Späte Liebe mit 76: Peter Maffay spricht offen wie nie über seine Hochzeit, bittere Reue und die Heilung alter Wunden

Die deutsche Musikwelt kennt Peter Maffay als unerschütterlichen Titanen, als eine Stimme, die Generationen geprägt hat. Doch hinter den Kulissen von Hits wie „Du“ oder dem epischen Werk „Tabaluga“ verbirgt sich ein Leben, das von tiefen emotionalen Abgründen, Narben und jahrzehntelang gehüteten Geheimnissen gezeichnet ist. Heute, mit 76 Jahren, gewährt der Rockmusiker einen seltenen und intimen Einblick in sein Privatleben – eine Geschichte von spätem Glück, körperlichen Leiden und dem schmerzhaften Weg der Versöhnung.

Peter Maffay, 1949 in Rumänien geboren, war für sein Publikum stets der starke Mann auf der Bühne. Doch privat kannte er oft nur die Extreme: ekstatische Höhen während der Tourneen und eine lähmende Einsamkeit hinter verschlossenen Türen. Eines seiner größten persönlichen Versäumnisse betrifft die Beziehung zu seiner Tochter Nina. In einer Zeit, in der seine Karriere keine Pausen zuließ, blieb für das Familienleben kaum Raum. „Ich war einfach nicht da“, gesteht Maffay heute mit brüchiger Stimme. Während er Stadien füllte, wuchs seine Tochter mit einer schmerzhaften Distanz zu ihrem berühmten Vater auf – ein Schlag ins Gesicht für einen Mann, der für Millionen ein Idol war, aber zu Hause eine Lücke hinterließ.

Ein dramatischer Wendepunkt in seinem Leben war der 3. Oktober 2005. Nach einem schweren Autounfall, bei dem sich sein Wagen mehrfach überschlug, blickte Maffay dem Tod ins Auge. Dieses Erlebnis erschütterte ihn zutiefst und führte zu einer radikalen Neuausrichtung. Er erkannte, dass Ruhm und Applaus wertlos sind, wenn die zwischenmenschlichen Beziehungen in Trümmern liegen. Es folgte ein langer Prozess der Selbstreflexion, in dem er lernte, seine Verletzlichkeit zu akzeptieren und seine Prioritäten neu zu setzen.

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Das späte Glück fand er schließlich in Hendrikje Balsmeier. Trotz eines Altersunterschieds von 38 Jahren und der anfänglichen Häme der Boulevardpresse bewiesen die beiden, dass ihre Verbindung auf einem Fundament aus tiefem Respekt und ständigem Dialog steht. Durch Paartherapie und ehrliche Gespräche schafften sie es, die Zweifel auszuräumen. Die Hochzeit im Jahr 2022 im kleinen Kreis war kein Medienspektakel, sondern ein stilles Versprechen an eine gemeinsame Zukunft.

Doch das Alter fordert seinen Tribut. Maffay leidet heute an chronischer Polyarthritis, einer entzündlichen Gelenkerkrankung, die für einen Musiker besonders grausam ist. Es gibt Momente, in denen er die Saiten seiner Gitarre nicht mehr spüren kann – Augenblicke, in denen er nicht vor körperlichem Schmerz weint, sondern aus Angst, das zu verlieren, was er liebt. Trotz eines geschätzten Vermögens von bis zu 40 Millionen Euro lebt er heute bescheiden. Sein Luxus ist nicht mehr der Champagner, sondern die Zeit mit seiner kleinen Tochter und seiner Frau am Starnberger See.

Peter Maffays Geschichte lehrt uns, dass es nie zu spät für einen Neuanfang ist. Er ist vom „alten Wolf“ zu einem weisen Mann gereift, der verstanden hat, dass wahre Größe nicht in Chartplatzierungen liegt, sondern in der Fähigkeit, um Vergebung zu bitten und die Liebe in den kleinen Momenten des Alltags zu finden. Hinter der Legende steckt ein Mensch – fehlbar, verletzlich und gerade deshalb unerschütterlich in seinem Streben nach Menschlichkeit.