Im Herbst 1944 hüllte der Morgennebel die Landebahn des Flugplatzes Lechfeld in einen geheimnisvollen Schleier. Oberleutnant Werner Schröder betrachtete die geschwungenen Linien der Messerschmid 262 des ersten einsatzbereiten Düsenjägers der Welt. Der kühle Morgenwind strich über sein Gesicht, während er die revolutionäre Maschine inspizierte, deren Technologie dem Rest der Welt um Jahre voraus war.

 Die Flugzeugingenieure hatten Tag und Nacht gearbeitet. um die neuesten Verbesserungen an den Yo 004 Triebwerken vorzunehmen, die dem Flugzeug eine unvergleichliche Geschwindigkeit verliehen. Die ersten Sonnenstrahlen brachen durch die Wolkendecke und ließen das Metall der Flugzeugkonstruktion in einem sanften Glanz erstrahlen. Werner strich behutsam über die Tragfläche und spürte unter seinen Fingerkuppen die Präzision deutscher Ingenieurskunst.

In seinen zehn Jahren als Pilot hatte er zahlreiche Flugzeuge geflogen, doch keines hatte ihn so fasziniert wie die ME 2 Es war nicht nur ein Flugzeug, es war ein Wendepunkt in der Geschichte der Luftfahrt. Der Flugplatz erwachte langsam zum Leben, als Techniker und Bodenpersonal ihre morgentlichen Routinen begannen.

 In der Ferne konnte Werner das charakteristische Brummen der amerikanischen Aufklärungsflugzeuge hören, die regelmäßig den bayerischen Luftraum durchstreiften. Die Alliierten hatten von der neuen deutschen Technologie gehört, konnten sich aber nicht vorstellen, dass ein Flugzeug so revolutionäre Leistungen erbringen könnte.

 Die Geheimhaltung um das Projekt war so streng, daß selbst viele hochrangige deutsche Offiziere nur Gerüchte über die wahren Fähigkeiten der mit 262 kannten. Flugingenieur Karl Bauer trat neben Werner und überreichte ihm die neuesten Flugdaten. Die Amerikaner unterschätzen uns immer noch, Werner. Ihre Aufklärungsberichte deuten darauf hin, dass sie glauben, unsere neuen Düsenflugzeuge seien zu unzuverlässig für den Einsatz.

 Karl lächelte leicht, während er auf die technischen Zeichnungen deutete. Was Sie nicht wissen, ist, daß Professor Messerschmidt letzte Woche einen Durchbruch bei der Treibstoffeffizienz erzielt hat. Die Flugeigenschaften haben sich erheblich verbessert. Werner nickte anerkennend und studierte die Zahlen. Die bevorstehende Testmission würde beweisen, dass deutsche Ingenieurskunst selbst unter schwierigsten Bedingungen triumphieren konnte.

 Die Morgensonne durchbrach nun vollständig den Nebel und ließ die Metallhaut der ME 262 in einem verheißungsvollen Glanz erstrahlen. “Wann ist der nächste Testflug angesetzt?”, fragte Werner und faltete die technischen Unterlagen sorgfältig zusammen. “Heute Nachmittag, wenn das Wetter stabil bleibt”, antwortete Karl und warf einen prüfenden Blick zum Himmel.

 Die Meteorologen prognostizieren ideale Bedingungen, geringe Luftfeuchtigkeit, minimale Windgeschwindigkeit, perfekt, um die neuen Triebwerksmodifikationen zu testen. In der nahegelegenen Kommandozentrale herrschte konzentrierte Betriebsamkeit. Major Heinrich Volkmann, der Leiter des ME 262 Programms, besprach mit seinen Offizieren die Details des bevorstehenden Testflugs.

Karten des Süddeutschen Luftraums waren auf einem großen Tisch ausgebreitet. Flugroen sorgfältig eingezeichnet. Die amerikanischen Aufklärungsflugzeuge folgen meist diesen Korridoren erklärte der Geheimdienstoffizier und zeigte auf mehrere blau markierte Linien. Unsere Radarstationen haben in den letzten drei Tagen verstärkte Aktivitäten in diesem Bereich gemeldet.

