Die Weihnachtszeit ist für viele Menschen die emotionalste Phase des Jahres. Es ist die Zeit der Lichter, der Düfte nach Zimt und Tanne, aber vor allem ist es die Zeit der Familie. Wir sehnen uns nach Harmonie, nach dem Lachen von Kindern unter dem Weihnachtsbaum und dem Gefühl von Geborgenheit im Kreis der Liebsten. Doch wenn man hinter die glänzenden Fassaden blickt, sieht die Realität oft anders aus – auch bei den Stars, die wir Woche für Woche im Fernsehen bewundern. Einer, der nun mit einer überraschenden Offenheit Einblick in sein ganz privates Weihnachtsfest gewährt hat, ist Andy Borg. Der 65-jährige Schlagerstar, der mit seinem Charme und seiner Musik Millionen begeistert, hat verraten, dass er den Heiligabend ohne seine Kinder Jasmin und Patrick verbringen wird. Eine Nachricht, die auf den ersten Blick für Verwunderung sorgt und Fragen aufwirft. Was steckt wirklich dahinter? Ist es ein Zeichen von familiärer Distanz oder eine bewusste Entscheidung für eine andere Art der Liebe?

Andy Borg ist ein Phänomen. Egal ob auf der großen Bühne bei Florian Silbereisens “Adventsfest der 100.000 Lichter” oder in seiner eigenen SWR-Sendung “Weihnachten mit Andy Borg” – er versprüht stets gute Laune, Wärme und Herzlichkeit. Er ist der Inbegriff des gemütlichen, volksnahen Entertainers, den man gerne als Nachbarn hätte. Doch wenn die Kameras aus sind und der Applaus verhallt, ist auch ein Andy Borg nur ein Mensch mit ganz eigenen Vorstellungen vom Glück. In einem sehr persönlichen Interview mit “Das Neue Blatt” hat er nun das Geheimnis um sein Weihnachtsfest gelüftet. Und was er erzählt, zeugt von einer großen Gelassenheit und einer tiefen Verbundenheit zu seiner Ehefrau Birgit.

Die Schlagzeile, dass Andy Borg Heiligabend ohne seine Kinder verbringt, mag zunächst nach Einsamkeit oder gar Streit klingen. Doch weit gefehlt. Es ist vielmehr Ausdruck einer modernen, pragmatischen und liebevollen Familienorganisation, die den Stress aus den Feiertagen nimmt. “Ein Heiligabend zählt für Birgit und mich tatsächlich in Passau – Zweisamkeit und ganz viel Ruhe”, erklärt der Sänger. In einer Welt, die immer lauter und hektischer wird, in der gerade die Vorweihnachtszeit oft in purem Stress ausartet, klingt das fast wie ein revolutionärer Akt der Selbstfürsorge. Andy und Birgit Borg haben sich bewusst dafür entschieden, den 24. Dezember ganz für sich zu haben. Es ist ihre Zeit. Zeit, um durchzuatmen, um das Jahr Revue passieren zu lassen und um die Zweisamkeit zu genießen, die im Trubel des Showgeschäfts oft zu kurz kommt.

Aber müssen seine Kinder Jasmin und Patrick deshalb auf ihren Vater verzichten? Nein, natürlich nicht. Die Familie Borg hat lediglich den Zeitplan entzerrt. Statt sich dem Druck auszusetzen, alle Erwartungen an einem einzigen Abend zu erfüllen, gehen sie auf Reisen. “Am ersten Weihnachtsfeiertag fahren wir zu den Familien meiner Kinder. Erst nach Köln, dann weiter nach Hamburg und dann wieder zurück nach Passau”, verrät der stolze Vater. Es ist eine Weihnachtstournee der besonderen Art, eine Reise der Liebe quer durch die Republik. Diese Planung zeigt, wie wichtig Andy Borg seine Familie ist. Er nimmt hunderte Kilometer auf sich, um seine Kinder und Enkel zu sehen, aber er tut es zu seinen Bedingungen und ohne den Zwang des Heiligabends. Es ist ein Modell, das Schule machen könnte: Qualität statt Quantität, bewusste Begegnungen statt gehetzter Pflichtbesuche.

Eineinhalb Stunden Stille": Andy Borg verrät sein Weihnachts-Ritual

Ein weiteres Detail, das Andy Borg in dem Interview preisgibt, lässt tief blicken: Er und seine Birgit schenken sich nichts mehr. “Wir genießen das Leben viel mehr und gönnen uns auch im Laufe des Jahres immer mal wieder etwas”, sagt er. Dieser Satz ist bemerkenswert. Er zeigt eine Reife und eine Zufriedenheit, die man mit Geld nicht kaufen kann. Wer braucht schon teure Parfums oder Krawatten unter dem Baum, wenn man das ganze Jahr über das Geschenk der gemeinsamen Zeit und der kleinen Aufmerksamkeiten pflegt? Es ist ein Bruch mit dem Konsumrausch, der Weihnachten oft überlagert, und eine Rückbesinnung auf das Wesentliche. Die größte Gabe, die sie sich machen, ist ihre Anwesenheit, ihre Aufmerksamkeit füreinander. Das ist romantischer als jedes Diamantkollier.

