Wenche Myhre ist mehr als nur eine Sängerin; sie ist eine Institution, ein Symbol für unbändige Lebensfreude und die Frau, die mit ihrem legendären Lächeln über sechs Jahrzehnte lang die Herzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Sturm eroberte. Doch wer glaubte, dieses Lächeln sei stets ein Ausdruck von reinem Glück gewesen, wird nun eines Besseren belehrt. Mit 78 Jahren hat die norwegische Ikone beschlossen, die Maske fallen zu lassen. In einer bewegenden Offenbarung spricht sie über die Schattenseiten des Showgeschäfts und die Menschen, die sie zu der Legende machten, die sie heute ist – und die sie gleichzeitig an ihre emotionalen Grenzen trieben.
„Ich habe zu lange geschwiegen“, sagt sie mit einer Bestimmtheit, die keinen Widerspruch duldet. Es ist die Abrechnung mit einer Branche, die von ihr verlangte, stets das „Mädchen ohne Sorgen“ zu sein, während sie im Hintergrund einen Preis bezahlte, von dem das Publikum nie etwas ahnen durfte. In ihrem Rückblick nennt Wenche Myhre fünf Namen. Fünf Menschen, die wie Meilensteine in ihrer Biografie stehen – mal als Vorbild, mal als Rivale, mal als warnendes Beispiel.

An fünfter Stelle steht Caterina Valente. Für die junge Wenche war Valente nicht nur ein Weltstar, sondern der unerreichbare Goldstandard. Valente war die Perfektion in Person: diszipliniert, fehlerlos, beherrschte acht Sprachen. Doch dieser Glanz wurde für Wenche zum Käfig. Überall wurde sie gefragt: „Kannst du die neue Valente werden?“ Dieser ständige Vergleich zermürbte die junge Norwegerin, die eigentlich für Spontaneität und Wildheit stand. Valente gab ihr einst den Rat: „Spontaneität ist gut, aber Kontrolle ist besser.“ Ein Satz, der wie ein unsichtbares Gewicht auf Wenches Schultern lastete und sie jahrzehntelang dazu trieb, sich selbst zu optimieren, bis die eigene Identität fast unter der Last der Erwartungen verschwand.
Nicht weniger prägend war die Beziehung zu Heidi Brül, die Wenche auf Platz vier setzt. In den 60er Jahren gab es im Fernsehen oft nur Platz für eine „junge Blonde“. Die Presse inszenierte einen unerbittlichen Konkurrenzkampf zwischen der wilden Wenche und der braven Heidi. Es war ein System, das Frauen gegeneinander ausspielte. Brül war es auch, die Wenche den notwendigen „Reality Check“ verpasste: „Leute mögen dich, weil du spontan bist, aber Spontanität hält keine Karriere am Leben.“ Dieser Satz war schmerzhaft, aber notwendig. Er zwang Wenche, erwachsen zu werden und zu begreifen, dass Talent allein in diesem Haifischbecken nicht ausreicht.

Auf Platz drei erinnert sich Myhre an Vicky Leandros. Wenn zwei Sonnen am selben Himmel strahlen, wird es heiß. Während Wenche für Energie und Bewegung stand, war Leandros die kontrollierte Diva der großen Balladen. Der Erfolg von Leandros beim Eurovision Song Contest 1972 setzte Wenche unter massiven Druck. Produzenten verlangten plötzlich „Drama und Tiefgang“ von einer Frau, deren Wesen eigentlich das Licht war. Die Rivalität war nie bösartig, aber sie war ein Spiegel der Gnadenlosigkeit des Erfolgs. Leandros lehrte sie, dass man lernen muss, weiterzuleuchten, auch wenn eine andere Sonne scheinbar heller strahlt.
Besonders emotional wird es, wenn Wenche Myhre über Rex Gildo spricht, ihren Platz zwei. Gildo war der Inbegriff des strahlenden Sonnenscheins, doch hinter den Kulissen sah Wenche ein Zittern, das sonst niemand bemerkte. Er war ein Gefangener seines eigenen Images. „Warum fühlt sich Erfolg so schwer an?“, flüsterte er ihr einst in einer Garderobe zu. Diese Einsamkeit inmitten des Applauses prägte Wenche tief. Das tragische Ende von Rex Gildo war für sie die ultimative Warnung: Der größte Ruhm kann die Stille im Herzen nicht übertönen. Er bereitete sie auf die Einsamkeit vor, die jeden echten Star irgendwann einholt.

An der Spitze ihrer Liste steht jedoch der Mann, der ihre Karriere wohl am stärksten beeinflusste und sie gleichzeitig fast zerbrach: Rudy Carell. Für die Zuschauer war er der charmante Holländer, für Wenche war er der gnadenloseste Perfektionist. Er sah in ihr „Fernsehgold“, doch er wollte dieses Gold nach seinen eigenen Regeln schmieden. Carell kürzte ihre Auftritte und sagte ihr vor dem gesamten Team: „Das Publikum verträgt nur 70 Prozent von dir.“ Er schnitt ihr die Flügel, während er sie gleichzeitig auf die größten Bühnen hob. Er war der Mentor und der Kerkermeister zugleich. Ohne ihn wäre sie nie so groß geworden, doch der Preis war die ständige Zurechtstutzung ihrer sprühenden Natur.
Heute, mit 78 Jahren, blickt Wenche Myhre nicht mit Bitterkeit auf diese Jahre zurück, sondern mit einer beeindruckenden Klarheit. Sie hat diese Kapitel nicht gelöscht, sondern geschlossen. Die Kämpfe gegen die Perfektion, die Rivalitäten und der Drill haben sie zu der Frau gemacht, die sie heute ist. Zum ersten Mal gehört ihr Lächeln wieder ihr selbst. Es ist kein Lächeln für die Produzenten, nicht für die Einschaltquoten und nicht für das Image. Es ist das Lächeln einer Frau, die viel getragen und noch mehr überlebt hat. Wenche Myhre hat ihren Frieden gefunden – einen Frieden, den sie sich in Jahrzehnten unter dem grellen Scheinwerferlicht hart erkämpfen musste.
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