Die Sonne stand tief über den verschneiten Feldern Deutschlands, als auf dem Militärflugplatz Oberpfaffenhofen eine Maschine auf der Startbahn stand, die anders aussah als alle anderen Flugzeuge ihrer Zeit. Die Donnier Doube 535, Pfeil, der Pfeil, trug ihren Namen nicht umsonst. Mit einem ungewöhnlichen Design, das einen Motor an der Nase und einen zweiten am Heck in Tandemahnordnung aufwies, schien sie die Gesetze der Aerodynamik herauszufordern.

Ingenieure und Techniker versammelten sich um das Flugzeug, überprüften jeden Bolzen, jede Schweißnaht, jede Instrumentenanzeige. Dieses Flugzeug war das Ergebnis jahrelanger Forschung, unzähliger Berechnungen und des unbändigen Willens, die Grenzen der Geschwindigkeit zu überwinden.

 Niemand wusste zu diesem Zeitpunkt, dass diese Maschine nicht nur ein technisches Wunderwerk war, sondern auch zum Symbol einer neuen Era der Luftfahrt werden würde, einer Era, in der Geschwindigkeit über allem stand. Hauptmann Friedrich Weber stand mit verschränkten Armen vor der Dre und betrachtete sie mit einer Mischung aus Stolz und Skepsis.

 Er war ein erfahrener Pilot, der bereits zahlreiche Einsätze hinter sich hatte und viele verschiedene Flugzeugtypen geflogen war. Doch diese Maschine war anders. “Sie sieht aus wie ein Experiment”, murmelte er zu seinem Kameraden leutnant Hans Richter, der neben ihm stand und ebenfalls das Flugzeug musterte. Ein Experiment, das fliegen soll”, antwortete Richter mit einem Lächeln.

“Die Ingenieure sagen, sie erreicht über 700 km pro Stunde. Wenn das stimmt, ist sie das schnellste Kampfflugzeug der Welt.” Weber nickte langsam, seine Augen fixiert auf die eleganten Linien des Flugzeugs. “Geschwindigkeit allein gewinnt keine Kämpfe”, sagte er bedächtig. “Es kommt darauf an, wie man sie einsetzt und ob die Maschine hält, was sie verspricht.

” Die beiden Männer wußten, daß die kommenden Wochen entscheidend sein würden. Die Doweisen, dass sie nicht nur auf dem Papier überlegen war, sondern auch in der Praxis funktionierte, unter den härtesten Bedingungen, die der Himmel zu bieten hatte. Während die deutschen Piloten ihre neue Maschine studierten, herrschte auf einem sowjetischen Stützpunkt östlich der Front eine ganz andere Atmosphäre.

 Mjor Alexei Volkov, ein erfahrener Pilot mit mehr als zweihundert Einsätzen, saß mit seinen Kameraden in der Kantine und diskutierte über die neuesten Berichte aus dem Westen. “Sie haben wieder ein neues Spielzeug”, sagte Wolkow mit einem spöttischen Lächeln und blickte auf die Skizze, die auf dem Tisch lag. “Ein Flugzeug mit zwei Motoren in einer Linie.

 Wie soll das funktionieren?” Seine Kameraden lachten. Die Deutschen werden verzweifelt, meinte Oberleutnant Dimitri Sokolov. Ein junger Pilot mit scharfen Zügen und schnellen Reflexen. Sie bauen immer kompliziertere Maschinen, aber vergessen dabei das Wichtigste. Ein guter Pilot macht den Unterschied, nicht die Technik allein. Volkov nickte zustimmend.

 Unsere Jakovls sind zuverlässig, wendig und haben sich bewährt. Was brauchen wir mehr? Die sowjetischen Piloten waren stolz auf ihre Maschinen und auf ihre Fähigkeiten. Sie hatten gelernt, mit weniger Ressourcen auszukommen und durch Taktik und Teamarbeit zu überleben. Die Nachricht über ein neues deutsches Wunderflugzeug beeindruckte sie nicht.

Im Gegenteil, sie sahen es als weiteren Beweis für die Verzweiflung des Gegners. Niemand von ihnen ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass diese neue Maschine ihre Überzeugungen auf eine harte Probe stellen würde. Die DO3 H5 war nicht einfach nur ein schnelles Flugzeug, sie war das Ergebnis einer völlig neuen Denkweise im Flugzeugbau.

 Chefingenieur Dr. Klaus Hartmann, der Leiter des Entwicklungsteams bei Donier, hatte Jahre damit verbracht, die perfekte Konfiguration zu finden. Das Problem bei herkömmlichen Doppelmotorflugzeugen ist der Luftwiderstand”, erklärte er seinen Assistenten während einer Besprechung im Entwicklungsbüro. “Zwei Motoren an den Flügeln erzeugen Widerstand und reduzieren die Effizienz.

