Chris Rea war in der glitzernden und oft ohrenbetäubenden Welt des Pop und Rock nie der Mann für die großen Schlagzeilen oder die spektakulären Skandale. Während andere Musiker Stadien mit pyrotechnischen Shows füllten und sich alle paar Jahre neu erfanden, blieb Rea sich selbst treu. Seine markante, rauchige Stimme, die oft mit Asphalt nach einem Sommerregen verglichen wird, und sein unverkennbares Gitarrenspiel begleiteten Generationen von Autofahrern auf der „Road to Hell“ oder beim „Driving Home for Christmas“. Doch hinter der unaufgeregten Fassade des heute 73-Jährigen verbarg sich stets eine tiefe Reflexion über das Wesen des Erfolgs und den Preis, den man dafür zu zahlen bereit sein muss. Erstmals spricht Chris Rea nun offen über fünf Kollegen, fünf Weltstars, die als seine persönlichen Maßstäbe dienten – nicht immer als Vorbilder im klassischen Sinne, sondern oft als mahnende Beispiele dafür, welchen Weg er gerade nicht einschlagen wollte.

Auf Platz fünf seiner persönlichen Liste steht Bryan Adams. Adams verkörperte für Rea den direkten, schnellen Erfolg. Während Rea im Studio an komplizierten Stimmungen feilte und seinen Songs Zeit zum Atmen ließ, marschierte Adams mit einer unglaublichen Energie und Geradlinigkeit voran. Für Rea war dies kein Grund für Neid, sondern ein faszinierender Kontrast. Adams wusste instinktiv, wie man ein Massenpublikum sofort erreicht. Rea erkannte durch ihn, dass Erfolg viele Gesichter hat und dass sein eigener, langsamerer Weg legitim war. Es war die Erkenntnis, dass man nicht verliert, nur weil man ein anderes Tempo wählt.
Die vierte Position nimmt Phil Collins ein, ein Musiker, dessen omnipräsenter Erfolg in den 80er und 90er Jahren Chris Rea mit gemischten Gefühlen beobachtete. Collins war überall – im Radio, im Fernsehen, auf Dauer-Welttournee. Doch Rea sah auch den Schatten, den dieser gigantische Ruhm warf. Er beobachtete, wie der Druck Collins nicht nur musikalisch forderte, sondern auch sein Privatleben und seine Gesundheit angriff. Für Rea wurde Phil Collins zum Symbol für einen Pakt mit dem Teufel: Weltrum ist kein Geschenk, sondern ein Vertrag, bei dem man oft mehr von seiner eigenen Substanz gibt, als man am Ende zurückerhält. Rea zog daraus die Konsequenz, dass er seine Musik niemals hassen und sein Leben niemals dem reinen Größenwahn opfern wollte.

Erschütternd ehrlich äußert sich Rea auf Platz drei über das Gitarrengenie Eric Clapton. Für viele war Clapton ein Gott, doch für Rea war er der Beweis, dass selbst das größte Talent keinen Schutz vor tiefem menschlichem Schmerz bietet. Er beobachtete Claptons Weg durch Drogenabstürze und den tragischen Verlust seines Sohnes mit großem Respekt, aber auch mit einer gewissen Angst. Rea verstand durch Clapton, dass Musik zwar trösten und retten kann, aber niemals in der Lage ist, die tiefsten Wunden des Lebens ungeschehen zu machen. Während eine ganze Generation von Musikern glaubte, dass künstlerische Tiefe nur durch Selbstzerstörung möglich sei, entschied sich Rea bewusst für die Integrität. Er wollte fühlen und ehrlich sein, ohne dabei innerlich zu zerbrechen.
Ein ganz besonderer Name findet sich auf Platz zwei: Mark Knopfler. Stilistisch und in ihrer musikalischen Haltung waren sich Rea und Knopfler vermutlich am nächsten. Beide pflegten eine leise Autorität, verzichteten auf Effekthascherei und ließen lieber ihre Instrumente sprechen. Gerade diese Ähnlichkeit machte Knopfler für Rea zum schwierigsten Maßstab. In Kritiken wurden sie ständig verglichen, was für Rea einen enormen subtilen Druck erzeugte. Knopflers Erfolg mit den Dire Straits und sein Ikonenstatus zwangen Rea zu der fundamentalen Frage: Willst du mehr Ruhm oder willst du „echt“ bleiben? Durch Knopfler lernte Rea, dass wahre Authentizität nicht im Vergleich mit anderen entsteht, sondern in der bewussten Entscheidung, sich eben nicht mehr zu vergleichen.

An der Spitze dieser Liste steht jedoch ein Mann, der in fast jeder Hinsicht das genaue Gegenteil von Chris Rea verkörpert: Elton John. Für Rea war Elton John der ultimative Superstar – lauter, bunter und unaufhaltsamer als jeder andere. Rea bewunderte Eltons musikalisches Genie und seine unglaubliche Offenheit, doch gleichzeitig erschreckte ihn das Ausmaß dieses Ruhms zutiefst. Er sah hinter dem Glanz die Jahre der Sucht und des Selbstverlusts. Elton John wurde für Rea zum finalen Beweis dafür, dass extreme Größe oft den Verlust der persönlichen Freiheit bedeutet. Er erkannte, dass ein Leben, das vollständig der Öffentlichkeit gehört, keinen Schutzraum mehr bietet.
Heute blickt Chris Rea mit 73 Jahren ohne Bitterkeit auf seine Karriere zurück. Er hat die fünf Stars als Spiegel genutzt, um seinen eigenen Platz in der Welt zu finden. Er entschied sich gegen die Masken, gegen das Spektakel und gegen das Dauerlicht der Stadien. Sein Ziel war es nie, der Größte zu sein, sondern der Ehrlichste sich selbst gegenüber. Der Rückblick auf diese fünf Weggefährten ist somit weniger eine Abrechnung mit anderen, sondern vielmehr eine Liebeserklärung an ein Leben, das ihm selbst gehört – eine Reise, auf der er zwar nicht den höchsten Gipfel erklommen, aber dafür niemals den Boden unter den Füßen verloren hat.
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