalingrad blickte, bereitete die rote Armee eine weitere gewaltige Operation vor, die das Schicksal hundertausender Soldaten besiegeln sollte. Diese Operation trug den Decknamen kleiner Saturn und sollte sich als verheerend für die deutschen und verbündeten Streitkräfte erweisen.
Um die Bedeutung der Operation kleiner Saturn zu verstehen, müssen wir zunächst die strategische Situation im Herbst 1942 betrachten. Die Wehrmacht hatte seit dem Sommer ihre gesamte Kraft darauf konzentriert, die Ölfelder des Kaukasus zu erobern und gleichzeitig die strategisch wichtige Stadt Stalingrad an der Wolge einzunehmen.
Diese ehrgeizigen Ziele überspannten jedoch die logistischen und personellen Möglichkeiten der deutschen Streitkräfte. Die deutschen Flanken in diesem riesigen Frontachnitt wurden zunehmend von Truppen der verbündeten Nationen gehalten. Rumänische, italienische und ungarische Armeen waren entlang der Donfront positioniert.
Diese Verbände waren im Vergleich zu deutschen Divisionen schlechter ausgerüstet, hatten weniger Panzerabwehrwaffen und waren für die bevorstehenden sowjetischen Offensivoperationen völlig unzureichend vorbereitet. Die sowjetische Führung unter Stalin und seinen Generälen erkannte diese Schwachstelle.
Marshall Schukoff und andere hochrangige Militärführer entwickelten einen kühnen Plan. Die ursprüngliche Operation Saturn war als groß angelegte Offensive konzipiert, die tief in den Rücken der deutschen Truppen im Kaukasus vorstoßen sollte. Das Ziel war nichts geringeres als die vollständige Abschneidung der gesamten Heeresgruppe A im Kaukasus.
Doch die Ereignisse nahmen eine andere Wendung. Am 19. November 1942 startete die rote Armee die Operation Uranus. Diese Offensive zielte darauf ab, die sechste Armee unter General Friedrich Paulus in Stalingrad einzukesseln. Innerhalb weniger Tage gelang es sowjetischen Panzerspitzen, die rumänischen Flanken nördlich und südlich von Stalingrad zu durchbrechen und sich bei Kalsch am Donn zu vereinigen.
Die Kesselbildung um Stalingrad war vollzogen. Über 300.000 Deutsche und verbündete Soldaten saßen in der Falle. Diese dramatische Entwicklung zwang die sowjetische Führung ihre Pläne anzupassen. Die ursprüngliche Operation Saturn wurde zu einer kleineren, aber immer noch bedeutenden Offensive umkonzipiert, die nun den Namen kleiner Saturn erhielt.
Das Hauptziel der Operation kleiner Saturn war es, die italienische achtear Armee am mittleren Donn zu zerschlagen und die Operationsbasis der Wehrmacht in der Region Rostoff am Donn zu bedrohen. Gleichzeitig sollte verhindert werden, dass deutsche Verstärkungen zur Entsatzoperation für die eingeschlossene sechste Armee in Stalingrad herangeführt werden konnten.
Die sowjetischen Streitkräfte für diese Operation waren beeindruckend. Die Voronischfront unter General Fiodor Golikov und die Südwestfront unter General Nikolai Watutin stellten zusammen mehrere Armeen bereit. Die erste Gardearmee, die sechste Armee und die dritte Gardearmee bildeten die Hauptstoßkräfte. Insgesamt standen über 400.
000 Mann, über 1000 Panzer und mehr als 5000 Geschütze für die Offensive bereit. Auf deutscher Seite war die Lage Präk. Die italienische achte Armee unter General Giovanni Messe umfaßte etwa zehn Divisionen, die sich entlang einer Frontlinie von über 200 km erstreckten. Diese Divisionen waren schlecht für den russischen Winter ausgerüstet, hatten wenig motorisierte Unterstützung und verfügten nur über veraltete Panzerabwehrwaffen.
Einige deutsche Verbände, darunter das 20. Armee Chor waren zur Unterstützung eingeplant, aber ihre Kräfte waren begrenzt. Der 16. Dezember 1942 markierte den Beginn der Operation kleiner Saturn. Nach massivem Artilleriebeschuss brachen sowjetische Panzer und Infanterieverbände durch die dünnen italienischen Linien.
Die italienischen Soldaten, viele von ihnen ohne ausreichende Winterausrüstung und mit geringen Chancen gegen die sowjetischen T34 Panzer kämpften tapfer, wurden aber schnell überrannt. Innerhalb weniger Tage brach die Front zusammen. Sowjetische Panzerspitzen stießen tief in das Hinterland vor und eroberten wichtige Verkehrsknotenpunkte.