Aber wenn wir die Motoren in einer Linie anordnen, einen vorn, einen hinten, nutzen wir die gesamte Leistung für den Vortrieb nicht gegen den Luftwiderstand.” Die Tandemordnung war revolutionär, aber auch riskant. Es gab Bedenken hinsichtlich der Balance, der Kühlung des hinteren Motors und der Sicherheit des Piloten im Notfall.

 Doch Hartmann war überzeugt von seinem Konzept. “Wir haben alle Tests durchgeführt”, sagte er mit fester Stimme. “Die Maschine ist stabil, sie ist schnell und sie ist kampfbereit. Jetzt müssen wir nur noch beweisen, dass sie auch unter realen Bedingungen funktioniert. Die Ingenieure arbeiteten Tag und Nacht, um jedes Detail zu perfektionieren.

 Sie wussten, dass diese Maschine mehr war als nur ein Flugzeug. Sie war eine Aussage, ein Symbol dafür, dass Innovation und Entschlossenheit die Grenzen des Möglichen verschieben konnten. Der erste Testflug der DO3 35 mit Hauptmann Webeber am Steuer war füreinen klaren kalten Morgen im Februar geplant. Die gesamte Basis war in Aufregung.

 Offiziere, Techniker und andere Piloten versammelten sich entlang der Startbahn, um Zeuge dieses historischen Moments zu werden. Weber saß im Cockpit, seine Hände fest um den Steuerknüppel gelegt und spürte das Vibrieren der beiden Motoren durch die gesamte Struktur des Flugzeugs. Alle Systeme grün, meldete er über Funk, bereits zum Start.

 Die Freigabe kam prompt und Weber schob die Gashebel nach vorn. Die drei Hube beschleunigte mit einer Kraft, die ihn in den Sitz presste. Der vordere Motor heulte laut, während der hintere Motor seinen charakteristischen tiefen Ton hinzufügte. Eine symphonische Kombination aus roher Kraft. Innerhalb weniger Sekunden hob die Maschine ab und Weber zog sie steil in den Himmel.

Unglaublich, murmelte er in sein Mikrofon. Die Beschleunigung ist phänomenal. Steigrate übertrifft alle Erwartungen. Das Flugzeug reagierte präzise auf jede seiner Bewegungen, als wäre es eine Erweiterung seines eigenen Körpers. Er flog mehrere Manöver, enge Kurven, Sturzflüge, schnelle Steigungen und die D 3 meisterte alles mit Leichtigkeit.

 Als er zur Landung ansetzte und die Maschine sanft auf der Startbahn aufsetzte, brach spontaner Applaus aus. Weber öffnete die Cockpitube und lächelte breit. Sie fliegt nicht nur, sagte er zu den versammelten Ingenieuren, sie tanzt am Himmel. In den folgenden Wochen wurden weitere Testflüge durchgeführt und die DO3 übertraf bei jedem Flug die Erwartungen.

Die Geschwindigkeitsmessungen bestätigten, was die Ingenieure vorher gesagt hatten. Die Maschine erreichte Spitzengeschwindigkeiten von über 750 km pro Stunde, schneller als jedes andere Propeller Flugzeug ihrer Zeit. Leutnant Richter, der ebenfalls mehrere Testflüge absolvierte, war begeistert. “Es ist, als würde man auf einem Blitz reiten”, sagte er zu Weber nach einem besonders eindrucksvollen Flug.

 “Keine andere Maschine kann uns einholen. Wenn wir wollen, verschwinden wir einfach am Horizont.” Doch Weber blieb realistisch. “Geschwindigkeit ist ein Vorteil, aber wir müssen lernen, sie taktisch zu nutzen,”, warnte er. “Ein schnelles Flugzeug ist nutzlos, wenn der Pilot nicht weiß, wie er es richtig einsetzt. Die Piloten begannen spezielle Taktiken zu entwickeln, die die Stärken der DO3 Humel35 ausnutzten, schnelle Angriffe aus großer Höhe, blitzschnelle Ausweichmanöver und die Fähigkeit, sich jeder Verfolgung zu entziehen. Es war

eine neue Art des Fliegens, die Präzision, Mut und absolutes Vertrauen in die Maschine erforderte. Währenddessen erreichten die ersten Berichte über die DO35 die sowjetischen Einheiten. Die Informationen waren Waage, aber beunruhigend genug, um Aufmerksamkeit zu erregen. Ein neues deutsches Flugzeug wurde gesichtet, berichtete ein Aufklärungsoffizier während einer Besprechung auf dem sowjetischen Stützpunkt.

