Die deutsche Kulturlandschaft trauert um einen ihrer profiliertesten Charakterdarsteller. Peter Sattmann, der Mann mit dem schelmischen Blick und der unverwechselbaren Lässigkeit, ist tot. Er verstarb am 25. Dezember 2025, ausgerechnet am ersten Weihnachtsfeiertag und nur vierundzwanzig Stunden vor seinem 78. Geburtstag. Die Nachricht von seinem Tod verbreitete sich wie ein Lauffeuer und löste eine Welle der Anteilnahme aus, die weit über die Grenzen der Filmbranche hinausreicht. Sattmann war nicht nur ein Schauspieler; er war ein Lebenskünstler, ein Autor und ein Musiker, der es verstand, Authentizität und Humor auf einzigartige Weise zu vereinen.

Besonders unter die Haut gehen die Reaktionen aus seinem engsten Umfeld. Katja Riemann, die in den 90er Jahren mit Sattmann liiert war und mit ihm die gemeinsame Tochter Paula hat, richtete via Instagram Worte an die Öffentlichkeit, die an emotionaler Tiefe kaum zu übertreffen sind. Sie schrieb nicht distanziert über einen verstorbenen Kollegen, sondern wandte sich direkt an Peter – liebevoll, persönlich und voller lebendiger Erinnerungen. Riemann beschrieb ihn als einen Mann, dem es Zeit seines Lebens „schlicht egal war, was andere dachten“. Sie erinnerte an seinen ewigen Zigarettenrauch, seine Witze, die er selbst oft vergaß, und an seine besondere Fähigkeit, die Welt mit einer gewissen Coolness zu betrachten. Es ist das Bild eines Mannes, der sich nie verbiegen ließ und der seine Freiheit über alles schätzte.
Peter Sattmanns Karriere war beeindruckend und vielseitig. In über 180 Produktionen stand er vor der Kamera oder auf der Bühne. Ob im „Tatort“, auf dem „Traumschiff“ oder in anspruchsvollen Theaterinszenierungen – Sattmann spielte seine Rollen nicht nur, er fühlte sie. Besonders bemerkenswert war jedoch seine Einstellung zu seinem eigenen Erfolg. Riemann betonte in ihrem Nachruf, dass Sattmann in seinen schriftstellerischen Werken lieber über das Scheitern schrieb als über seine großen Triumphe. Dies zeugt von einer tiefen Reflektiertheit und einer Bescheidenheit, die in der glitzernden Welt des Showbusiness selten geworden ist. Sein letzter Auftritt im „Traumschiff“ im Jahr 2019 in der Folge Sambia bleibt vielen Fans als eines seiner späten Highlights in Erinnerung.
Ein Satz in Katja Riemanns Abschiedsbrief lässt die Menschen besonders aufhorchen: Peter Sattmann habe „nie Angst vor dem Tod“ gehabt. Diese Gelassenheit gegenüber dem Unausweichlichen scheint bezeichnend für sein gesamtes Wesen gewesen zu sein. Auch andere prominente Wegbegleiter wie Simone Thomalla und Katerina Jacob äußerten sich zutiefst betroffen. Jacob, sichtlich fassungslos über die Häufung von Todesfällen in der Branche, erinnerte sich wehmütig an die gemeinsamen Drehs und den unbändigen Spaß, den man mit Sattmann am Set haben konnte.
Geboren in Zwickau und ausgebildet in München, hinterlässt Sattmann ein Erbe, das in seinen Filmen, Texten und Musiken weiterleben wird. Seine Tochter Paula, die heute erfolgreich als Regisseurin arbeitet, führt das kreative Vermächtnis der Familie fort. Für Katja Riemann und die vielen Menschen, die ihn kannten, bleibt nun die Stille – und die Erinnerung an einen Mann, der keine Masken brauchte, um präsent zu sein. Peter Sattmann war ein Original, dessen Lücke im deutschen Film nur schwer zu schließen sein wird. In den Herzen seiner Liebsten und auf den Bildschirmen der Nation wird er jedoch unvergessen bleiben, als ein Mensch, der uns gelehrt hat, dass das echte Leben oft in den Momenten des vermeintlichen Scheiterns und der bedingungslosen Ehrlichkeit stattfindet.

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