 Major Volkmann nickte nachdenklich. Sie suchen nach unseren neuen Technologien. Die Berichte unserer Agenten in England deuten darauf hin, dass die amerikanischen Kommandeure die ME 262 für einen Prototypen im Anfangsstadium halten. Unzuverlässig und weit von der Einsatzreife entfernt. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht.

 Diese Fehleinschätzung ist unser größter Vorteil. Oberleutnand Schröder wird heute einen Flugkorridor testen, der ihn in die Nähe ihrer üblichen Aufklärungsroute bringt. Nah genug, um gesehen zu werden, aber mit ausreichend Abstand, um nicht in Gefahr zu geraten. Werner und Karl betraten den Besprechungsraum, begrüßten die anwesenden Offiziere mit dem üblichen militärischen Protokoll.

 Ah, Schröder, genau der Mann, den wir brauchen, begrüßte ihn Major Volkmann. Wie beurteilen Sie die Maschine nach der gestrigen Inspektion? Einsatzbereit und in ausgezeichnetem Zustand, Herr Major”, antwortete Werner mit der Präzision, die von einem deutschen Offizier erwartet wurde. “Die Techniker haben hervorragende Arbeit geleistet.

” Ausgezeichnet, nickte Volkmann zufrieden. Dann kommen wir zum Einsatzbriefing. In den nächsten zwei Stunden wurden alle Aspekte des bevorstehenden Testflugs minutgesprochen. Die primären Ziele waren klar definiert. Überprüfung der verbesserten Triebwerksleistung, Test des neuen Kraftstoffgemisches und was Werner besonders interessierte, eine Geschwindigkeitsmessung unter realenBedingungen.

 Die theoretischen Berechnungen deuten auf eine Höchstgeschwindigkeit von über 800 km pro Stunde hin, erläuterte Karl Bauer, während er die neuesten Windtunneldaten präsentierte. Das ist fast doppelt so schnell wie die schnellsten amerikanischen und britischen Jäger. Die Anwesenden tauschten beeindruckte Blicke aus.

 Wenn diese Zahlen sich in der Praxis bestätigten, würde die ME 26 den Alliierten eine technologische Überraschung bereiten, die das Kräfteverhältnis in der Luft grundlegend verändern könnte. Nach dem Briefing zog sich Werner in den Pilotenraum zurück, um sich mental auf den bevorstehenden Flug vorzubereiten. Die Wände waren mit Fotografien von erfolgreichen Testflügen und technischen Zeichnungen verschiedener Flugzeugmodelle dekoriert.

In einer ruhigen Ecke saß Leutnand Friedrich Berger, ein weiterer Testpilot des Programms, vertieft in ein Notizbuch. “Bereitest du dich auf den großen Moment vor, Werner?”, fragte Friedrich und blickte von seinen Notizen auf. Werner setzte sich neben seinen Kameraden. Ja, es wird ein wichtiger Flug.

 Die Amerikaner unterschätzen uns noch immer. Das könnte sich heute ändern. Friedrich schloss sein Notizbuch und lehnte sich zurück. Ich habe gestern mit Anna Schmidt gesprochen, der Metallurgin aus Müllers Team. Sie meint, die neue Legierung für die Turbinenschaufeln könnte ein Durchbruch sein, wesentlich hitzebeständiger als alles, was wir bisher verwendet haben.

Das würde das Überhitzungsproblem lösen, nickte Werner nachdenklich. Die frühen Versionen der YO 004 Triebwerke hatten mit schwerwiegenden Überhitzungsproblemen zu kämpfen, was die Zuverlässigkeit und die maximale Flugdauer der M262 stark einschränkte. Die beiden Piloten diskutierten weitere technische Details, tauschten Erfahrungen aus früheren Flügen aus und sprachen über die möglichen strategischen Auswirkungen der neuen Technologie.

