In einer ruhigen Weihnachtszeit, als viele Familien feierten, nutzten unbekannte Täter die Gelegenheit für einen der aufsehenerregendsten Einbrüche der deutschen Kriminalgeschichte.

In der Sparkassenfiliale im Gelsenkirchener Stadtteil BU bohrten sie mit einem schweren Spezialbohrer ein großes Loch durch eine dicke Stahlbetonwand und gelangten so in dem Tresorraum, wo sie rund 3200 Schließfächer aufbrachen, was etwa 90 bis 95% aller Fächer in diesem Raum betrifft und mehr als 2500 Kunden in tiefe Verunsicherung stürzt.

Die Ermittler schätzen die erbeutete Summe auf bis zu 30 Millionen Euro, wobei der genaue Schaden erst durch Befragungen der Betroffenen geklärt werden kann, da die Bank keinen Einblick in die Inhalte der privaten Schließfächer hat.

Der Einbruch wurde am frühen Montagmgen des 29. im Dezember durch einen Brandmeldealarm entdeckt, der wahrscheinlich durch Bohstaub ausgelöst wurde.

 Und die Täter hatten zuvor über ein angrenzendes Parkhaus Zugang zum Gebäude erlangt, mehrere Türen durchbrochen und den Durchbruch in einem Archivraum vorbereitet, was auf eine professionelle und zeitintensive Planung hindeutet, bei der vermutlich zwei bis drei Personen beteiligt waren.

Erste Spuren führen zu maskierten Männern, die Zeugen mit großen Taschen im Parkhaus beobachteten, sowie zu einem schwarzen Audi RS6 mit gestohlenem Kennzeichen aus Hannover, der am Montagmgen das Parkhaus verließ.

Die Nachricht vom Einbruch löste sofort große Unruhe aus. Bereits am Montag und Dienstag versammelten sich hunderte besorgte Kunden vor der Filiale, forderten Zugang zu ihren Fächern und Informationen, was zu angespannten Szenen führte, in denen die Polizei eingreifen, den Vorraum räumen und die Filiale vorübergehend schließen musste.

Viele Betroffene berichteten von schweren Verlusten an Ersparnissen, Gold, Schmuck und familiären Wertsachen, die oft als Altersvorsorge oder für Kinder und Hochzeiten gedacht waren und kritisierten die Sicherheitsmaßnahmen, während klar wurde, dass die standardmäßige Versicherung der Sparkasse pro Fach nur 10300 € abdeckt und höhere Summen eine separate Vereinbarung erfordern.

 Die Bank arbeitet eng mit der Versicherung zusammen, um eine möglichst kundenfreundliche Abwicklung zu gewährleisten und die Geschädigten bei der Dokumentation ihrer Verluste zu unterstützen, während die Polizei die Ermittlungen intensiv fortsetzt und weiterhin Zeugenhinweise erbittet. M.