Machtdemonstration zur Primetime: “Die Chefin” degradiert die Konkurrenz – Warum am Freitagabend niemand an Vera Lanz vorbeikommt

Mainz/München – Es ist ein ungeschriebenes Gesetz im deutschen Fernsehen, so sicher wie das “Amen” in der Kirche oder der Stau zum Ferienbeginn auf der A9: Der Freitagabend gehört dem Krimi. Doch was sich am vergangenen Freitag, dem 2. Januar 2026, auf den heimischen Bildschirmen abspielte, war mehr als nur ein gewöhnlicher Quotenkampf. Es war ein Duell der Giganten, ein Ringen um die Gunst von Millionen – und am Ende eine Machtdemonstration, die in den Cheftagen der privaten Sender für Katerstimmung sorgen dürfte.
Während draußen der nasskalte Januarwind um die Häuser pfiff, machten es sich die Deutschen auf der Couch gemütlich. Die Auswahl war groß: Hochglanz-Show, schrulliger Humor oder knallharte Ermittlungsarbeit? Die Antwort der Zuschauer fiel so eindeutig aus, dass man fast Mitleid mit den Verlierern haben musste.
Die Königin der Quote: Vera Lanz regiert durch
Der unangefochtene Sieger des Abends trägt den Titel zurecht: “Die Chefin”. Die ZDF-Krimireihe mit der grandiosen Katharina Böhm in der Hauptrolle der Kriminalhauptkommissarin Vera Lanz bewies einmal mehr, dass sie das Maß aller Dinge am Freitagabend ist.
Die nackten Zahlen lesen sich wie eine traumhafte Bilanz für die Mainzer Programmplaner: 6,55 Millionen Zuschauer schalteten um 20:15 Uhr ein. Das entspricht einem Marktanteil von sagenhaften 23,9 Prozent. Fast jeder vierte Fernsehzuschauer, der zu dieser Zeit das Gerät eingeschaltet hatte, verfolgte die spannenden Ermittlungen der Münchner Mordkommission.
Was macht den Erfolg von “Die Chefin” aus? Es ist diese Mischung aus kühler Professionalität und verborgener Emotionalität, die Katharina Böhm ihrer Figur verleiht. Vera Lanz ist keine laute Ermittlerin, sie ist keine Action-Heldin, die über Motorhauben rutscht. Sie ist analytisch, empathisch und strahlt eine Autorität aus, die generationenübergreifend funktioniert. In einer immer komplexer werdenden Welt sehnt sich das Publikum offenbar nach Figuren, die Ordnung ins Chaos bringen – und genau das liefert “Die Chefin” Woche für Woche in Perfektion.
Der charmante Zweite: Hubert ohne Staller
Doch auch im Ersten gab es Grund zum Feiern, wenn auch auf dem Silberrang. Die ARD schickte keinen gewöhnlichen Krimi ins Rennen, sondern ein echtes Highlight: “Hubert ohne Staller – Dem Himmel ganz nah”. Der 90-minütige Fernsehfilm zur beliebten Vorabendserie holte die schrulligen Polizisten aus Wolfratshausen in die Primetime.
Und das Risiko hat sich gelohnt. 5,48 Millionen Fans wollten sehen, wie Christian Tramitz als Franz Hubert und Michael Brandner als Reimund Girwidz sich durch einen skurrilen Fall in den Alpen grantelten. Mit einem Marktanteil von 20 Prozent landete der Film nur knapp hinter der ZDF-Konkurrenz.
Das Ergebnis zeigt deutlich: Der deutsche Zuschauer liebt seine Gewohnheiten, ist aber auch bereit für Ausflüge, wenn die Qualität stimmt. Der anarchische, bayerische Humor von “Hubert ohne Staller” ist der perfekte Kontrapunkt zur ernsten “Chefin”. Dass zwei öffentlich-rechtliche Formate zusammen fast 45 Prozent des gesamten Marktes abdecken, ist eine Dominanz, die in der modernen Medienlandschaft ihresgleichen sucht. Es war ein Abend, an dem “Alt” gegen “Jung”, “Ernst” gegen “Lustig” antrat – und beide gewannen, während die Dritten in die Röhre schauten.
Das “Sandwich-Phänomen”: SOKO Leipzig profitiert
Ein weiterer Gewinner des Abends war “SOKO Leipzig”. Die Serie, die direkt im Anschluss an “Die Chefin” im ZDF lief, profitierte massiv vom starken Vorlauf. 5,46 Millionen Zuschauer blieben einfach dran. Das ist das klassische “Sandwich-Phänomen”: Wer einmal im ZDF-Krimi-Flow ist, der schaltet nicht um. Die Leipziger Ermittler hielten das Niveau fast exakt auf der Höhe des Lead-Ins. Für das ZDF ist der Freitagabend damit eine einzige Erfolgsgeschichte, eine uneinnehmbare Festung.
