Die Neujahrs-Farce: Wie Friedrich Merz die Realität ignoriert, während Deutschland im Chaos versinkt

Es ist der erste Januar 2026. Deutschland wacht auf – verkatert, aber nicht vom Sekt. Sondern von der bitteren Realität, die sich in der Silvesternacht einmal mehr Bahn gebrochen hat. Und während die Scherben in Berlin, Bielefeld und anderen deutschen Städten noch zusammengekehrt werden, flimmert die Neujahrsansprache von Bundeskanzler Friedrich Merz über die Bildschirme. Eine Rede, die eigentlich Hoffnung spenden, Orientierung geben und das Land einen sollte. Doch was wir erlebten, war ein rhetorisches Schauspiel der Realitätsverweigerung, das selbst die kühnsten Pessimisten sprachlos zurücklässt.

Wer geglaubt hatte, dass mit einem Kanzlerwechsel, mit dem Versprechen einer „neuen Zeit“, endlich auch ein neuer Realismus in das Kanzleramt einziehen würde, der wurde in diesen wenigen Minuten eines Besseren belehrt. Es war eine Rede, die so weit entfernt von der Lebenswirklichkeit der Menschen in diesem Land war, dass man sich ernsthaft fragen muss: Auf welchem Planeten lebt dieser Mann eigentlich?

„Wir leben in einem sicheren Land“ – Ein Hohn für die Opfer

Der wohl zynischste Moment der Ansprache kam, als Merz mit staatstragender Miene verkündete: „Wir leben in einem sicheren Land.“ Man musste diesen Satz erst einmal sacken lassen. Man musste ihn sich auf der Zunge zergehen lassen, während man parallel die Bilder der vergangenen Nacht im Kopf hatte.

Bilder aus Berlin, wo allein 300 Menschen festgenommen wurden. Bilder von Angriffen auf Feuerwehrleute und Polizisten, die eigentlich ausrückten, um zu helfen und Leben zu retten, und stattdessen selbst zu Zielscheiben eines entfesselten Mobs wurden. In Wilmersdorf brannte ein ganzer Bus aus. In Bielefeld und anderen Städten herrschten kriegsähnliche Zustände, in denen Schreckschusswaffen nicht zur Feier, sondern zur Drohung eingesetzt wurden. Raketen wurden horizontal auf Menschen und Fahrzeuge gefeuert.

Wenn das die Definition von „Sicherheit“ ist, die Friedrich Merz vertritt, dann haben wir ein gewaltiges Problem. Diese Aussage ist nicht nur eine politische Fehleinschätzung; sie ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Polizisten, der seinen Kopf hinhält, für jeden Rettungssanitäter, der in Angst um sein eigenes Leben zur Arbeit geht, und für jeden Bürger, der sich nachts nicht mehr durch bestimmte Stadtviertel traut.

Es offenbart eine Kluft zwischen der politischen Elite und dem Bürger, die nicht mehr zu überbrücken scheint. Merz spricht von einer Sicherheit, die es vielleicht noch in den Villenvierteln und hinter den Mauern des Kanzleramtes gibt, aber schon lange nicht mehr in den Brennpunkten unserer Großstädte.

Der Kanzler der Welt, nicht der Bürger

Doch die Realitätsflucht beschränkte sich nicht nur auf die innere Sicherheit. Wer darauf gewartet hatte, dass der Kanzler Lösungen für die drängenden Probleme im eigenen Land präsentiert – für die Inflation, die Wohnungsnot, die marode Infrastruktur, die Bildungskrise –, der wartete vergeblich.

Schon ab der ersten Minute, kaum waren die obligatorischen Floskeln verklungen, drehte sich alles wieder nur um ein Thema: Die Ukraine. Natürlich ist der Krieg in Europa ein Thema von historischer Tragweite. Niemand bestreitet das. Aber wenn ein deutscher Bundeskanzler seine Neujahrsansprache fast ausschließlich dazu nutzt, über geopolitische Konflikte zu referieren, während im eigenen Land der soziale Frieden bröckelt, dann setzt er die falschen Prioritäten.

Merz gefällt sich in der Rolle des Welterklärers, des Mannes für die großen historischen Linien. Er spricht von Epochenwechseln, von globalen Herausforderungen, von der Verteidigung der Freiheit am Hindukusch oder am Dnepr. Aber er verliert dabei kein Wort über die Freiheit der Rentnerin, die sich ihre Heizung nicht mehr leisten kann. Er verliert kein Wort über die Sicherheit des Arbeitnehmers, dessen Job durch hohe Energiekosten und Bürokratie bedroht ist.