 Es war ein Gespräch unter Fachleuten, die die Bedeutung ihrer Arbeit für den Verlauf des Krieges vollkommen verstanden. Gegen Mittag meldete sich Werner bei der Flugvorbereitung. Der Himmel über Lechfeld hatte sich zu einem klaren, tiefblauen Herbsthimmel entwickelt. Ideale Bedingungen für den bevorstehenden Testflug.

 Techniker in grauen Arbeitsuniformen führten letzte Kontrollen an der ME262 durch, überprüften Hydrauliksysteme, Treibstoffleitungen und die komplexe Elektronik des revolutionären Düsenjägers. Haupttechniker Dieter Krause, ein Mann mit über 20 Jahren Erfahrung in der Luftfahrttechnik, überwachte persönlich die Vorbereitungen.

 Sein kritischer Blick entging keinem Detail. Seine ruhige Autorität sorgte für Präzision und Sorgfalt bei jedem Arbeitsschritt. Oberleutn Schröder begrüßte er Werner mit einem knappen Nicken. Die Maschine ist in optimaler Verfassung. Die neuen Triebwerkskomponenten wurden dreifach überprüft. Der Treibstofftank ist zu 85% gefüllt, genau wie spezifiziert.

 Werner bedankte sich und begann mit seiner eigenen Inspektion. Ein Ritual, das er vor jedem Flug durchführte. Er überprüfte die Steuerungsflächen, testete die Beweglichkeit der Ruder und inspizierte die kritischen Verbindungspunkte zwischen Tragflächen und Rumpf. Obwohl er volles Vertrauen in das Bodenpersonal hatte, war diese persönliche Kontrolle für ihn unverzichtbar, ein Ausdruck der Verantwortung, die er als Pilot trug.

 In der Kommandozentrale wurden die letzten Vorbereitungen getroffen. Funkverbindungen wurden überprüft. Radarstationen entlang der geplanten Flugroute in Alarmbereitschaft versetzt. Mayor Volkmann stand vor einer großen Wandkarte und verfolgte die Bewegungen der alliierten Aufklärungsflugzeuge, die von den deutschen Radarstationen gemeldet wurden.

 Eine Formation amerikanischer B17 nähert sich aus Richtung Nordwesten, begleitet von P51 Jägern, meldete der Radoffizier. Aktueller Kurs deutet auf eine Standard Aufklärungsmission hin. Geschätzte Ankunft in unserem Sektor. 430er. Volkmann überprüfte seine Uhr. Perfektes Timing. Schröders Testflug ist für 14:15 Uhr angesetzt.

 Die Amerikaner werden eine Überraschung erleben, die sie so schnell nicht vergessen werden. Um 13:45 Uhr begann Werner mit den letzten Vorbereitungen für seinen Flug. Er legte seine Lederjacke ab und zog den speziell entwickelten Fluganzug an, der ihn vor den extremen Temperaturen und dem Luftdruck in großen Höhen schützen würde.

 Der Anzug war eng anliegend, aber komfortabel. Das Ergebnis jahrelanger Entwicklungsarbeit deutscher Wissenschaftler. Als er das Cockpit der ME 269 bestieg, spürte Werner die vertraute Mischung aus Konzentration und Vorfreude, die jeden wichtigen Flug begleitete. Er ließ seinen Blick über die Instrumente schweifen, der Horizontindikator, die Geschwindigkeitsanzeige, die Triebwerksüberwachung.

Alles war an seinem Platz, vertraut und doch Teil eines völlig neuen Flugzeugs, das die Grenzen des technisch Machbaren verschob. Das Bodenpersonal entferntedie Bremsklötze. Der Startkoordinator gab das Signal. Werner startete die Triebwerke. Ein tiefes kraftvolles Dröhnen erfüllte das Cockpit, völlig anders als das vertraute Brummen der Propellermaschinen, die er früher geflogen hatte.