 Ungewöhnliches Design, extrem hohe Geschwindigkeit. Unsere Piloten konnten es nicht identifizieren. Major Volkow, der bei der Besprechung anwesend war, runzelte die Stirn. Wie schnell, fragte er. Schneller als alles, was wir bisher gesehen haben, antwortete der Offizier. Unsere Schätzungen liegen bei über 700 km pro Stunde.

 Ein Raunen ging durch den Raum. Oberleutnant Sokolov schüttelte den Kopf. Das ist unmöglich. Kein Propellerflugzeug kann so schnell sein. Doch Volkow war nicht so sicher. Er hatte genug Erfahrung, um zu wissen, dass Unterschätzung gefährlich war. “Wir sollten vorsichtig sein”, sagte er ruhig. “Wenn diese Berichte stimmen, haben wir es mit einer neuen Bedrohung zu tun.

 Wir müssen unsere Taktiken überdenken und vorbereitet sein.” Seine Worte wurden mit gemischten Reaktionen aufgenommen. Einige Piloten nahmen sie ernst, andere blieben skeptisch. Die Debatte über die neue deutsche Maschine würde noch viele Abende füllen, aber die wahre Prüfung stand noch bevor. Die grauen Wolken hingen tief über der östlichen Front, als Hauptmann Weber und sein Staffelkamerad Leutnand Richter ihre Do 355 Maschinen für den ersten operativen Einsatz vorbereiteten.

 Der Auftrag war klar: Aufklärung über feindlichem Gebiet und Dokumentation der Truppenbewegungen. “Wir bleiben in”, instruierte Weber über Funk, während er die Instrumente ein letztes Mal überprüfte. “Keine unnötigen Risiken. Wir sammeln Informationen und kehren zurück. Richter bestätigte die Anweisungen mit einem knappen Verstanden.

 Die beiden Maschinen rollten zur Startbahn. Ihre Motoren erzeugten jenes charakteristische Doppelgeräusch, das die Do35 so unverwechselbar machte. Innerhalb von Sekunden waren sie in der Luft, stiegen schnell auf Reisehöhe und flogen ostwärts. Die Landschaft unter ihnen verwandelte sich allmählich. Offene Felder wichen dichteren Wäldern.

Kleine Dörfer lagen verstreut in der winterlichen Landschaft. Weber fühlte sicher in seiner Maschine. Die Ding gab ihm ein Gefühl von Überlegenheit, daß er bei keinem anderen Flugzeug zuvorerlebt hatte. Doch er wusste auch, dass Selbstvertrauen gefährlich werden konnte, wenn es in Übermut umschlug. Konzentration war jetzt das Wichtigste.

Etwa 100 Kilometer hinter der Front auf einem sowjetischen Militärflugplatz erhielt Major Wolkov die Meldung über zwei unidentifierte Flugzeuge, die in den kontrollierten Luftraum eingedrungen waren. “Höhe Geschwindigkeitkurs”, fragte er sofort. Der Funker blickte auf seine Anzeigen. Höhe 8000 m, Geschwindigkeit geschätzt 650 km pro Stunde.

 Kurs West, direkt auf unsere Position zu. Volkov stand auf und griff nach seinem Helm. Sokolov, du kommst mit mir. Wir steigen auf und identifizieren die Eindringlinge. Oberleutnant Sokolov, der bereits in seiner Flugmontur war, nickte energisch. Endlich etwas Abwechslung, sagte er mit einem breiten Grinsen.

 Die beiden Piloten rannten zu ihren Jakovl 3 Maschinen, die bereits vorbereitet am Rand der Startbahn standen. Die Jack 3 war bekannt für ihre Wendigkeit und Zuverlässigkeit. ein Flugzeug, das in den Händen erfahrener Piloten zu einer tödlichen Waffe werden konnte. Volkov und Sokolov waren ein eingespieltes Team. Sie hatten zusammen Dutzende von Einsätzen geflogen und kannten die Stärken und Schwächen ihrer Maschinen in und auswendig.

 “Wir gehen auf Abfangkurs.” Bfahl Volkow, während die beiden Maschinen abheben und steil in den grauen Himmel steigen. “Bleib wachsam. Wir wissen nicht, womit wir es zu tun haben. Die Begegnung ereignete sich über einem dichten Waldgebiet, wo die Wolkendecke aufbrach und die Sonne durch schmale Lücken schien.

 Weber sah sie zuerst, zwei kleine Punkte am Horizont, die sich schnell näherten. Feindliche Jäger 10 Uhr, gleiche Höhe, meldete er ruhig über Funk. Richter bestätigte die Sichtung. Jag 3, zwei Maschinen. Sie kommen direkt auf uns zu. Weber fühlte, wie sein Puls sich beschleunigte. Aber er zwang sich zur Ruhe. Wir behalten unseren Kurs.

