DER LETZTE WUNSCH MEINER TOCHTER WAREN THERAPIEHUN

Die kleinen Finger meiner Tochter zitterten, als sie nach dem Fell des alten Schäferhundes griff. Rex, der Hund, den ich fast sech Jahre lang gemieden hatte, weil er mich an meinen toten Mann erinnerte. Frieder flüsterte mit brüchiger Stimme. Mama, Papa hat ihn geschickt. Oder in diesem Augenblick begriff ich, was für eine egoistische Mutter ich gewesen war.
Aber was dann auf dem Ronkali Platz geschah, übertraf jede Vorstellungskraft. Bleibt dran für diese bewegende Geschichte über Liebetreue und ein Wunder, das tausende vereinte. Der Nebel hing schwer über der Uniklinik Köln an diesem Dezembermgen. Durch die beschlagenen Fenster der Kinderonkologie konnte ich die Spitze des Kölner Doms kaum erkennen.
Die Glocken leuteten 8 Uhr. Draußen hasteten Menschen zur Arbeit eingewickelt in dicke Wintermäntel. Das Leben ging weiter, nur unseres nicht mehr. Ich bin Margarete Schneider. Ich bin Jahre alt. Seit drei Tagen sitze ich fast ohne Unterbrechung auf diesem unbequemen Krankenhausstuhl. Der Geruch von Desinfektionsmittel liegt in der Luft.
Der leise Piepton der Überwachungsgeräte ist mein ständiger Begleiter. Draußen liegt der erste Schnee des Jahres. Ein grauweißer Schleier über der Stadt. Früher war ich Hundeführerin bei der Polizei NRW. Ich liebte meinen Beruf. Ich liebte die Disziplin, die Präzision, die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Tier.
Mein Mann Tobias war Kommissar. Sein Partner war Rex, ein prächtiger deutscher Schäferhund mit intelligenten Blick. Wir waren eine Familie. Zu uns gehörten Tobias Rex, ich und später unsere kleine Frieda. Dann kam der März 2018, ein Einsatz in der Kölner Innenstadt. Eine Schießerei. Tobias kam nicht zurück. Frida war gerade zwei Jahre alt.
Sie verstand nicht, warum Papa nicht mehr nach Hause kam. Rex stand tagelang am Fenster und wartete. Ich konnte den Anblick des Hundes nicht mehr ertragen. Jede Bewegung erinnerte mich an das, was ich verloren hatte. Ich gab meinen Beruf auf. Ich übergab Rex an Tobias Kollegen Werner Hoffmann. Ich schwor nie wieder einen Schäferhund anzufassen.
Im Dezember 2019 kam die Diagnose akute lymphatische Leukämie. Frieda war 3 Jahre alt, 4 Jahre Chemotherapie, Knochenmarktransplantation, kurze Hoffnungsschimmer, dann der Rückfall. Noch ein Rückfall. Vor drei Wochen sagten die Ärzte: “Es tut uns leid, Frau Schneider. Vielleicht noch ein paar Wochen.
Meine fast achtjährige Tochter würde sterben und ich konnte nichts dagegen tun. Herr Thomas Bergmann klopfte leise an die Tür. Er war der Sozialarbeiter der Kinderonkologie, ein sanfter Mann, Mitte 50 mit grauen Schläfen und warmen Augen. Frau Schneider dürfte ich mit Frieda sprechen unter vier Augen. Mein Herz krampfte sich zusammen.
Ich wusste, was das bedeutete. Das Gespräch über letzte Wünsche. Die Organisation Herzenswünsche EV.V hatte angerufen. Ich nickte stumm und verließ das Zimmer. Ich le mich draußen an die kalte Krankenhauswand. Durch die Milchglastür konnte ich ihre Silhouetten sehen. 20 Minuten später kam Herr Bergmann heraus.
Sein Gesicht war ernst. Frau Schneider Frieder hat einen Wunsch geäußert. Es ist ungewöhnlich, aber durchführbar. Was möchte sie? Sie möchte einen deutschen Schäferhund treffen. Sie sprach von einem Hund namens [musik] Rex. Sie sagte, ihr Vater hätte ihr davon erzählt. Die Welt kippte. Meine Knie wurden weich. Das kann nicht sein.