 Die mit 262 vibrierte voller Energie, bereit die Schwerkraft zu überwinden und in den Himmel aufzusteigen. Mit präzisen kontrollierten Bewegungen führte Werner die Startprozedur Triebwerke heolten auf. als er den Schub erhöhte, die mit 262 begann über die Startbahn zu rollen. Zunächst langsam, dann mit rapide zunehmender Geschwindigkeit.

 Der Druck drückte ihn in den Sitz, als das Flugzeug beschleunigte. Schneller und schneller, bis die Räder den Kontakt zur Erde verloren und die Maschine elegant in die Luft aufstieg. Werner steuerte die ME 262 in einen sanften Steigflug. Unter ihm wurde der Flugplatz Lechfeld immer kleiner. Die bayerische Landschaft breitete sich wie ein detailreiches Gemälde aus.

 Wälder, Felder und Dörfer, verbunden durch ein Netzwerk aus Straßen und Flüssen. In der Ferne konnte er die Ausläufer der Alpen erkennen. Majestätisch und zeitlos. Er brachte das Flugzeug auf die geplante Flughöhe von achte, null Doll Metern weit über den Wolken in jener Region des Himmels, wo die Luft dünn und klar war und der Horizont sich in einer sanften Kurve zu biegen schien. Hier in dieser Höhe.

würde er die wahre Leistungsfähigkeit der ME262 testen, die Geschwindigkeit, die Manövrierfähigkeit, die Reaktion der verbesserten Triebwerke auf verschiedene Flugmanöver. Die ersten Tests verliefen vielversprechend. Die Triebwerkstemperaturen blieben im optimalen Bereich. Die Steuerung reagierte präzise auf seine Eingaben.

Das Flugverhalten war stabil und vorhersehbar. Genau das, was ein Kampfpilot in anspruchsvollen Situationen benötigte. Werner konsultierte seine Uhr und die Navigationskarte. Es war Zeit für die nächste Phase des Testflugs, die Begegnung mit den amerikanischen Aufklärungsflugzeugen. Er änderte seinen Kurs und brachte die ME 262 auf einen Abfangvektor, der ihn in die Nähe, aber nicht direkt in den Weg der erwarteten B17 Formation bringen würde.

 In seinem Headset knisterte die Stimme des Funkers: Adler an Schwalbe. Amerikanische Formation wie erwartet auf Kurs. Position 30 km nordwestlich von ihnen. Höhe 7500 m. Werner bestätigte den Empfang und erhöhte leicht seine Flughöhe, um einen besseren Überblick zu haben. Er würde den Amerikanern zeigen, wozu deutsche Technologie fähig war.

nicht durch direkte Konfrontation, sondern durch eine Demonstration von Geschwindigkeit und Überlegenheit, die in den Berichten der amerikanischen Piloten nachhallen würde. Die Zukunft des Luftkriegs nahm Gestalt an, hoch über den friedlich erscheinenden Landschaften Bayerns, während die Sonne ihren höchsten Punkt überschritt und der Nachmittag sich langsam dem entscheidenden Moment näherte.

 Die amerikanische Bomberformation flog in präziser Ordnung durch den blauen Himmel über Bayern. In der führenden B17 Desert Rose überprüfte Navigator Lieutenant James Davis die Flugkoordinaten und machte sich Notizen auf seiner Karte. “Wir sind leicht vom Kurs abgekommen, Captain.

 Die Luftströmungen sind stärker als vorhergesagt.” Captain Richard Anderson nickte und korrigierte sanft den Kurs des schweren Bombers. Die Mission war eine Routine Aufklärung. Die Dokumentation potenzieller Industriestandorte in Süddeutschland. Die Besatzung arbeitete konzentriert, aber entspannt, da die Luftabwehr in diesem Sektor als minimal eingestuft worden war.

 “Wie ist die Wetterlage für den Rückflug, Davis?”, fragte Anderson, während er den Horizont scannte. Die Sicht war ausgezeichnet. Kaum Wolken störten den Blick auf die weit unten liegende bayerische Landschaft. Stabile Bedingungen, Sir”, antwortete der Navigator. “Das Tiefdruckgebiet über dem Kanal hat sich verzogen. Wir sollten einen ruhigen Heimflug haben.