Die italienischen Divisionen erlitten katastrophale Verluste. Ganze Einheiten lösten sich auf und tausende von Soldaten versuchten, sich durch die verschneite Steppe nach Westen durchzuschlagen. Die deutschen Verbände, die zur Unterstützung herangeführt wurden, konnten den Zusammenbruch nicht aufhalten. Die 27.
Panzerdivision und andere motorisierte Einheiten versuchten verzweifelt Gegenangriffe zu führen, aber die Übermacht der sowjetischen Truppen war erdrückend. Die Temperaturen sanken auf -30° Csus, was die ohnehin schwierige Lage noch verschärfte. Ein besonders dramatisches Kapitel der Operation war das Schicksal desitalienischen Alpinior.

Diese Gebirgsjäger, die zu den Eliteeinheiten der italienischen Armee gehörten, wurden von der sowjetischen Offensive eingeschlossen. Unter extremen Bedingungen versuchten sie sich nach Westen durchzukämpfen. Viele Tausende starben in der eisigen Kälte oder vielen in sowjetische Gefangenschaft. Bis zum 24.
Dezember 1942 hatten die sowjetischen Truppen Tatzinskaya erobert, einen wichtigen Flugplatz, von dem aus die eingeschlossene sechste Armee in Stalingrad versorgt werden sollte. Die Eroberung dieses Flugplatzes war ein schwerer Schlag für die deutschen Versorgungsbemühungen. Transportflugzeuge vom Typ Junkers 52 konnten nun nicht mehr von dieser Basis aus starten, was die ohnehin unzureichende Luftbrücke nach Stalingrad weiters schwächte.
Die Operation kleiner Saturn hatte auch direkte Auswirkungen auf die deutsche Entsatzoperation für Stalingrad, die Operation Wintergewitter. Feldmarschall Erich von Mannstein hatte die Armeegruppe Hot unter General Hermann Hot zusammengestellt, um einen Korridor zur eingeschlossenen sechsten Armee zu öffnen. Doch die Erfolge der Operation kleiner Saturn zwangen Mannstein, Truppen von dieser Entsatzoperation abzuziehen, um den Zusammenbruch der gesamten Südfront zu verhindern.
Die vierte Panzerarmee unter Hot kam bis auf etwa 48 km an den Stalingrader Kessel heran, konnte aber ohne Verstärkungen nicht weiter vorstoßen. General Paulus weigerte sich, ohne ausdrücklichen Befehl Hitlers einen Ausbruchsversuch zu unternehmen und Hitler befahl der sechsten Armee in Stalingrad auszuharren. Die Kombination aus der erfolgreichen Abwehr der Operation Wintergewitter und dem Erfolg der Operation.
Kleiner Saturn besiegelte das Schicksal der sechsten Armee. Ende Dezember 1942 hatte die rote Armee ihre Hauptziele erreicht. Die italienische achte Armee war als kampffähiger Verband praktisch vernichtet. Von den ursprünglich zwei Tausendzetaus Mann der italienischen Truppen überlebten nur etwa 80.000. Die Verluste waren katastrophal.
Über 100.000 Tote, Verwundete und vermisste sowie etwa 45 000 Gefangene. Die strategischen Folgen der Operation kleiner Saturn waren weitreichend. Die sowjetischen Streitkräfte hatten bewiesen, daß sie nicht nur defensive Operationen, sondern auch komplexe offensive Manöver durchführen konnten. Die Koordination zwischen verschiedenen Fronten, der Einsatz von Panzerverbänden im Durchbruch und die Fähigkeit, bewegliche Operationen auch im Winter durchzuführen, zeigten die wachsende operative Kompetenz der Roten Armee. Für
die Wehrmacht bedeutete die Operation einen schweren Rückschlag. Die Zerstörung der italienischen achten Armee schuf eine riesige Lücke in der Front, die nur mit größter Mühe geschlossen werden konnte. Die deutschen Reserven waren erschöpft und die Notwendigkeit gleichzeitig die eingeschlossene sechste Armee zu entsetzen und den Zusammenbruch der Südfront zu verhindern, überstieg die verfügbaren Kräfte bei weitem.
Die Operation zwang auch zu strategischen Entscheidungen auf höchster Ebene. Hitlers Weigerung, rechtzeitig größere Rückzugsbewegungen zu genehmigen, verschärfte die Situation. Die Heresgruppe A im Kaukasus mußte schließlich doch zurückgezogen werden, um einer drohenden Abschneidung zu entgehen.
