Seine Stimme ist der Soundtrack unseres Weihnachtsfestes: Chris Rea stirbt im Alter von 74 Jahren und hinterlässt eine Stille, die schmerzt

Es gibt Lieder, die sind mehr als nur Melodien; sie sind Gefühle, Erinnerungen und feste Anker in unserem Zeitgefühl. Wenn die Tage kürzer werden, die Lichter in den Straßen angehen und der Verkehr sich in endlosen Blechlawinen durch den Schnee schiebt, dann erklingt fast überall auf der Welt eine ganz bestimmte Melodie. Ein Klavier-Intro, das wie sanft fallende Schneeflocken klingt, gefolgt von einer warmen, rauen Stimme, die von der Sehnsucht nach Hause erzählt. “Driving Home for Christmas” ist nicht nur ein Lied, es ist das rituelle Begleitstück für Millionen von Menschen, die sich auf den Weg zu ihren Liebsten machen. Doch in diesem Jahr mischt sich eine tiefe, fast unwirkliche Traurigkeit in die vertrauten Klänge. Chris Rea, der Mann mit der unverwechselbaren Reibeisenstimme und dem genialen Slide-Gitarrenspiel, ist im Alter von 74 Jahren verstorben. Die Nachricht von seinem Tod trifft die Musikwelt und seine Fans mitten ins Herz, ausgerechnet in jener Zeit, die untrennbar mit seinem Namen verbunden ist. Es wirkt wie eine grausame Laune des Schicksals, dass der Mann, der uns den ultimativen Soundtrack für die Heimreise schenkte, nun selbst seine letzte große Reise angetreten hat, während seine Stimme noch aus jedem Radio hallt.
Chris Rea war jedoch weit mehr als nur der Sänger eines Weihnachtsklassikers, auch wenn dieser Song ihn unsterblich machte. Er war ein begnadeter Blues-Musiker, ein Philosoph an der Gitarre und ein Kämpfer, der dem Tod schon mehrfach ins Auge geblickt hatte. Geboren 1951 im englischen Middlesbrough als Sohn einer Familie, die eine Eisfabrik betrieb, war sein Weg ins Rampenlicht alles andere als vorgezeichnet. Tatsächlich nahm er erst spät, im Alter von 22 Jahren, zum ersten Mal ernsthaft eine Gitarre in die Hand. Doch was er diesem Instrument entlockte, war pure Magie. Inspiriert vom Delta Blues und der Freiheit der amerikanischen Weite, entwickelte er einen Stil, der so einzigartig war, dass man ihn unter Tausenden sofort erkannte. Seine Slide-Gitarre weinte und sang, sie erzählte Geschichten von staubigen Straßen, verlorener Liebe und der Suche nach dem Sinn. Sein Durchbruch kam Ende der 70er Jahre mit “Fool (If You Think It’s Over)”, einem Song, der bereits die Melancholie und die Tiefe zeigte, die sein späteres Werk prägen sollten. Doch der wahre Welterfolg stellte sich erst später ein, als er begann, seine Liebe zum Blues und zum Rock noch konsequenter auszuleben. Alben wie “The Road to Hell” und “Auberge” zementierten seinen Status als einer der großen europäischen Rockpoeten.
Doch hinter dem Erfolg und den ausverkauften Stadien verbarg sich ein Mann, der oft mit den Schattenseiten des Lebens ringen musste. Chris Reas Leben war geprägt von einem fast übermenschlichen Überlebenswillen. Bereits vor vielen Jahren wurde bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert, eine Krankheit, die oft einem Todesurteil gleichkommt. Er unterzog sich einer riskanten und komplizierten Operation, der sogenannten Whipple-Prozedur, bei der Teile seiner Bauchspeicheldrüse und andere Organe entfernt wurden. Die Ärzte gaben ihm damals nur eine geringe Überlebenschance, doch Rea trotzte den Statistiken. Er kämpfte sich zurück ins Leben, getrieben von seiner Liebe zur Musik und vor allem zu seiner Familie, seiner Frau Joan und seinen beiden Töchtern. Diese Erfahrung veränderte ihn tiefgreifend. Der Mann, der einst über die “Road to Hell” sang – ein Lied über die Frustrationen des modernen Lebens und den Verkehrsstau auf der Autobahn M25 –, wusste nun sehr genau, wie kostbar jeder einzelne Tag war. Er hörte auf, Kompromisse einzugehen. Er machte nur noch die Musik, die er fühlen konnte, wandte sich ab vom kommerziellen Popzirkus und hin zu einem erdigen, ehrlichen Blues, der seine Seele widerspiegelte. Er sagte einmal in einem Interview, dass er nicht mehr daran interessiert sei, ein Popstar zu sein; er wolle nur noch Musiker sein.