 Das Boardradar, eine neue Technologie, die erst kürzlich in die Bomber integriert worden war, zeigte keine feindlichen Flugzeuge in der Nähe. Die P51 Mustangs, der Begleitjäger flogen in einer lockeren Formation um die Bombergruppe herum und vermittelten der Besatzung ein Gefühl relativer Sicherheit. Perfil Captain Robert Williams, ein Veteran mit über 50 Einsätzen, scannte routinemäßig den Horizont.

 Seine Aufmerksamkeit wurde von einer ungewöhnlichen Reflexion in etwa 5 km Entfernung geweckt. Desert Rose, hier Mustanglieder. Mögliches unidentifiertes Objekt auf 4 Uhr bewegt sich schnell. Er erhöhte die Leistung seines Triebwerks und drehte in Richtung der Reflexion ab. Durch sein Fernglas konnte er eine seltsame Silhouette erkennen.

 Kein herkömmlicher Propellerjäger, sondern etwas völlig neuartiges mit einer stromlinienförmigen Konstruktion und waren das Triebwerke unter den Tragflächen. Alle Einheiten. Wir haben eine visuelle Bestätigung eines deutschen Flugzeugs mit ungewöhnlichem Design. Möglicherweiseein experimenteller Typ. In der M62 beobachtete Werner Schröder die amerikanische Formation mit professionellem Interesse.

 Die Bomber flogen in ihrer üblichen defensiven Boxformation. Die Begleitjäger patroulierten in präzisen Mustern um die größeren Flugzeuge herum. Er hatte nicht die Absicht, die Amerikaner anzugreifen. Seine Mission war ein Leistungstest und eine Demonstration. Über Funk erhielt er die neuesten Informationen von der Bodenstation. Schwalbe hier, Adler.

 Die Amerikaner haben ihre Position bemerkt. Ein Begleitjäger hat seinen Kurs geändert und nähert sich ihrer Position. Werner lächelte leicht, genau wie geplant. Er überprüfte seine Instrumente. Alle Systeme funktionierten optimal. Die Triebwerkstemperaturen lagen im idealen Bereich. Die Geschwindigkeitsanzeige zeigte 720 km pro Stunde.

 Eine Geschwindigkeit, die für die amerikanischen Propellermaschinen unerreichbar war. Captain Williams versuchte verzweifelt, das unbekannte Flugzeug in Sichtweite zu behalten, aber die Entfernung zwischen seiner P51 und dem deutschen Flugzeug vergrößerte sich trotz Vollgas stetig. Desert Rose, das deutsche Flugzeug bewegt sich mit unglaublicher Geschwindigkeit.

 Ich kann nicht aufholen. In seinem Headset hörte er die ungläubige Stimme des Bomberpiloten. Verstanden, Mustanglieder, können Sie das Design identifizieren? Williams hob sein Fernglas erneut und versuchte Details zu erkennen. Negativ, aber es hat definitiv keine Propeller. Ich vermute, es handelt sich um einen der deutschen Düsenjäger, von denen wir gehört haben. Wahrscheinlich eine Mi 26.

Diese Information löste in der Kommandozentrale der Desert Rose hektische Aktivität aus. Der Funker kontaktierte sofort das Hauptquartier, während der Copilot zusätzliche Notizen machte. Captain Anderson blieb äußerlich ruhig, aber innerlich war er beunruhigt. Die Geheimdienstberichte hatten behauptet, die deutschen Düsenflugzeuge seien noch weit von der Einsatzreife entfernt, unzuverlässig und mit schwerwiegenden technischen Problemen.

