Das Sozialexperiment „Ehe auf den ersten Blick“ verspricht oft den Beginn einer großen Liebe zwischen zwei Fremden. Bei Marén und Frank sah es zunächst genau danach aus. Die Funken sprühten, die Harmonie schien perfekt und die Zuschauer feierten sie bereits als das neue Traumpaar der aktuellen Staffel. Doch wie so oft im Leben trügt der Schein der ersten verliebten Blicke. Was in den Flitterwochen in Tirol als romantische Fortsetzung geplant war, entwickelte sich vor den Augen der Experten und der anderen Paare zu einem hochemotionalen Drama, das schließlich in einer endgültigen Trennung mündete.
Der Wendepunkt ereignete sich während einer Gruppenübung in der malerischen Kulisse Tirols. Was als Chance zum Austausch gedacht war, wurde für Frank zur Zerreißprobe. Bereits beim ersten Satz, den er vor der Gruppe aussprechen sollte, versagte ihm die Stimme und er brach in Tränen aus. Der Schmerz, den er in den letzten Tagen offenbar angestaut hatte, entlud sich in einem Moment absoluter Verletzlichkeit. Frank gestand unter Tränen, dass er sich von Marén in keiner Weise in ihr Leben integriert fühle. Ein besonders bitteres Detail: Auf die Frage, was sie im Leben glücklich mache, tauchte sein Name in ihren Erzählungen schlichtweg nicht auf. Für einen Ehemann, der sein Herz für dieses Experiment geöffnet hat, war dies ein Schlag ins Gesicht.

Die psychologische Dynamik zwischen den beiden wurde durch die Experten Markus Ernst, Dr. Sandra Köldorfer und Beate Quinn scharf analysiert. Dabei kristallisierte sich ein klassisches Missverständnis in der Beziehungsführung heraus. Frank, der sehr schnell sehr offen mit seinen Gefühlen umging, sehnte sich nach körperlicher und emotionaler Nähe. Er suchte Bestätigung und wollte die gemeinsame Zeit intensiv nutzen. Marén hingegen fühlte sich durch dieses Tempo massiv unter Druck gesetzt. Für sie ging alles viel zu schnell. Während er um klare Kommunikation kämpfte, zog sie sich immer weiter zurück.
Laut der Paar- und Sexualtherapeutin Beate Quinn gab es handfeste Konflikte im Alltag, die das Paar entzweiten. Als Frank bei Marén übernachtete, soll er sich über zahlreiche Kleinigkeiten beschwert haben – von der Matratze bis hin zur Raumtemperatur. Gleichzeitig forderte er klare „Regeln“ ein, wie etwa häufigeres Küssen. Für Marén war dies ein absolutes No-Go. Sie wollte Nähe erst dann zulassen, wenn sie sich innerlich bereit dazu fühlte, und nicht, weil ein Protokoll oder der Druck des Partners es verlangte. Diese gegensätzlichen Bedürfnisse führten zu einer toxischen Kommunikationsspirale: Marén äußerte ihre Kritik oft nur vor der Kamera oder gegenüber Dritten, was Frank zutiefst kränkte. Er fühlte sich hintergangen und unverstanden.

In der abschließenden Sitzung mit den Experten eskalierte die Situation dann endgültig. Frank, sichtlich am Ende seiner Kräfte, konnte die indirekte Art seiner Frau nicht länger ertragen. „Mir steht es bis hier, ich kann das nicht mehr“, erklärte er entschlossen und verkündete das Ende des Experiments. Trotz Maréns zaghaftem Versuch, die Leichtigkeit des Anfangs irgendwie zurückzuholen, war Franks Entschluss unumkehrbar. Tränenüberströmt verließ er den Raum mit den Worten, dass die gesamte Situation einfach nur schrecklich sei. Er fühlte sich leer, benutzt und hilflos.
Interessanterweise zeigten sich nach dem Aus völlig unterschiedliche Sichtweisen bei den Beteiligten. Während die Fangemeinde im Netz Maréns Verhalten teilweise scharf kritisierte und ihr Egoismus vorwarf, nahm Expertin Beate Quinn sie in Schutz. Sie vermutet hinter Maréns Distanz eine tief sitzende Bindungsangst, die in ihrer Vergangenheit wurzelt. Marén selbst gab sich am Tag nach der Trennung gefasst. Sie betonte, dass sie sich nicht verstellt habe und bei ihren Gefühlen geblieben sei. Dass Frank so „schnell“ aufgegeben habe, könne sie hingegen nicht nachvollziehen.

Letztlich bleibt die Erkenntnis, dass Sympathie allein nicht ausreicht, um eine Ehe zu führen, wenn die Kommunikation und das emotionale Tempo nicht harmonieren. Frank sah keine Basis mehr für eine gemeinsame Zukunft und entschied sich für eine räumliche Trennung und den sofortigen Auszug. Das Experiment ist für beide gescheitert, doch die Diskussionen über die Gründe für diesen plötzlichen Absturz vom Traumpaar zum Trennungspaar werden die Zuschauer wohl noch lange beschäftigen. Es ist ein mahnendes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, über Ängste und Bedürfnisse zu sprechen, bevor die Mauern um das eigene Herz unüberwindbar werden.
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