Die Operation kleiner Saturn hatte maßgeblich dazu beigetragen, diese strategische Neuordnung zu erzwingen. Für die italienischen Streitkräfte war die Operation eine traumatische Erfahrung. Die Überlebenden berichteten von unbeschreiblichen Leiden während des Rückzugs durch die winterliche Steppe. Viele starben nicht im Kampf, sondern erfroren oder starben an Erschöpfung.
Die italienische Öffentlichkeit war erschüttert, als die Nachrichten über das Ausmaß der Katastrophe nach Italien durchsickerten. Dies trug zur wachsenden Kriegsmüdigkeit in Italien bei und schwächte die Position Mussolinis. Die sowjetische Propaganda nutzte den Sieg für ihre Zwecke. Die Zerschlagung der italienischen Armee wurde als Beweis für die Überlegenheit der roten Armee dargestellt.
Die Fähigkeit, auch im tiefsten Winter erfolgreiche Offensiven zu führen, stärkte die Moral der sowjetischen Bevölkerung und der Truppen an der Front. Aus militärhistorischer Sicht war die Operation kleiner Saturn ein Beispiel für erfolgreiche operative Kriegführung. Die sowjetische Führung hatte die Schwachstellen des Gegners erkannt und gezielt ausgenutzt.
Die Konzentration überlegener Kräfte am entscheidenden Punkt, gefolgt von schnellen Vorstößen in die Tiefe des feindlichen Raumes, entsprach den Prinzipien der sowjetischen Operationskunst, wie sie in den 30er Jahren entwickelt worden waren. Die Operation demonstrierte auch die Bedeutung der Logistik und Vorbereitung.
Die rote Armee hatte im Geheimen große Mengen an Truppen, Panzern und Munition konzentriert. Die Tarnung dieser Vorbereitungen war weitgehend erfolgreich, so dass die Wehrmacht von Ausmaß und Zeitpunkt der Offensiveüberrascht wurde. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Rolle der Aufklärung und Nachrichtengewinnung.
Die sowjetische Führung hatte durch verschiedene Quellen, einschließlich Partisanenberichten und Luftaufklärung, ein gutes Bild von der deutschen Aufstellung gewonnen. Die Schwäche der italienischen Truppen war bekannt und die Operation wurde entsprechend geplant. Die deutsche Führung hingegen hatte die Gefahr unterschätzt.

Trotz Warnungen von Frontkommandanten über die Schwäche der verbündeten Truppen wurden keine ausreichenden Vorkehrungen getroffen. Die strategische Überdehnung der Wehrmacht, das Festhalten an der Stalingradoperation und der Glaube an die eigene Überlegenheit führten zu dieser katastrophalen Fehleinschätzung. Die Operation kleiner Saturn war auch ein Wendepunkt in den Beziehungen zwischen Deutschland und seinen Verbündeten.
Das Vertrauen Italiens, Rumäniens und Ungarns in die deutsche Kriegführung war erschüttert. Die hohen Verluste, die mangelhafte Unterstützung durch deutsche Truppen und die offensichtliche Überforderung der Wehrmacht ließen Zweifel an einem deutschen Endsieg aufkommen. In den folgenden Monaten sollte sich die Initiative an der Ostfront endgültig zugunsten der Sowjetunion verschieben.
Die Kapitulation der sechsten Armee in Stalingrad am 2. Februar 1943 war nur der dramatischste Ausdruck dieser Wende. Die Operation kleiner Saturn hatte ihren Teil dazu beigetragen, indem sie die Entsatzversuche vereitelte und die deutsche Südfront destabilisierte. Die langfristigen strategischen Folgen waren erheblich.
Die Wehrmacht mußte in den folgenden Jahren zunehmend defensive Operationen führen. Die sowjetische Industrie, die sich hinter dem Ural reorganisiert hatte, produzierte nun in gewaltigen Mengen Panzer, Artillerie und Flugzeuge. Die zahlenmäßige Überlegenheit der Roten Armee wuchs stetig und die Qualität ihrer Operationen verbesserte sich kontinuierlich.
Auch taktisch brachte die Operation wichtige Erkenntnisse. Die Verwendung von Panzerchkor als bewegliche Verbände zum tiefen Vorstoß in die feindlichen Linien wurde verfeinert. Die Koordination von Panzer, Infanterie und Artillerieverbänden verbesserte sich. Die rote Armee lernte, wie man auch unter schwierigsten Winterbedingungen offensive Operationen durchführen konnte.