Tobias ist gestorben, als sie zwei war. Herr Bergmann legte mir sanft die Hand auf den Arm. Frau Schneider, darf ich ehrlich sein? Frieder hat mir etwas anvertraut. Sie liebt deutsche Schäferhunde. Sie liebt sie seit Jahren. Sie schaut heimlich Videos auf ihrem Tablet, wenn sie schlafen.
Sie hat sich nie getraut, es ihnen zu sagen. Sie wollte sie nicht verletzen. Tränen liefen mir übers Gesicht. Sech Jahre hat sie geschwiegen. Um mich zu schützen, Kinder sind erstaunlich. Sie tragen oft mehr als wir ahnen. Seine Stimme war sanft. Jetzt ist es Zeit. Sie hat nicht mehr viel Zeit, Frau Schneider.
Können Sie das für sie tun? Ich ging zurück in Frieders Zimmer. Sie lag da so klein unter der weißen Decke. Ihre Haut war durchscheinend blass. Dunkle Ringe lagen unter ihren Augen. Ihr Kopf war Karl von der Chemotherapie, aber ihr Lächeln war immer noch das ihres Vaters. Mama, ihre Stimme war nur ein Flüstern. Ich setzte mich auf die Bettkante.
Ich nahm ihre winzige Hand in meine. Schatzherr Bergmann hat mir von deinem Wunsch erzählt. Sie senkte den Blick. Es tut mir leid, Mama. Nein. Ich hob ihr Kinn an. Ich bin diejenige, die sich entschuldigen muss. Ich war so gefangen in meinem eigenen Schmerz. Ich habe deinen nicht gesehen. Ich strich ihr über die Wange.
Möchtest du wirklich Rex treffen? Ihre Augen leuchteten auf. Das erste Mal seit Wochen. Wirklich darf ich ja, mein Schatz. Ich verspreche es dir. Sie umarmte mich. Ihr kleiner Körper fühlte sich so zerbrechlich an, so leicht. Danke, Mama. Danke. An jenem Abend saß ich im dunklen Krankenhausflur.Frieder schlief. Ich starrte auf mein Handy.
Sech Jahre hatte ich diese Nummer nicht gewählt. Kommissar Werner Hoffmann. Tobias bester Freund, Rex neuer Besitzer. Meine Hände zitterten, als ich die Nummer antippte. Hoffmann, Werner, ich bin’s. Margarete. Stille, dann Margarete. Nach all den Jahren. Ich brauche deine Hilfe. Es geht um Frieder. Meine Stimme brach. Sie stirbt, Werner. Ihr letzter Wunsch ist, sie möchte Rex sehen.
Ich hörte, wie er tief Luft holte. Wann? So bald wie möglich. Ich komme morgen mit Rex. Seine Stimme war fest. Margarete, es gibt da noch etwas, etwas, dass ich tun möchte. Vertrau mir. Ja. Was meinst du? Du wirst es sehen. Tobias Tochter verdient mehr als nur einen Besuch. Sie verdient ein Wunder. Ich verstand nicht, was er meinte, aber ich vertraute ihm.
Zum ersten Mal seit sechs Jahren öffnete ich mein Herz wieder einem Menschen, der Tobias gekannt hatte. Werner handelte schnell, was ich nicht wusste, er rief nicht nur bei Rex Tierarzt an, er tat etwas viel Größeres. Am nächsten Morgen klingelte mein Telefon, eine unbekannte Nummer. Frau Schneider, hier spricht Hauptkommissarin Meyer aus München.
Ich habe von ihrer Tochter gehört. Mein Schäferhund Luna ist ein ausgebildeter Therapiehund. Wir möchten auch kommen. Bevor ich antworten konnte, klingelte es wieder und wieder und wieder. Ein Feuerwehrmann aus Hamburg mit seinem pensionierten Rettungshund, eine Familie aus Düsseldorf mit ihrem Therapiehund, ein Veteran aus Dresden.
