Er wurde bekannt als „Commissario Brunetti“:Schauspieler Uwe Kockisch gestorben

Der Schauspieler Uwe Kockisch (damals 75) 2019 in seiner Wohnung in Madrid

Madrid/Berlin – Der Schauspieler Uwe Kockisch ist tot. Das erklärte seine Agentin am Mittwoch gegenüber BILD: „Ich kann bestätigen, dass Uwe Kockisch am 22. Dezember in Madrid verstorben ist.“ Er wurde 81 Jahre alt.

Einige Medien berichten, dass der Schauspieler an den Folgen einer Lungenkrebs-Erkrankung gestorben sei, die Agentin bestätigt das nicht. Zuerst hatte die „Junge Welt“ über den Tod des beliebten Schauspielers berichtet.

Uwe Kockisch wurde einem breiten Fernsehpublikum durch seine Rolle als „Commissario Brunetti“ in der ARD-Serie „Donna Leon“ bekannt. In der Serie „Weissensee“ spielte er den Stasi-Offizier Hans Kupfer.

Als „Commissario Brunetti“ ermittelte Uwe Kockisch in der ARD-Serie „Donna Leon“ in Venedig

Foto: ARD Degeto/Nicolas Maack

Laut der Deutschen Presse-Agentur hat seine Schauspielagentur „Players“ unter Berufung auf seine Frau den Tod von Uwe Kockisch bestätigt. Er war in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Christine Gautier (64) verheiratet und hinterlässt zwei Söhne.

In mehr als 20 Episoden spielte der TV-Star den venezianischen Ermittler Commissario Brunetti nach den Bestsellern von Donna Leon (83). Bis Ende 2019 schalteten rund sieben Millionen Fans ein, wenn Kockisch in der Lagunenstadt auf Mörderjagd ging – dann war Schluss mit der Serie.

Uwe Kockisch mit seiner zweiten Ehefrau Christine Gautier, bei der 20. Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung im Jahr 2013

Foto: Britta Pedersen/dpa

Kockisch saß als Jugendlicher im DDR-Knast

2013 erinnerte sich der Schauspieler in einem BILD-Gespräch an seine versuchte Flucht aus der DDR im Jahr 1961. Als 17-Jähriger wollte er damals mit drei Freunden auf einem Kutter in den Westen fliehen – verraten von einer Frau. „Ich habe das alles schadlos überstanden. Einer war verlobt und wollte seine Verlobte nicht mitnehmen. Es war Verrat aus Verzweiflung, nicht zum eigenen Vorteil.“

Für den Fluchtversuch wurde Kockisch zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Doch selbst diese Zeit betrachtet er rückblickend ohne Groll: „Diese Monate haben mich zehn Jahre weitergebracht. Von dem, was ich damals erlebt habe, zehre ich heute noch. Ich kann als Schauspieler besser nachvollziehen, warum Menschen bestimmte Dinge tun.“

Bitterkeit vermeide er bewusst, sagte er damals: „Ich lebe in der Gegenwart.“ Nach der deutschen Wiedervereinigung baute Uwe Kockisch im Westen eine erfolgreiche Theater- und TV-Karriere auf und wurde schnell zu einem gefragten Charakterdarsteller.