Stellen Sie sich vor, Sie haben ein langes Leben im Dienste des Staates und der Politik verbracht, nur um im Alter von 84 Jahren festzustellen, dass Sie Ihr eigenes Haus nicht mehr ohne Personenschutz verlassen können. Dies ist kein Szenario aus einem düsteren Polit-Thriller, sondern die bittere Realität von Alexander Gauland. Der Mitbegründer der AfD erlebt derzeit einen sozialen und persönlichen Absturz, der weit über die politischen Grenzen hinaus Wellen schlägt. Es ist die Geschichte eines Mannes, der zum „Staatsfeind“ erklärt wurde – nicht offiziell, aber durch die faktische Ausgrenzung aus fast allen Bereichen des öffentlichen Lebens.
Die Isolation beginnt im Privaten und zieht sich wie ein roter Faden durch Gaulands Alltag. Besonders schmerzhaft ist der Bruch mit der eigenen Familie, die sich aufgrund seiner politischen Überzeugungen von ihm abgewendet hat. Doch damit nicht genug: Hotels, in denen er über 40 Jahre lang Stammgast war, verweigern ihm plötzlich den Zutritt. „Wir möchten Sie nicht mehr beherbergen“, lautet die knappe Botschaft, die ein ganzes Leben an Verbundenheit und Tradition mit einem Schlag vernichtet. Für einen Mann in seinem Alter ist dieser Verlust von Heimat und Beständigkeit ein emotionaler Kahlschlag, der tiefe Spuren hinterlässt.

Die körperliche Bedrohung ist allgegenwärtig. Gaulands Haus in Brandenburg ist regelmäßig Ziel von Farbattacken, sein Auto wurde demoliert, und die Flut an Drohbriefen nimmt kein Ende. Einfache Erledigungen wie ein Einkauf oder ein Arztbesuch sind ohne bewaffnete Sicherheitskräfte undenkbar geworden. Dieser Zustand der permanenten Belagerung hat fatale Folgen für seine Gesundheit. Mit 84 Jahren kämpft Gauland nicht nur gegen seine politischen Gegner, sondern auch gegen Bluthochdruck, Herzprobleme und schwere Depressionen. Es ist ein Kampf an vielen Fronten, den ein Mensch in diesem Stadium seines Lebens kaum noch gewinnen kann.
Doch der Fall Gauland ist kein Einzelfall, sondern steht stellvertretend für eine Eskalation der politischen Auseinandersetzung in Deutschland. Das Video zieht Parallelen zu Alice Weidel, die ihre Wahlkampftour abbrechen musste und in ein Safehaus evakuiert wurde – faktisch unter Hausarrest im eigenen Land. In Berlin und Hannover tauchen Plakate auf, die offen ihren Tod fordern. Wenn politische Auseinandersetzung in nackte Gewalt und Todesdrohungen umschlägt, ist eine gefährliche Grenze überschritten. Gauland selbst sieht die Ursache in einem System, das Verständnis als Verrat deutet und damit jede Grundlage für einen gesellschaftlichen Frieden zerstört.

Interessanterweise warnt Gauland trotz seiner eigenen Radikalisierung vor der Zerstörung der CDU. Er enthüllt, dass Politiker wie Friedrich Merz die Union zwar verändern wollen, aber die Macht der Medien und Moderatorinnen wie Dunja Hayali fürchten. Gaulands Prophezeiung ist düster: Noch nie habe eine „Brandmauer“ in einer funktionierenden Demokratie Bestand gehabt. Er fordert eine Rückkehr zum sachlichen Diskurs, während er gleichzeitig miterleben muss, wie die Straße eskaliert. Der Brandanschlag auf das Jagdschloss der Familie Thurn und Taxis durch Linksextremisten ist für ihn nur ein weiteres Zeichen für ein System, das bei Gewalt von links allzu oft schweigt oder verharmlost.
Am Ende bleibt das Bild eines gebrochenen Mannes, der einst auszog, um das Land zu verändern, und nun von den Geistern, die er mitrief, und dem Hass seiner Gegner gleichermaßen erdrückt wird. Die Geschichte von Alexander Gauland ist eine Mahnung an uns alle: Wenn die Polarisierung so weit fortschreitet, dass ein Mensch im Alter keine Würde und keine Sicherheit mehr erfährt, dann steht weit mehr auf dem Spiel als nur eine politische Karriere. Es geht um das Fundament unseres Zusammenlebens. Gaulands spätes Aufbegehren gegen die radikalen Tendenzen in der eigenen Partei zeigt, dass er die Gefahr erkennt – doch für ihn persönlich könnte es bereits zu spät sein. Seine Geschichte ist ein trauriges Dokument über den Preis des Widerspruchs in einer zutiefst gespaltenen Gesellschaft.

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