Seine Schäferhündin hatte ihm nach einer PTBS-Diagnose das Leben gerettet. Innerhalb von sechs Stunden hatte ich über 100 Anrufe erhalten. Dazu kamen 200 E-Mails und unzählige Nachrichten auf Facebook und Instagram. “Was hast du getan?”, rief ich Werner an. Er lachte. “Zum ersten Mal seit Tobias tot hörte ich ihn wieder lachen.
Ich habe es im internen Netzwerk der Bundespolizei gepostet, in den K9 Gruppen, in den Foren des Bundesverbands Therapiehunde Deutschland. Die Geschichte hat sich verselbständigt, Margarete. Die Menschen wollen helfen für Frieda, für Tobias Tochter. Dr. Klaus Müller kam persönlich in Friedas Zimmer.
Er war der Direktor der Uniklinik. Frau Schneider, wir haben ein außergewöhnliches Problem. Er lächelte. [musik] Wir haben über 2000 Bestätigungen von Menschen mit deutschen Schäferhunden. Sie alle möchten ihre Tochter besuchen. Wir können das nicht in der Klinik bewältigen. Ich starrte ihn ungläubig an. 2000. Die Zahl steigt stündlich.
Wir müssen das nach draußen verlegen. Der Oberbürgermeister hat den Ronkali Platz vor dem Dom angeboten. Wenn Frieda stark genug ist. Frieda hatte alles mitgehört. Sie flüsterte. So viele Menschen wollen mich treffen. Dr. Müller kniete sich vor ihr Bett. Nicht nur dich, kleine Frieda. Sie wollen dir zeigen, was deutsche Schäferhunde wirklich sind.
Sie sind Beschützer, Heiler und Freunde. Sie wollen dir zeigen, dass dein Papa recht hatte. Die nächsten drei Tage waren ein Wirbelwind. Die Stadt Köln stellte Absperrungen auf. Die Feuerwehr organisierte erste Hilfestation. Freiwillige verteilten Wassernäpfe für die Hunde. Die Medien berichteten. Die Geschichte wurde in der Tagesschau erwähnt.
Der WDR berichtete live vom Ron ki Platz. Selbst überregionale Zeitungen wie die FAZ schrieben darüber. Der Hashtagfrieders Wunsch trendete auf Twitter. Werner kam jeden Abend vorbei. Margarete, es kommen nicht nur Deutsche. Menschen kommen aus Österreich der Schweiz, den Niederlanden und Belgien. Es werden über viertausend Hunde sein. Das ist unmöglich.
Ich schüttelte den Kopf. Das ist Liebe, korrigierte er mich. Tobias war nicht nur dein Mann. Er war ein Kollege, ein Freund, ein Vorbild. Seine Geschichte hat mehr Menschen berührt, als du denkst. Frieda wurde schwächer. Die Ärzte gaben ihr Schmerzmittel. Sie sollte den Tag durchstehen können. Sie wurde von der normalen Station auf die Kinderpalliativstation verlegt.
Dort würde sie die letzten Wochen verbringen. Mama flüsterte sie eines Nachts. Denkst du, Papa weiß davon? Ich küsste ihre Stirn. Ich glaube, er hat das alles arrangiert, Schatz. Von wo auch immer er ist. In der Nacht vor dem großen Tag konnte ich nicht schlafen. Ich saß am Fenster und schaute auf die Stadt. Der Weihnachtsmarkt funkelte in der Ferne.
Lichterketten schmückten die Straßen. Was wenn das zu viel für Frieder wurde? Was wenn sie zusammenbrach? Aber dann erinnerte ich mich an Herr Bergmanns Worte. Sie hat nicht mehr viel Zeit. Diese Zeit sollte mit Freude gefüllt sein, nicht mit Angst. Um dre Uhr morgens spürte ich eine warme Hand auf meiner Schulter.