Die Geschichte seines größten Hits, “Driving Home for Christmas”, ist bezeichnend für seinen Charakter. Der Song entstand nicht in einem teuren Studio mit dem Ziel, einen Hit zu landen, sondern aus einer echten, frustrierenden Alltagssituation heraus. Es war 1978, lange vor seinem großen Durchbruch. Rea steckte in der Vorweihnachtszeit in einem gewaltigen Stau in London fest. Es schneite, die Leute in den Autos um ihn herum sahen miserabel und gestresst aus. Er saß in einem kleinen Austin Mini, und während er die roten Bremslichter vor sich betrachtete, begann er, die Melodie zu summen und den Text zu formulieren, um sich selbst aufzuheitern. Er schrieb den Text auf einen Zettel, den er im Handschuhfach fand. Ursprünglich dachte er, der Song sei eher eine Art musikalischer Scherz, eine kleine Fingerübung. Jahrelang lag das Lied in der Schublade, bis es schließlich als B-Seite veröffentlicht und langsam, fast unbemerkt, zu dem globalen Phänomen wurde, das es heute ist. Dass Chris Rea nun ausgerechnet in dem Monat stirbt, in dem dieser Song seine jährliche Renaissance feiert, verleiht dem Ganzen eine fast mystische Dimension. Wenn wir nun im Auto sitzen und diese Zeilen hören – “I’m driving home for Christmas / Oh, I can’t wait to see those faces” – dann schwingt ab sofort eine neue Bedeutung mit. Das “Zuhause”, von dem er singt, ist nicht mehr nur das Haus aus Backstein und Mörtel, sondern ein Ort jenseits unserer Vorstellungskraft.
In den letzten Jahren hatte sich sein Gesundheitszustand immer wieder verschlechtert. Neben den Folgen seiner Krebserkrankung litt er an Diabetes und hatte einen Schlaganfall erlitten, der seine motorischen Fähigkeiten beeinträchtigte. Für einen Gitarristen ist das der schlimmste Albtraum, doch Rea gab nicht auf. Er trainierte, er übte, er zwang seine Finger, wieder über die Saiten zu gleiten. Diese Resilienz, diese Weigerung, sich vom Schicksal in die Knie zwingen zu lassen, machte ihn für viele zu einem Vorbild. Er war kein Mann der großen Skandale oder der lauten Schlagzeilen. Er liebte den Motorsport, verehrte Ayrton Senna, malte Bilder und verbrachte Zeit mit seiner Familie. Er war ein “Working Class Hero” im besten Sinne, jemand, der nie vergessen hatte, woher er kam. Seine Musik war nie aufgesetzt; sie war immer durchdrungen von einer tiefen Menschlichkeit. Seine Stimme, dieser dunkle, warme Bariton, war wie ein alter Freund, der einem die Hand auf die Schulter legt und sagt: “Ich verstehe dich. Das Leben ist hart, aber es ist auch schön.”
Sein Tod hinterlässt eine Lücke in der Musiklandschaft, die nicht zu füllen sein wird. Es gibt heute kaum noch Musiker seines Schlages – Künstler, die ihre Instrumente so virtuos beherrschen, ihre Songs selbst schreiben und dabei eine so unverwechselbare Identität besitzen. Die Reaktionen auf seinen Tod sind überwältigend. Kollegen aus der Rock- und Blueswelt, Fans aus allen Kontinenten und Menschen, die ihn vielleicht nur durch diesen einen Weihnachtssong kannten, teilen ihre Trauer. In den sozialen Netzwerken liest man unzählige Geschichten von Menschen, die erzählen, wie seine Musik sie durch schwere Zeiten begleitet hat. Wie das Album “Auberge” der Soundtrack ihres Sommers war oder wie “Josephine”, das Lied, das er für seine Tochter schrieb, sie an ihre eigenen Kinder erinnert. Chris Rea war ein Chronist der Gefühle. Er konnte die Einsamkeit einer nächtlichen Autofahrt ebenso perfekt in Töne fassen wie die überschäumende Freude eines Sommertages.
Nun, da er gegangen ist, bleibt uns sein Werk. Es ist ein umfangreiches, vielschichtiges Werk, das es wert ist, neu entdeckt zu werden, jenseits der festlichen Playlists. Wer sich die Zeit nimmt, in seine Blues-Alben einzutauchen, wird einen Künstler von immenser Tiefe und Leidenschaft finden. Er hat uns gezeigt, dass man auch mit Narben schön sein kann, dass Schmerz in Kunst verwandelt werden kann und dass Hoffnung oft dort zu finden ist, wo man sie am wenigsten erwartet – vielleicht sogar in einem Stau im Schnee. Der Abschied von Chris Rea ist ein Abschied von einer Ära. Er erinnert uns daran, dass unsere Helden sterblich sind, ihre Kunst aber ewig währt. In diesem Dezember, wenn “Driving Home for Christmas” erklingt, werden vielleicht hie und da Tränen fließen, die vorher nicht da waren. Aber es werden auch Tränen der Dankbarkeit sein. Dankbarkeit für die Musik, für die Momente, die sie uns geschenkt hat, und für den Mann, der sie erschuf. Er hat seine letzte Reise angetreten, die Straße hinunter, dem Licht entgegen. Und man möchte sich vorstellen, dass er dort oben ankommt, seine Gitarre auspackt, lächelt und endlich schmerzfrei spielen kann. Für uns, die wir hier zurückbleiben, wird die Autofahrt nach Hause in diesem Jahr anders sein. Stiller, nachdenklicher, aber begleitet von der Gewissheit, dass seine Stimme uns immer noch den Weg weisen wird. Chris Rea ist tot, aber solange Menschen Sehnsucht nach Hause haben, wird er weiterleben.
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