Die Nachricht vom Tod von Givar Hajjabi, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Xatar, hat die deutsche Musiklandschaft und die kurdische Diaspora am Donnerstagmorgen in einen Zustand tiefer Trauer und Fassungslosigkeit versetzt. Der 43-jährige Künstler, Produzent und Unternehmer wurde von seiner persönlichen Assistentin leblos in seinem Schlafzimmer in seiner Luxuswohnung im Kölner Rheinauhafen aufgefunden. Trotz des schnellen Eintreffens der Rettungskräfte kam jede Hilfe zu spät. Während die Polizei nach ersten Ermittlungen keine Hinweise auf ein Verbrechen oder gewaltsames Eindringen fand, bleibt die Frage nach der genauen Todesursache Gegenstand intensiver Spekulationen.
Erste gerichtsmedizinische Untersuchungen der Uniklinik Köln deuten auf ein plötzliches Herzversagen hin. Kriminalhauptkommissar Markus Werner erklärte auf einer Pressekonferenz, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keine Anzeichen für Fremdeinwirkung oder Drogenmissbrauch gebe. Dennoch verbreiteten sich in sozialen Netzwerken schnell Gerüchte über einen möglichen geheimen Kampf gegen eine Krebserkrankung, den der Rapper im letzten Jahr geführt haben soll. Offizielle Bestätigungen hierzu stehen noch aus, während die toxikologischen Ergebnisse in den kommenden Wochen erwartet werden. Xatar hinterlässt eine Ehefrau, Fa, mit der er über 15 Jahre lang liiert war, sowie fünf gemeinsame Kinder.

Xatars Lebensweg ist eine Geschichte der extremen Kontraste und einer schier unbändigen Widerstandskraft. Geboren im Iran und aufgewachsen in den Wirren des iranisch-irakischen Krieges, erlebte er bereits als Kleinkind die Härte politischer Gefangenschaft in einem Lager bei Bagdad. Diese frühen Erfahrungen von Vertreibung und Ohnmacht prägten sein späteres Schaffen zutiefst. In Deutschland fand er im Rap ein Ventil für seine Erlebnisse und wurde zur Stimme einer Generation von Migranten, die sich in seinen Texten über Identität, Stolz und den harten Alltag auf der Straße wiederfanden. Sein Mut, sich offensiv zu seiner kurdischen Herkunft zu bekennen, machte ihn zu einer kulturellen Leitfigur weit über die Musikszene hinaus.
Weltweite Bekanntheit erlangte er jedoch nicht nur durch seine Musik, sondern auch durch den spektakulären Goldraub im Jahr 2009. Die anschließende Haftstrafe, während der er mit einem geschmuggelten Handy sein Album “Nr. 415” aufnahm, zementierte seinen Status als Legende des Gangster-Rap. Doch statt an den Konsequenzen seines Handelns zu zerbrechen, nutzte Xatar die Zeit nach seiner Entlassung für eine beispiellose Transformation. Er wandelte sein Image vom Ex-Häftling zum seriösen und visionären Geschäftsmann. Mit der Gründung von “Alles oder Nix Records”, seiner Streetwear-Marke “Masari” und dem erfolgreichen Fast-Food-Franchise “Haval Grill” baute er ein Imperium auf, das seinen kulturellen Einfluss in wirtschaftlichen Erfolg übersetzte.

Sein geschätztes Vermögen von rund 10 Millionen Euro zeugt von seinem strategischen Geschick und seinem unermüdlichen Tatendrang. Xatar war mehr als ein Rapper; er war ein Stratege, der es verstand, Marken zu kreieren, die authentisch und gemeinschaftsorientiert waren. Ob es seine Kooperationen im Bereich Shisha-Tabak, seine Investmentfirma “Gventures” oder seine Bemühungen um die Demokratisierung der Musikindustrie über die Plattform “Push” waren – jeder Schritt war geprägt von dem Willen, Grenzen zu verschieben und anderen Chancen zu eröffnen. Er bewies, dass man selbst aus den dunkelsten Kapiteln des Lebens als Sieger hervorgehen kann.
Der plötzliche Tod von Xatar markiert das Ende einer Ära. Er war ein Mann, der das Risiko nicht scheute und für den “Alles oder Nix” nicht nur ein Albumtitel, sondern eine gelebte Philosophie war. Er gab den Stimmlosen eine Stimme und bewies, dass kultureller Stolz und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen können. Während seine Familie und Freunde nun in privater Stille Abschied nehmen, bleibt sein Erbe als Musiker, Pionier und Symbol für Widerstandskraft unvergessen. Xatars Licht mag erloschen sein, doch die Spuren, die er in der deutschen Kultur hinterlassen hat, werden noch lange nachwirken. Ruhe in Frieden, Givar Hajjabi.

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