Frieda war aufgewacht. Sie hatte sich aus dem Bett geschleppt. Ihren Tropf zog sie mit sich. Mama, hör auf dir Sorgen zu machen. Ich bin bereit. Ich will sie alle sehen. Der 12. Dezember 2020 brach kalt und klar an. Der Himmel über Köln leuchtete in einem markellosen Winterblau. Schneeflocken tanzten in der Luft. Dr. Müller kam früh. Er überprüfteFrieders Vitalwerte.
Sie ist stabil genug. Wir transportieren sie im Rollstuhl. Eine Krankenschwester bleibt an ihrer Seite. Sie kann zwei Stunden bleiben. 2 Stunden, 120 Minuten. Vielleicht die letzten glücklichen Momente im Leben meiner Tochter. Um 10 Uhr zogen wir Frieda ihren wärmsten Mantel an, einen roten Dufflecoat, den sie liebte. Darüber wickelten wir sie in Decken.
Sie sah aus wie ein kleines rotes Paket. Nur ihre leuchtenden Augen schauten hervor. Werner holte uns mit einem Krankenwagen ab. Als wir durch die Straßen fuhren, sah ich Menschen auf den Gehwegen stehen. Manche hielten Schilder für Frieder. Du bist nicht allein. Wir lieben dich. Dann bogen wir um die Ecke zum Ronkali Platz. Ich vergaß zu atmen.
Der gesamte Platz war gefüllt, aber nicht mit Menschen, mit Hunden, deutschen Schäferhunden, soweit das Auge reichte. Sie saßen diszipliniert und ruhig da, wie eine Armee von Beschützern. 4000 Hunde, jeder mit seinem Menschen daneben. Viele trugen Westen. Gelbe Therapiehunde Westen, blaue Polizeiwesten, rote Rettungswesten.
Manche waren jung und kraftvoll. Andere grau um die Schnauze und Weise. Alle schauten in eine Richtung. Sie schauten auf uns. Frieda klammerte sich an meiner Hand. Mama, sind die alle wegen mir gekommen? Ich konnte nicht sprechen. Ich nickte nur. Werner öffnete die Tür des Krankenwagens, dann geschah etwas Unglaubliches.
Als wäre es ein Signal gewesen, standen alle Polizisten auf. Sie salutierten vier tausend Menschen, die Hand an der Stirn, eine Erbezeugung. Nicht für Frieda, für Tobias. Für Kommissar Schneider rief jemand und 4000 Stimmen wiederholten. Für Kommissar Schneider. Meine Augen füllten sich mit Tränen.
Werner fing mich auf. Er war ein Held Margarete. Sie vergessen ihre Helden nicht. In der ersten [musik] Reihe saß ein grauer Schäferhund. Sein Fell war miliert, [musik] sein Rücken nicht mehr ganz gerade, seine Bewegungen ein wenig steif, aber seine Augen waren wach und intelligent. Rex, erkannte mich sofort.

Seine Ohren richteten sich auf, sein Schwanz begann langsam zu wedeln, aber er bewegte sich nicht. Er wartete, wie er immer gewartet hatte, diszipliniert, treu, das ist der Mama Frieders Stimme zitterte. Ja, Schatz. Das ist Rex, Papas Partner. Werner schob Friedas Rollstuhl langsam vorwärts. Die Menge öffnete sich und bildete Gasse.
Es war absolut still. Man hörte nur das leise Rascheln von tausenden Schwänzen. Als wir Rex erreichten, stand der Hund langsam und würdevoll auf. Er ging zu Frieda und schnüffelte an ihre Hand. Dann legte er seinen Kopf auf ihren Schoß, genau wie er es früher bei Tobias getan hatte. Frieder schluchzte. Ihre schmalen Finger griffen in Rex Fell.
“Du erinnerst dich an Papa, nicht wahr?” Rex winselte leise, als würde er antworten: “Ja, ich erinnere mich und ich erkenne seine Tochter. Ein junger Polizist aus Berlin trat vor. Sein Schäferhund Thor saß stolz neben ihm. Frau Schneider, ich kannte ihren Mann nicht persönlich, aber seine Geschichte wurde mir in der Ausbildung erzählt.
