In den prunkvollen Hallen der Macht in Brüssel und Paris scheint die Zeit gelegentlich stillzustehen. Man gibt sich dort immer noch gerne dem Glauben hin, dass die Welt nach europäischen Regeln spielt und dass der afrikanische Kontinent geduldig darauf wartet, von der Weisheit und dem Geldbeutel des Westens geleitet zu werden. Doch die Realität auf dem Boden in Luanda, der Hauptstadt Angolas, sprach während des jüngsten EU-Afrika-Gipfels eine völlig andere, weitaus nüchternere Sprache. Während Ursula von der Leyen, Emmanuel Macron und Friedrich Merz versuchen, verlorenes Terrain zurückzugewinnen, müssen sie feststellen, dass sie nicht nur zu spät kommen, sondern dass die Tür bereits von einem weitaus pragmatischeren Akteur weit aufgestoßen wurde: China.
Die Dynamik der Weltpolitik hat sich verschoben, weg von einer unipolaren Vorherrschaft des Westens hin zu einer multipolaren Ordnung. In dieser neuen Welt lassen sich die afrikanischen Nationen nicht mehr vorschreiben, mit wem sie Geschäfte zu machen haben. Der angolanische Präsident João Lourenço brachte es in seiner Eröffnungsrede auf den Punkt, als er erklärte, dass die Welt nicht nur aus ein oder zwei Ländern bestehe und man offen für die gesamte Welt sei. Es ist ein neues Selbstbewusstsein, das in Europa oft missverstanden oder ignoriert wird. Man blickt immer noch durch die Brille der ehemaligen Kolonialmächte auf den Kontinent, eine Haltung, die besonders bei Frankreichs Präsident Macron für Verstimmung sorgt. Wenn dieser in Afrika auftritt und die Verantwortung für instabile Stromnetze allein den lokalen Regierungen zuschiebt, während er die neokolonialen Verflechtungen ausblendet, erntet er in Afrika nur noch Kopfschütteln.

China hingegen hat eine völlig andere Strategie gewählt, die bereits in den 1970er Jahren ihren Anfang nahm. Zu einer Zeit, als China selbst noch ein armes Entwicklungsland war, investierte es bereits in Infrastrukturprojekte wie die Eisenbahnlinie zwischen Tansania und Sambia. Im Gegensatz zu europäischen Projekten, die oft primär darauf ausgelegt waren, Rohstoffe so schnell wie möglich zu den Häfen und damit nach Europa zu transportieren, zielten die chinesischen Investitionen auf die Stärkung der Binnenstruktur ab. Dieser historische Vorsprung zahlt sich heute aus. China wird in vielen Teilen Afrikas als Vorbild wahrgenommen – als ein Land, das es aus eigener Kraft von einer Kolonie zur Weltmacht geschafft hat, ohne anderen seine moralischen Werte aufzudrücken.
In Europa wird oft das Schreckgespenst der “Schuldenfalle” an die Wand gemalt. Man warnt die afrikanischen Partner davor, sich von Peking abhängig zu machen. Doch diese Warnungen wirken in afrikanischen Ohren oft paternalistisch und unehrlich. Studien zeigen, dass afrikanische Entscheidungsträger die schnelle Umsetzung von Projekten und die Nichteinmischung Chinas in interne politische Angelegenheiten weitaus mehr schätzen als die oft als herablassend empfundene “Werteorientierung” der EU. Die Europäer treten oft als Lehrer auf, die den “dummen Afrikanern” erklären wollen, wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu funktionieren haben, während sie gleichzeitig ihre subventionierten Agrarüberschüsse auf afrikanische Märkte werfen und damit die lokale Landwirtschaft ruinieren.

Es ist eine bittere Pille für Brüssel, dass der Westen zwar immer noch der größte Kreditgeber ist, aber politisch und emotional an Boden verliert. Die Afrikaner nutzen ihre verbesserte Verhandlungsposition geschickt aus. Sie binden nicht nur China ein, sondern suchen auch die Nähe zur Türkei, zu den USA und anderen aufstrebenden Mächten. Das Ziel ist klar: weg von der einseitigen Abhängigkeit als Rohstofflieferant für Europa, hin zu einer diversifizierten Wirtschaft. Wenn die EU versucht, diese Beziehungen zu untergraben, schadet sie sich letztlich nur selbst.
Die Ironie der Geschichte ist, dass eine wirtschaftlich starke und unabhängige afrikanische Union auch im Interesse Europas liegen sollte. Wenn die Volkswirtschaften vor Ort wachsen und echte Perspektiven bieten, sinkt auch der Migrationsdruck, der in Europa für so viel politischen Zündstoff sorgt. Doch anstatt echte Partnerschaften auf Augenhöhe zu suchen, scheint man in Brüssel lieber den moralischen Zeigefinger zu heben und gleichzeitig zu versuchen, China auszubooten. Es ist ein Spiel, das Europa bereits verloren hat, wenn es seinen Kurs nicht radikal ändert.

Der EU-Afrika-Gipfel hat eines deutlich gezeigt: Die Zeiten, in denen man in Afrika mit ein paar Brotkrumen und moralischen Belehrungen Eindruck schinden konnte, sind vorbei. China hat das Spielfeld besetzt, und zwar nicht durch Zwang, sondern durch eine Form der Zusammenarbeit, die den Bedürfnissen der afrikanischen Staaten nach schneller Entwicklung und Respekt eher entspricht. Während Ursula von der Leyen noch von “geteiltem Wohlstand” spricht, fragen sich viele in Afrika, welcher Wohlstand damit eigentlich gemeint ist – der europäische, der gerade selbst ins Wanken gerät?
Europa muss lernen, dass es in einer multipolaren Welt nur einer von vielen Partnern ist. Die Arroganz der alten Weltmächte ist ein Relikt der Vergangenheit, das in der neuen globalen Realität keinen Platz mehr hat. Es bleibt abzuwarten, ob die politischen Eliten in Brüssel und Berlin fähig sind, diesen Realitätsschock zu verarbeiten, oder ob sie weiterhin zusehen werden, wie ihnen ein ganzer Kontinent diplomatisch und wirtschaftlich entgleitet. Eines ist sicher: China wartet nicht darauf, dass Europa aufwacht.
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