Er ist der Kanzler der großen Worte, aber nicht der Kanzler der kleinen Leute. Er wirkt wie ein Passagier auf einem Raumschiff, der milde lächelnd auf die Erde herabschaut und philosophische Abhandlungen hält, während unten das Triebwerk brennt.

Die Angst vor dem „Angstmacher“ – Die große Heuchelei

Besonders perfide wird die Rhetorik, wenn Merz dazu aufruft, nicht auf die „Angstmacher“ und „Schwarzmaler“ zu hören. Ein klassisches Motiv politischer Reden: Wir gegen die Hetzer. Doch wer ist hier eigentlich der wahre Angstmacher?

Ist es nicht Friedrich Merz selbst, der uns seit Jahren einredet, dass wir in permanenter Gefahr schweben? Dass Russland nicht nur die Ukraine, sondern gleich ganz Europa schlucken will? Dass wir unsere Wirtschaft auf Kriegswirtschaft umstellen müssen? Dass wir jeden Cent in Rüstung stecken müssen, selbst wenn dafür kein Geld mehr für Schulen und Straßen bleibt?

Die Regierung nutzt diese Bedrohungsszenarien gezielt, um ihre Politik der Schuldenmacherei und der sozialen Einschnitte zu rechtfertigen. „Alles muss teurer werden“, hieß es schon zu Beginn seiner Amtszeit. Das ist die eigentliche „Angstmacherei“. Die Menschen sind nicht verängstigt wegen der Weltgeschichte, wie Merz es gerne darstellt. Sie liegen nicht nachts wach, weil sie Angst vor KI oder dem globalen Wandel haben.

Sie haben Angst vor der Politik dieser Regierung! Sie haben Angst, weil sie sehen, dass ihr Wohlstand schwindet. Sie haben Angst, weil sie sehen, dass ihre Meinung nicht mehr zählt und dass jeder, der Kritik übt, sofort in die Ecke der „Populisten“ gestellt wird. Die Angst ist hausgemacht – und sie sitzt in Berlin.

Das Bürokratiemonster und die Lüge vom Abbau

Ein weiteres Highlight der Realitätsferne: Das Versprechen des Bürokratieabbaus. Es klingt so gut, so vernünftig. Jedes Jahr hören wir es wieder. Und jedes Jahr wird das Gestrüpp dichter.

Warum ist das so? Das Video bringt es mit einem Zitat auf den Punkt, das man sich einrahmen sollte: „Du kannst einem Menschen nie etwas erklären, wenn sein Gehalt darauf beruht, es nicht zu verstehen.“ Oder anders gesagt, in Anlehnung an die Parkinsonschen Gesetze: Bürokratie wächst, um den Bedürfnissen der wachsenden Bürokratie gerecht zu werden.

Diejenigen, die die Bürokratie abbauen sollen, sind dieselben, die von ihr leben. Tausende von Staatsjobs hängen an der Verwaltung des Bürgergeldes, an der Überwachung von Vorschriften, an der Durchsetzung von EU-Richtlinien über Plastikdeckel an Flaschen. Würden sie ihren Job ernst nehmen und die Bürokratie wirklich abschaffen, müssten sie sich selbst kündigen.

Und so bleibt der „Bürokratieabbau“ eine ewige Floskel, ein Lippenbekenntnis. Währenddessen ersticken der Mittelstand, das Handwerk und die Industrie an Vorschriften und Formularen. Deutschland verwaltet sich zu Tode, während andere Nationen an uns vorbeiziehen. Die einzigen Länder, die sich in der EU noch an die Stabilitätskriterien halten, sind kleine Staaten wie Luxemburg oder Estland. Der einstige Wirtschaftsmotor Deutschland ist zum Sanierungsfall geworden – und der Chefarzt verschreibt als Heilmittel noch mehr Formulare.

Die Statistik des Niedergangs

Man kann viel reden, man kann viel beschönigen, man kann viel Pathos versprühen. Aber am Ende gibt es eine Instanz, die nicht lügt: Die Zahlen. Und die Zahlen, die Friedrich Merz in seiner Rede geflissentlich verschweigt, zeichnen ein düsteres Bild.