 Wenn Sie angreifen wollen, müssen Sie uns erst einholen. Die sowjetischen Jäger kamen näher und Wolkov konnte nun die Silhouette der deutschen Maschinen erkennen. “Was ist das für ein Design?”, murmelte er, während er das ungewöhnliche Profil der Do studierte. “Sieht aus wie zwei Flugzeuge in einem”, kommentierte Sokolov über Funk. Laß uns sehen, was sie können.

Bolkov gab das Signal zum Angriff und beide Jagd drei Maschinen beschleunigten. Doch was dann geschah, überraschte die sowjetischen Piloten vollkommen. Weber schob die Gashebel seiner Do 33535 nach vorne und die Maschine schoss nach vorn wie von einer unsichtbaren Hand gestoßen. Richter folgte seinem Beispiel und innerhalb von Sekunden hatten die beiden deutschen Flugzeuge einen Vorsprung aufgebaut, der die sowjetischen Jäger weit zurückließ.

Volkov versuchte die Geschwindigkeit zu erhöhen, aber seine Jagdre erreichte bereits ihr Maximum. “Sie entkommen uns”, rief Sokolov frustriert. “Wie können Sie so schnell sein?” Volkov biss die Zähne zusammen und verfolgte die deutschen Maschinen, die am Horizont immer kleiner wurden, bis sie schließlich ganz verschwanden.

 Zurück auf dem deutschen Stützpunkt wurden Weber und Richter von ihren Kameraden empfangen, die gespannt auf den Bericht warteten. “Wie war der Einsatz?”, fragte einer der Offiziere. Weber stieg aus dem Cockpit und nahm seinen Helm ab. Erfolgreich, antwortete er knapp: “Wir wurden von zwei sowjetischen Jägern abgefangen, aber sie konnten uns nicht folgen.

 Die Geschwindigkeit der Do35 hat uns einen klaren Vorteil verschafft.” Richter fügte hinzu: “Sie haben versucht, uns einzuholen, aber nach wenigen Sekunden hatten wir sie abgehängt. Es war fast zu einfach.” Die Nachricht verbreitete sich schnell auf der Basis und die Stimmung war ausgelassen. Dr. Hartmann, der Chefingenieur, war besonders zufrieden.

“Das bestätigt alle unsere Berechnungen”, sagte er mit einem zufriedenen Lächeln. “Die Doimber 35 ist nicht nur schnell, sie ist überlegen.” Doch Weber blieb vorsichtig. “Wir hatten Glück”, warnte er. “Die sowjetischen Piloten waren gut und ihre Maschinen sind wendig. Wenn wir in einen Kurvenkampf geraten, könnten sie uns Probleme bereiten.

 Unsere Stärke liegt in der Geschwindigkeit. Wir müssen lernen, sie optimal zu nutzen und niemals in einen Positionskampf zu geraten. Seine Worte wurden ernst genommen und in den kommenden Tagen entwickelten die Piloten Taktiken, die speziell auf die Stärken der DO35 zugeschnitten waren. Auf dem sowjetischen Stützpunkt herrschte eine ganz andere Atmosphäre.

 Volkov und Sokolov landeten schweigend. Ihre Gesichter zeigten eine Mischung aus Frustration und Verblüffung. Die Debriefing Sitzung war angespannt. “Erklärt mir, was passiert ist”, forderte der kommandierende Offizier. Volkov atmete tief durch, bevor er antwortete. Wir haben die deutschen Maschinen abgefangen wie befohlen.

 Aber als wir angriffen, beschleunigten sie so schnell, dass wir keine Chance hatten, sie einzuholen. Ich habe noch nie ein Flugzeug gesehen, das sich so bewegt.Sokolov nickte zustimmend. Ihre Geschwindigkeit ist außergewöhnlich. Unsere Jack 3 ist schnell, aber diese Maschinen sind in einer anderen Liga. Der kommandierende Offizier runzelte die Stirn. Das ist inakzeptabel.

 Wir können nicht zulassen, daß feindliche Flugzeuge ungestraft in unseren Luftraum eindringen und wieder verschwinden. Die Diskussion dauerte lange und verschiedene Strategien wurden vorgeschlagen. Einige Piloten schlugen vor, in größeren Formationen zu fliegen, um die Deutschen in eine Falle zu locken.

 Andere meinten, man sollte auf höheren Höhen patroulieren, um einen Höhenvorteil zu haben. Volkow hörte aufmerksam zu, aber er wusste, dass die Lösung nicht einfach sein würde. Wir müssen ihre Schwächen finden”, sagte er schließlich. “Jedes Flugzeug hat Schwächen. Wir müssen nur herausfinden, welche.” In den folgenden Wochen kam es zu mehreren weiteren Begegnungen zwischen den Do35 Einheiten und sowjetischen Jägern.