Er starb, um andere zu retten. Deshalb bin ich heute hier. Eine ältere Frau aus München kam mit ihrer Schäferhündin. Meine Bella hat mich nach dem Tod meines Mannes vor dem Selbstmord bewahrt. Tiere heilen. Das wollte ich ihrer Tochter zeigen. Ein Feuerwehrmann aus Freiburg. Mein Max hat drei Kinder aus einem brennenden Haus gerettet. Diese Hunde sind Lebensretter.
Wie ihr Mann einer war, Geschichte nach Geschichte. Jeder Mensch, jeder Hund hatte eine Verbindung zur Treue, zur Hoffnung, zum Überleben. Welcher Moment hat euch bisher am meisten berührt? [musik] schreibt es in die Kommentare. Dr. Müller hatte gesagt, zwei Stunden, aber Frieda wollte jeden einzelnen Hund berühren.
Wir schoben ihren Rollstuhl langsam durch die Reihen. Hund für Hund kam zu ihr, legte sanft die Schnauze auf ihre Beine, ließ sich streicheln. Manche Hunde waren so grau wie Rex, andere waren Welpen, die noch lernten. Aber alle schienen zu verstehen, dass dieses kleine Mädchen etwas Besonderes war. Sie waren ruhig, geduldig, liebevoll.
Nach drei Stunden war Frieda erschöpft. Ihr Gesicht war blass, aber sie lächelte. Mama, das ist der schönste Tag meines Lebens. Rex war nicht von ihrer Seite gewichen. Er folgte dem Rollstuhl wie ein Schatten, sein Körper wachsam, beschützend. Werner flüsterte, ich darf Rex bei uns bleiben im Krankenhaus, nur für die Zeit, die noch bleibt. Werner nickte.
Ich werde mit der Klinikleitung sprechen. Tobias hätte es gewollt. Die Tage nach dem Ron Kali Platz waren wie ein Traum. Frieder sprach ständig von den Hunden von Rex, von dem Gefühl geliebt zu werden. Sie malte Bilder von Schäferhunden, die sie an die Wände ihres Zimmers hängte. Die Klinikleitung machte eine Ausnahme nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt.
Werner durfte Rex täglich für bis zu sechs Stunden bringen. Eine Sonderregelung für Frieders Palliativbetreuung. Der alte Hund verbrachte jeden Nachmittag bei ihr. Er schlief auf einerDecke neben ihrem Bett. Er wartete geduldig, wenn die Ärzte kamen. An jenem Abend schlief Frieda mit einem Lächeln ein. Rex lag neben ihrem Bett.
Er schlooss die Augen nicht. Er beobachtete Frieders Atmung, jede Bewegung. Dr. Müller nahm mich beiseite. Frau Schneider, die nächsten Wochen werden hart. Sehr hart. Ich wusste es. Aber sie hatte ihren Wunsch erlebt. Sie hatte Liebe erfahren, die Grenzen überschritt. Die Ärzte hatten gesagt, Wochen vielleicht Tage.
Aber etwas Seltsames geschah. Frieder stabilisierte sich. Nicht genug, um zu heilen, aber genug, um zu leben. Wirklich zu leben. Rex wurde Frieders ständiger Begleiter. Jeden Tag kam Werner mit ihm. Von 2 Uhr nachmittags bis 8 Uhr abends blieb der alte Hund bei Frieder. Er folgte ihr zum Behandlungsraum. Er wartete geduldig während der Untersuchung.
Er legte seinen Kopf auf ihr Bett, wenn sie schlief. “Es ist medizinisch nicht erklärbar”, sagte Dr. Müller kopfschüttelnd. “Ihre Werte sind stabil.” “Nicht gut, aber stabil. Ich habe so etwas in 30 Jahren nur selten gesehen. Was glauben Sie, warum?” Er schaute zu Frieda. Sie saß auf ihrem Bett und kraulte Rex Ohren. Hoffnung ist keine Medizin, die wir verschreiben können, aber sie wirkt trotzdem.
