In den prunkvollen Fluren von Brüssel braut sich derzeit ein Sturm zusammen, der weit über das übliche Maß politischer Gipfelgeplänkel hinausgeht. Es ist kein normales Theater mehr; es ist ein geopolitischer Stresstest, bei dem die Welt buchstäblich den Atem anhält. Im Zentrum dieses Bebens stehen zwei Männer, deren Visionen für die Zukunft des Westens nicht weiter auseinanderliegen könnten: der designierte US-Präsident Donald Trump und der deutsche Unionschef Friedrich Merz. Was vordergründig wie ein Streit um Verfahrensfragen wirkt, ist in Wahrheit ein knallharter Kampf um Geld, Macht und die fundamentale Stabilität des europäischen Finanzsystems.
Der Stein des Anstoßes ist ein Plan, der im Brüsseler Machtzentrum unter Führung von Friedrich Merz und Ursula von der Leyen vorangetrieben wird. Es geht um den Zugriff auf rund 210 Milliarden Euro an eingefrorenem russischem Staatsvermögen, das größtenteils beim Finanzdienstleister Euroclear in Belgien verwahrt wird. Merz will dieses Geld faktisch enteignen, um Löcher in europäischen Haushalten zu stopfen, Kredite abzusichern und die weitere Unterstützung der Ukraine zu finanzieren. Doch was für die einen wie ein rettender Strohhalm in finanziell prekären Zeiten wirkt, ist für Kritiker und internationale Akteure ein brandgefährlicher Tabubruch, der das Fundament der globalen Finanzarchitektur sprengen könnte.

Donald Trump hat bereits unmissverständlich klargemacht, was er von diesem Vorhaben hält: Nichts. Dass er einen Bogen um Berlin macht und demonstrativ den Kontakt zum deutschen politischen Zentrum meidet, wird in Washington als klares Signal gewertet. Trump arbeitet aktiv gegen den „März-Plan“. Er sieht darin nicht nur eine unnötige Eskalation gegenüber Moskau, die seine eigenen Verhandlungsbemühungen torpedieren könnte, sondern warnt vor allem vor den systemischen Folgen. Wenn Eigentumsrechte aus politischen Opportunitätsgründen ausgehebelt werden, verliert ein Finanzplatz sein wichtigstes Gut: Vertrauen.
Die Auswirkungen dieser Unsicherheit sind bereits messbar und schockierend. Die Ratingagentur Fitch hat Euroclear bereits unter negative Beobachtung gestellt – ein politisches Erdbeben in der Finanzwelt. Berichten zufolge sollen bereits Vermögenswerte in Höhe von zwei Billionen Euro von Investoren abgezogen worden sein. Das Kapital flieht vor der Rechtsunsicherheit. Bei Euroclear liegen insgesamt Vermögenswerte von rund 40 Billionen Euro; ein Wackeln dieses Riesen würde nicht nur Belgien oder Deutschland, sondern den gesamten Kontinent in eine Finanzkrise stürzen, neben der die Turbulenzen von 2008 wie ein leichtes Gewitter wirken könnten.
In Brüssel herrscht angesichts dieser Dynamik blanke Panik. Es gibt Berichte über hochrangige EU-Beamte, die hinter verschlossenen Türen die Fassung verlieren. Die angebliche Einigkeit Europas, die auf Pressefotos so gern zelebriert wird, ist längst zerbrochen. Eine wachsende Front von Staaten – darunter Ungarn, die Slowakei, Belgien und Italien – stellt sich gegen den deutschen Vorstoß. Sie fürchten, in Geiselhaft für ein Projekt genommen zu werden, das ihre eigenen Volkswirtschaften destabilisieren könnte. Selbst die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, hat sich ungewöhnlich deutlich positioniert und gewarnt, dass der Fokus auf Aufrüstung und riskante Finanzmanöver kaum Wachstum bringt, aber die Inflation treibt und enorme Risiken schafft.

Friedrich Merz scheint jedoch entschlossen, seinen Kurs als „Vorstandsbeschluss“ durchzupeitschen. Er spricht von historischer Verantwortung und militärischer Stärke, während die deutsche Industrie unter hohen Energiekosten und regulatorischer Last erstickt. Es entsteht der Eindruck eines Politikers, der Lautstärke mit Strategie verwechselt. Doch Washington schläft nicht. Trump hat Berichten zufolge bereits direkt mit europäischen Regierungen Kontakt aufgenommen, um Alternativen aufzuzeigen und sie vor dem Kurs aus Berlin zu warnen. Wenn die USA als wichtigste Führungsmacht diesen Weg nicht mitgehen, steht Europa isoliert da.
Was am kommenden Gipfel-Donnerstag und Freitag auf dem Spiel steht, ist nichts Geringeres als die Glaubwürdigkeit des Rechtsstaats und die finanzielle Zukunft der europäischen Bürger. Ein erzwungener Beschluss gegen den Widerstand wichtiger Partner und gegen den expliziten Willen der USA wäre kein Zeichen von Stärke, sondern ein Akt der Verzweiflung, der tiefe Risse im transatlantischen Bündnis hinterlassen wird. Friedrich Merz steht vor seiner größten Bewährungsprobe: Wird er erkennen, dass wahre Macht durch Konsens und Legitimation entsteht, oder wird er den Kontinent in eine Eskalationsspirale treiben, deren Ende niemand absehen kann? Nach diesem Gipfel wird in Europa nichts mehr so sein, wie es war.

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