 Jedesmal spielte sich dasselbe Szenario ab. Die deutschen Piloten nutzten ihre überlegene Geschwindigkeit, um Angriffen auszuweichen oder sich aus gefährlichen Situationen zu befreien. Die sowjetischen Piloten versuchten verschiedene Taktiken, Überraschungsangriffe aus dem Hinterhalt, koordinierte Angriffe aus mehreren Richtungen.

 Sogar Nachtjäger wurden eingesetzt, aber nichts schien zu funktionieren. Die Doch zu schnell, die Frustration unter den sowjetischen Piloten wuchs und der anfängliche Spot verwandelte sich in widerwillig Respekt. “Wir haben über diese Maschine gelacht”, gab Sokolov in einem privaten Gespräch mit Wolkov zu. Wir dachten, sie sei nur ein weiteres verzweifeltes Projekt, aber jetzt müssen wir zugeben, dass sie funktioniert und zwar verdammt gut.

 Volkov nickte nachdenklich. Technologie allein gewinnt keine Kämpfe, sagte er, aber sie kann das Spielfeld verändern. Wir müssen uns anpassen oder wir werden weiterhin hinterherlufen. Die psychologische Wirkung der D35 war nicht zu unterschätzen. Deutsche Piloten fühlten sich zunehmend selbstbewusst, während sowjetische Piloten mit der Herausforderung kämpften, gegen ein Flugzeug anzutreten, das sie nicht einholen konnten.

 Leutnand Richter bemerkte die Veränderung bei seinen Kameraden. “Die Männer reden über nichts anderes mehr”, sagte er zu Weber. “Sie glauben, wir sind unbesiegbar.” Weber schüttelte den Kopf. Das ist gefährlich. Übermut führt zu Fehlern und Fehler kosten leben. Wir müssen diszipliniert bleiben und uns daran erinnern, dass wir nur so gut sind wie unsere Vorbereitung und unser Training.

 Doch trotz seiner Warnungen konnte er nicht leugnen, dass die Do 335 einen echten Unterschied machte. Sie gab den Piloten nicht nur einen technischen Vorteil, sondern auch ein psychologisches. Das Gefühl, dass sie die Kontrolle hatten, dass sie entscheiden konnten, wann und wo sie kämpfen wollten. Diese Art von Freiheit war im Luftkampf von unschätzbarem Wert.

Währenddessen arbeiteten sowjetische Ingenieure und Taktiker fieberhaft daran, eine Antwort auf die neue Bedrohung zu finden. Berichte von der Front wurden analysiert, Flugleistungsdaten verglichen und neue Strategien wurden entwickelt. Ein junger Ingenieur namens Pavel Ivanov hatte eine interessante Idee.

 Wenn wir sie nicht in gerader Linie einholen können, erklärte er während einer Besprechung, müssen wir sie dazu bringen, langsamer zu werden. Enge Kurven, niedrige Höhen, komplexe Manöver. Das sind Situationen, in denen Geschwindigkeit allein nicht ausreicht. Seine Idee fand an Anklang und bald wurden neue Trainingsszenarien entwickelt, um Piloten auf diese Art von Taktik vorzubereiten.

 Volkov war einer der ersten, der diese neuen Methoden testete. Er verbrachte Stunden in der Luft, übte enge Wendungen, schnelle Richtungswechsel und aggressive Manöver, die seine Jack 3 an ihre Grenzen brachten. “Wenn wir die Deutschen zwingen können, sich auf unsere Art von Kampf einzulassen”, sagte er zu Sokolov, “ها haben wir eine Chance, aber dafür müssen wir schlauer sein, nicht nur schneller.

 Die kalte Morgensonne brach durch die dünne Wolkendecke, als Major Volkow und seine erweiterte Staffel von sechs Jack Dre Maschinen flogen. Sie hatten wochenlang trainiert, neue Taktiken entwickelt und ihre Koordination perfektioniert. Der Plan war ehrgeizig, aber durchdacht. Wenn die deutschen D 335 Maschinen wieder auftauchten, würden die sowjetischen Piloten nicht versuchen, sie in gerader Linie einzuholen.

 Stattdessen würden sie sie in eine Zone mit komplexem Gelände locken, wo Geschwindigkeit allein nicht ausreichen würde. Erinnert euch an das Training, sprach Wolkov über Funk zu seinen Männern. Wir arbeiten als Team. Wenn sie kommen, führen wir Sie zu den Hügeln im Nordsektor. Dort zwingt das Gelände sie zu manövern und dort haben wir unsere Chance.