Werner besuchte uns jeden Tag. Er brachte Geschichten von der Polizeiarbeit mit. Er erzählte Frieder von ihrem Vater. Dinge, an die ich mich nicht mehr erinnert hatte, wie Tobias immer vor Einsätzen mit Rex sprach. Ihm erklärte, was sie tun würden, wie Rex einmal ein vermisstes Kind im Wald gefunden hatte.
Das Mädchen war seit zwei Tagen verschwunden. Rex hatte es in einer Höhle gefunden, unterkühlt, aber lebend. Dein Papa sagte immer, ein Schäferhund ist kein Werkzeug. Er ist ein Partner, ein Freund, der sein Leben für dich gibt. Werner strich Rex über den Kopf und das hat Rex getan. Als dein Papa in Gefahr war, stellte sich Rex dazwischen.
Die Kugel, die Rex an der Schulter erwischte, war für Tobias bestimmt. Ich hatte das nie gewusst. Rex hat Tobias gerettet dreimal in ihrer gemeinsamen Zeit. Bei der letzten waren es zu viele Angreifer, aber Rex hat gekämpft bis zum Ende. Werner schluckte. Als wir Tobias fanden, lag Rex über ihm. Blutend, aber immer noch beschützend.
Frieder grob ihr Gesicht in Rexfell. Du bist ein Held. Genau wie Papa. Etwas veränderte sich in mir. Sechs Jahre hatte ich Hunde gemieden, besonders Schäferhunde. Ich hatte geglaubt, ich könnte nie wieder einen ansehen, ohne zusammenzubrechen. Aber Rex zwang mich hinzuschauen. Ich begann ihn zu füttern, wenn Werner ihn brachte.
Ich ging mit ihm im Krankenhausgarten spazieren. Ich bürstete sein Fell. Ich spürte die Narben unter dem Pelz. Narben von Einsätzen, von Kämpfen, von einem Leben im Dienst. Und zum ersten Mal seit Tobias tot sprach ich mit ihm. Wirklich sprach mit ihm. Es tut mir leid, Rex. Ich habe dich weggeschickt, als du auch getrauert hast.
Du hast ihn genauso geliebt wie ich. Ich kniete vor dem alten Hund. Danke, dass du auf Friede aufpasst. Danke, dass du ihr zeigst, was ihr Vater in dir gesehen hat. Rex leckte meine Hand. Ein kleiner vergebender Akt. Die Tage wurden kürzer, kälter. Draußen fielen dicke Schneeflocken. Der Weihnachtsmarkt auf dem Ronkali Platz leuchtete in bunten Farben.
Frieder konnte ihn vom Fenster der Palliativstation aussehen. Am Heiligabend erschienen 20 Polizisten auf der Station. Sie trugen Geschenke. Stofftierschäferhunde. Für alle kranken Kinder. Für Frieda hatten sie etwas Besonderes. Tobias alte Dienstmarke an einer Kette. Dein Papa war ein Held.
sagte der Polizeichef zu Frieda. Diese Marke gehört dir. Du bist sein Vermächtnis. Frieda hielt die Marke fest. Ich wünschte, ich hätte ihn gekannt. Du kennst ihn, sagte der Chef sanft. Jedes Mal, wenn du Rex ansiehst, siehst du deinen Vater in seiner Treue, seinem Mut, seiner Liebe. An jenem Abend waren wir allein, nur Frieder Rex und ich.
Ich sang zum ersten Mal seit Jahren wieder. Stille Nacht. Meine Stimme brach mehrmals, aber ich sang. Frieder sang mit, so leise, es ihre schwache Stimme erlaubte. Rex legte seinen Kopf auf meine Knie und schloss die Augen, als wäre das der Frieden, auf den er sech Jahre gewartet hatte. Nach Neujahr verschlechterte sich Frieders Zustand.
