Endgültige Absage an den Westen? Putin räumt Friedensplan ab und setzt auf militärische Entscheidung

In diesen Tagen blickt die Weltöffentlichkeit gebannt nach Washington. Wolodymyr Selenskyj ist zu Gast bei Donald Trump, um über einen möglichen Ausweg aus dem blutigen Konflikt in Osteuropa zu beraten. Der Westen gibt sich euphorisch: Ein 29-Punkte-Plan der EU und der Ukraine sei zu 95 Prozent fertig, heißt es in den Leitmedien. Doch während in den USA Hände geschüttelt werden, hat Wladimir Putin am vergangenen Wochenende eine Stellungnahme abgegeben, die alle diplomatischen Hoffnungen wie ein Kartenhaus einstürzen lässt.
Die mediale Inszenierung und die bittere Realität
Die Berichterstattung in den westlichen Medien, allen voran der Bild-Zeitung, suggeriert, Putin habe seinen „eigenen“ Friedensplan abgeräumt und setze nun blind auf Gewalt. Doch wer die Originalquellen der russischen Nachrichtenagentur TASS analysiert, erkennt ein weitaus differenzierteres und zugleich bedrohlicheres Bild. Putin besuchte am 27. Dezember einen Kommandoposten der russischen Truppen und ließ dort keinen Zweifel daran, dass die militärische Initiative derzeit vollständig bei Moskau liegt.
Der Kreml-Chef betonte, dass die russischen Streitkräfte entlang der gesamten Kontaktlinie – im Donbass ebenso wie in der Region Saporischschja – planmäßig vorrücken. Die Botschaft ist unmissverständlich: Russland sieht sich in der Position der Stärke und ist nicht bereit, Maximalforderungen eines Gegners zu akzeptieren, der militärisch mit dem Rücken zur Wand steht.
Der „Schwachsinnsplan“ der EU vs. die Realität an der Front
Was die westliche Presse als „Friedensbemühungen“ feiert, bezeichnete der Analyst Alexander Raue in seinem aktuellen Beitrag als einen Plan, der lediglich darauf abzielt, Putin die alleinige Schuld für das Scheitern zuzuschieben. Es handele sich um ein Papier voller Maximalforderungen der Verliererseite, das in Moskau keinerlei ernsthafte Beachtung finde. Putin stellte klar, dass es „kluge Leute im Westen“ gebe – womit zweifellos Donald Trump und dessen ursprüngliche Ansätze gemeint sind –, die der Ukraine angemessene Bedingungen für eine langfristige Sicherheit empfohlen haben.
Die Drohung aus dem Kreml ist jedoch explizit: Sollte Kiew diese „angemessenen Bedingungen“ nicht akzeptieren und stattdessen auf dem EU-Papier beharren, wird Russland alle Probleme mit militärischen Mitteln lösen. Das bedeutet im Klartext: Die vollständige militärische Niederlage der Ukraine wird in Kauf genommen oder aktiv herbeigeführt.
Die neue Sicherheitszone: Gebietsverluste ohne Ende?

Besonders brisant sind Putins Ausführungen zu einer neuen „Sicherheitszone“. Was ursprünglich als Angebot zum Rückzug aus einigen Gebieten im Tausch gegen Donezk und Luhansk begann, scheint nun hinfällig zu sein. Da Selenskyj den ursprünglichen 28-Punkte-Plan aus den Alaska-Gesprächen nicht zeitnah annahm, hat Russland seine Ziele ausgeweitet. Nun stehen Regionen wie Sumy, Charkiw und Dnipropetrowsk auf der Agenda für eine dauerhafte Sicherheitszone.
US-Außenminister Marco Rubio hatte bereits gewarnt, dass die Bedingungen für die Ukraine mit jedem verstrichenen Tag schlechter werden. Diese Vorhersage scheint sich nun schmerzhaft zu bewahrheiten. Solange Selenskyj in Washington weiter pokert, rücken russische Truppen weiter vor. Jüngste Meldungen über die Einnahme von strategisch wichtigen Verkehrsknotenpunkten wie Myrnohrad und Huliajpole unterstreichen diesen Trend.
Ein politischer Blöff mit fatalen Folgen
Die große Frage, die sich nun stellt, ist: Wie lange kann Wolodymyr Selenskyj diesen politischen Blöff noch aufrechterhalten? Während er im Westen als unnachgiebiger Kämpfer gefeiert wird, schwinden die Ressourcen der Ukraine an der Front zusehends. Der Druck auf das ukrainische Parlament, die Reißleine zu ziehen und Selenskyj gegebenenfalls zu entmachten, um einen Frieden zu retten, der den Namen verdient, wächst – wenn auch hinter verschlossenen Türen.
Das Treffen in Washington könnte sich als das letzte Aufbäumen einer gescheiterten Strategie erweisen. Putin hat keine Eile; er lässt die Uhren in Moskau und an der Front für sich arbeiten. Wenn Selenskyj nicht bereit ist, von seinen Maximalforderungen abzurücken, droht der Ukraine der Verlust weiterer strategisch wichtiger Gebiete bis hin zu Odessa.
Fazit: Diplomatie am Ende, Waffen am Wort
Wir müssen der Realität ins Auge blicken: Der Westen hat sich mit seiner Strategie der bedingungslosen Unterstützung bei gleichzeitiger Weigerung, russische Sicherheitsinteressen ernsthaft zu diskutieren, in eine Sackgasse manövriert. Die Leidtragenden sind die Menschen in der Ukraine, die für diesen politischen Machtkampf einen unvorstellbaren Preis zahlen. Wenn der Verhandlungstisch leer bleibt, werden die Waffen das letzte Wort haben – und derzeit deutet alles darauf hin, dass dieses Wort ein russisches sein wird. Es ist an der Zeit, die ideologischen Scheuklappen abzulegen und zu retten, was noch zu retten ist, bevor die Landkarte der Ukraine endgültig neu gezeichnet wird.
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