Wenn die Deutschen tatsächlich ein funktionierendes Düsenflugzeug hatten, das so schnell war, wie berichtete, könnte dies die Luftüberlegenheit der Alliierten ernsthaft gefährden. Werner brachte die ME 262 in eine weite Kurve und plante seine nächste Demonstration. Er würde in einem parallelen Kurs an der Bomberformation vorbeifliegen, nah genug, um deutlich gesehen zu werden, aber weit genug entfernt, um keine defensive Reaktion zu provozieren.

 Die Amerikaner sollten die überlegene Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit der ME26 mit eigenen Augen sehen. Er drückte den Steuerknüppel leicht nach vorne und brachte das Flugzeug in einen sanften Sinkflug, der ihn auf die gleiche Höhe wie die amerikanische Formation bringen würde. In der Kommandozentrale in Lecheld verfolgte Major Volkmann die Entwicklung mit angespannter Konzentration.

 Die Radarden zeigten die Positionen aller beteiligten Flugzeuge und die regelmäßigen Funkberichte von Oberleutnand Schröder gaben ihm ein klares Bild der Situation. Die Amerikaner haben ihn gesehen”, kommentierte er zufrieden. “Ihre Begleitjäger versuchen ihn einzuholen, aber sie haben keine Chance.” Neben ihm stand Professor Müller, der wissenschaftliche Leiter des 262 Programms und studierte die eingehenden Telemetriedaten der Düsentriebwerke.

“Die Triebwerksleistung ist optimal”, berichtete er. “Die neue Legierung bewährt sich. Die Temperaturen bleiben stabil, trotz der hohen Geschwindigkeit. Die Mit66 näherte sich nun der amerikanischen Formation von der Seite. Werner hielt einen parallelen Kurs, etwa 2 km von den B17 Bombern entfernt, nahe genug, um deutlich gesehen zu werden, aber außerhalb der Reichweite ihrer Defensivbewaffnung.

 Er sah durch sein Fernglas die amerikanischen Flugzeuge, konnte sogar die überraschten Gesichter der Besatzungsmitglieder erkennen, die durch die Fenster der Bomber starrten. Mit präzisen Bewegungen führte er eine Reihe von Manövern durch, eine sanfte Rolle, gefolgt von einem steilen Steigflug, der die Überlegenheit der Düsentechnologie demonstrierte.

 In der Desert Rose herrschte konzentrierte Anspannung. Alle Stationen. Wir haben visuelle Bestätigung eines deutschen Düsenjägers auf parallelem Kurs. Steuerboard, meldete der Bordschütze. Durch die Fenster konnten die Besatzungsmitglieder die elegante Silhouette der M260 erkennen. So anders als alle Flugzeuge, die sie bisher gesehen hatten.

 Die fehlenden Propeller, die stromlinienförmige Konstruktion, die ungewöhnlichen Triebwerke unter den Tragflächen. Alles deutete auf eine revolutionäre Technologie hin. Beginnen Sie mit der fotografischen Dokumentation, befahl Captain Anderson. Der Boardoffizier aktivierte die speziellen Kameras, die für Aufklärungszwecke installiert worden waren und begann das deutsche Flugzeug zu fotografieren.

 Werner bemerkte die Kameras und lächelte. Die Amerikaner dokumentierten genau das, was er ihnenzeigen wollte, die technologische Überlegenheit des deutschen Düsenjägers. Er entschied, dass es Zeit für den spektakulärsten Teil seiner Demonstration war. Mit einer fließenden Bewegung des Steuerknüppels brachte er die ME 26 in einen steilen Steigflug, der ihn schnell über die amerikanische Formation hinausführte.

 Die G-kräfte drückten ihn in seinen Sitz, als das Flugzeug mit beeindruckender Geschwindigkeit an Höhe gewann. Die Triebwerke arbeiteten mit voller Leistung. Das charakteristische Heulen der Düsen erfüllte das Cockpit. In der Desert Rose verfolgten die Amerikaner mit einer Mischung aus Bewunderung und Besorgnis. wie der deutsche Düsenjäger mit scheinbar mühelos an Höhe gewann und schließlich in den Wolken verschwand.

