Es war ein schicksalhafter Moment, der das Leben einer der größten Sportikonen Deutschlands in nur wenigen Sekunden radikal veränderte. Der Münchner Nachthimmel war schwer und grau, dicke Wolken schienen auf die Stadt zu drücken, während der Regen unaufhörlich auf den Asphalt der Autobahn A9 prasselte. Inmitten dieser bedrückenden Kulisse befand sich Bastian Schweinsteiger auf dem Heimweg von einem Geschäftstreffen, nichtsahnend, dass diese Fahrt beinahe seine letzte sein würde.

Gegen 22:47 Uhr nahm das Unheil seinen Lauf. Schweinsteiger steuerte seinen Audi R8 mit sicherer Geschwindigkeit durch die nasse Nacht. In seinen Gedanken war er bereits zu Hause bei seiner geliebten Frau Anna Ivanovic, die er wie jeden Abend sanft in den Schlaf begleiten wollte. Doch das Idyll wurde jäh zerrissen. Ein schwarzes Fahrzeug raste mit beängstigendem Tempo von hinten heran. Trotz Bastians Versuch auszuweichen, kam es zur heftigen Kollision. Der Aufprall war so gewaltig, dass der Audi außer Kontrolle geriet, sich mehrfach drehte und schließlich mit ohrenbetäubendem Lärm in die Stahlbarrieren einschlug. Zersplitterndes Glas und verzogenes Metall markierten das Ende der Fahrt und den Beginn eines verzweifelten Kampfes um das Überleben.

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Die Rettungskräfte, die kurz darauf am Unfallort eintrafen, fanden eine Trümmerlandschaft vor. Bastian Schweinsteiger war bewusstlos, gezeichnet von schweren Kopfverletzungen und massivem Blutverlust. Die Sanitäter arbeiteten unter Hochdruck, während die Sirenen die Stille der Nacht durchschnitten. Die Diagnose in der Notaufnahme des Münchner Universitätsklinikums war niederschmetternd: Schädel-Hirn-Trauma, gebrochene Rippen und der Verdacht auf einen Lungenriss. Dr. Martin Heller, der diensthabende Nachtarzt, übernahm sofort die Leitung der Notoperation.

Während das medizinische Team im hellen, kalten Licht des Operationssaals gegen den drohenden hämorrhagischen Schock und den steigenden Hirndruck kämpfte, ereichte die Nachricht auch Anna Ivanovic. Die ehemalige Tennis-Weltklasse-Spielerin eilte unter Tränen und in tiefer Sorge zur Klinik. Ihr Bild in der Notaufnahme – mit durchnässten Kleidern und von Angst gezeichnetem Gesicht – verdeutlichte das menschliche Drama hinter den Schlagzeilen. Stundenlang saß sie regungslos im Wartebereich, ihr Kruzifix fest umklammert, während nur wenige Meter entfernt Spezialisten der Neuro- und Thoraxchirurgie versuchten, das Leben ihres Mannes zu retten.

Emotion pur in Mönchengladbach: Schweinsteiger weint zum Abschied - ntv.de

Im Inneren des Komas erlebte Schweinsteiger eine ganz eigene, surreale Welt. Zwischen Erinnerungen an die Allianz Arena und Visionen von seiner Frau Anna schien sein Bewusstsein zwischen Leben und Tod zu pendeln. Dramatische Szenen spielten sich im OP ab, als sein Herzschlag kurzzeitig aussetzte und die Ärzte zu Elektroschocks greifen mussten. Ein Moment des tiefsten Bangens, der glücklicherweise in eine vorerst stabile Herzfrequenz mündete.

Obwohl die Ärzte nach mehr als drei Stunden Operation vorsichtige Signale der Hoffnung sendeten, bleibt die Lage kritisch. Bastian Schweinsteiger liegt weiterhin im Koma, während sein Körper versucht, sich von den schweren Eingriffen zu erholen. Die Anteilnahme in der Bevölkerung ist riesig; Fans und Weggefährten weltweit beten für das „Herz“ des deutschen Fußballs. In dieser langen Nacht wurde deutlich, wie zerbrechlich das Glück ist, selbst für einen Mann, der scheinbar alles erreicht hat. Der Kampf im Krankenhaus geht weiter, und wir alle hoffen, dass Bastian Schweinsteiger auch dieses Mal als Sieger vom Platz gehen wird – für sich, für Anna und für ihr gemeinsames Kind.

Neulich im Krankenhaus: Neureuther und Schweinsteiger teilen sich Zimmer