Das Desaster der Privaten: Stars in der Manege stürzen ab
Während bei den Öffentlich-Rechtlichen die Sektkorken knallten, herrschte bei der privaten Konkurrenz Katerstimmung. Besonders bitter traf es Sat.1. Der Sender hatte viel Hoffnung (und vermutlich auch viel Geld) in die Show “Stars in der Manege” investiert. Promis, die Zirkuskunststücke vorführen – das klang nach großer Familienunterhaltung, nach Glanz und Glamour.
Doch die Realität war ernüchternd. Lediglich 1,25 Millionen Zuschauer wollten sehen, wie sich C- und B-Promis in der Zirkuskuppel versuchten. Das ist nicht nur wenig, das ist für eine Primetime-Show am Freitagabend ein Debakel. Der Marktanteil dümpelte im einstelligen Bereich.
Woran lag es? Ist das Konzept verbraucht? Oder ist die Konkurrenz durch die Krimis einfach zu übermächtig? Wahrscheinlich beides. “Stars in der Manege” wirkte an diesem Abend wie ein Relikt aus einer vergangenen Fernseh-Epoche, während die Krimis im ZDF und Ersten genau den Nerv der Zeit trafen: Spannung, aber mit der Sicherheit, dass am Ende der Mörder gefasst wird.
Auch RTL konnte keine Bäume ausreißen. “Die ultimative Chart Show” erreichte zwar mit 1,41 Millionen Zuschauern etwas mehr Menschen als Sat.1, blieb aber weit hinter den Erwartungen zurück. Oliver Geissens Musik-Rückblicke scheinen langsam ihren Zenit überschritten zu haben. Selbst Hollywood konnte nichts ausrichten: ProSieben schickte “Indiana Jones und das Rad des Schicksals” ins Rennen, doch Harrison Fords letztes Abenteuer lockte nur 1,26 Millionen Abenteurer vor die Bildschirme.
Ein Schlag ins Gesicht: WDR-Wiederholung schlägt Privatsender
Die vielleicht peinlichste Nachricht für die privaten Sender versteckte sich jedoch in den Details der Quotenmessung. Eine simple Wiederholung eines alten “Tatorts” im Dritten Programm des WDR (Westdeutscher Rundfunk) erreichte 1,37 Millionen Zuschauer.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Krimi, den die meisten wahrscheinlich schon kannten und der nur regional ausgestrahlt wurde (obwohl bundesweit empfangbar), hatte mehr Zuschauer als die aufwendig produzierte Zirkus-Show in Sat.1 und den Blockbuster auf ProSieben. Das ist mehr als nur ein Achtungserfolg für den WDR – es ist eine schallende Ohrfeige für die Programmstrategen der Kommerziellen. Es beweist: Wenn der Deutsche am Freitagabend den Fernseher einschaltet, will er Mord und Totschlag sehen – egal ob neu oder alt, egal ob in Mainz, München oder Münster ermittelt wird.
Analyse: Die ungebrochene Macht des Linear-TV
Was sagt uns dieser Abend über den Zustand des deutschen Fernsehens im Jahr 2026? Totgesagte leben länger. Allen Unkenrufen zum Trotz, dass Streamingdienste das lineare Fernsehen vernichten würden, zeigt der Freitagabend: Das “Lagerfeuer” brennt noch.
Aber es wärmt nicht mehr alle gleich. Die Fragmentierung des Publikums schreitet voran. Die Älteren und die Krimi-Fans versammeln sich treu bei ARD und ZDF. Die jüngere Zielgruppe, um die RTL, Sat.1 und ProSieben so verzweifelt kämpfen, ist längst bei Netflix, Disney+ oder TikTok. Die Versuche der Privatsender, mit großen Shows dagegenzuhalten, wirken zunehmend verzweifelt.
“Die Chefin” Katharina Böhm muss sich darüber keine Gedanken machen. Sie ist die Königin des Freitags. Ihre Herrschaft ist stabil, ihr Volk ist treu. Und solange in Deutschland am Freitagabend gemordet wird, wird Vera Lanz da sein, um den Fall zu lösen – und die Konkurrenz im Quoten-Sumpf versinken zu lassen.
Für die Macher von “Hubert ohne Staller” bleibt der Trost: Zweiter Sieger hinter dieser Übermacht zu sein, ist keine Schande. Es ist eher eine Auszeichnung. Und wer weiß, vielleicht klappt es beim nächsten Mal mit dem Thronsturz. Aber dazu müsste Vera Lanz wohl erst in Rente gehen – und danach sieht es zum Glück für ihre Millionen Fans absolut nicht aus.
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