Für die beteiligten Soldaten auf beiden Seiten war die Operation eine Erfahrung extremen Leids. Die deutschen und verbündeten Soldaten erlebten den Zusammenbruch ihrer Linien, den chaotischen Rückzug durch die eisige Steppe und die ständige Bedrohung durch sowjetische Panzer und Kavallerie. Viele gerieten in Gefangenschaft und sollten die Heimat nicht wiedersehen.
Die sowjetischen Soldaten ihrerseits zahlten ebenfalls einen hohen Preis für den Sieg. Trotz der erfolgreichen Offensive waren die sowjetischen Verluste erheblich. Die sowjetische Kriegführung opferte oft Menschenleben für strategische Gewinne und auch bei der Operation kleiner Saturn waren die Verluste auf sowjetischer Seite beträchtlich, wenn auch niedriger als die des Gegners.
Die Erinnerung an die Operation kleiner Saturn wurde von der offiziellen sowjetischen Geschichtsschreibung teilweise überschattet durch den dramatischeren Kampf um Stalingrad. Dennoch erkannten Militärhistoriker die Bedeutung dieser Operation als integralen Bestandteil der sowjetischen Winteroffensive 1942 bis 1943. In Italien wurde die Katastrophe am Donn zu einem traumatischen Ereignis der nationalen Erinnerung.
Literatur, Filme und Erinnerungen der Überlebenden hielten die Erinnerung an das Leiden der italienischen Soldaten wach. Die Frage nach der Verantwortung für diese Katastrophe belastete das Verhältnis zu Deutschland nachträglich. Abschließend läßt sich sagen, dass die Operation kleiner Saturn ein entscheidender Moment im Zweiten Weltkrieg war.
Sie demonstrierte die wiedergewonnene operative Kompetenz der roten Armee, markierte einen Wendepunkt an der Ostfront und trug maßgeblich zum Scheitern der deutschen Strategie im Süden der Sowjetunion bei. Zusammen mit der Einschließung und späteren Vernichtung der sechsten Armee in Stalingrad leitete die Operation kleiner Saturn die Phase ein, in der die Wehrmacht strategisch in die Defensive gedrängt wurde.
Die Operation bleibt ein mahnes Beispiel für die Gefahren strategischer Überdehnung, für die Folgen mangelhafter Vorbereitung von Bündnispartnern und für die Bedeutung realistischer Einschätzungen der eigenen Fähigkeiten und der gegnerischen Stärke. Sie zeigt auch die menschlichen Kosten des Krieges, das Leiden der Soldaten auf allen Seiten und die weitreichenden Folgen militärischer Entscheidungen für das Schicksal ganzer Nationen. M.
News
US-Präsident Trump gibt den Aufenthaltsort des venezolanischen Präsidenten Maduro preis.
US-Präsident Trump gibt den Aufenthaltsort des venezolanischen Präsidenten Maduro preis. TPO – US-Präsident Donald Trump sagte, der venezolanische Präsident Nicolás…
Die Stunde der Sühne: Entwicklungen im Fall der Verhaftung von Diktator Maduro und seiner Inhaftierung in New York. Russland protestiert vehement.
Die Stunde der Sühne: Entwicklungen im Fall der Verhaftung von Diktator Maduro und seiner Inhaftierung in New York. Russland protestiert…
“Wie im Zweiten Weltkrieg” – Trumps Rede nach dem Angriff auf Venezuela
“Wie im Zweiten Weltkrieg” – Trumps Rede nach dem Angriff auf Venezuela Letzte Nacht spät und heute früh Auf meine…
Der „unsichtbare Regen“: Die Geheimwaffe, die 20.000 Soldaten in 8 Tagen auslöschte
Der „unsichtbare Regen“: Die Geheimwaffe, die 20.000 Soldaten in 8 Tagen auslöschte Dezember 1944, das Hauptquartier der sechsten Panzerarmee nahe…
Die Schlacht um Moskau 1941–42: Der erste große Rückschlag der Wehrmacht
Die Schlacht um Moskau 1941–42: Der erste große Rückschlag der Wehrmacht Im Herbst des Jahres1 stand die deutsche Wehrmacht vor…
UKRAINE-KRIEG: Putins Videbotschaft an Trump und Selenskyj! Analyse! Diese Details machen hellhörig
UKRAINE-KRIEG: Putins Videbotschaft an Trump und Selenskyj! Analyse! Diese Details machen hellhörig Mit Spannung wird das heutige Treffen von Donald…
End of content
No more pages to load