Die Medikamente wirkten nicht mehr. Ihr kleiner Körper gab auf. Sie schlief mehr aß weniger und sprach nur noch wenige Worte am Tag. Aber jeden Morgen, wenn sie aufwachte, griff sie als erstes nach Rex und der alte Hund war da immer. Mama flüsterte sie eines Morgens. Hab keine Angst, ich hatte so ein schönes Leben, so viel Liebe, meine Welt zerbrach. Schatz, Mama.
Ihre zarten Finger umfassten meine Hand. Es ist okay, wirklich? Mitte Januar hatte Friede einen guten Tag. Dr. Müller erlaubte uns nach draußen zu gehen. Es hatte geschneit. Der Dom ragte majestätisch in den blauen Winterhimmel. Wir schoben Frieders Rollstuhl zum Rheinufer. Rex lief langsam neben uns. Sein Atem bildete kleine Wolken in der kalten Luft. Am Fluss blieb Friedastehen und schaute aufs Wasser.
Mama, weißt du was Papa immer gesagt hat? Ich mußte lächeln. Was denn? Schatz Werner hat es mir erzählt. Papa sagte, das Leben ist wie ein Fluss. Manchmal ruhig, manchmal wild, aber es fließt immer weiter. Ich kniete vor ihrem Rollstuhl. Ja, Schatz, du musst auch glücklich sein, Mama. Auch später. Versprichst du mir das. Ich konnte nicht sprechen.
Ich nickte nur. Ich umarmte mein sterbendes Kind. Rex legte seinen Kopf auf unsere verschlungenen Arme. Ein Moment vollkommener Traurigkeit und vollkommener Liebe. Anfang März wurde klar, dass das Ende nah war. Frieder schlief fast durchgehend. Rex verließ ihren Raum nicht mehr. Werner brachte ihm das Essen direkt ans Bett.
Er weiß es, sagte Werner leise. Hunde spüren, wenn jemand geht. In der Nacht des 3. März wachte ich auf. Rex stand auf und ging zu Frieders Bett. Er legte seine Fot auf ihre Hand. Er winselte leise, ein klang voller Trauer. Ich sprang auf. Frieder. Sie öffnete die Augen. Sie lächelte schwach. Mama. Rex, danke für alles.
Ihre Stimme war kaum hörbar. Ich hatte so viel Liebe, Mama. Frieda, bitte. Ich klammerte mich an ihre Hand. Ich sehe Papa Mama. Er steht da mit einem jungen Rex. Sie lächelte. Ein lächeln voller Frieden. Sie warten auf mich. Draußen begann es zu schneien. Große weiche Flocken. Wie in der Nacht, als Tobias starb.
Um 3:27 Uhr in der Früh hörte Frieders Herz aufzuschlagen. Ihr letzter Atemzug war ein Seufzer, als würde sie in einen sanften Schlaf gleiten. Rex legte seinen Kopf auf ihre Brust und heulte. Ein tiefer, durchdringender Klang, der Klang eines gebrochenen Herzens. Ich hielt meine tote Tochter und weinte, bis keine Tränen mehr kamen. Frieders Beerdigung fand an einem sonnigen Märztag statt.
Ich hatte eine kleine private Zeremonie geplant, nur Familie und enge Freunde. Aber als wir am Melaten Friedhof ankamen, stand ich wieder einmal fassungslos da. Über 800 Menschen waren gekommen. Polizisten in Uniform säumten den Weg zum Grab. Ihre Schäferhunde an ihrer Seite, Feuerwehrleute, Rettungskräfte, Familien mit Therapiehunden, alle in stillem Respekt.
Am Grab wurde Rex an der Spitze des Trauerzuges geführt. Er trug ein schwarzes Halstuch. Er schritt langsam und würdevoll, als verstünde er jeden Schritt. Der Polizeichef hielt eine Rede, Frieder Schneider lebte nur acht Jahre, aber in diesen Jahren zeigte sie mehr Mut als die meisten von uns in einem ganzen Leben. Sie erinnert uns daran, wofür wir kämpfen.