 “Wie ist das möglich?”, murmelte der Copilot. “Die Geheimdienstberichte sagten, die deutschen Düsenflugzeuge seien noch nicht einsatzbereit.” Captain Anderson schüttelte nachdenklich den Kopf. “Es scheint, als hätten wir die deutsche Ingenieurskunst unterschätzt. Dieser Düsenjäger ist nicht nur einsatzbereit, er ist unseren schnellsten Jägern weit überlegen.

 Captain Williams in seiner P51 hatte den verzweifelten Versuch aufgegeben, mit der ME 262 mitzuhalten. Seine Mustang war ein ausgezeichnetes Flugzeug, eines der besten Propeller getriebenen Jagdflugzeuge der Welt, aber gegen die revolutionäre Düsentechnologie hatte sie keine Chance. Desert Rose, der deutsche Jäger ist außer Reichweite.

 Ich kehre zur Formation zurück. Er drehte seine P51 in Richtung der Bomber und flog mit einem unguten Gefühl zurück. Als einer der erfahrensten Piloten der Staffel verstand er die strategischen Implikationen dessen, was sie gerade erlebt hatten. Wenn die Deutschen diese Düsenjäger in größerer Zahl einsetzen könnten, würde dies Luftüberlegenheit der Alliierten ernsthaft gefährden.

 In einer Höhe von 10.000 brachte Werner die M 262 in einen stabilen Horizontalflug. Die Luft hier oben war dünn und eiskalt. Der Himmel hatte einen tieferen Blauton angenommen. Er überprüfte seine Instrumente und war zufrieden mit den Ergebnissen. Die Triebwerke hatten die Belastung des steilen Steigflugs problemlos verkraftet.

 Die Temperaturen waren im optimalen Bereich geblieben. Die neue Legierung für die Turbinenschaufeln und das verbesserte Kühlsystem hatten sich bewährt. Er funkte seine Position an die Bodenstation und erhielt neue Anweisungen. Schwalbe hier, Adler, führen Sie einen erweiterten Geschwindigkeitstest durch, dann kehren Sie zum Stützpunkt zurück.

 Werner bestätigte den Empfang und bereitete sich auf den nächsten Teil seiner Mission vor. Er würde die ME 26 an ihre Grenzen bringen, die maximale Geschwindigkeit testen, die mit den verbesserten Triebwerken erreichbar war. Er brachte das Flugzeug in einen leichten Sinkflug, um zusätzliche Geschwindigkeit aufzubauen und erhöhte den Schub der Triebwerke auf Maximum.

Die Geschwindigkeitsanzeige begann zu steigen, 750, 780 800 km pro Stunde. Das Flugzeug vibrierte leicht, aber blieb stabil und kontrollierbar. Werner spürte die immense Kraft der Düsentriebwerke, die ihn mit einer Geschwindigkeit durch den Himmel trugen, die noch vor wenigen Jahren als theoretisch unmöglich gegolten hätte.

 In der Kommandozentrale in Lecheld verfolgten Professor Müller und sein Team die eingehenden Telemetriedaten mit wachsender Begeisterung. Triebwerkstemperaturen stabil, meldete Anna Schmidt, während sie die Diagramme auf ihrem Bildschirm analysierte. Die neue Legierung funktioniert besser als erwartet. Müller nickte zufrieden.

 Jahrelange Forschung und Entwicklung. Unzählige Stunden im Labor und im Windkanal hatten zu diesem Moment geführt. Sie die mit 262 war nicht nur ein neues Flugzeug, sie war der Beginn einer neuen Era in der Luftfahrt. Nachdem Werner den Geschwindigkeitstest abgeschlossen hatte, drehte er die mit 262 in Richtung Lechfeld und begann den Rückflug.

 Unter ihm breitete sich die bayerische Landschaft aus, friedlich und unberührt vom Krieg. der Europa in seinen Griff genommen hatte. Er dachte an die amerikanischen Piloten und ihre Reaktion auf die ME 260. Sie hatten heute eine Lektion über die Zukunft der Luftfahrt erhalten. Die Era der Propeller Flugzeuge neigte sich dem Ende zu.

