Eklat um Hape Kerkeling: Comedy-Legende fordert Zensur und wettert scharf gegen AfD-Wähler

Hape Kerkeling, der Mann, der Generationen von Deutschen mit Figuren wie Horst Schlemmer oder seiner Reise auf dem Jakobsweg zum Lachen und Nachdenken brachte, schlägt neuerdings Töne an, die viele seiner langjährigen Fans fassungslos zurücklassen. In einem aktuellen, viel beachteten Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel zeigt sich der Entertainer von einer Seite, die wenig mit Humor, aber viel mit politischer Radikalität zu tun hat. Kerkeling, der gemeinsam mit Christoph Maria Herbst einen neuen Film gegen „Rechts“ und Alltagsrassismus promotet, nutzt die Bühne für eine Generalabrechnung mit der AfD und ihren Wählern – und fordert dabei Maßnahmen, die tief in die Meinungsfreiheit eingreifen.

Vom Pilger zum Polit-Aktivisten: Die Wandlung des Hape K.

Es scheint, als habe die Weisheit, die Kerkeling einst auf dem Weg nach Santiago de Compostela suchte, einer tiefen Verbitterung über die aktuelle gesellschaftliche Lage in Deutschland Platz gemacht. Im Interview warnt er eindringlich vor einer Wiederholung der Geschichte und zieht Parallelen zwischen der heutigen Zeit und dem Jahr 1933. Für ihn ist die mangelnde Erinnerungskultur an die Gräueltaten der NS-Zeit das Hauptproblem dafür, dass das Land wieder in „Unmenschlichkeiten hineinrutsche“.

Doch Kerkeling bleibt nicht bei historischen Vergleichen stehen. Er wird persönlich und politisch konkret. Während er früher für seine Parodien von Persönlichkeiten wie Angela Merkel gefeiert wurde, lehnt er es heute ab, Figuren wie Donald Trump darzustellen. Der Grund: Er sehe an Trump schlichtweg nichts „Liebenswürdiges“, was für ihn die Grundvoraussetzung einer Parodie sei. Diese moralische Überhöhung zieht sich wie ein roter Faden durch seine aktuellen Aussagen.

„Verboten gehört das“: Kerkelings Ruf nach dem starken Staat

Besonders brisant wird es, wenn es um die Reaktionen im Internet geht. Kerkeling beklagt sich bitterlich über den „Hass, Häme und Spott“, der ihm in den sozialen Netzwerken entgegenschlägt. Er wehrt sich gegen den Vorwurf, er sei ein „Systemling“, der von der Politik bezahlt werde, um gegen die Opposition zu agitieren. Dass viele Bürger damit nicht unbedingt direkte Geldzahlungen, sondern seine tiefe Verwurzelung im öffentlich-rechtlichen Mediensystem meinen, scheint er dabei geflissentlich zu übersehen.

Seine Reaktion auf die Kritik im Netz lässt aufhorchen: Kerkeling fordert allen Ernstes, dass solche hämischen Kommentare und spöttischen Reaktionen „tatsächlich verboten gehören“. Ein Künstler, dessen gesamtes Lebenswerk auf Satire, Spott und der Provokation beruht, fordert nun den Gesetzgeber auf, unliebsame Meinungen zu zensieren. Kritiker werfen ihm vor, dass er selbst zwar massiv gegen die Opposition austeilt und AfD-Wähler indirekt als „Faschisten“ brandmarkt, aber nicht bereit ist, den Gegenwind einer lebendigen Demokratie auszuhalten.

Die „Partei der Zu kurz Gekommenen“

In einer fast schon predigerhaften Manier bezeichnet Kerkeling die AfD als eine „Partei der zu kurz Gekommenen“. Er zieht dabei eine kuriose Verbindung zu seinem christlichen Glauben und behauptet, ein „guter Katholik“ könne kein Faschist sein – was im Umkehrschluss bedeutet, dass all jene, die ihr Kreuz bei der AfD machen, für ihn außerhalb des demokratischen und moralischen Konsenses stehen.

Diese harte Ausgrenzung großer Teile der Wählerschaft sorgt für Diskussionsstoff. Experten beobachten schon länger, dass ehemals unpolitische oder allseits beliebte Entertainer durch eine einseitige politische Positionierung massiv an Rückhalt verlieren. Ob sich Kerkeling mit seinem Ruf nach Zensur und der Beschimpfung von Millionen Wählern einen Gefallen getan hat, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Die Zeiten, in denen er ganz Deutschland zum Lachen brachte, scheinen endgültig vorbei zu sein.

Fazit: Ein gefährlicher Weg für die Kunstfreiheit

Wenn prominente Künstler anfangen, Verbote für Meinungen zu fordern, die sie persönlich kränken, steht mehr auf dem Spiel als nur der Ruf eines Entertainers. Hape Kerkeling hat sich in eine moralische Sackgasse manövriert, in der er Kritik als „Verrohung“ umdeutet und nach dem Staat ruft, um sein eigenes Ego zu schützen. In einer funktionierenden Demokratie müssen jedoch auch prominente Persönlichkeiten aushalten, dass ihr politisches Engagement auf harten Widerstand stößt. Kerkelings Forderung nach Zensur ist daher nicht nur ein Armutszeugnis für ihn selbst, sondern ein Warnsignal für die Diskussionskultur in diesem Land.