Dieter Bohlen im Wut-Interview: „In sechs Stunden bin ich weg!“ – Poptitan rechnet mit Regierung und Wirtschafts-Aus ab

In einem der bisher offensten und schärfsten Interviews seiner Karriere hat sich der deutsche Poptitan Dieter Bohlen zur aktuellen Lage der Bundesrepublik geäußert. Bekannt für seine markigen Sprüche bei DSDS, schlägt Bohlen diesmal Töne an, die weit über das Showgeschäft hinausgehen. Im Gespräch mit „Kettner-Edelmetalle“ zeichnet er das Bild eines Landes, das den Anschluss an die Weltspitze verloren hat und dessen politische Führung er als „wirtschaftliche Analphabeten“ bezeichnet.

„Blockierung statt Regierung“: Bohlen kritisiert den politischen Stillstand

Bohlens Diagnose für die aktuelle Bundesregierung fällt vernichtend aus. Er spricht nicht von einer Regierung, sondern von einer „Blockierung“, in der sich die Koalitionspartner gegenseitig ausbremsen, während das Land wirtschaftlich stagniert. Besonders im Fokus seiner Kritik: Außenministerin Annalena Baerbock. Laut Bohlen habe sie im Ausland „verbrannte Erde“ hinterlassen, indem sie anderen Nationen mit einer „moralischen Borniertheit“ begegne, die einer ehemaligen Kolonialmacht gleiche, aber nicht einem Land, das wirtschaftlich um den Anschluss kämpft.

„Wir sind im Ausland mega nicht angesagt“, stellt Bohlen fest. Er berichtet von Reisen, bei denen er spürt, wie das Ansehen von „Made in Germany“ verblasst. Während Länder wie China ein massives Wachstum generieren, verliere Deutschland den Anschluss in Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz (KI) und Elektromobilität.

Vermögensschutz und Fluchtpläne: „Dann packe ich meine Koffer“

Als diplomierter Kaufmann blickt Bohlen mit großer Sorge auf die Debatten um Vermögenssteuern, Erbschaftssteuern und mögliche Lastenausgleiche. Er stellt klar, dass er in seinem Leben hart für seinen Erfolg gearbeitet und stets seine Steuern gezahlt habe. Doch bei einer erneuten Substanzbesteuerung zieht er eine rote Linie: „Wenn die Vermögenssteuer kommt, bin ich in sechs Stunden weg.“ Bohlen betont, dass Leistungsträger wie er Optionen haben und die Welt händeringend nach Menschen sucht, die etwas bewegen wollen. In Deutschland hingegen habe er das Gefühl, dass Leistungsträger „immer nur in die Fresse kriegen“.

Besonders ungerecht empfindet er die steuerliche Privilegierung von Großkonzernen wie Apple oder Amazon, während der deutsche Mittelstand – für ihn der einzige verbliebene Motor der Wirtschaft – unter Bürokratie und Zwangsabgaben ersticke.

Wirtschaftlicher Realismus statt „Gutmensch-Getue“

Bohlen plädiert für eine Rückkehr zur rationalen Wirtschaftspolitik und kritisiert das, was er als „Gutmensch-Getue“ und „Woke-Scheiß“ bezeichnet. Für ihn sei die entscheidende Frage: „Wie retten wir Deutschland?“ Er fordert eine Abkehr von moralisierenden Ansätzen, insbesondere im Umgang mit Russland. Rein ökonomisch betrachtet seien Deutschland und Russland ein „Dreamteam“ gewesen, da billige Energie das Rückgrat des deutschen Wohlstands bildete. Diesen Vorteil habe man aus moralischen Gründen aufgegeben, ohne eine tragfähige wirtschaftliche Alternative zu haben.

Auch zum Thema Meinungsfreiheit und dem Umgang mit der AfD äußert sich Bohlen kritisch. Er bezeichnet das Wort „Brandmauer“ als idiotisch und fordert eine sachliche Auseinandersetzung mit Parteien, die von einem Viertel der Bevölkerung gewählt werden. „Man muss mit allen reden“, so sein Credo, auch wenn er betont, kein Freund der AfD zu sein.

Ein Blick in die Zukunft: Keine Planungssicherheit für die nächste Generation?

Auf die Frage, ob er seinen sechs Kindern raten würde, ihre Zukunft in Deutschland zu planen, gibt Bohlen eine vielsagende Antwort: Er wolle darüber noch nicht abschließend urteilen, hänge aber mental sehr an den alten deutschen Tugenden und seiner Heimat. Doch die aktuelle „Parallelwelt“, die sich viele Erfolgreiche bereits in Orten wie Dubai aufbauen, sieht er als logische Konsequenz einer verfehlten Politik.

Bohlens Fazit ist ein Weckruf: Deutschland lebe von der Substanz vergangener Generationen, doch diese sei nun erschöpft. Ohne ein massives Umdenken, den Abbau von Bürokratie und eine echte Förderung der Leistungsträger werde das Land seinen Wohlstand nicht halten können. „Ohne Moos nichts los“, zitiert er den Sänger Gunter Gabriel und mahnt, dass ein Sozialstaat ohne wirtschaftliches Wachstum nicht funktionieren kann.

Das Interview endet mit einem Appell an den Zusammenhalt und die Hoffnung, dass Deutschland doch noch die Kurve kriegt – auch wenn Bohlen selbst bereits einen Plan B für den Fall der Fälle in der Tasche hat.