Doch wer nun glaubt, Andy Borg sei ein Weihnachtsmuffel, der irrt gewaltig. Ganz im Gegenteil. Der Mann ist ein absoluter Weihnachtsfanatiker, wenn es um Dekoration und Traditionen geht. Und hier kommt eine Seite an ihm zum Vorschein, die fast schon kindlich und unglaublich sympathisch wirkt. “Für das Dekorieren daheim bin einzig und allein ich zuständig”, stellt er klar. Man sieht ihn förmlich vor sich, wie er Kisten schleppt, Lichterketten entwirrt und sein Haus in ein Winterwunderland verwandelt. Seine Sammelleidenschaft ist dabei geradezu legendär – und ein wenig skurril.

“Ich sammle Nussknacker, Räuchermännchen und Schwibbögen. Inzwischen habe ich über 100 Nussknacker und Räuchermännchen”, gesteht er. Über 100! Man muss sich das einmal bildlich vorstellen. Das Haus der Borgs in Passau muss zur Weihnachtszeit aussehen wie eine Außenstelle des Erzgebirges. Diese Leidenschaft verrät viel über den Menschen Andy Borg. Er ist ein Bewahrer von Traditionen, jemand, der das Handwerk schätzt und der sich an den kleinen, feinen Dingen erfreuen kann. Jeder dieser Nussknacker erzählt wahrscheinlich eine Geschichte, jeder Schwibbogen bringt ein Stück Licht in die dunkle Jahreszeit. Es ist diese Mischung aus Bodenständigkeit und verspielter Freude, die ihn so authentisch macht. Er inszeniert sich nicht als abgehobener Star, sondern als jemand, der mit leuchtenden Augen vor seiner Sammlung steht, genau wie viele seiner Fans.

Auch kulinarisch bleibt es bei den Borgs entspannt. Wer ein 5-Gänge-Menü mit Gänsebraten und Trüffeln erwartet, wird enttäuscht. Das Paar entscheidet ganz spontan. “Am 23. Dezember entscheiden wir, was am Feiertag auf den Tisch kommen wird. Es soll wenig Aufwand und keinen Stress machen”, erklärt Andy Borg. Und dann schiebt er mit einem Augenzwinkern und einer großen Portion Selbstironie hinterher: “Denn Birgit hat mit mir schon genug Stress.” Ein Satz, der von Humor und einer liebevollen Beziehung zeugt. Er weiß um seine Ecken und Kanten, und er weiß, was er an seiner Frau hat. Einfachheit ist der Schlüssel zu ihrem Glück. Vielleicht gibt es Kartoffelsalat mit Würstchen, vielleicht eine einfache Brotzeit – es ist egal, solange sie zusammen sind.

Diese Einblicke in das Privatleben von Andy Borg sind erfrischend ehrlich. Sie zeigen, dass man Traditionen pflegen kann, ohne in ihnen zu erstarren. Man kann Weihnachten lieben, ohne sich dem Diktat des “perfekten Festes” zu unterwerfen. Die Entscheidung, Heiligabend allein mit seiner Frau zu verbringen und die Kinder erst am nächsten Tag zu besuchen, ist mutig und konsequent. Sie befreit den 24. Dezember von der Last der Erwartungen und macht ihn wieder zu dem, was er sein sollte: eine stille, heilige Nacht.

Für viele Fans mag es tröstlich sein zu hören, dass auch bei den Stars nicht alles nach dem Schema F abläuft. Dass man sich seine eigenen Traditionen schaffen darf. Dass es okay ist, “Nein” zum Stress und “Ja” zur Ruhe zu sagen. Andy Borg lebt uns vor, wie man das Älterwerden genießt, wie man Prioritäten setzt und wie wichtig es ist, sich selbst und dem Partner treu zu bleiben. Seine über 100 Nussknacker mögen stumm sein, aber sie sind Zeugen eines Mannes, der sein inneres Kind bewahrt hat und der genau weiß, was ihm guttut.

Wenn wir Andy Borg also an Heiligabend im Fernsehen sehen, wie er singt und lacht, dann wissen wir nun: Danach kehrt er heim in sein geschmücktes Haus in Passau, zu seiner Birgit und seinen Nussknackern. Es wird ruhig sein, es wird friedlich sein, und es wird genau so sein, wie er es sich wünscht. Und am nächsten Morgen setzt er sich ins Auto und wird wieder zum Vater und Großvater, der die Liebe weiterträgt, von Köln bis Hamburg. Es ist ein Weihnachten nach Maß, geschneidert auf das Herz eines Mannes, der zwar ein Star ist, aber vor allem eines geblieben ist: Mensch. Wir können uns von dieser Gelassenheit eine Scheibe abschneiden. Vielleicht sollten wir auch öfter mal den Mut haben, die Dinge so zu tun, wie sie uns guttun, und nicht so, wie es “man” eben macht. Frohe Weihnachten, Andy Borg!