 Die Zeit der Düsenjets hatte begonnen. Während sich die ME 262 dem Flugplatz Lechfeld näherte, bereitete Werner sich auf die Landung vor. Er reduzierte die Geschwindigkeit, fuhr das Fahrwerk aus und brachte das Flugzeug in einen sanften Gleitflug. Die Landung eines Düsenjägers erforderte eine andere Technik als bei Propellermaschinen.

 Die höhere Anfluggeschwindigkeit, das unterschiedliche Ansprechverhalten der Triebwerke beim Gasweg nehmen, die veränderte Aerodynamik. Aber Werner hatte diese Techniken in zahllosen Trainingsstunden perfektioniert. Mit präzisen kontrollierten Bewegungen setzte er die ME262 sanft auf der Landebahn auf.

 Als er aus dem Cockpit stieg, wurde er von MajorVolkmann und Professor Müller empfangen. Ausgezeichneter Flug Oberleutnant, lobte Volkmann. Die Amerikaner werden heute Abend einiges zu berichten haben. Müller nickte anerkennend. Die Telemetriedaten sind vielversprechend. Die Triebwerksleistung übertrifft unsere Erwartungen und die strukturelle Integrität blieb auch bei Höchstgeschwindigkeit gewährleistet.

 In den folgenden Stunden wurde der Flug detailliert analysiert. Jeder Aspekt der Leistung der ME 262 wurde untersucht, jede Datenreihe ausgewertet. Die Ergebnisse bestätigten, was Werner während des Fluges gespürt hatte. Die verbesserte M6 war ein revolutionäres Flugzeug, das seinen allierten Gegenstücken technologisch weit überlegen war.

 In seinem Büro verfaßte Major Volkmann einen Bericht für das Oberkommando. Die erfolgreiche Demonstration der ME26 vor amerikanischen Aufklärungsflugzeugen würde zweifellos Aufmerksamkeit erregen. Die Alliierten hatten die deutsche Düsentechnologie unterschätzt, hatten geglaubt, die ME 262 sei zu langsam und unzuverlässig für den Einsatz.

 Heute hatten sie erfahren, wie falsch diese Einschätzung war. Die ME262 war nicht nur einsatzbereit, sie war ein technologischer Quantensprung, der das Gesicht des Luftkriegs verändern könnte. Am nächsten Morgen versammelte sich das Team in der Kommandozentrale, um die ersten Geheimdienstberichte zu besprechen.

 Die Fotos, die die Amerikaner gemacht hatten, würden zweifellos gründlich analysiert werden. Die Berichte der Piloten würden zu neuen Bewertungen der deutschen Luftfahrttechnologie führen. Die Vorstellung, dass die ME 262 zu langsam oder unzuverlässig sei, war nun endgültig widerlegt. Die wahren Fähigkeiten des Düsenjägers waren demonstriert worden und die Amerikaner hatten aus erster Hand erfahren, dass ihre Flugzeuge keine Chance gegen die überlegene Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit der M260 hatten.

Werner Schröder stand am Fenster und blickte auf den Flugplatz hinaus, wo Techniker bereits an weiteren Mai 262 arbeiteten. Er hatte gestern Geschichte geschrieben, hatte den Amerikanern eine Lektion erteilt, die sie nicht vergessen würden. Die ME 262 war nicht nur ein Flugzeug, sie war ein Symbol für menschlichen Erfindergeist und technologischen Fortschritt.

 Lange, nachdem der Krieg vorbei wäre, würde die Düsentechnologie, die in diesem Flugzeug ihren Anfang genommen hatte, die Luftfahrt prägen und verändern. In der Ferne hörte er das charakteristische Heulen weiterer M62, die zu Trainingsflügen starteten. Eine neue Ehre hatte begonnen und er war stolz darauf, Teil dieser technologischen Revolution zu sein.