Peter Maffay ist die unangefochtene Instanz des deutschen Rock. Mit 21 Nummer-1-Alben und über 50 Millionen verkauften Tonträgern hat er eine Karriere hingelegt, die in der deutschen Musikgeschichte ihresgleichen sucht. Doch hinter der Fassade des disziplinierten „Mannes aus Stahl“ tobten über Jahrzehnte Kämpfe, die die Öffentlichkeit kaum erahnen konnte. Im Alter von 76 Jahren hat Maffay nun sein Schweigen gebrochen und eine Wahrheit offenbart, die weit über das Image der Lederjacken-Ikone hinausgeht. Es ist eine Geschichte von radikaler Selbstzerstörung, einem medizinischen Albtraum und der späten Erkenntnis, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Der Pakt mit der Selbstzerstörung: 80 Zigaretten und literweise Whisky

In den 1980er Jahren, auf dem absoluten Zenit seines Erfolgs, führte Maffay ein Leben am Limit – allerdings nicht so, wie es die Rock-Klischees vermuten ließen. Sein Treibstoff waren keine harten Drogen, sondern die legalen Gifte: Bis zu drei Flaschen Whisky täglich und ein Pensum von 80 Zigaretten pro Tag. „Ich war permanent unter Strom, aufgeputscht durch Nikotin und Ethanol“, gesteht er heute mit einer Schonungslosigkeit, die erschüttert. Sein Körper war ein Schlachtfeld der Arbeitsmoral, sein Verstand ertrank im Alkohol, während er auf der Bühne den unbesiegbaren Rebell gab. Erst ein radikaler Bruch von heute auf morgen rettete ihm damals das Leben.

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Die Diagnose des Todes: Ein medizinischer Justizirrtum

Anfang der 1990er Jahre folgte der schwerste psychische Schlag. Ein Arzt konfrontierte Maffay mit der Diagnose Lungenkrebs im Endstadium. Für den Musiker war es ein Todesurteil ohne Berufungsmöglichkeit. In dieser Phase der totalen Ohnmacht versank er in einer lähmenden Depression. Die Angst vor einem qualvollen Ende und dem Verlust der Kontrolle über sein Leben war so groß, dass Maffay ernsthaft den Suizid als einzigen Ausweg plante. Erst eine Zweitmeinung enthüllte den skandalösen Irrtum: Es war eine Fehldiagnose. Dieser „heilsame Schock“ veränderte sein gesamtes Weltbild und ließ ihn die Zerbrechlichkeit des Ruhms und den Wert jedes einzelnen Tages radikal neu bewerten.

Trümmerhaufen Privatleben: Millionen-Abfindungen und späte Liebe

Während Maffay musikalisch von Erfolg zu Erfolg eilte, glich sein Privatleben oft einem Trümmerfeld. Fünf Ehen und vier schmerzhafte Trennungen hinterließen tiefe Spuren. Besonders die Scheidung von seiner vierten Frau im Jahr 2022 kostete ihn nicht nur emotional viel Kraft, sondern auch eine astronomische Abfindung von 3,2 Millionen Euro sowie den Verlust seiner geliebten Familienvilla.

Mitten in diesem Chaos fand er sein spätes Glück bei Hendrikje Balsmeyer. Trotz des Altersunterschieds von 38 Jahren und der massiven Kritik der Öffentlichkeit blieb Maffay standhaft. „Diese Liebe war keine Flucht, sondern eine späte Ankunft“, so der Rockveteran. 2022 gaben sie sich das Ja-Wort, doch das Wissen um die begrenzte gemeinsame Zeit überschattet dieses Glück und ist einer der Hauptgründe für seinen jetzigen Rückzug.

Peter Maffay: Bilder einer Karriere - Yahoo Nachrichten Deutschland

Der finale Vorhang: Warum 2025 wirklich Schluss ist

Das Jahr 2025 markiert das endgültige Ende einer Ära. Die Farewell-Tour ist kein PR-Gag, sondern die Konsequenz aus gesundheitlichen Warnsignalen und einer radikalen Prioritätenverschiebung. Maffay musste im letzten Jahr den Tod seines Vaters verkraften und sah sich mit schweren Krisen im engsten Familienkreis konfrontiert. Plötzlich waren Autogrammstunden und Goldene Schallplatten nebensächlich geworden.

Sein Rückzug von der großen Bühne ist sein letzter großer Sieg über sein eigenes Ego. Er will nicht als Opfer des Alters gehen, sondern als Vater, der sieht, wie seine kleine Tochter aufwächst, und als Ehemann, der seiner Frau die Zeit schenkt, die er früher seinen Karrieren geopfert hat. Peter Maffay bricht sein Schweigen, um rein Tisch zu machen. Er war ein Sünder, ein Suchender und ein Kämpfer. Nun, mit 76 Jahren, ist er bereit, einfach nur Peter zu sein. Die Lichter im Stadion gehen aus, aber für Maffay beginnt nun das wichtigste Kapitel seines Lebens: Die Zeit jenseits des Rampenlichts.

Pressemeldung: Hendrikje Balsmeyer und Peter Maffay sind neue  Lesebotschafter | Presseportal