 Sokolov, der an seiner Seite flog, fühlte eine Mischung aus Anspannung und Entschlossenheit. Die monatelange Frustration hatte sie zubesseren Piloten gemacht. Fokussierter, disziplinierter, hungriger nach einem Erfolg, der ihren Mut und ihre Fähigkeiten beweisen würde. Sie wussten, dass die DO3535 technisch überlegen war, aber sie hatten gelernt, dass jede Überlegenheit ihre Grenzen hat.

 Zur gleichen Zeit starteten Hauptmann Weber und Leutnand Richter zu einem Routine Aufklärungsflug. Begleitet wurden sie von zwei weiteren Dream 35 Piloten Oberleutnant Steiner und Feldwebel Krause, die erst kürzlich zu ihrer Einheit gestoßen waren. “Wir fliegen die übliche Route”, instruierte Weber. “Aber bleibt wachsam. Die sowjetischen Einheiten haben ihre Aktivität in letzter Zeit verstärkt.

 Die vier Maschinen stiegen elegant in den Himmel. Ihre Motoren arbeiteten synchron. und erzeugten jenes kraftvolle Geräusch, das mittlerweile zum Symbol deutscher technischer Innovation geworden war. Weber fühlte sich sicher, vielleicht sogar ein wenig zu sicher. In den letzten Wochen hatte es keine ernsthafte Bedrohung gegeben.

 Jeder Versuch sowjetischer Jäger sie abzufangen, war gescheitert. Die Sicht ist gut heute, bemerkte Richter über Funk. Perfektes Flugwetter. Steiner und Krause bestätigten, beide waren beeindruckt von der Leistung ihrer Maschinen. Krause, der Jüngste der Gruppe, konnte seine Begeisterung kaum verbergen.

 “Es ist unglaublich, wie diese Maschine reagiert”, sagte er. “Ich fühle mich, als könnte ich alles fliegen, was ich will.” Weber lächelte bei diesen Worten, aber ein kleiner Teil von ihm erinnerte sich an seine eigene Warnung: Übermut kann gefährlich sein. Die Begegnung kam unerwartet, als die 4 Do 335 über einem bewaldeten Hügelgebiet flogen.

 Plötzlich tauchten sechs sowjetische Jagd 3 Maschinen aus verschiedenen Richtungen auf. Drei von links, zwei von rechts und eine von oben. “Kontakt. Mehrere feindliche Jäger”, rief Richter alarmiert. Weber reagierte sofort. Information halten, beschleunigen und nach Westen ausweichen. Die 4DO35 Maschinen erhöht ihre Geschwindigkeit, aber diesmal verhielten sich die sowjetischen Piloten anders.

 Anstatt direkt zu verfolgen, flogen sie in einem weiten Bogen und trieben die deutschen Maschinen systematisch in Richtung des hügeligen Geländes. Wolkov beobachtete die Situation mit scharfem Blick. “Sie nehmen Kurs nach Westen, meldete er. Genau wie geplant. Sokolov, du und Gruppe 2 umfliegt sie von Süden. Wir drücken sie in die Eng.

 Die Koordination funktionierte perfekt. Die deutschen Piloten merkten zu spät, dass sie in eine Falle geführt wurden. Das hügelige Gelände unter ihnen zwang sie, ihre Flughöhe anzupassen und enge Kurven zu fliegen. Genau die Situationen, in denen die überlegene Geschwindigkeit der DO35 an Bedeutung verlor.

 Weber erkannte die Gefahr und versuchte seine Staffel aus der Situation zu führen. Steigt höher. Wir brauchen Höhe für einen Ausbruch. Doch die sowjetischen Piloten waren vorbereitet. Jedes Mal, wenn die D 335 Maschinen versuchten zu steigen, wurden sie von einer anderen Richtung unter Druck gesetzt. Sokolov, der nun in seinem Element war, flog aggressive Manöver, die seine Jack 3 an ihre Grenzen brachten, aber er hatte gelernt, wie man die Wendigkeit seiner Maschine perfekt nutzte.

 “Sie versuchen zu entkommen”, rief er über Funk. “Bleibt dran. Gebt ihnen keinen Raum.” Oberleutnand Steiner, der weniger Erfahrung hatte als Weber und Richter, geriet in Panik. Er versuchte eine zu enge Kurve bei hoher Geschwindigkeit und seine Do 335 reagierte träge. “Ich verliere die Kontrolle”, schrie er. Weber versuchte ihm Anweisungen zu geben, aber es war zu spät.

 Steiner musste seine Geschwindigkeit drastisch reduzieren, um die Maschine zu stabilisieren. Und in diesem Moment wurde er von zwei Jack 3 Maschinen eingekreist. Er hatte keine andere Wahl, als den Bereich zu verlassen und notlanden zu müssen. Seine Maschine war nicht beschädigt, aber er war effektiv aus dem Kampf ausgeschieden.

