Matthias Reim ist ein Phänomen der deutschen Musikgeschichte. Er ist der Mann der großen Gefühle, der Rocker unter den Schlagerstars und ein Künstler, dessen Leben sich oft wie eine Achterbahnfahrt anfühlte. Jahrzehntelang besang er die Liebe, den Schmerz und das Verlangen, doch nun, im Alter von 68 Jahren, hat er einen Satz ausgesprochen, der weitaus tiefer geht als jeder Refrain seiner Hits: „Sie ist die Liebe meines Lebens.“ Es ist ein Geständnis, das nicht als flüchtige Schlagzeile gedacht ist, sondern als die Bilanz eines Mannes, der endlich Frieden mit seiner eigenen Wahrheit schließt.
Ein Leben zwischen Extremen: Die Sehnsucht hinter dem Ruhm Um die Tragweite dieser Worte zu verstehen, muss man auf das Leben von Matthias Reim blicken. Es war nie ein Leben der sanften Töne oder der klaren Linien. Seine Karriere verlief in Wellen: Auf den gigantischen Erfolg von „Verdammt, ich lieb’ dich“ Anfang der 90er Jahre folgten bittere Abstürze, finanzielle Krisen und gesundheitliche Rückschläge. Reim war nie ein Mann, der funktionierte, wie es die Gesellschaft oder die Branche erwartete. Er lebte von und für Emotionen, was ihn gleichermaßen erfolgreich wie verletzlich machte.
Seine zahlreichen Ehen und Beziehungen wurden oft als Zeichen von Instabilität gedeutet. Doch wer genauer hinsieht, erkennt ein Muster: Reim suchte nie die Abwechslung um der Abwechslung willen. Er suchte Halt. In einer Welt, die sich für ihn oft zu schnell drehte, war die Liebe sein einziger Anker. Dass viele dieser Anker brachen, lag oft an der Intensität, mit der er liebte – eine Kompromisslosigkeit, die Partnerinnen oft überforderte.

Christin Stark: Mehr als nur eine Ehefrau Als Christin Stark in sein Leben trat, schien sich alles zu ändern. Sie war jünger, ehrgeizig und begegnete ihm auf Augenhöhe – nicht als Fan, sondern als Kollegin. Für Reim war dies eine völlig neue Erfahrung. Christin wollte ihn nicht retten und sie wollte nicht von ihm gerettet werden. Sie akzeptierte seine Brüche, seine Vergangenheit und seine Fehler. Mit der Hochzeit schien das Kapitel der Unruhe abgeschlossen. Die Öffentlichkeit glaubte, Matthias Reim sei endlich angekommen.
Doch das Leben als Künstlerpaar brachte eigene Herausforderungen mit sich. Während Reim begann, sein Tempo zu drosseln und sorgfältiger mit seinen Kräften umzugehen, startete Christin Stark richtig durch. Zwei unterschiedliche Lebensphasen und zwei verschiedene Rhythmen prallten aufeinander. Die Distanz, die zwischenzeitlich spürbar wurde, nährte die Gerüchteküche. Wenn Christin bei Terminen fehlte, schossen Trennungsmeldungen wie Pilze aus dem Boden. Reim reagierte auf diese Spekulationen meist mit Schweigen – einem Schweigen, das nun durch sein spätes Geständnis gebrochen wurde.
Die Bedeutung hinter dem Geständnis Der Satz „Sie ist die Liebe meines Lebens“ ist mit 68 Jahren kein jugendlicher Überschwang mehr. Es ist ein Resümee. Reim spricht hier weniger von einer Garantie für die Zukunft als vielmehr von der tiefen Bedeutung, die eine Person für seine gesamte Existenz hat. Es ist das Eingeständnis, dass Liebe sich verändern darf, dass sie leiser werden kann, aber dennoch das Fundament bleibt.
Interessanterweise fiel dieses Geständnis in eine Zeit, in der Reim auch musikalisch neue Wege geht. Seine jüngsten Auftritte wirken konzentrierter, ehrlicher und weniger theatralisch. Er versteckt sich nicht mehr hinter der Rolle des ewigen Rockstars. Er steht als Mensch auf der Bühne – mit Falten, mit Erfahrung und mit dem Mut zur Verletzlichkeit. Die Melancholie, die viele Fans in seinen aktuellen Worten spüren, ist kein Zeichen von Resignation, sondern von Reife.

Ehrlichkeit als Vermächtnis Matthias Reim scheint verstanden zu haben, dass Zeit ein endliches Gut ist. Mit 68 Jahren blickt man nicht mehr nur nach vorn, man zieht Bilanz. Er hat aufgehört, sein Leben schönzureden oder sich hinter PR-Floskeln zu verstecken. Ob die Beziehung zu Christin Stark in der gewohnten Form bestehen bleibt oder ob sie sich in etwas Neues transformiert, lässt er bewusst offen. Wichtig ist ihm die Wahrhaftigkeit des Gefühls.
Für seine Fans ist diese neue Offenheit ein Geschenk. Sie sehen einen Mann, der trotz aller Fehler und Krisen aufrecht steht und zu seinen Gefühlen steht. Reim zeigt, dass man auch im Alter nicht „fertig“ sein muss. Er beweist, dass Liebe keine Altersgrenze kennt, aber auch keine einfache Antwort liefert. Sein Geständnis ist eine Liebeserklärung an das Leben selbst – an all das Chaos, die Leidenschaft und die Erkenntnis, dass am Ende nur zählt, wer man wirklich war, wenn der Applaus verhallt ist.
Matthias Reim hat mit diesem Bekenntnis klargestellt: Er ist kein Getriebener mehr, sondern ein Ankommender. Auch wenn der Weg dorthin steinig war, steht er nun an einem Punkt, an dem er die Wahrheit aussprechen kann, ohne Angst vor den Konsequenzen zu haben. Und vielleicht ist genau das die größte Freiheit, die er in seinem langen, bewegten Leben je erreicht hat.
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