Schauen wir auf die Kriminalitätsstatistik: Die Anzahl der polizeilich erfassten Opfer von Gewalttaten nimmt zu. Die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung nehmen zu. Das sind keine „gefühlten Wahrheiten“ von besorgten Bürgern, das sind harte Fakten aus den Behörden.

Schauen wir auf die Sozialstatistik: Die Zahl der ausländischen Leistungsempfänger im Bürgergeld steigt und steigt. Die Kosten explodieren. Ein Sozialstaat, der für die Bedürftigen im eigenen Land gedacht war, verwandelt sich mehr und mehr in ein Magnet für Einwanderung in die Sozialsysteme. Das ist keine Hetze, das ist Mathematik. Ein System, in das weniger eingezahlt wird, als entnommen wird, kollabiert irgendwann.

Doch statt diese Probleme anzugehen, statt Reformen durchzuführen, die diesen Namen auch verdienen, wird das Geld lieber ins Ausland transferiert oder für ideologische Energieprojekte verpulvert. Die Sprengung der eigenen Kernkraftwerke, die einseitige Fixierung auf „Zufallsenergien“ wie Wind und Sonne, all das hat Deutschland von einem Energie-Exporteur zu einem Bettler um Strom gemacht. Die Industrie wandert ab, weil der Strom hier nicht mehr bezahlbar ist. Das ist die Bilanz, die Merz uns als „Erfolg“ verkaufen will.

Vision 2026: Ein Land im freien Fall?

„Vision 2026“ nennt Merz das. Ein Jahr des Aufbruchs soll es werden. Doch wohin brechen wir auf? Wenn man zwischen den Zeilen liest, dann ist der „Aufbruch“ eher ein Abbruch. Ein Abbruch des Wohlstands, ein Abbruch der Sicherheit, ein Abbruch der bürgerlichen Freiheiten.

Merz spricht von einer „breiten Mehrheit“, die seine Politik trägt. Doch ein Blick auf die Umfragewerte zeigt: Diese Mehrheit existiert nur in seiner Fantasie. Die Koalitionen werden immer bunter, immer fragiler, immer verzweifelter geschmiedet, nur um die einzige wirkliche Opposition draußen zu halten. Man regiert gegen das Volk, nicht mit ihm.

Man spricht von „Demokratie schützen“ und meint damit das Verbot politischer Konkurrenz. Man spricht von „Meinungsfreiheit“ und meint damit den Korridor des Sagbaren, den die Regierung vorgibt. Wer ausschert, ist ein „Spalter“, ein „Russenversteher“, ein „Rechter“.

Fazit: Wir brauchen Taten, keine Theaterstücke

Diese Neujahrsansprache war mehr als nur eine enttäuschende Rede. Sie war ein Symptom für den Zustand unserer politischen Klasse. Wir werden regiert von Menschen, die in einer Blase leben, die immun gegen die Realität geworden sind. Sie halten sich an ihren Stühlen fest, schmieden Pläne für Europa und die Welt, und merken gar nicht, dass ihnen das eigene Land unter den Füßen wegbröckelt.

Deutschland braucht keinen Kanzler der schönen Worte und des hohlen Pathos. Wir brauchen keinen „Außenkanzler“, der sich lieber in Kiew als in Chemnitz blicken lässt. Wir brauchen jemanden, der die Ärmel hochkrempelt. Jemanden, der die Sicherheit auf den Straßen wiederherstellt – und zwar mit Härte gegen Straftäter und nicht mit Verständnis für Krawallmacher. Jemanden, der die Wirtschaft entfesselt, indem er Steuern senkt und Bürokratie streicht, statt sie nur umzubenennen.

Wir brauchen einfache, klare Lösungen für komplexe Probleme. Wir brauchen Realismus statt Ideologie. Solange das nicht passiert, solange wir uns Jahr für Jahr diese seelenlosen Ansprachen anhören müssen, während draußen die Realität brennt, wird sich nichts ändern. 2026 mag im Kalender ein neues Jahr sein – politisch stecken wir in einer Sackgasse. Und Friedrich Merz hat gerade bewiesen, dass er den Rückwärtsgang eingelegt hat, während er uns erzählt, wir würden fliegen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Bürger dieses Landes sich nicht länger von schönen Worten einlullen lassen. Die Realität lässt sich nicht wegreden. Sie steht vor der Tür – oder in der Silvesternacht mitten auf der Kreuzung, mit einer Schreckschusspistole in der Hand. Und sie wartet nicht, bis Herr Merz seine Rede beendet hat.