 Weber fühlte, wie die Situation ihm entglitt. Richter Krause auf mich. Wir brechen nach Norden aus, volle Geschwindigkeit. Die drei verbliebenen Do 35535 beschleunigten gemeinsam. Aber Volkow hatte diesen Zug vorhergesehen. “Sie gehen nach Norden”, meldete er ruhig. “Gruppe 3 schneidet ihnen den Weg ab. Drei weitere Jack 3 Maschinen erschienen am nördlichen Horizont und zwangen die deutschen Piloten zu einer weiteren Kursänderung.

 Der Raum wurde immer enger und die sowjetischen Piloten nutzten ihre Wendigkeit, um konstanten Druck auszuüben. Feldwebel Krause, überwältigt von der Situation und der Anzahl der Gegner, traf eine impulsive Entscheidung. Er versuchte durch eine Lücke zwischen zwei sowjetischen Maschinen zu fliegen, aber die Lücke schloss sich schneller als erwartet.

 Er mußte abrupt ausweichen, verlor dabei an Geschwindigkeit und fand sich plötzlich in einer Position wieder, aus der es keinen guten Ausweg gab. “Ich kann nicht weitermachen”, rief er. “Ich muss zurück zur Basis.” Weber konnte ihn nicht aufhalten.

 Krause drehte ab und flog inniedriger Höhe davon, ständig verfolgt von einem sowjetischen Jäger, der ihm keine Ruhe ließ. Nun waren nur noch Weber und Richter übrig, umgeben von vier sowjetischen Maschinen, die wie ein gut koordiniertes Team arbeiteten. Die nächsten Minuten waren die intensivsten in Webers gesamter Fliegerkarriere. Er und Richter flogen synchron, versuchten jeden Trick, den sie kannten, nutzten die Geschwindigkeit ihrer Maschinen wann immer möglich, aber die sowjetischen Piloten ließen ihnen keinen Raum.

 Volkov war überall, mal links, mal rechts, immer präsent, immer drückend. Sie sind gut, murmelte Weber in sein Mikrofon. Verdammt gut. Richter antwortete keuchend. Wir müssen hier raus, Weber. Wenn wir nicht bald entkommen, wird es eng. Weber wusste, dass Richter recht hatte. Er traf eine Entscheidung. Auf mein Zeichen.

 Volle Leistung, steiler Steigflug. Dann Rollmanöver nach rechts. Wir nutzen einen Moment der Verwirrung und verschwinden. Richter bestätigte und bereit. Weber zählte im Kopf bis drei, dann rief er: “Und jetzt.” Beide du 335 Maschinen schossen gleichzeitig nach oben. Ihre Motoren holten auf und sie stiegen in einem fast vertikalen Winkel.

Die sowjetischen Piloten waren überrascht, aber nur für einen kurzen Moment. Volkow reagierte schnell, aber nicht schnell genug. Als Weber und Richter ihre Rollmanöver vollendeten und nach Osten abdrehten, hatten sie einen kleinen, aber entscheidenden Vorsprung gewonnen. Sie aktivierten den vollen Schub ihrer Motoren und verschwanden mit atemberaubender Geschwindigkeit am Horizont.

 Zurück auf dem sowjetischen Stützpunkt wurde der Einsatz als großer Erfolg gefeiert. Zwar waren die beiden führenden deutschen Piloten entkommen, aber die Staffel hatte bewiesen, dass die D535 nicht unbesiegbar war. Wir haben sie gezwungen zu kämpfen, wie wir wollten”, sagte Volkof zu seinen Männern während der Nachbesprechung.

 “Wir haben ihre Schwächen ausgenutzt, ihre Größe, ihre Trägheit bei engen Manövern, ihre Abhängigkeit von geraden Linien. Das zeigt, dass Technologie allein nicht ausreicht. Taktik, Koordination und Zusammenarbeit sind genauso wichtig.” Sokolov fügte hinzu, “Wir haben gelernt, dass Respekt vor dem Gegner keine Schwäche ist.

 Diese Maschinen sind beeindruckend, aber ihre Piloten sind auch nur Menschen. Sie machen Fehler, genau wie wir. Die Stimmung war ausgelassen, aber auch nachdenklich. Die sowjetischen Piloten hatten etwas Wichtiges gelernt, dass Überlegenheit immer relativ ist und dass Anpassungsfähigkeit oft wichtiger ist als rohe Kraft.

 Sie hatten über die DO35 gespottet, als sie zum ersten Mal davon hörten, aber jetzt, nachdem sie gegen sie gekämpft hatten, empfanden sie echten Respekt für die Maschine und die Männer, die sie flogen. Auf dem deutschen Stützpunkt war die Atmosphäre gedämpfter. Weber und Richter landeten erschöpft und schweigend. Die Nachbesprechung war ehrlich und direkt.

