„Mietfrei im Keller“: Lisa Eckhart demontiert Friedrich Merz mit skrupellosem Humor und sorgt für Schnappatmung im Netz!

In der deutschen Kabarettlandschaft gibt es kaum eine Figur, die so konsequent polarisiert und dabei so elegant die Klinge führt wie Lisa Eckhart. Ihr jüngster Auftritt, der derzeit wie ein Lauffeuer durch die sozialen Netzwerke geht, beweist einmal mehr: Für die Österreicherin gibt es keine heiligen Kühe. Diesmal hat es ausgerechnet den CDU-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten Friedrich Merz getroffen, den sie vor einem johlenden Publikum auf eine Weise bloßstellte, die zwischen genialer Satire und absolutem Tabubruch schwankt.

Eckhart, bekannt für ihr exzentrisches Auftreten und ihre messerscharfe Rhetorik, wählte für ihren Angriff auf Merz eine ungewöhnliche Taktik: Mitleid gepaart mit einer Prise Hypnose. „Er hat mir so leid getan, jetzt darf er mietfrei bei mir wohnen“, verkündete sie mit jenem süffisanten Lächeln, das ihre Gegner regelmäßig zur Weißglut treibt. Dass sie dieses „großzügige Angebot“ gleichzeitig als Vorwand nutzte, um über die Wohnungsnot, Studenten und die aktuelle Migrationspolitik zu spotten, ist typisch für ihren Stil. Sie verwebt komplexe politische Themen mit schwarzem Humor, der oft erst beim zweiten Hinhören seine volle, teils bittere Wirkung entfaltet.

Die Reaktionen im Netz ließen nicht lange auf sich warten. Während ihre Anhänger sie als „letzte Bastion der Meinungsfreiheit“ feiern, werfen Kritiker ihr vor, mit Ressentiments zu spielen und die Grenzen des guten Geschmacks weit zu überschreiten. Doch Eckhart scheint das Kalkül der Provokation perfekt zu beherrschen. In einer Zeit, in der sich viele Künstler aus Angst vor einem „Shitstorm“ oder der sogenannten „Cancel Culture“ zurückhalten, tritt sie das Gaspedal voll durch. Sie thematisiert die Absurditäten des Alltags – vom veganen Mitbewohner bis hin zum „heidnischen Ritus“ des Oktoberfests – und schreckt auch vor makabren Witzen über Senioren oder Arbeitslose nicht zurück.

Besonders pikant war ihre Überleitung zum Thema Wohnraum. Mit einem Augenzwinkern in Richtung historischer Vergleiche und aktueller NATO-Debatten zog sie Parallelen, die dem einen oder anderen Zuschauer das Lachen im Halse stecken ließen. „Das deutsche Volk braucht Wohnraum“, zitierte sie eine altbekannte Phrase, nur um sie sofort in den Kontext der Ukraine-Krise und günstiger Mieten zu setzen. Es ist diese Unverfrorenheit, die ihren Erfolg ausmacht. Sie zwingt ihr Publikum dazu, über Themen zu lachen, die eigentlich zutiefst ernst oder sogar tragisch sind.

Der Vorwurf der „Gehässigkeit“, den sie im Programm selbstironisch aufgreift, perlt an ihr ab. Eckhart positioniert sich als Beobachterin einer Gesellschaft, die ihrer Meinung nach den Sinn für Humor verloren hat. Sie spielt mit Klischees über „linksgrüne“ Kritiker und macht deutlich, dass für sie Satire keine Leitplanken kennt. Wenn sie darüber spricht, dass „Wut die Wärmepumpe der Armen“ sei, trifft sie einen Nerv in einer Bevölkerung, die sich von den explodierenden Lebenshaltungskosten und einer oft als abgehoben empfundenen Politik im Stich gelassen fühlt.

Dass gerade Friedrich Merz zur Zielscheibe wurde, ist kein Zufall. Er verkörpert für viele das Establishment, das Eckhart so genüsslich zerlegt. Ihr Vorschlag, Franken zum „autonomen Bundesland“ zu erklären, um Markus Söder zu ärgern, war nur ein weiterer Seitenhieb in einem Programm, das vor politischen Spitzen nur so strotzte.

Am Ende bleibt die Frage: Darf man das? Lisa Eckharts Erfolg gibt ihr zumindest wirtschaftlich recht. Ihre Auftritte sind ausverkauft, ihre Videos erreichen Millionen. Sie bedient ein Bedürfnis nach Klartext und Grenzüberschreitung in einer Welt, die oft als überreguliert und moralinsauer wahrgenommen wird. Ob man ihren Humor nun als befreiend oder als verletzend empfindet, eines hat sie zweifellos erreicht: Man spricht über sie – und über die Politiker, die sie so meisterhaft verspottet. Friedrich Merz wird wohl kaum in ihren Keller ziehen, aber die Schlagzeilen über diesen denkwürdigen Auftritt werden ihn sicher noch eine Weile begleiten.