Für die Unschuldigen, für die Schwachen, für diejenigen, die unseren Schutz brauchen. Wie ihr Vater es tat. Der Pfarrer sprach von der Kraft der Gemeinschaft, von der deutschen Tradition Polizeihunden mit militärischen Ehren zu verabschieden. Eine Tradition, die heute auch Frieda galt. Als der kleine weiße Sag in die Erde gelassen wurde, salutierten alle Uniformierten.
Die Hunde an der Spitze des Zuges heolten leise. Ein respektvoller Chor der Trauer. Die anderen blieben still wie geschult. In den Wochen nach der Beerdigung erhielt hunderte von Briefen. Menschen aus ganz Europa schrieben mir, eine Frau aus Wien. Ihre Tochter hat mich inspiriert, selbst Therapiehunde auszubilden.
Ein Mann aus Warschau. Frieders Geschichte hat mich daran erinnert, was Menschlichkeit bedeutet. Werner half mir die Stiftung Frieders Vermächtnis zu gründen. Unser Ziel schwerkranke Kinder mit Therapiehunden zusammenzubringen, besonders mit deutschen Schäferhunden. Innerhalb von 6 Monaten hatten wir über 200 ausgebildete Hunde im Programm.
Kliniken in ganz Deutschland arbeiteten mit uns zusammen. Jeden Tag erhielt ein Kind den Besuch eines vierbeinigen Freundes und ein bisschen Hoffnung. Jeden Monat konnten wir drei bis vier Familien unterstützen. Manche Kinder erholten sich, andere nicht. Aber alle bekamen Momente der Freude. Ich selbst kehrte zu meinem alten Beruf zurück.
Ich wurde wieder Hundeausbilderin, spezialisiert auf Therapiehunde. Es war als würde ich nach Hause kommen, zu dem was ich immer sein sollte. Rex lebte noch Monate nach Frieda. Werner brachte ihn jeden Tag zu mir. Der alte Hund half mir neue Therapiehunde auszubilden. Er zeigte ihn mit seiner ruhigen Art, wie man sich verhält, wie man geduldig ist, wie man tröstet.
Aber ich sah, wie er schwächer wurde. Er fraß weniger. Er bewegte sich langsamer. Manchmal saß er einfach da und starrte in die Ferne, als würde er auf jemanden warten. Im Februar 2025, kurz vor dem ersten Jahrestag von Frieders Tod, rief mich der Tierarzt an. Frau Schneider Rex Herz gibt nach. Es ist Zeit.
Ich fuhr sofort hin. Rex lag auf seiner Decke. Er atmete flach. Als er mich sah, wedelte sein Schwanz schwach. Ich kniete neben ihm. Ich strich über seinen grauen Kopf. Du hast lange gewartet, alter Freund. Jetzt darfst du gehen. Tobias wartet auf dich. Und Frieda, sie braucht dich dort oben.
Rex schaute mich an, dann schloss er die Augen. Sein letzter Atemzug war ein Seufzer und ich wusste, er warendlich wieder bei denen, die er liebte. Wir begrubben Rex neben Tobias auf dem Friedhof für Polizeihunde. Auf seinem Grabstein steht Rex 2012. Treuer Partner, Beschützer, Heiler. Ein Hund vergisst nie die, die er liebt. Daneben auf Tobias Stein ließen wir eine zweite Tafel anbringen.
Papa Rex und ich sind wieder zusammen. Frieda, danke fürs Zuschauen. Abonniert für mehr bewegende Geschichten. Eure Unterstützung bedeutet uns viel. Zu Weihnachten und zum neuen Jahr möchte ich euch etwas mitgeben. Wahre Liebe kennt keine Grenzen. Nicht zwischen Menschen und schon gar nicht zwischen Mensch und Tier. Frieder hat mir gezeigt, dass selbst in der Dunkelheit Licht existiert.
Oft kommt es auf vier Pfoten. Wenn diese Geschichte euer Herz berührt hat, abonniert den Kanal. Und nun meine Frage: Habt ihr selbst eine besondere Verbindung zu einem Tier erlebt, die euer Leben verändert hat? Teilt eure Geschichte in den Kommentaren.
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