Wir wurden übertroffen, gab Weber zu. Nicht durch bessere Maschinen, sondern durch bessere Taktik. Sie haben uns ausmanövriert, uns in eine Situation gezwungen, in der unsere Geschwindigkeit nicht ausgereicht hat. Dr. Hartmann, der Chefingenieur, war bei der Besprechung anwesend und hörte aufmerksam zu.

 “Di Do5 ist immer noch das schnellste Kampfflugzeug, das je gebaut wurde”, sagte er. “Aber ihr habt recht. Geschwindigkeit ist nur ein Werkzeug. Sie muss richtig eingesetzt werden.” Richter nickte. Wir haben zu viel Vertrauen in die Maschine gesetzt und zu wenig in unsere eigenen Fähigkeiten. Die sowjetischen Piloten haben uns daran erinnert, dass am Ende der Pilot den Unterschied macht, nicht die Maschine.

Die deutsche Staffel begann daraufhin, ihre eigenen Taktiken zu überdenken. Sie trainierten intensiver, lernten aus ihren Fehlern und entwickelten neue Ansätze, die sowohl die Stärken ihrer Maschinen als auch ihre eigenen Fähigkeiten optimal nutzten. Es war eine demütigende, aber wichtige Lektion. In den Wochen und Monaten, die folgten, kam es zu weiteren Begegnungen zwischen den beiden Staffeln.

 Manchmal gewannen die deutschen Piloten, manchmal die sowjetischen. Jede Begegnung war ein Lernerlebnis, ein Test von Fähigkeiten, Mut und Strategie. Langsam entwickelte sich zwischen den Gegnern ein gegenseitiger Respekt. Weber und Volkow, obwohl sie einander nie persönlich begegneten, verstanden, daß sie Spiegelbilder voneinander waren.

 Männer, die ihr Bestes gaben in einer Zeit großer Herausforderungen, Männer, die versuchten, ihre Aufgaben mit Würde und Professionalität zu erfüllen. Die Doie ein Symbol technischer Innovation und bewies, dass Geschwindigkeit und Ingenieurskunst Grenzen verschieben konnten. Aber sie bewies auch, dass keine Maschine perfekt ist und dass wahre Überlegenheit im Himmel nicht nur durch Technik, sondern durch die Kombination aus Technologie, Taktik, Training und dem menschlichen Geist erreicht wird. Die sowjetischen Piloten,

die anfangs gespottet hatten, lernten die D35zu respektieren. Nicht, weil sie perfekt war, sondern weil sie zeigt, was möglich ist, wenn Entschlossenheit auf Innovation trifft. Als der Frühling kam und die Tage länger wurden, setzte sich Hauptmann Weber eines Abends allein in sein Quartier und dachte über die vergangenen Monate nach.

 Er dachte an die Maschine, die er flog, an die Männer, gegen die er kämpfte und an die Lektionen, die er gelernt hatte. Wir haben eine außergewöhnliche Maschine”, sagte er leise zu sich selbst. “Aber sie macht uns nicht unbesiegbar. Sie gibt uns eine Chance, einen Vorteil. Aber am Ende sind wir es, die entscheiden müssen, wie wir diesen Vorteil nutzen.

Zur gleichen Zeit saß Major Volkov auf seinem eigenen Stützpunkt und schrieb einen Bericht über die jüngsten Einsätze. Er schrieb über die Herausforderungen, die die DO35 darstellte, über die Taktiken, die seine Staffel entwickelt hatte und über die Bedeutung von Anpassungsfähigkeit und Teamarbeit.

 Der Gegner hat uns eine wertvolle Lektion gelehrt”, schrieb er am Ende seines Berichts. “Dass man niemals aufhören darf zu lernen, niemals aufhören darf sich zu verbessern und dass wahrer Respekt nicht durch Spott gewonnen wird, sondern durch ehrliches Anerkennen von Fähigkeiten, sowohl der eigenen als auch der Gegners.” Die Geschichte der Do 3535 und der Männer, die gegen sie kämpften, wurde zu einer Geschichte über mehr als nur Flugzeuge und Technologie.

 Sie wurde zu einer Geschichte über menschlichen Einfallsreichtum, über die Fähigkeit, Herausforderungen anzunehmen und daran zu wachsen und über den Respekt, der entsteht, wenn zwei Gegner erkennen, dass sie mehr gemeinsam haben, als sie dachten, den Mut, die Hingabe und den unbändigen Willen, das Unmögliche möglich zu machen.

 Am Ende gewann nicht die schnellste Maschine, sondern die Erkenntnis, dass wahre Größe nicht in der Überlegenheit liegt, sondern in der ständigen Bereitschaft zu lernen, sich anzupassen und niemals die menschliche Dimension des Kampfes zu vergessen.